
wie sich angehende Akademiker im Internet präsentieren. Einer schreibt bei "Interessen" im StudiVZ:
"Parties mit vorzugsweise alkoholischen Getränken (in rauen Mengen)"
Es ist nicht nur schlimm, dass die Person nicht weiß, wie der Plural von Party im Deutschen ist, sondern auch, wie gering das Problembewusstsein ist. Wird so einer dann noch zum Bewerbungsgespräch eingeladen?

...schonmal gar keine anzüglichen Kommentare, Fotos und vor allem persönliche Daten von sich preiszugeben! Nicht die Gesellschaft muss sich in ihrem Bewußtsein ändern, das wir uns weiterentwickeln, sondern wir müssen einfach endlich kapieren, das wir uns nicht über mangelnde Privatsphäre und Datenschutz beklagen dürfen und gleichzeitig bei MySpace, XING und Konsorten ein Profil mit allen möglichen Daten füttern. Anzügliche Fotos von Frauen werden in den allermeisten Fällen von den Frauen selbst irgendwo ins Netz gestellt, am häufigsten um sich interessanter zu machen. Man schaue nur in WKW(!). Wer dann glaubt, die bleiben an Ort und Stelle oder werden "vergessen" oder sind nur "ab 18" zugänglich, der irrt. Was diese Profi-Datenlöscher können, kann jeder andere auch: Nach dem eigenen Namen googlen, vorformulierte E-Mails an die im Impressum jeder Webseite genannte Adresse schicken und hoffen, das die Drohung mit Anwalt wirkt. Seinen Ruf im Netz polieren? Ganz einfach: Gar nicht erst persönliche Daten und vor allem den Namen preisgeben. Wenn schon geschehen, ist es bereits zu spät - oder was glauben Sie, gibt es Klaus-Peter Menzing wirklich? ;-)

Vorneweg. Wie hält es eigentlich die FAZ selber in dieser Frage? Es wird der bürgerliche Name bei den Lesermeinungen verwendet, obwohl man einen Nickname wählt. Bei jedem Kommentator kann man sich die weiteren Kommentare einfach ansehen. Per se sind oder waren die Einstellungen so, dass der Name von den Suchmaschinen gefunden werden kann.
Ansonsten ist das Thema zwiespältig. Denn es wird insbesondere interessant, wenn andere etwas über einen Schreiben. Z.B. ich hatte Ärger mit einem Hersteller. Noch drei Jahre später findet man bei google, wenn man den Herstellernamen eingibt, auf Platz zwei diesen Bericht. Ein großer Hersteller kann so etwas verkraften, wenn es genügend positive Gegenberichte gibt. Aber ein einzelner Dienstleister, der keine hohen Kundenzahlen hat, dem kann ein enttäuschter Kunde damit das Leben ganz schön schwer machen.
Man kann schwarzen Schafen jetzt deutlich vehementer auf die Finger klopfen, aber es besteht auch die Gefahr ungerechtfertigt als schwarzes Schaf dazustehen. Verschärft wird die Situation, wenn man einen seltenen Namen hat.

Wenn der Verleumder bekannt ist, hat sich die persönliche Ansprache schon immer bestens bewährt. Lange bevor es Internet gab!
Ein kurzer persönlicher Besuch, ein prägnanter Vortrag und schon sieht die Welt ganz anders aus. Ja, dafür ist der Mensch gemacht.

...
a) dass man sich im Laufe des Lebens entwickelt, Meinungen ändert, Dinge anders beurteilt ...
b) dass Menschen anders sind als man selbst.
Solange das nicht geschieht, ist diese Internetwaschmaschinenfirma reine Effekthascherei.

Jeder kennt das: Vor Jahren hat man Dinge im Netz geäußert, zu denen man heute nicht mehr steht oder die man schlicht nicht mehr im Netz haben will, weil durch sie Nachteile entstehen. Die personenbezogenen Daten muß das Netz wieder vergessen können. Hier würde es oft reichen, bei z.B. Foreneinträgen die echten Namen durch Platzhalter zu ersetzen, so daß sie bei einer Google-Suche nach diesem Namen nicht mehr auftauchen. Technisch ist das leicht realisierbar. Man muß es nur durchsetzen können.

... übrigen weiß doch auch jeder, dass das, was jemand so im Netz öffentlich verlauten lässt, nicht auf die Goldwaage gelegt werden darf. Im Netz werden gerne auch schon mal falsche Spuren gelegt, keineswegs nur um sich selbst 'besser' darzustellen, sondern um Reaktionen hervor zu rufen, und es wird auch gerne provoziert. Das gehört alles dazu. Das ist auch alles bekannt. Insofern wäre es auch ziemlich einfältig, wenn sich etwa Arbeitgeber oder Bekannte von solchen Einträgen beeidnrucken lassen oder das alles für bare Münze nehmen. Wozu also die ganze Aufregung ? Ich plädiere für 'Tiefer hängen !'

Ich stimme dem nicht zu, dass vor allem Frauen Opfer von Verleumdungen werden und Männer die Täter seien. Die Annahme entspricht dem weit verbreiteten Täter/Opfer Klischees in unserer Gesellschaft.
Es stimmt, dass Frauen häufiger durch anzügliche Fotos verleumdet werden, aber ich denke meist nicht von geprellten Liebhabern sondern eher Konkurentinnen um einen Liebhabe. Männer hingegen werden meistens subtiler als Frauen verleumdet , so dass es den Ruf zerstört, aber nicht so leicht zu beweisen ist.