Im kleinen Kreis tagten die acht plus EU-Kommissar nur noch einen halben Tag

Gipfel in L'Aquila

G 8 im Übergang

Das Treffen in den Abruzzen markiert eine Zäsur in der Geschichte der G 8: Der Club der acht führenden Industrienationen gibt seine Exklusivität auf. Die tonangebende Rolle fällt künftig der G 20 zu. Nie wurde das so deutlich wie in L'Aquila. Von Andreas Mihm

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juli 2009 10:40

Eine dümmliche Werbung in eigener Sache.

norbert doerre (ndoerre)

Wer dümmliche Raterunden im Hartz4 Fernsehen mit abgewrackten Schauspielern erlebt hat, der kann auf dem Foto erkennen, daß hier lediglich die Dimensionen größer sind, mit mehr Ellbogenfreiheit und mehr Distanz zueinander, und der unwürdige Conferencier wird durch eine Überwachungskamera ersetzt. Es handelt sich um ein gestelltes Alibifoto. Man hat sich eh nichts zu sagen. Ob A1, B4, C12 oder D1, es ist alles einerlei, alles nur 5-Minuten Werbung für faule Steuererhöhungen. Frau Merkel schreitet auch nicht auf dem roten Tepich an der Ehrengarde vorbei, sondern entlang der Front der vom Erdbeben zerstörten Häuser, während deren Bewohner weit außerhalb in Notzelten hausen. Eine solch blasphemisch abgerückte Veranstaltung von überbezahlten Staatsschauspielern sollte nicht nur die Ernsthaftigkeit, sondern auch die Fähigkeit der Beteiligten arg bezweifeln lassen. Der Versailler Vertrag wurde nach der Katstrophe eines Weltkriegs in einem engen Eisenbahnwagon geschlossen. Wenn diese Leute trotz der angeblich alles Leben bedrohenden Klimakatastrophe sich in solch einer Atmosphäre präsentieren, dann zeigt dies, wie ernst es ihnen mit ihren Thesen ist. Hier geht es wirklich nur um Eines: "Steuerzahler, wie kommt Dein Geld in meine Tasche?"

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10. Juli 2009 08:09

Es ist schon erstaunlich,

Detlef Wolf (dewo)

zu was das einst in Rambouillet von Helmut Schmidt und Giscard d'Estaing initiierte Treffen der führenden Wirtschaftsnationen, in dem man in zwangloser Runde und im kleinen Kreis über Wirtschaftsfragen sprechen wollte, heute geworden ist: Eine gigantische Politshow, bei der über alle möglichen Dinge palavert wird und an deren Ende den Leuten, die diesen Unfug finanzieren müssen, eine Zusammenfassung dieses Palavers als bahnbrechende Ergebnisse von Verhandlungen, welche den glücklichen Fortschritt der Menschheit zum Ziel haben, vorgeschwafelt wird. Und nun wird diese Schwatzbude von 8 auf 20 Teilnehmerländer erweitert mit dem zu erwartenden Ergebnis, daß sich die geistigen Sondermüllabsonderungen profilierungssüchtiger Politiker noch weiter potenzieren. – Auf Kosten der Steuerzahler, versteht sich. Der einzig erzielbare Fortschritt wird sich auf die fortschreitende Leerung der Portemonnaies ebenjener Steuerzahler beschränken.

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09. Juli 2009 21:43

Good-bye G-8 -- Hallo G-20 !

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Je mehr Köche (Verzeihung, ich meinte Delegierte) auf Kosten der Steuerzahler zu diesen Konferenzen reisen, desto weniger werden sie erledigen. Wie schon Goethe sagte, "Getretner Quark wird breit, nicht stark." Die neuerliche Ausweitung kommt der "perfekten Symbiose" der beiden führenden Nationen USA und China höchstens entgegen, da Obama im Herbst nach China reist, um sich allein mit dem in L'Aquila fehlenden chinesischen Präsidenten Hu zu treffen. Verbleibt nur die Frage, wie man dieses kommende Gipfeltreffen nennen soll. Wie wäre es mit G-2 ?

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09. Juli 2009 20:51

Eine Tagung der G-8 ...

Peter Zentner (Caterwaul)

... ist etwa so tonangebend, als würden die Rettungsschwimmer einer dörflichen DLRG zur Befreiung eines Containerdampfers aus Piratenhand ihre Aldi-Flossen anziehen.

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