
Ich weiß nicht, was die Aufregung einiger Leute hier soll. In die neu eingerichteten Umweltzonen dürfen nur solche Fahrzeuge nicht einfahren, die >keine< Plakette haben. Das sind, wie in dem Artikel beschrieben nur solche Fahrzeuge, die keinen Kat oder Filter haben, also wirkliche Dreckschleudern. Wer jetzt behauptet, er sei davon schwer betroffen, soll einfach auf ein einigermaßen aktuelles Auto umsteigen. Kat gibt es ja nicht erst seit gestern! Und wenn ein Handwerker seit 20 Jahren dasselbe Auto fährt und sich kein neueres leisten kann (gebraucht ist was Gescheites schon ab € 2000 zu haben) soll er besser wirtschaftenden Platz machen. Demnach ist aus meiner Sicht das Mobilitätsargument hinfällig. Das zweite Argument zielt darauf, dass es sowieso kaum was bringt, wenn man die Stinker aus der Stadt verbannt. Dieses Argument kommt wahrscheinlich von jenen, die sich Porsche-Paul nennen, möglicherweise in einer verkehrsberuhigten Vorstadt leben und ab und zu mit ihrem dicken Auto in die Stadt fahren wollen. Allerdings ist die Aktion ein guter Anfang für die Bewohner der Stadt an befahrenen Straßen. Wer da mal gewohnt hat, weiß, dass ein ungefilterter LKW-Diesel wesentlich mehr Dreck macht als ein gefilterter.

Meine Meinung ist diese Plakettengeschichte ist deutscher Aktionismus, er beruhigt das Gewissen - wir sind ja für die Umwelt und tun was - , aber wirklich bringen tut es nichts. Auch für die Behörden wirkt es entlastend, man hat etwas getan, niemand kann Ihnen Tatenlosigkeit vorwerfen. Nur eben ist das Auto, nur zu einem kleinem Teil Verursacher des Feinstaubes, von daher eben ein sinnleerer Aktionismus. Die EU-Gesetzgebung mit gerichtlich einklagbaren Feinstaubwerten ist fatal, besonders für Städte deren Topologie ungünstig ist. In Stuttgart mit seiner Lage im Tal, ist der Luftausstausch grundsätzlich schlechter, was soll hier eine Klagemöglichkeit vor Gericht eigentlich bringen ? Soll man den Leuten dann noch das Heizen gänzlich verbieten ? Auch andere Ballungsgebiete wie das Rhurgebiet sind in einer ungünstigen Lage, ich finde es abstrus per EU-Gesetz hier vorzuschreiben wie rein die Luft zu sein hat, im Prinzip könnten wir hier dann doch den Laden dicht machen. Was das Auto betrifft, hier wurde ja in den letzten Jahrzehnten ein Maximum an Umwelttechnik eingebaut, eine wirkliche Schadstoffschleuder in Bezug auf Feinstaub oder andere Abgase wie Stickoxide, ist das Auto längst nicht mehr.

Als jemand, der eine grüne Plakette an seiner Windschutzscheibe hat, stört mich das ganze nicht. Aber politisch ist diese Massnahme genauso unsinnig und scheinheilig, wie all das, was uns die politischen Parteien in diesem Land vorgaukeln. Gemäß dem Vorbild der "Grünen" werden Logos mit grünem Lack bestrichen, in der Hoffnung, der Bürger sei wirklich so ungebildet, wie PISA es behauptet. Die Wahrheit ist, dass "grüne" Kommunalpolitik einen erheblichen Anteil hat an überflüssigen Emissionen. Ein Beispiel: Unsinnige Ampelschaltungen und Bushaltestellen mittten auf der Strasse sollen den Bürger zum Nutzen des ÖPNV animieren. Doch ein Familienvater, der Bretter im Baumarkt kauft, ein Kaufmann, der 4 Kunden besuchen muss, ein Handwerker, der Schutt von der Baustelle abtransportieren muss, all diese Leute können mit dem Bus und der Ubahn nichts anfangen. Wer Emissionen reduzieren will, muss dafür sorgen, dass der Verkehr fließt, und nicht steht. Doch das ist zu hoch für Grüne Philosophen. Genauso verhält es sich auch mit Umweltzonen. Verfehlter Aktivismus. Grüner Lack auf tiefgraue Parteizentralen. Helfen tut das nicht. Wer grün sein will, und trotzdem effektiv, muss forschen, und entwickeln. Erzähl das mal einer den Grünen, bitte......

Die Einrichtung der Umweltzonen ist pure Volksverdummung: Nach deren Einrichtung mag die Luft in „der Zone“ besser sein, doch das Problem wird doch dadurch nicht gelöst: Allein durch Reifenabrieb, durch Heizungen und durch die Umwelt selbst (z.B. Pollen) wird derart viel Feinstaub erzeugt, dass die über die Umweltzone begrenzte Fahrzeugzufahrt praktisch im Nichts verpufft. Zudem darf sowieso fast jedes Auto in die Zone einfahren, selbst uralte Benziner oder Umweltsünder mit Porsche Cayenne u.ä. Fahrzeugen, die der Umwelt mehr schaden, als ein älteres Diesel-Fahrzeug. Für die Statistik und das Gewissen reicht diese Aktion, für die Umwelt, die nicht an der Stadtgrenze endet, ist sie ein schlechter Witz.

"Kampf gegen ein Phantom" war der Titel eines Artikels dieser Zeitung vom 3.1.2008. Darin war zu lesen, dass "Fachleute des Bundesumweltministeriums damit rechnen, dass schon 2015 die Grenzwerte in ganz Deutschland nur noch in Ausnahmefällen überschritten werden". Insofern verwundert einen die Diskussion um den Sinn der Umweltzonen in Deutschland nicht. Auch City-Maut oder Tempolimits werden nicht den gewünschten Erfolg bringen, da ihr Nutzen in keinem Verhältnis zum Nachteil für die betroffenen Autofahrer steht. Der Großteil der Emissionen stammt zudem vom LKW-Verkehr, insofern wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung für PKW hier keinen Erfolg bringen. Um insgesamt die Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten und auch die Verkehrsdichte in Frankfurt und Umgebung zu reduzieren, müsste eine Verbesserung des ÖPNV an oberster Stelle stehen. Das Rhein-Main-Gebiet ist nun mal eine extreme Autopendler-Hochburg, trotzdem sind die Züge und S-Bahnen zur Rushhour größtenteils sehr voll. Zudem wäre gerade in den Randzonen von Rhein-Main eine optimale Vernetzung von Auto- und Zugverkehr wünschenswert.

Die Einführung von Umweltzonen ist eine sehr gute Sache und für den Anfang. Als nächstes muß endlich ein Tempolimit auf Autobahnen her. Was Liechtenstein für Finanzjongleure ist Deutschland für Raser mit dicken Autos und Potenzproblemen.

...., wie ich mich erinnere gelesen zu haben, die Stadt in Deutschland, die die meisten Pendler zu verkraften hat. Ein großer Teil dieser Pendler kommt mit dem Auto. Dazu haben wir Lieferverkehr in die Stadt und auch Durchgangsverkehr und das nicht zu knapp. Im Sinne der in der Stadt Wohnenden ist jede Maßnahme, die diesen Verkehr einzudämmen hilft, sinnvoll. Neben den Maßnahmen den Individualverkehr zu begrenzen, müssen natürlich auch die Alternativen, sprich: öffentlicher Nahverkehr entsprechend ausgebaut werden. Dazu scheint immer noch der politische Wille zu fehlen. Spätestens wenn die Pendler das Benzin nicht mehr bezahlen können, und nicht auf den ÖPNV umsteigen können, weil die Infrastruktur fehlt, kommt das große Jammern. Wie man dem gewerblichen Verkehr sinnvolle Alternativen bietet ist dann das nächste Problem (mit der Bahn??). Zur Zeit (siehe Großmarkthalle vs Frischemarkt) setzt man auf LKW statt Bahntransport.

Wenn 4% des Feinstaubes von den KFZ-Abgasen stammen und von den 4% dann nur noch einen Bruchteil nicht fahren darf, scheint das ja für uns alle ein Gewinn zu sein. Die Städte werden sich noch wundern, warum die tollen Umweltzonen nichts bringen. Hierzulande wird immer auf England verwiesen. Wie gesund die Leute da doch jetzt in den Städten leben - dank Umweltzonen. Nur sagt hier Niemand, dass dort in den Zonen zu bestimmten Zeiten keine Autos mehr fahren. Auch im nächsten Sommer wird die Stadt Dortmund wieder ihre Sprengwagen durch die kleinste Umweltzone Deutschlands schicken und die Straße feucht halten, damit es nicht mehr staubt.

Seit Jahrzehnten reguliert die Politik Emissionen der Kraftfahrzeuge mit der Kfz-Steuer, die sich außer nach Hubraum auch nach erreichte D- oder E-Normen, sowie Katalysatoren richtet. Nun werden auf die schnelle Umweltzonen eingerichtet. Büßen für die verfehlte Umweltpolitik müssen mal wieder die Bürger, nicht die Politiker. Richtig hart trifft es diejenigen, die beruflich auf ihr Kfz angewiesen sind, vorallem wenn sie sich nicht genung Geld in Reserve haben um sich mal schnell ein neues zu kaufen.