Merkel und Medwedjew sollen sich am 2. Oktober in Sankt Petersburg treffen

Kaukasus-Konflikt

G-7-Staaten verurteilen Russland

Die Außenminister der G7-Staaten haben die Anerkennung der Unabhängigkeit der abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien durch die russische Regierung verurteilt. Auch Bundeskanzlerin Merkel kritisierte Moskau scharf. Dennoch soll der Dialog fortgesetzt werden.

Lesermeinungen zum Beitrag

28. August 2008 20:46

Zu Pro-Russische Lesermeinungen

Karl Leck (kleck)

Herrn Neufeld scheint entgangen zu sein, dass es nicht Russland war, das die Kriege nach 19989 in der Welt angezettelt und geführt hat. Ich kann mich erinnern, dass diese von den USA, geduldet von den EU-Staaten, aufbauend auf Lügenszenarien, begonnen und geführt wurden und noch werden. Einzig und allein dem Ziel der USA untergeordnet, eine neue Weltordnung unter der Dominanz der USA zu schaffen. Ich weiß nicht, ob das die Werte sind, die Herr Neufeld meint – Krieg, Völkermord, Installation abhängiger Regierungen etc. Was sind nun die Verbrechen der Russen? Gewiss es war praktisch unter Jelzin. Für „eine Flasche Wodka“ hat er alles unterschrieben was ihm seine westeuropäischen und US- Berater untergeschoben haben. Ob das aber friedliche Entwicklung war, die zur Verelendung RU’ s führte? Putin ist für eine Weltordnung unter gleichen Partnern ohne Dominanz der Waffen. Das können die USA nicht hinnahmen, da dann die Rüstungslobby keine Profite erzielt und die Reichtümer der Welt geteilt werden müssten. Das passt nicht in das Herrschaftsdenken der USA – Administration. Und Demokratien benötigen etwas Zeit, um sich zu entfalten. Wir sollten Russland die Zeit geben. Wie lange hat wohl Deutschland für diesen Prozess benötigt?

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28. August 2008 20:13

Wodkaverbot ....

Karl Leck (kleck)

Warum verträgt unsere westliche Gesellschaft keine selbstbewussten Menschen in anderen Nationen? Warum beleidigen wir in den Medien und auch hier wieder stets Putin, der zwar im KGB tätig war – muss er deshalb ein Verbrecher sein? Hat schon jemand danach gefragt, welche der Herren der US- Administrationen beim CIA waren, der ja nachweislich eine Organisation des organisierten Verbrechens ist. (Kriegsvorbereitung in Vietnam, Ägypten, Chile, Irak, Afghanistan, Jugoslawien. Zweifelhafte Aktionen am 11.09., etc.). Wer sich etwas mit Bush jun. beschäftigt, wird bald lesen, dass er alkoholabhängig war. Warum unterstellen wir Putin eine Tunksucht? Jelzin war uns lieber. In seinem Suff hat er Russland verkauft. Nun hat Putin diesen Ausverkauf unterbunden und Russland zu neuem Selbstvertrauen geführt. Was ist daran schlecht? Er fällt den USA bei Ihren Welteroberungsplänen in den Arm. Das ist gut so!

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28. August 2008 15:37

Merkels Verhalten in ...

bernd ullrich (demokrat2)

... diesem Konflikt zeigt wie unprofessionell und naiv sie agiert. Sie folgt wie ein unmündiger Vasall der Linie Bushs und bedenkt nicht die Folgen für Deutschland. Russland ist ein Nachbar. Mit Russland bestehen starke wirtschaftliche Beziehungen, die beide Völker zu einander bringen können. Dies scheint alles nicht zu gelten, wenn die USA die Nato-Grenzen bis in den Kaukasus ausdehnen will. Im Hintergrund spielt Öl wieder eine Rolle. Das scheint für Amerika wichtiger zu sein, als der Frieden und die vielen Menschen, die bei derartigen Auseinandersetzungen ihr Leben lassen müssen. Ich stelle mir vor: Das Land Bayern erklärt die Loslösung von der Bundesrepublik Deutschland und Herr Jung schickt die Bundeswehr als Strafexpedition nach München und brennt ganze Dörfer nieder. Mehr als 1400 Bayern werden getötet. Was würden wir dann tun? Besonnene Politiker sind jetzt gefragt und keine Agitatoren, die einen Keil zwischen Europa und Russland treiben wollen. Frau Merkel ist zur Zeit auf Seiten der Agitatoren.

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28. August 2008 14:48

@Matthias Fiedler (msalcapone) wenn Frau Merkel......

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

... an der Aufrüstung Georgiens beteiligt war, wenn.... man hat da immerhin reichlich deutsche Waffen gefunden, dann ist auch durch noch so viel Quasseln ihre Ehre alles andere als wiederhergestellt. Man sollte sie dann abwählen. Macht ist kein Selbstzweck in einer Demokratie, sondern nur verliehen, die Deutschen Interessen durchzusetzen. Die liegen eher in einer Freundschaft, ja, ich sage es noch einmal, in einer Freundschaft mit Russland.

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28. August 2008 13:44

Wodkaverbot für Putin

Nitup Belisar (Belisar)

Man sollte führenden russischen Politikern den Wodka verbieten, vielleicht sind die Herren von Gasprom dann zu einer intelligenten Aussenpolitik fähig. Und danke Gerhard Schröder, für die Abhängigkeit vom russischen Öl. Vielleicht sollten sich die deutschen Wähler das nächste mal vorsichtiger sein, wenn ein Mitarbeiter der Gasprom für den deutschen Bundeskanzlerposten kandidiert.

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28. August 2008 13:32

Die Unerträglichkeit des leichten Steinmeier Geschwätzes

Michael Menzel (Galenos)

Steinmeier warnt, mahnt, sieht voraus, beschwichtigt, will "die Türen offen halten", relativiert, kritisiert Merkel falls sie einmal ausnahmsweise fast eindeutige Stellungnahmen von sich gibt, beschmutzt mit Selbstbezichtigungen die EU, kriecht vor den neuen Zaren. Alles triviales Geschwätz, daß auch jeder russophile Stammtisch-Quatscher von sich geben könnte. Soll er doch seinem Lehrmeister, dem neuen russischen Ölscheich Schröder nachfolgen. Soll er sich in Russland verkriechen und dem Westen von dort aus jeweils die imperialistischen Strafexpeditionen, zur Rettung der "Pass-Russen" in den jeweiligen Ländern erklären. Nur leider gibt es nichts zu erklären oder beschönigen. Barbarei, Aggression und Imperialismus sind "ein Wert an sich", der sich nicht weiter erklären läßt. "„Wir müssen alles tun, dass die Krise im südlichen Kaukasus nicht zu einer Krise der gesamten Schwarzmeerregion wird“... Er verwies dabei auf die Ukraine. „Wir verfolgen den Streit um die Stationierung und die Bewegungsmöglichkeiten der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol.“ "Ich kann nur hoffen, dass die letzten Tage allen eine Lehre sind. Wenn es nicht gelingt, die Eigendynamik von Konflikten zu durchbrechen, geraten sie außer Kontrolle.“ Mach mal!

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28. August 2008 11:08

Pro-Russische Lesermeinungen

Claus Neufeld (anja87)

Bei der Lektüre der Lesermeinungen zu den Berichten der Krise im Kaukasus muss ich mich doch fragen, ob die russische Propaganda bereits in voller Breite bei uns angekommen ist. Es erstaunt mich, wie Werte unserer westlichen Demokratien über den Haufen geworfen werden, desweiteren die westlichen Länder als der eigentliche Agressor dargestellt werden nur um ein diktatorisches System, mitsamt seinem noch immer im Stolz veletzten Militär- und Geheimdienstapparat, zu legitimieren. Ende des letzten Jahrhunderts gab es die große Möglichkeit Gesamteuropa nach dem Ende des Kalten Krieges zu einem sehr sicheren, friedlichen als auch politisch und wirtschaftlich stabilen Terrain zu machen. Bis zur Entmachtung Jelzins sah es auch so aus, als könnte es funktionieren. Aber dann???? Spätestens jetzt sollte aber jedem klar sein, dass Russland (hier sollte man wohl einschränkend sagen - die politische Führung) dieses überhaupt nicht will.

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28. August 2008 10:58

@Lutz Grellmann

Robert Miller (Dr_Rob)

Sehr geehrter Herr Grellmann, zum Thema FAZ-Berichtsertattung kann ich Ihnen nur das neueste FAZ-Produkt "An einem Dienstag im August 2008" vom 28.08.08wärmstens ans Herz legen. Auszug daraus: "...Aber dann erinnert man sich daran, wie Wladimir Putin in Hemdsärmeln auf der Tribüne des Olympiastadions in Peking saß und seiner Mannschaft bei der Eröffnungsfeier zujubelte, während seine Truppen in Georgien Bomben abwarfen. Er war schwer verschwitzt..." Das ist FAZ-Berichtserstattung! Mir scheint, dass FAZ z.Zt. mehr Übersetzer als ernsthafte Reporter beschäftigen würde. Denn hier werden "stumpf" offiziellen Statements aus Washington (vielleicht etwas ausgeschmückt) weitergegeben.

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28. August 2008 09:35

Eskalation ? III. Weltkrieg in 5 Jahren !!

Jeremias Meiers-Gruenthal (DrMeiers)

Welchem Ziel soll die NATO-Mitgliedschaft eines moralisch sehr fragwuerdigen ASIATISCHEN Kleinstaates mit 4 Millionen Einwohnern -Georgien- dienen ? Was hat das mit NORDATLANTIK zu tun ? Wichtig ist nur, dass Kriegstreiber in den USA Gelegenheit erhalten, Militaerbastionen vor Russlands Haustuer zu errichten und es damit einzukreisen.==Wahre Probleme beginnen dann, falls die Ukraine -desgleichen mit "Direktanschluss am Nordatlantik" !!!- Zuflucht bei der NATO findet. Die Ukraine ist strategisch usw. ein ganz anderes Kaliber als Georgien. Nur : Dann sind wir in der Naehe eines III. Weltkriegs.==Wie bildungsfern sind Merkel & Co., um diese sehr wohl drohenden Konsequenzen auszublenden und in blindem Gehorsam den USA nachzuplappern ?

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28. August 2008 09:07

Kritik

St. Koch (Pensacola)

Soso, die Außenminister der G7-Staaten und Bundeskanzlerin Merkel kritisieren Moskau "scharf". Herr Medwedjew und Herr Putin, werden vermutlich vor Lachen brüllend die Kremlflure hoch- und runterrollen, schließlich hat Rußland den Lotus-Effekt für Kritik zu einer Zeit erfunden als das vergangene Jahrhundert noch ferne Zukunft war. Ein Dialog mit Leuten die Russlands Interessen skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen hat nie stattgefunden und wird auch nicht stattfinden. Das hat die russische Regierung nicht nötig. Die paar G7-Pinscher die ihr wegen Georgien ans Bein pinkeln wollen, werden nur deshalb nicht weggetreten, weil deren gekränkt jaulende Bedeutungslosigkeit schlafende Hunde im Rest der Welt wecken könnte.

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28. August 2008 08:13

Differenzen zwischen Meinungsbildung und Interessenpolitik...

Matthias Fiedler (msalcapone)

... lösen heute Meinungsforscher/-institute (stets im Auftrag der Legislativen) und Telefone. Ein beispielhaftes Szenario: Russland verstösst gegen Völkerrecht (eigentlich ein eigenes Thema wert) aber Russland weiss, es kann/darf das, denn die Welt ist abhängig von Russland. Bundesregierung merkt "oh, verdammt das Völkerrecht" aber auch "oh, verdammt, Russland" und fragt nach, wie die Stimmung und Meinung im eigenen Land ist - sieht schlecht aus für Russland. Also schnell in Moskau anrufen und Medwedjew fragen, der dann Putin fragt, ob Frau Merkel trotzdem etwas den Zeigefinger heben und eine ernste Mine aufsetzen darf. Aber eigentlich meint sie es nicht wirklich so. Und schon sind alle zufrieden: Wir, Frau Merkel, die russische Ehre, die Abchasier und die Ossetier - ach ist das schön. Nur die Georgier nicht aber wo liegt denn schon Georgien und wer wohnt denn da überhaupt.

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28. August 2008 03:31

Georgiens Gasleitungen und die Einkreisung Russlands

Peter Slater (Wales-Rhondda)

Also, es ist doch vollig klar, das Russland sich langsam eingekreist fuhlt und Russland wird jetzt in den Westen als Aggressor gesehen. Russland nahm sich das Recht, seine Burger in der Enklave zu schutzen. Hatte die USA anders reagiert? Hatte Israel anders reagiert? Hatte Grossbritannien anders reagiert? NEIN. Es ware namlich noch schlimmer gekommen und die USA hatten doch gleich sofort so eine Regierung mit Gewalt gesturzt und die Kritiken aus anderen Lander hatte man zur Kenntnis genommen und das wars auch schon. Russland hatte bis nach Tilflis marschieren sollen und die Regierung sturzen sollen, so wie die USA das fast jedes Jahr vormachen. Russland fuhlt sich eingekreist und das Russland sich irgendwann wehrt, ist doch verstandlich. Das der Westen den georgischen Kriegstreiber Saakasvilli unterstutzt, dafur habe ich uberhaupt kein Verstandnis. Tja Georgien hat wichtige Gasleitungen und Europa braucht das GAS und jetzt kommt der Winter bald und das OEL in Aserbaitschan ist ja auch nicht mehr so weit weg. Das ist der ware Grund fur die Unterstutzung eines Prasidenten, der Georgiens Truppen befahl, Menschen umbringen zulassen und sich entschloss Russland herauszufordern. Russland reagierte vollig zurecht und misstraut Europa.

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28. August 2008 02:32

@Eugen Abramov (EugAb) na klar wird es da auch mal Demokratie geben,

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

ein bischen Geduld muss man schon haben unsere DDR hat ja auch verdammt lange gebraucht und von wirklicher Anpassung kann man bis heute nicht reden, da wird wohl eine Generation erst aussterben müssen. Die Wahlen waren korrekt in Russland, von den dortigen Mehrheiten kann Frau Merkel nur träumen. Das fatale ist, dass der Westen die Übergangsprobleme eines solchen Staates nicht sehen will. Das kapitalistische Ausräubern mit westlichen Konsumgütern, anders kann man es gar nicht nennen, ist noch kein Demokratiekriterium. Hier war Putin ein Glücksfall, Russland vor dem Ausverkauf zu bewahren in den es durch Jelzin getaumelt war. Also aus Freund Feind muss noch Recht und Unrecht werden. Aber ein russischer Freund ist mir lieber als ein westlicher.

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28. August 2008 02:32

Annerkennung Abchasiens und Sued Ossetiens

Walter Remy (wremy)

Russland hat mit den miliraerischen Massnahmen und der politischen Anerkennung der zwei georgischen Provinzen den laufenden Unruhen in Georgien ein Ende bereitet. Jetzt ist erst mal Ruhe -wahrscheinlich fuer eine ganze Weile egal was die USA oder Europaer sagen. Verweise auf das Voelkerrecht sind zwar richtig, spielen aber eine der Politik untergeordnete Rolle. Deshalb sollten sich die Gemueter bald mal wieder beruhigen und sich auf einen politischen Diskurs mit Russland konzentrieren. Weder die USa noch Europa haben in den vergangenen Jahren auf das immer groesser werdende Unbehagen Russlands Ruecksicht genommen weil man die Russen fuer zu schwach glaubte. Dieser Phase ist nun ein Ende gesetzt worden. Der immer weiteren Ausdehnung der NATO sind jetzt Grenzen gesetzt. Es ist eigentlich ganz gut so.

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28. August 2008 01:00

FAZ- Berichterstattung

Lutz Grellmann (Lumi1)

Es ist für die FAZ überfällig, einmal den genauen Hergang und Ablauf des Beginns dieser Krise - und vor allem den Beitrag der Georgischen Politik hierzu- umfassend und genau darzustellen. Es wäre auch wünschenswert, hierbei den Beitrag mafiotischer Gruppen einmal klar darzustellen !! Dazu ist eine seriöse und exakte Aufarbeitung des Geschehens erforderlich. Ich glaube der FAZ wenn sie erklären würde, daß sie dies nicht innerhalb kurzer Zeit erledigen kann.

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28. August 2008 00:38

Mit zweierlei Maß messen...

Andreas Breuer (IUSTINUS)

Kosovo anerkennen aber die Anerkennung Abchasiens und Südossetiens rügen, wie kann da unsere Regierung glaubhaft sein? Europa droht seine Glaubhaftigkeit zu verlieren, und als verlängerter Arm der USA dazustehen. Wo bleiben unsere Vorstellungen von Menschenrechte und Demokratie? Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Extremisten von Links und Rechts mit einer EU-Feindlichkeit auf Stimmenfang gehen...

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28. August 2008 00:37

Kaukasus-Konflikt

Uwe Zimmermann (Dumm-bama)

Nichts zeigt die Verlogenheit der Politik so sehr, wie der gegenwärtige Georgienkonflikt. Die Europäer sollten sich folgende Fragen stellen, bevor sie pharisäerhaft die russische Politik beurteilen: 1) Wer hat durch Anerkennung von Kroatien und Slowenien mit zum Untergang von Jugoslawien beigetragen (gegen den massiven Widerstand von Russland bzw. UdSSR). 2) Wer hat die weitere Zerstückelung von Serbien (Kosovo war seit jahrhunderten Teil von Serbien) gegen den massiven Widerstand von Russland soweit getrieben, daß die Provinz Kosovo inzwischen faktisch von Serbien unabhängig wurde? 3) Warum hat man in diesem Konflikt Russland wissentlich gedemütigt, ohne an mögliche Folgen zu denken? ( In diesem Fall sind Politiker exkulpiert, da bekanntlicherweise Politik und Denken nicht zusammenpassen) 4) Warum wundern sich EU-Staaten, daß die Russen die EU Politik im Balkan in Georgien 1:1 wiederholen? 5) Warum dürfen Abchasen und Osseten nicht auch unabhängig sein? 6) Warum mischen sich unsere Politiker in Konflikte ein, die sie nichts angehen? Es gibt noch viele Fragen, die hier aus Platzgründen nicht hinein passen. Dumm-bama

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28. August 2008 00:26

Merkels Verhalten ist kein Kavaliersdelikt!

Jürgen Dietze (dietzej)

Sehr begrüße ich die vielen klugen und überlegten Kommentare von FAZ-Lesern. Es sticht ins Auge, dass sich mittlerweile 70-80% aller Leser kritisch zur westlichen Politik sowie zur medialen Hetzjagd gegenüber Russland äußern und die doppelte Moral dahinter (Jugoslawien, Irak, Afgh., Kosovo, um nur die jüngsten und prominentesten Marksteine westlicher Menschenrechtshingabe zu nennen) offenlegen und brandmarken. Noch zu wenig beachtet wird der Fakt, dass sich Merkel mit der Quasi-Leugnung, Relativierung und womöglich Unterstützung oder Billigung des georgischen Angriffs auf Zchinwali strafbar gemacht haben sollte. Es gibt Beweise für den Fakt, dass dort bis zu 1400 Menschen getötet wurden, durch Saakaschwilis Truppen. 1400 Morde, und die deutsche Bundeskanzlerin schüttelt dem Täter in Tiflis die Hand, fordert zu seiner Unterstützung und Wiederaufrüstung auf. Welche Angriffsdetails die Nato (also auch Merkel) im Voraus kannte, mitplante oder gar initiierte, wird zu beweisen sein. Dass sie mit ihren Statements die ossetischen Toten verhöhnt, ist moralisch verwerflich. Dass sie keine Silbe darüber verliert bzw. die Ereignisse wider besseren Wissens umdeutet und relativiert, wird sie noch zu verantworten haben, denn es ist kriminell.

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27. August 2008 23:47

@Andreas Riemer

Eugen Abramov (EugAb)

Demokratie an sich wird im Ex-Ostblock nie geben, denn Völker mit solch einer Mantalität kann man nicht "demokratisch" regieren. Wer "drüben" gelebt oder aufgewachsen ist, weiss wovon ich rede. Andererseits unterschätzen die Westeuropäer die Russen. Für die meisten von denen ist ein Russe immer stinkbesoffen und zwar von VODKA (!), überall in Russland laufen nur Bären rum und man hat nichts Anderes zum anziehen als VALENKI!!! Nun ja, leider entspricht es nicht der Realität. Russland ist schon weit über die westliche Standarts hinaus gewachsen und was den Lebensstandart angeht - nun ja, wer es will, der kann sogar im Arktis gut leben. Ich will damit nur sagen, dass Deutschland, um genauer zu sein - Frau Merkel, einen gewaltigen Fehler begeht indem es eine scharfe Kritik an Russland ausübt. Wie man schön sagt: "Man beisst nicht in die fütternde Hand". Allein schon was die Automobilindustrie angeht ist Russland weltweit das führende Land, wo im letzten Jahr die meisten Neuanmeldungen an deutschen Autos gezählt wurden. Deutschland erwache und blicke zurück in die Geschichte, wo du sehen wirst, dass diese 2 Länder immer, mit Ausnahme von 2 Kriegen, Freunde waren, bis die Amis hier alles und jeden gekauft haben.

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27. August 2008 22:47

Was hat Russland erreicht Teil 3

Kacha Macharadse (waschli)

6. Georgien kann erwarten, dass es von „friedliebenden“ und „gesprächsbereiten“ Ländern nicht unter Druck gesetzt wird Verträge einzuhalten, zu deren Einhaltung die Gegenseite nicht bereit ist. Mit Blick auf die russischen Interessen im Kaukasus wurde in Vergangenheit eine solche Politik seitens der westeuropäischen Länder praktiziert. Aktuelles Beispiel: russische Truppen wurden auf dem völkerrechtlich georgischen Gebiet, de-facto unter der Kontrolle südossetischer Separatisten wochenlang zusammengezogen, weil die Russen befürchteten, dass die Armee nicht imstande gewesen wäre notfalls bis zu 300 Kilometer zurückzulegen um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Nach Angeben des stellvertretenden russischen Generalstabschefs sind diese dann in der Nacht vom 7. zum 8. August auf Zchinwali losmarschiert. Auch eine klare Verletzung des Völkerrechts. Erst daraufhin haben georgische Truppen die Operation zur Einnahme der Stadt gestartet. Trotzdem außerten die „friedliebenden“ und „gesprächsbereiten“ Länder Verständnis für die russischen Handlungen, solange die russischen Truppen nicht „georgisches Kernland“ angegriffen haben. Auch heute wird vom „georgischen Angriff auf Zchinwali“ gesprochen, der die Krise verursacht habe.

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27. August 2008 22:44

Was hat Russland erreicht Teil 2

Kacha Macharadse (waschli)

4. Der Zusammenhalt der NATO-Länder wurde gestärkt. Dabei wurde die Allianz nicht einmal ernsthaft geprüft. Kein NATO-Mitglied wurde angegriffen. In einem solchen Falle würde die Unentschlossenheit einiger „friedliebenden“ und „gesprächsbereiten“ Ländern womöglich das Ende der Allianz bedeuten. 5. Russland hat den vereinbarten Sechs-Punkte-Plan nach weniger als 2 Wochen einseitig verletzt. Gegen ein solches Vorgehen ist die westliche Gemeinschaft in der Regel bereit, mit allen zur Verfügung stehenden Mittel zu Kämpfen. Bsp. Jugoslawien. Serbien hat sein Vertrag mit Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Kosovo und Woiwodina, nämlich die jugoslawische Verfassung von 1974, einseitig verletzt und außer Kraft gesetzt, indem sie die Autonomie von Kosovo und Vojvodina abgeschafft hat, um die Stimmenmehrheit in den gesamtjugoslawischen Entscheidungsgremien zu erreichen. Ein solcher Staat kann nicht verlangen, dass andere Verträge ihm gegenüber - wie z.B. durch die UNO-Statuten garantierte territoriale Integrität des Landes - eingehalten werden.

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27. August 2008 22:42

Was hat Russland erreicht Teil 1

Kacha Macharadse (waschli)

1. Georgien wird bereit sein, auch ohne seine abtrünnigen Provinzen: Abchasien und Südossetien der NATO beizutreten. Wenn die russischen und georgischen Angaben stimmen: 50 beerdigte georgische Soldaten in Zchinwali (das sagen die Russen), insgesamt bis 300 getötete georgische Soldaten und Polizisten während des Konflikts, einige hundert Verwundete (das sagen die Georgier), dann ist die georgische Armee keinesfalls vernichtet, sondern vielmehr kampferprobt und zusätzlich motiviert. 2. Bislang haben die USA nur leichte Waffen an Georgien geliefert und georgische Truppen für die Terrorbekämpfung ausgebildet. Wegen der russischen Handlungen ist der Seitenwechsel Georgiens ausgeschlossen. USA können das Land zur echten Militärmacht ausbauen. Es ist geplant Antipanzersysteme zu liefern und die Luftverteidigung Georgiens verbessern. 3. Man kann erwarten, dass auch der georgische Nachbar Aserbeidschan sich für eine NATO-Mitgliedschaft erwärmt. Dadurch wechseln die beiden strategisch wichtige Länder im Südkaukasus in der Einflusssphäre der USA. Dieser kann im Notfall seine Truppen auch an der iranischen Nord-West-Grenze aufmarschieren lassen und so den Druck auf das Mullah-Regime erhöhen.

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27. August 2008 21:49

Man sollte mit Ukraine vorsichtig sein

Andreas Riemer (rimandi)

Ich sehe durchaus die Parallelen des Handelns von Juschenko und Saakashvili,. Das Handeln der ukrainischer Regierung ist nichts anderes, als der Versuch, Russland zu provozieren, wie das Saakashvili Monate lang vor der Eskalation in Kaukasus gemacht hat. Was sich die Regierung Juschenkos davon verspricht, weiss ich nicht, aber wir sollten gewarnt sein, solche Pseudodemokraten zu nochmal zu unterstützen. Denn von der Demokratie sind die beiden Länder mind. 300 Jahre weit entfernt...

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27. August 2008 21:42

Der "Westen" ist nicht mehr friedensfähig

Hans Meier (HansMeier555)

Die Anerkennung der Provinzen durch Russland ist ein schwerer Fehler. Ein wichtiger Beweggrund der russischen Führug dafür lag im erbärmlichen Verhalten unserer westlichen Regierungen. KEINER unserer Staatschefs hatte genügend Anstand und Mut, Saakaschwilis Anfriff in der angemessenen Form zu verurteilen! KEINER von ihnen hat in Zchinwal angerufen, um sich bei den Osseten und Russen für das Vorgefallene zu entschuldigen -- obwohl sie dazu allen Anlaß gehabt hätten. Ehrlich gesagt kann ich Medjewedew verstehen, wenn er keine Zeit und Nerven mehr darauf verschwendet, mit den westlichen Regierungen noch umständlich "konstruktive Gespräche" zu suchen, während Spitzendiplomaten wie Carl Bildt und Richard Hollbrooke schon laut darüber nachdenken, wie man Georgien am schnellsten wieder aufrüsten kann -- damit der Blitzkrieg beim nächsten Mal Erfolg hat. Der "Westen" ist in seinem jetzigen Zustand nicht friedensfähig und kommt als seriöser Gesprächspartner nicht mehr in Betracht. Mit unseren jetzigen Regierungen kann man allenfalls noch Waffenstillstände aushandeln -- aber in Georgien hat auch das schon nicht mehr funktioniert. Entweder wir führen einen Elitenwechsel herbei oder wir haben in 10 Jahren den Weltkrieg.

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27. August 2008 20:58

Destruktive diplomatische Dynamik

Konstantin Schneider (bundesboy)

Da reisen die aufgeschreckten Europäer zwischen Moskau, London, Kiew und Paris hin und her und übertönen sich gegenseitig in der Verurteilung Russlands. Dabei konnte es angesichts der brutalen georgischen Offensive in Süd-Ossetien doch gar keine andere Wahl geben. Der Verdacht, dass diese von den Freunden Georgiens gedeckt sei und man möglicherweise mit deren Eingreifen rechnen müsse, zwang Moskau zu der sogenannten Überreaktion, die jetzt zu fast schon unverschämten Ansprüchen gegenüber Russland führen. Die Hirngespinste der Regierungschefs in den postsowjetischen Staaten, die rund um Russland nur noch schwarz sehen, werden langsam unerträglich. Denn einerseits wird offenbar immer noch in den alten Kategorien dieser unreflektierten Völkerfreunschaft, wie sie in sozialistischen Zeiten kultiviert wurde, gedacht und andererseits führen die normalen egoistischen Impulse, die Nationen entwickeln, welche im Wettbewerb der Marktkräfte stehen, zu übergrossem Misstrauen. Man würde deshalb am allerliebsten alles als einen Riesen-Kindergarten bezeichnen, in dem nach einer saftigen Ohrfeige der gepeinigten Erzieherin, die Umstehenden die Todesstrafe fordern. Ohne Gewaltverzicht aber gibt es keine Zukunft für Georgien.

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27. August 2008 20:17

Wie sollen wir das bitte missverstehen?

Benedikt Gresser (Benediktus)

Die Südosseten feiern ihre Unabhängigkeit, so wie die Kosovoalbaner den erfolgreichen Einzug in das Stammland der Serben und Frau Merkel redet von Eskalation. Will da jemand ernstgenommen werden, Frau Bundeskanzlerin? So nicht. Sie stehen an einer führenden Position unseres Landes und das Pentagon gehört zu den USA. Die NATO ist ein freiwilliges Bündniss und nicht unsere Regierung. Können wir uns wenigstens darauf einigen.

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27. August 2008 19:57

der britische Außenminister Miliband hat leider vergessen......

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

.... zu erwähnen, dass Georgien einen Krieg vom Zaun gebrochen hat. Und daran scheint der Westen auch nicht ganz unschuldig zu sein. ich sehe hier eher bei Russland einen im Westen offenbar verloren gegangenen Humanismus. Wie kann man über einen militärischen Angriff einfach so hinwegsehen????? Damit meine ich auch die Presse.

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27. August 2008 19:40

Wo bleibt das Augenmaß?

Günter Bönig (Dickens195)

Wie verblendet ist eigentlich die europäische Reaktion auf die Kaukasus-Krise? Hat man vergessen, dass Sarkaschwili den Konflikt vom Zaun gebrochen hat? Hat man vergessen, dass Supermächte für sich immer besondere Rechte beansprucht haben? Hat man vergessen, dass Russland noch immer eine Supermacht ist? Was würde wohl passieren, wenn in einem mittelamerikanischen Staat nur ein US-Reisebus von einer Regierung als Geisel genommen würde? Ein kompromissloser Militäreinsatz wäre die Folge. Die Monroedoktrin ist noch immer Realität. Diese jetzt auch noch auf Georgien und andere Randzonen Russlands auszuweiten, ist abenteuerlich. Und Europa sieht zu, wie die unberechenbare Bush-Regierung ihren Machtbereich bis vor die Haustür des russischen Bären auszudehnen versucht. Das lässt jegliches historische Augenmaß vermissen. Es ist nicht im Interesse Europas, Abenteurer wie Sarkaschwili durch die Nato zu stärken oder gar in Zugzwang durch Bündnisverpflichtungen zu geraten. Genausowenig ist es im Interesse Europas, amerikanische Raketen an den Rändern Russlands zu stationieren. Ob das die USA sicherer macht, ist zu bezweifeln, für Europa ist es ein unkalkulierbares Risiko. Haben wir zu lange Frieden in Europa gehabt?

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27. August 2008 19:23

OSZE-Beobachtermission in fraglichem Licht

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

angeblich wusste diese Kommission von von dem bevorstehenden Militärschlag auf Ossetien ohne Allarm zu schlagen. Klar Waffen brauchen die nicht, denn deutsche Gewehre gibt es bereits in Georgien :-) Ein Schelm der böses dabei denkt. Mir erschliesst sich allerdings nicht der Nutzen für Deutschland bei dieser antirussischen Politik.

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