Die Opel-Krise

Ein neues Mantra für den alten Manta

Autos erzählen viel über den Zustand unserer Gesellschaft. Deswegen muss Politik sich auch mit Design beschäftigen. Ein Nachruf auf die Opel-Republik - und ein Blick in die Zukunft des Autos. Von Niklas Maak

Lesermeinungen zum Beitrag

24. November 2008 09:25

Hugh - der Opel-Hasser hat gesprochen

Michael Adam (MACHE174)

Er klärt uns darüber auf, dass Opel von Anfang an alberne Autos gebaut hat, die irgendwann Ende der 60er von BMW und Mercedes aufgemischt wurden. Die Opel-Modelle der 70er Jahre erscheinen ihm gut gekämmt, höflich, unterwürfig; er fabuliert über schmalspurige Mantas, tiefergelegte Asconas, zornige Kadetts und eine "Lächerlichkeitsspirale", die den Abstieg von Opel ausgelöst habe. Wer je einen Manta A oder ein Commodore B Coupe live gesehen hat, weiß dass diese mit nach vorne geneigter, extrem zugespitzter Front und prägnant gestaltetem Kühlergrill einem BMW in Punkto Aggressivität und Souveränität in nichts nachstanden. Designmäßig bewegte sich Opel in den 70er Jahren auf dem gleichen hohen Niveu wie BMW - weit über Audi und VW. Ab ca. 1990 trat bei Opel allerdings ein eklatanter Verlust an Designqualität ein, der bis heute anhält; gleichzeitig entwickelte sich Hauptkonkurrent VW mit dem hocheffizienten TDI-Motor, einer Qualitäts-/Technikoffensive und dem Aufgreifen ehemaliger Opel-Designtugenden derart positiv, dass Opel - gebeutelt durch Kaputtsparer wie Louis R. Hughes, Jose Ignacio Lopez, Peter Hanenberger, durch orientierungslose Vorstände und durch irrlichternde Designer - nicht mehr mithalten konnte.

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20. November 2008 18:48

Fuhrpark Opel

Hans-Helge Hansen (Nordmensch)

Der "Nachruf" ist für mich als früheren Opel-Fahrer nachvollziehbar und amüsant. Nun liegt uns und der Regierung am Erhalt von Opel. Wie wäre es also, wenn sich die Politiker nun für eine sagen wir 10-Jahres-Spanne mit Opel-Wagen (Insignia) als "Staatskarossen" ausstatten. Auch in einem Opel ist genug Platz und nicht zuletzt dürfte gegenüber Audi, BMW, Mercedes eine Menge Geld gespart werden und die Steuerzahler würden diesen 'Wagenwechsel' positiv als Zeichen der Sparsamkeit und der Identifikation mit deutscher Autoproduktion werten. Wenn wir sehen, daß in GB z.B. ein Minister in einen Omega (heißt dort anders, ich weiß) steigt und auch in anderen Ländern nicht die absolute Oberklasse vorfährt, dann sollte es hierzulande auch möglich sein, in weniger teure Autos (aus deutscher Produktion) einzusteigen. Irgenwie haben auch Opel, VW, Ford einen "Anspruch" darauf, "auch" einmal die Politikerwagen zu stellen. Oder?

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20. November 2008 15:06

... Ästhetik der Aggression ...

André Sidar (HE3720)

Ob der Autohersteller Opel noch zu retten ist, wage ich nicht zu beurteilen. Ich hoffe aber sehr, dass die aktuelle (nicht nur Opel-) Krise tatsächlich das Ende der Agressions - Ästhetik einläutet. Kleinwagen wie Opel Corsa oder Ford Fiesta, die einen aus riesigen Scheinwerfer - Augen anstarren. Familienkutschen wie Peugeot 407 oder Audi A4, die aus weit aufgerissenen Kühler - Mäulern schreien. Eine neue C-Klasse von Mercedes, bisher das "Opa - Auto" schlechthin, mit Kotflügeln, so breit, dass sie auch dem abgebildeten Manta gut zu Gesicht gestanden hätten. Vielleicht ist ja in der nächsten Fahrzeug - Generation wirklich Schluss damit. Schön wäre es!

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20. November 2008 12:26

Vergleich von Birnen und Äpfeln

Matthias Fiedler (msalcapone)

Der Autor dieses Berichtes vergleicht lateral durch die von der Branche getroffene Clusterung von Prämium- und Standardklasse. Einen Opel vergleicht man zum aktuellen Zeitpunkt nicht mit einem Audi oder einem BMW. Das erlauben sich nicht einmal die Opelaner. Bis zum Insignia hat Opel wenn dann nur den Vergleich zu VW gesucht und diesen auch manchmal für sich entschieden. Die Argumentationsführung in diesem Bericht ist damit einfach nur falsch. Würden Sie den Vergleich mit französischen oder italienischen bzw. spanischen Marken führen, dann würden Ihnen sicherlich die Argumente fehlen. Daher ist es nicht sehr professionell, wenn die Presse einen Vergleich sucht, den sich das betreffende Autounternehmen gar nicht aussetzen möchte. Des Weiteren hat ihre Anlehnung an den Insignia schon etwas mit Realitätsverlust zu tun, denn in diesem Wagen hat Opel endlich die Bevormundung durch dir Mutter abgelegt und all das investiert, was man in den Jahren zuvor nicht durfte. Alle bisherigen Tests zollen dieser Arbeit auch Respekt und stufen den Insignia dort ein, wo Opel schon lange nicht mehr gewesen ist - in der Premiumklasse. Weiter so & schade wegen dem schlechten Start... ein Passatfahrer.

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20. November 2008 11:21

Eine schöner Artikel

Harry Hain (zx10)

Man kann es so sehen, muß es aber nicht. Trotzdem eine wohltuend andere Perspektive. Das Lesen des Aritkels war vergnüglich. :-)

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20. November 2008 10:59

Unverdienter Abgesang

Hartmut Beucker (Dr.Beucker)

Als Kadett-C- und dann Corsa-Fahrer kann ich nichts schlechtes über Opel sagen. Meine 3 Audis (100, A6) spielten zwar in einer anderen Liga, aber von der Größe her. Und was immer vergessen wird beim Opel-Verhauen: der grandiose Zafira. Das war und ist siebensitzige Innovation, sogar spektakulär, aber auf Familien-Niveau. Den Nutzen meines Zafira konnte mir der A6 Avant nicht bieten. Der Zafira wird aber nie erwähnt, absichtlich? Könnte da was nicht ins zurechtgelegte Meinungsbild passen? Und was das Design angeht: Schüsse können auch nach hinten losgehen. Das agressive Erscheinungsbild hat durchaus für Beliebtheit der BMW geführt, aber eben auch bei jungen Burschen z.B. im Bayerischen Wald. Die zerlegen ihre Wagen dann auch regelmäßig- mit Imageschäden für den Hersteller.

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20. November 2008 10:04

Jeder Popel fährt 'nen... wenn es man so wäre.

Joachim Guentner (jogue)

Wunderbarer Artikel. Chapeau!

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20. November 2008 08:47

Wirklich so schlecht?

Frank Neuhaus (frankalex1)

Na ich weiß ja nicht, ob dieser Artikel so fair ist. Betrachtet man sich die Fahrzeugpalette Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre so hat Opel wirklich schöne Autos gebaut. Man versuchte den Erfolg der US Muscle- und Pony-Cars nach Europa zu bringen. Nicht umsonst erinnert der alte Opel GT an die Corvette Stingray von GM. Und wer ernsthaft behauptet, ein alter Opel Admiral oder Diplomat mit dem V8 Small Block sei spießig oder ein Proletenauto hat leider keine Ahnung. Dies behauptet ja auch niemand von den US-Stilikonen a la Pontiac GTO oder Ford Mustang. Ich möchte sogar sagen, daß der Manta A und auch der Manta B für ihre Zeit sehr formschöne Autos waren. Der Capri von Ford hatte ja quasi die gleichen Designelemente. Und was machte VW und Co? Ein langweiliger Würfel namens Golf kam auf den Markt und noch heute sieht der Golf von hinten aus, wie ein plattgesessenes Sofakissen. Der Audi 80 war serienmäßig mit Klorolle und hatte doch nun wirklich ein "Fahrer mit Hut und Mantel"-Image. Mercedes und BMW spielten schon immer in einer anderen Liga und auch hier gibt es genug Witze vom südländischen BMW-Fahrer "ey alldda, hab ich krassen 3er getunt"! Also mal bitte schön langsam ... jeder PKW-Hersteller hat seine Leichen im Keller.

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20. November 2008 08:43

Die Zukunft des Autos, unter besonderer Berücksichtigung der politischen ..

Rolf Jonasson (R.Jonasson)

.. Beeinflussung des Designs, interessanter Artikel. Die Krise als Chance, nicht nur für Opel, auch das ein interessanter Gesichtspunkt. Ich persönlich finde den neuen Insignia wesentlich schöner, als etwa den Dreier-BMW, obwohl ich tendenziell eher BMW-Fahrer war. BMW ist aber auch ein echter Sonderfall durch die Ergüsse des Herrn Bangle, einfach furchtbar. Der Einfluss der Politik wird unterschätzt und ich befürchte, dass hier keine Besserung in Sicht ist. Denn der Trend zu immer größeren, teureren und aggressiveren Autos (X 6, Q 7, Touareg, aber auch Tiguan und Co) wird ja geradezu gefördert dadurch, dass eine Hälfte der Bevölkerung ohne Rücksicht auf die Kosten kaufen darf (und soll, siehe "Konjunktur-Programm", bei dem der Q 7 den fettesten Steuerbonus erhält) - oder glaubt jemand, dass solche Autos gekauft würden, wenn alle versteuertes Geld ausgeben müssten? Und auch die Jounalisten tragen, eingelullt durch immer neue, kostenlose Testfahrten in den überdrehten Luxus-Karossen, dazu bei, dass den Monstern die verdiente gesellschaftliche Ächtung versagt bleibt. Mir klingen jedenfalls die Lobeshymnen auf einige dieser Saurier in der Fachpresse, aber auch in der FAZ, noch im Ohr. Meine persönliche Konsequenz: Käuferstreik!

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20. November 2008 01:15

Keineswegs ist es eine Krise Gesamtdeutschlands, ...

kristian kroflin (kroflin)

wenn Opel und seine Zulieferer in eine Entwicklungsphase geraten, die lediglich von überreagierenden Geisteswissenschaftlern Krise genannt wird. Die Arbeiter müssen allerdings ihre Kontrolleure in Zukunft stärker kontrollieren. Fakt ist auch, daß es in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen bisher vermehrt und Design- denn um wesentliche Energietransformationsfragen ging.

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19. November 2008 23:46

Walter Röhrl wurde 1982 auf Opel Weltmeister

Andreas Noreikat (derherold)

... und ging später zu Audi. Audi hat seit Anfang der 80iger die Entwicklung zum "Premium-"Anbieter bewältigt. Warum nicht Opel ? War der Kapitän wohl ein Verkaufsschlager, hatte man bei den Nachfolgern Admiral und Diplomat den Eindruck, als seien diese miniaturisierte Straßenkreuzer der USA-Mutter. Man hat beim Marketing versagt und kommt nicht mehr aus dem Niedrigpreis-Sektor heraus. Welcher "zahlungswillige" Käufer hätte sich für eine Massen-Marke entscheiden sollen, die sich aus der Oberklasse und seit dem "Senator-Sterben" auch aus der oberen Mittelklasse verabschiedete und kein "halo"-Modell hatte ? Wir leben in einer individualisierten Welt, in der das Produkt wenig und das Image nahezu alles ist. Die sozial-moralische Verkleisterung vom "freundlichen 60iger Jahre-Auto" oder "weniger aggressiven Auftreten" verstellt mehr als es erhellt, zumal hinsichtlich des Image auch Renault, Peugeot und VW vorbeimaschierten. Der Autor könnte aber Frau/Mutter/Schwester überzeugen, demnächst für ein No-Name-Kleidungsstück den gleichen Preis zu zahlen wie für Gucci oder Prada. Sollte das nicht gelingen, kann er den "Zustand unserer Gesellschaft" geißeln. ;-)

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19. November 2008 22:22

Zu kurz geblickt

Thymsen Thomas (franketh)

Was möchten Sie mit diesem Artikel ausdrücken? Dass Opel sich selbst in das Abseits gewirtschaftet hätte? Falls ja: Können Sie dabei ignorieren, dass Opel nun einmal ein unselbständiger Teil eines strauchelnden US-amerikanischen Autoriesen ist? Und warum ignorieren Sie eigentlich den Aufschwung an Qualität, den die Marke seit der Einführung des Astra H 2003 genommen hat? Können Sie sich noch entsinnen, welches Image die Marke Audi bis Ende der 80er Jahre hatte? Sehen Sie dann vielleicht, dass Image wandelbar ist? Wenn ich Ihren Beitrag lese, so lese ich einen Abgesang, den ich nicht nur für ungerechtfertigt, sondern auch für schädlich halte. Mit ihrer Wortwahl gefährden Sie Verbrauchervertrauen und reden eine „Krise“ erst herbei. Opel ist selbst kein Sanierungsfall, sondern wäre als Tochterunternehmen von einer drohenden Insolvenz von GM betroffen. Wenn aber Herr Zetsche nach Brüssel reist und dort um finanzielle Unterstützung für das hauseigene Unternehmen Daimler wirbt, scheint das für Sie etwas anderes zu sein. Bei Opel ist es gerade keine hausgemachte Misere, sondern die Misere des Mutterkonzerns GM. Dazu finde ich in Ihrem Beitrag aber keine Zeile

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