Wahr geweissagt: Papst Johannes Paul II. dankt der Jungfrau von Fatima

9. November

Schluss mit den Mauerlegenden!

Das zum Jahrestag des 9. November ständig wiederholte Mantra, das Ende des Kommunismus sei unvorhersehbar gewesen, ist eine Entstellung der Tatsachen. Untergangsprophezeiungen gab es genug. Man wollte sie nur nicht hören, meint der französische Intellektuelle Bernard-Henri Lévy.

Lesermeinungen zum Beitrag

12. November 2009 19:50

Journalisten waren und sind auf der falschen Fährte.

Klaus Steffen (krs)

....und dann wollen wir die Journalisten nicht vergessen. Als einer der unsäglichsten der Unsäglichen ist mir Theo Sommer von der "Zeit" in Erinnerung geblieben. Geradezu meisterlich im Wegsehen während mehrfacher Bereisung der DDR. Peinlich geradezu, wie er - wie sonst keiner - die "Wirtschaftsmacht" (10. der Welt!) beschrieb. Gewollte Blindheit.
Sein bester Schüler in der Gegenwart ist m.E. ein bekannter Journalist der "Süddeutschen", der in vielen TV-Runden aufkreuzt. Auch er ein Meister der undurchsichtigen Brille und der Verharmlosung, wenn es um die realen Gefahren Europas in der Gegenwart und der nahen Zukunft geht. Einer von vielen, derer man sich in ca. 25 Jahren "liebevoll" erinnern wird: Sommer war harmlos.

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12. November 2009 19:49

Wann ist eigentlich Nordkorea dran?

Steffen Rupp (steffenrupp)

Herr Levy, wann ist es mit Nordkorea vorbei? Geben Sie doch Prognosen ab.
Waren es westlichen Atomwaffen oder gar die Bundeswehr , die die DDR-Diktatur in die Knie gezwungen haben? Hungernde Fanatiker wie in Nordkorea halten leider zwanzig Jahre länger aus oder warten auf den Endsieg. Es war auch nicht Franz-Josef Strauß. Auch die staatstragenden Vasallen der SED in den Blockparteien habe die Mauer nicht geöffnet, weder NDPD noch LDPD. Es waren die friedlich demonstrierenden Menschen (Friedensbewegung- Ost), auf die sich die DDR- Diktatur nicht zu schießen getraute (ja, selbst so ein Mielke!) und die damit die Mauer förmlich sprengten. Angeführt von so staatsfeindlichen kirchlichen und pazifistischen "Gutmenschen", die nicht kooperierten.
So was Vernünftiges war fünfundvierzig Jahre vorher bei der vorletzten Diktatur leider nicht passiert.
Dabei hätte es auch in Deutschland -Ost genug treue Befehlsempfänger gegeben, die den Schussbefehl nicht verweigert hätten. Auf erfolgreiche friedliche Demonstrationen haben deshalb nur die wenigsten gesetzt und das DDR- Regime war trotz Militarisierung die Gefangene eigener Friedens-Rhetorik. Das hat selbst die Stasi mürbe gemacht.
Es war also weniger Ronald Reagan als die Friedensbewegung

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12. November 2009 17:47

Mythos "Kommunismusuntergang"

Irene Henning (Ganzweitvorn)

Es ist ein Mythos, daß der Marxismus, Sozialismus bzw. Kommunismus untergegangen ist. Wesen dieser Ideologie ist die Kritik an allem Bestehenden und die Hoffnung in die Zukunft, die Utopie des Kommunismus. Was untergeht ist in regelmäßigen Wiederholungen der real existierende Kommunismus, da der Marxismus einen Kunstmenschen voraussetzt, den es nicht gibt. Je weniger real existierenden Sozialismus/Kommunismus es gibt, desto heftiger leben Marxismus/Neomarxismus/wirklicher Sozialismus (Man muß Sozialismus nur "richtig" umsetzen - seine Ideale nicht"verraten"!) etc, in den Köpfen der Menschen. Alles sehr schön am Wahlverhalten der Menschen in Deutschland nach 1989 (äußere, nicht geistige Wende !) zu erkennen. Natürlich ist der Zusammenbruch der DDR von vielen in der DDR vorhergesehen worden. Gerade die etwas besser Gebildeten, die z.B. nach Moskau geschickt wurden, sahen den rapiden Niedergang der SU und die damit einhergehende nachlassende Bindekraft für das Sowjetimperium. Wer sich nur etwas mit der Geschichte des Marxismus beschäftigt, wußte, daß die SU irgendwann implodieren würde. Reagan hat dies mit "Krieg der Sterne" genutzt zur beschleunigten wirtschaftl. Destabilisierung der SU. Im Prinzip hat er die Mauer niedergerissen!

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12. November 2009 15:56

Absolute Zustimmung @ Sönke Peters

Harry Hain (zx10)

Genau so dachte ich in dieser Zeit auch. Man hätte mich als Schüler in der Klasse bestimmt gevierteilt oder wenigstens gegeißelt, wenn ich den Nato-Doppelbeschluß gutgeheißen hätte. Und die Klasse hätte die Unterstützung mancher Lehrer erhalten. Also habe ich die Klappe gehalten. Es muß ja nicht jeder wissen was ich wirklich denke. (eine Strategie, die im Sozialismus das Überleben ungemein erleichtern konnte). Die Friedensketten mit Kerzen waren einfach nur albern. Wer, wie ich schon als Jugendlicher, die Verhältnisse der DDR erlebte hätte, mußte den linksliberalen/sozialistischen Sch... aufgeben. Als ich 1987 erstmals in Polen zu Besuch war (auf dem Lande) war ich entsetzt. Fast 40 Jahre Sozialismus = 40 Jahre Niedergang. Ich habe allerhöchsten Respekt vor diesen "einfachen" Menschen, denen es damals gelang, trotz oder wegen der staatlichen Allmacht und Fürsorge nicht nur als Trittbrettfahrer und Fähnchenträger zu überleben. Link(sliberale) Ideen gedeihen nur in Freiheitlichkeit und beschädigen diese gleich bei der Umsetzung. Linke habe einen - gelinde gesagt - sehr befremdenden Bezug zur Realität und Freiheitlichkeit.

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12. November 2009 15:19

Es hat sich nichts geändert.

Klaus Steffen (krs)

Mit großer Befriedigung und mit Genuß habe ich vor 20 Jahren alle nochmal nachgelesen, die im Artikel erwähnt wurden und noch andere dazu. Alle sind und waren in meiner Bibliothek versammelt. Heute dienen sie als Quelle zu besserem Verständnis und zur Überprüfung der postkommunistischen Sachbücher. Mit gleichem Vergnügen lese ich aber auch die Meinungsäußerungen und Verlautbarungen deutscher Politiker von 1980-1990 zum gleichen Thema und speziell zum Thema Wiedervereinigung. Eine interessante Zitatensammlung, muß ich sagen. Man reibt sich verwundert die Augen über so viel "Expertenwissen" wider besseres Wissen. Wer Augen hatte, konnte es sehen. Wer Ohren hatte, konnte es hören. Vor 1989 hatten viele Politiker, Kremmelastrogen und Quasselrundenbeisitzer weder Augen noch Ohren; bzw hielten die gekonnt geschlossen. Man WOLLTE es nicht wissen.
Das ist bis heute so geblieben, wenn man die Gefahren sieht, welche Europa nachhaltig bedrohen. Man kann es täglich erleben und darf als Spinner gelten. Wie ehedem.

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12. November 2009 15:18

Es waren vor allem die Linksintellektuellen, die versagt haben

Sönke Peters (soenkepeters)

Tatsache war doch wohl aber auch, dass es gerade die Mehrheit der Linksintellektuellen im Westen waren, die die Augen vor der Realität des Paradieses der Werktätigen mit aller Gewalt zukniffen. Wie soll man so auch einen Untergang erkennen können?
Desweiteren erinnere ich mich noch gut an die Protestmärsche der Friedensbewegten, die begannen, als Helmut Schmidt Jimmy Carter von der Notwendig eine Aufrüstung im atomaren Mittelstreckenraketenbereich überzeugte hatte. Als Ronald Reagan das dann zu Ende führte, erreichte er Beliebtheitswerte in West-Europa, die allenfalls vielleicht noch durch G.W.Bush getopt worden sind. Ich höre noch heute das Hohngelächter von Günther Grass und Konsorten ob seiner Rede von 1988!!! : "Mr. Gorbachev, tear down this wall! Mr. Gorbachev, open this gate!"
Allerdings ging es dann ein Jahr später wirklich alles erstaunlich schnell. Wer konnte wirklich in dieser Form erahnen, dass so ein riesiger Misthaufen einfach zusammen brechen kann?

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12. November 2009 13:43

Bravo

Harald Wenig (wenigfr)

Eigentlich ist diesem ausgezeichneten Essay (und der ebenso ausgezeichneten Uebersetzung) nichts hinzuzufuegen. Nur dies: Mitterand war in der Tat bis etwa Februar 1990 verblendet. Er wurde dann aber von seinem Parteifreund und Landsmann Jaques Delors, Praesident der EU-Kommission, dazu gebracht, seinen Widerstand aufzugeben - lange vor Thatcher, die bis Mai/Juni 1990 glaubte, ein Vetorecht zu haben. Mitterand war dann schneller als Brandt und Lafontaine....

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12. November 2009 13:34

Und die Liberalen: F.A. von Hayek, Karl Popper

Stefan Gerber (StefanGerber)

Ein sehr schöner Beitrag - DANKE!
hinzufügen möchte ich noch gerne:
... und es fehlen wesentliche Personen des Liberalismus. Friedrich-August von Hayek erhielt den Nobelpreis für die Erkenntnisse, dass Zentralplanung unmöglich ist ("Die Anmaßung von Wissen"). Für die gute Kurzleküre verweise ich auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_von_Hayek
Auch Karl Popper rechnete, nach Neuseeland vor den Nationalsozialisten emmigriert, mit allen totalitären Systemen ab ( "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde", "Das Elend des Historizismus").

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12. November 2009 12:43

Nur als Ergänzung

Torsten Klier (TorstenKlier)

Werner Obst, "Der rote Stern verglüht" (1985) lag auch ein wenig näher an der Realität als unsere linke sälulare gleichgeschaltete Sozial"wissenschaft".
Abgesehen davon hätte auch der einfache Augenschein genügt und den Verfall zu sehen.

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12. November 2009 12:27

Die Jungfrau von Fatima

gisbert heimes (gisbert4)

Heiliger Strohsack, was wird jetzt aus den Untergangsprophezeiungen des Kapitalismus. Kommt da irgendwann Bernard-Henri Lévy 2.0?

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