wenn wie jetzt Familien mit Kindern bestreikt werden und um die einzige Zeit gebracht werden, die Berufstätige mit ihren schulpflichtigen Kindern verbringen können, dann ist das Geschäftemacherei seitens Verdi auf allerunterster Stufe. Den hoffentlich denentsprechenden Antworten der Bestreikten werden Polizisten und Richter hoffentlich mit größtmöglicher Nachsicht entgegen kommen.
Es scheint mal wieder so, als ob Ver.di sich auf Kosten Dritter profilieren möchte. Hr.Ott versucht seine Position sowie die Position der Gewerkschaft zu stärken, läßt dabei aber alle wirtschaftlichen und verhältnismäßigen Überlegungen außen vor. Alleine die Tatsache, dass Hr.Ott und Ver.di einen neutralen Dritten als Schlichter ablehnen, zeigt doch, dass die Gewerkschaft sehr genau weiß, dass ein Schlichterspruch nicht unbedingt zu ihren Gunsten ausfallen würde. Dennoch streiken zu wollen zeugt von Realitätsverlust. Die gesamte Flugbranche spricht von Kapazitätsabbau, Flugzeugstillegungen, Stellenabbau, nur die Gewerkschaft hat noch nicht verstanden, dass die momentane Marktsituation eine Gefahr für die Luftfahrt darstellt. Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen werden die Reisenden am stärksten unter dem Streik zu leiden haben. Dies nimmt Ver.di aber billigend in Kauf. Das dabei von Unverhältnismäßigkeit gesprochen wird, wundert mich nicht. Schade, dass dies aber der präferierte Weg der Gewerkschaften zu sein scheint (s.Bahn...)
9,8% nennt Herr Ott verantwortungsvoll? 6,7% auf 21 Monate sind nicht angemessen? Diese Forderung erinnert sehr an alte ÖTV-Zeiten 1973, als Herr Kluncker den Staat mit zweistelligen Forderungen erpresste. Auch damals gab es eine Preisexplosion beim Öl und die Inflation stieg stark, nicht zuletzt wegen der extremen Lohnzuwächse. Die Arbeitslosikeit stieg an. Noch geht es der Lufthansa ja finanziell gut. Aber der von der Verdi-Spitze "verantwortungsvoll" genannte Umgang mit der Kuh, die man melken will, kann den Mitarbeitern mittelfristig noch einmal ganz schön sauer aufstoßen. Kurzfristige Gewinne an der Lohnfront haben sich noch nie positiv auf die Langfristperspektiven für den Arbeitsplatz ausgezahlt. Die Gewinne von heute sind die Verluste von morgen.