Telefonate in der Öffentlichkeit

Handys sind bequem - und nerven gewaltig

Hören, was der Nachbar im Zug zu sagen hat - das wollen nur die wenigsten: Nach einer neuen Umfrage finden zwei von drei Deutschen laute Handy-Telefonate in der Öffentlichkeit nervig. Schon das laute Klingeln von Mobiltelefonen bringt viele auf die Palme.

Lesermeinungen zum Beitrag

21. Juli 2008 12:25

@Max Schub

Andreas Mühlmann (amue)

Ich würde mir wahrscheinlich eher die Zunge abbeißen bevor ich auf faz.net dokumentiere, dass ich den Arsch nicht in der Hose habe, einer unliebsamen Bekannten zu bedeuten, sie interessiert mich nicht. Ich vermute, dass es kein privates Gespräch gibt, das Sie nicht in der vollen U-Bahn erörtern würden. Aber das sind natürlich nur Vermutungen, die ich aufgrund Ihres peinlichen Verhaltens im Baumarkt schlussfolgere.

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21. Juli 2008 11:57

das Handy auszuschalten

Angelika Fritz (MyDocAngel)

in bestimmten Zeiten - das muss man sich leisten können - Eigentlich kann sich das jeder - denn die meisten Telefonate sind unwichtig... Es geht nur um die Kommunikation - und unterstützt deren Verarmung.

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21. Juli 2008 10:43

@ M.Dreyer

Calpo Salmrohr (calpo_salmrohr)

Mir ging es gar nicht um das, was geschieht (stören, etwas als störend erleben), sondern um die Zahlen, die hier aufgeführt werden. Ich unterstelle der "Bevölkerung" - insofern man solche Erhebungen als repräsentativ betrachtet - ein Stückweit Scheinheiligkeit. Hier ist es der Widerspruch, sich (zumindest zu 2/3) gestört zu fühlen und gleichzeitig sein Handy überall bei sich zu haben, um mobil erreichbar zu sein - das meinte ich mit fragwürdig". Erst letzterer Umstand der Allerreichbarkeit ermöglicht, daß es ständig klingelt und daß ständig Gesprächshälften wie "Hi, ja, okay, m-hm, ja, bis gleich, tschüss" zu vernehmen sind. Anderes Beispiel: Das Gejammer über den Benzinpreis einerseits, das sinnfreie Autokorsofahren andererseits. Mir scheint, daß der Mensch dazu neigt, sein eigenes kritikabeles Verhalten vorzugsweise an anderen zu beobachten.

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21. Juli 2008 09:49

Nicht nur das Handy

Harry Hain (zx10)

nervt. Vor sehr vielen Jahren ebenso undenkbar, weil ungehörig, Essen in der Öffentlichkeit, möglichst noch während man durch Einkaufstraßen ging und das Schärfste ist ja wohl die Bierflasche und die qualmende Zigarette bei jungen Halbwüchsigen (hier: während sie über den Zebrastreifen schlenderten, ca. 13 Jahre). Sagen sie mal etwas dagegen: Seit dem U-Bahn-Vorfall wird sich mancher Rentner das passende Wort verkneifen. Apropos Handy: die meisten Gespräche, die ich öffentlich unfreiwillig mitbekommen muß, erscheinen vom Gesprächsinhalt recht simpel und ohne Dringlichkeit (einfach nur Quatschen), werden aber gerne - Dank Flatrate - fast ins Unendliche ausgedehnt. Ausdruckweise und Grammatik dieser Handyvieltelefonierer - vor allem an Bahnhöfen und in S-Bahnen - zeugen auch wessen Geistes Kind sie sind. Insofern kann man diesen armen Kreaturen auch keinen Vorwurf machen. Sie wissen nicht(s) und damit immerhin schon etwas, ohne sich dessen bewußt zu sein. :-)

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21. Juli 2008 07:13

Nicht die Handys sind das Problem

Doris Bohlen (DBohlen)

Wenn laut geführte Telefonate nerven, dann sind es eben eben die laut geführten Telefonate die nerven und nicht das Handy. Oder sind laut und offensiv - immerhin von Mensch zu Mensch - schwadronierende Mitreisende oder Cafè-Tischnachbarn vielleicht schon dadurch angenehmer, dass das Telefon fehlt? Eher wohl nicht. Was diese wie jene so unleidlich macht ist, dass ihnen die Sphäre der Anderen piepegal ist. Und daran ist kaum die Technik schuld. Weder der Klingelton an sich ist schlecht, noch das Spielen mit einer - wagen wir 'mal solch ein Beispiel - Mundharmonika. Die Frage ist nur das Wann, Wo und in wessen Gegenwart. Wir haben also ein Benimm-Problem. Ein dickes Lob Ihrem Bildredakteur: Den Herrn mit dem blau-grün-rot-weißen Outfit muss man nicht einmal hören um sich seine Lautsprecherei vorzustellen!

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21. Juli 2008 01:36

Senf

Sven Mueller (versmuellen)

"Yes, I'm returning the call regarding the mustard," sprach ein junger Mann ins Mobiltelephon, kurz nachdem das Flugzeug von Indianapolis in Chicago im Juni 2005 gelandet war. Er stand, als ich noch sass, neben mir. Ich dachte zunaechst, ich haette mich verhoert; nein, er rief wirklich "den Senf betreffend" zurueck. Er versicherte dem Menschen am anderen Ende, dass sich manchmal das Oel oben absetzt und dass man nur zu ruehren brauche. Der Senf sei somit noch in Ordnung--und das ist doch schoen, oder?

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20. Juli 2008 21:24

nicht fragwürdig

Maximilian Dreyer (unclefu)

zum kommentar "fragwürdig": es ist ein enormer unterschied, ob sie etwas störendes erleben oder auslösen. ich habe für einen anderen bereich vor kurzem das beispiel "sonnenbrille" gebraucht - dies lässt sich auch hier sehr gut unterbringen. wenn sie mit sonnenbrille ein gespräch führen, dann merken sie das oftmals noch nichtmal. sollten sie allerdings der gesprächspartner ohne sonnenbrille sein, so kann die kommunikative minute zu einer qual werden. augenkontakt ist völlig ausgeschlossen - und das beunruhigt stark. back to topic - es geht ums plappern: in der regel wissen sie nicht, wie laut sie tatsächlich sind. zudem hebt sich am fernsprecher noch die stimme - besonders wenn sie das telefonat leise hören. ich nenne dies mal den "alte menschen - effekt". denn bei der 60+-generation ist das phänomen auch beim kaffeekränzchen zu beobachten (und raten sie mal wer sich am meisten über laute menschen beschwert). der wandel in den gehirnen wird sicherlich noch ein paar jahre dauern. ich neige mittlerweile dazu in zügen mein handy lautlos zu stellen oder (wenn nicht mit top priorität) anrufe zu unterdrücken - tolle ausrede: zu viel los und viel zu laut im zug. dafür hat jeder abgeblockte verständnis.

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20. Juli 2008 19:26

mein erlebnis -----und @ m. ernstberger

Max Schub (Max.Schub)

vor längerem habe ich in einem bekannten elektromarkt aus der ferne eine bekannte erspäht...um von ihr nicht in ein gespräch verwickelt zu werden, hab ich vor sichtkontakt gut gelaunt mein handy ans ohr gehalten um ein telefonat vorzutäuschen. wunderbare sache, so kann man wortlos mit stillem winkgruß an der person vorbeirauschen. ungünstig, dass mein handy dann aber geklingelt hat. sie selber hats glaube ich nicht mehr gesehen, aber die umherstehenden waren amüsiert. außerdem ist mir ntrl. nach dem klingeln sofort das ohr abgefallen - für sowas müssen diese ansteigenden klingeltöne gemacht worden sein. @ m. ernstberger: für laute gespräche ist kein handy nötig. wenn sich zwei "geschäftsleute" lautstark im ice unterhalten, find ich das viel nerviger. aber warum ich ihnen schreibe: zuhören und kommentieren sind 2 paar schuhe. es ist ne frechheit und einfach "asi", sich dann in fremde gespräche einzumischen - völlig egal ob übers handy oder face2face. sie sollten sich darauf beschränken, um eineren leiseren ton zu bitten.

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20. Juli 2008 17:15

Rücksicht fehlt

Mark Ernstberger (markbln)

Wie heutzutage häufig nehmen die Leute keine Rücksicht. Kaum kommt man aus einem Flieger wird lautstark Tante Erna informiert das man gelandet ist und sonstiger unwichtiger Mist ausgetauscht. Das alle Welt mithören muss ist vollkommen egal. Und wenn man, wie ich es mal gemacht habe, das gehörte laut kommentiert, fühlen sie sich nicht ertappt, sondern beschweren sich das man ihre Telefonate mithört. Kaum noch ein Theaterbesuch ohne das irgendwann mal ein Handy klingelt, obwohl zumeist vorher drum gebeten wird diese auszustellen. Zuletzt hatte ich beim Restaurantbesuch am Nebentisch eine junge Frau sitzen, die zur Überbrückung der Zeit bis ihre Verabredung kam, ihre Handy Klingeltöne durchzuhören.

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20. Juli 2008 14:33

Wenn es nur das Klingeln wäre!

Claus Behrens (chipin)

So langsam entdecken ja immer mehr Handynutzer, dass die Telefone auch eine Freisprecheinrichtung haben. Da kann man dann sogar das ganze Gespräch mitverfolgen. UND: In den 80-iger rannten die Jugendlichen wenigstens mit Ghettoblastern auf den Schultern herum. Irgendwann taten dann die Knochen weh. Heute nutzt man dann die Handys nicht mehr zu telefonieren, sondern dazu, die Stille zu vertreiben, weil man sich immer weniger zu sagen hat - oder weil man einfach megacool ist. Mein Gott, wie das erst nervt!

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20. Juli 2008 12:55

Fragwürdig

Calpo Salmrohr (calpo_salmrohr)

Wenn jeweils zwei Drittel der Ansicht sind, Handyklingeln und laute Handygespräche in der Öffentlichkeit seien nervig, und wenn gleichzeitig gefühlte 95 Prozent der Bevölkerung genau dies praktizieren, dann stimmt etwas nicht.

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