Zwar wird niemand den Verlust der Ostprovinzen hinnehmen wollen, denn hier – wie überall – muß das ewige Gebot der Geschichte erfüllt werden: "Kein großes Volk gibt, was es besitzt, anders hin als unter dem Druck der äußersten Notwendigkeit; alle Abtretungsverträge sind Anerkenntnisse einer solchen, nicht sittliche Verpflichtungen. Wenn jede Nation mit Recht ihre Ehre darein setzt, schimpfliche Verträge mit den Waffen zu zerreißen…" - doch kann einem Polen fast Leid tun (wobei sich dieses Mitleid natürlich in Grenzen hält, da Polen im 18. Jahrhundert keinen seiner drei Teilungen mit den Waffen getrotzt hat): Zuerst zerriss die Trias der Schwarzen Adler Mächte das Land und dann, nach fast 150 Jahren wiederhergestellt, fand es sich zwischen Stalin und Hitler, also zwischen Skylla und Charybdis, wieder; und hatte dazu noch äußerstes Glück mit seinen Bundesgenossen: 1939 taten England und Frankreich nichts um Polen zu helfen und obwohl die Exilpolen zahlreich für England kämpfen, hatte England zusammen mit Amerika wenig Neigung die polnische Unabhängigkeit gegen Stalin zu verteidigen. Polens gegenwärtige Anhänglichkeit an die USA wirkt da fast schon ein wenig naiv; ist es doch nicht mehr als ein Bauer auf dem Schachbrett für die USA…
@Michael Menzel
Sehr geehrter Herr Menzel,
zu Ihrer Information: ich stamme aus einer Familie, die aus Schlesien "vertrieben" wurde. Um genauer zu sein, machten sich meine Großeltern auf den Weg Richtung Westen nicht etwa weil die Polen sie vertrieben haben, sondern eher aus Angst vor der heranrückenden Roten Armee (und diese Angst war sicher berechtigt). Dies war übrigens bei den meisten "Vertriebenen" der Fall. Sie können mich also als "Experte für die Vertreibungsgeschichte" nicht überzeugen. Ich bin im Westen Deutschlands geboren und lasse mich von Ihnen nicht als "entwurzelt" bezeichnen - was für ein Unsinn! In einem gebe ich Ihnen Recht: die deutsche Bevölkerung ist mehrheitlich nicht an diesem Thema interessiert. Warum? Nun, wir leben im Jahr 2009 und nicht in 1945!
Das scheinen Menschen wie Sie gelegentlich zu vergessen.
Hat die Frau Steinbach übrigens jemals die Russen wegen der Greueltaten der sowjetischen Soldaten an Deutschen angesprochen? Nein. Hat sie jemals die Russen dafür kritisiert, dass sie die ehemals wunderschöne Stadt Königsberg haben verfallen lassen? Fehlanzeige. Bei den Russen traut sich die Frau Steinbach nicht. Bei den Polen umso mehr. Eine Frage zum Schluß: sind Sie eigentlich ein Vertriebener?
Was Sie schreiben, ist fast alles falsch!
Die polnisch-deutschen Beziehungen haben sich kaum vom Nullpunkt erholt, der durch das Theater der Zwillinge vor dem EU-Beitritt veranstaltet wurde. Davon abgesehen hat das politische, nationalistische Polen sein Verhältnis zu Deutschland "auf das Thema "Vertriebene" und "Erika Steinbach" reduziert" und nicht umgekehrt.
Die deutsch-polnischen Beziehungen waren durchgehend durch Deeskalation und eine beispiellose Langmut in Erfüllung abgerungener Zugeständnis durch die polnische Seite im Rahmen der EU-Verhandlungen gekennzeichnet.
Niemand hat in Deutschland in diesem Zusammenhang das "Fass aufgemacht": BdV und Steinbach (ohne sie gäbe es keinen BdV!). Er hat seit Jahrzehnten in Stille und Behutsamkeit als einzige Institution die noch lebende Minderheit der Vertriebenen vertreten.
Sie schreiben: "Der BdV repräsentiert eben nicht die Mehrheit der noch lebenden Vertriebenen, deren Kinder oder der Spätaussiedler!" WER DENN SONST?! Wenn es der BdV nicht täte, dann würde in der heutigen geschichtslosen Generation der Politiker, garnicht zu reden von der desinteressierten Bevölkerung, kein Mensch die ihrer Heimat entwurzelten Menschen und ihre Nachkommen "repräsentieren".
Es ist bedauerlich, dass die FAZ die mittlerweile exzellenten deutsch-polnischen Beziehungen auf das Thema "Vertriebene" und "Erika Steinbach" reduziert.
Ich habe kein einziges Mal in dieser Zeitung gelesen, dass Polen unser größter Handelspartner in Osteuropa ist, weit vor Russland.
Die Versöhnung hat längst stattgefunden und das hatte mit Sicherheit Nichts mit Frau Steinbach und dem BdV zu tun, sondern nur mit vernünftigen Menschen beiderseits der Oder.
Dieser Verein der "Ewiggestrigen" mit ihrer "Dauer-Vollzeit-Obervertriebenen" Erika Steinbach gehört endlich aufgelöst. Sie ist noch nicht mal eine richtige "Vertriebene" (im Gegensatz zu meiner Familie!), sondern wurde auf polnischem, von Deutschen besetzten Gebiet geboren. Diese Frau hat nur ein Ziel: ihren Verein möglichst lang am Leben zu halten, in der Öffentlichkeit zu stehen und ihren warmen Posten zu behalten. Der BdV repräsentiert eben nicht die Mehrheit der noch lebenden Vertriebenen, deren Kinder oder der Spätaussiedler!
Die Opfer der Vertreibungen sollte man gedenken - das ist eine deutsche Angelegenheit und Verpflichtung. Aber bitte nicht mit dieser äusserst unglaubwürdiger Person und mit dem BdV!
nur in Deutschland sucht man ständig nach den eigenen Fehlern und Verbrechen und erhofft sich dadurch Absolution. Das man im Ausland das anders handhabt versteht man hier nicht. Die Polen sind sich keiner Schuld bewusst. Für sie waren Mord und Totschlag und Vertreibung ein legitimes Mittel um die offene Rechnung zu begleichen. Sie wollen nicht hören, dass das unrecht war. 12 Millionen Menschen verloren Haus und Hof. In Deutschland muss man sich aber auch fragen, ob man die eigenen Kriegsleiden stärker ins Bewusstsein rufen sollte. Im Schulunterricht werden sie das nur am Rande marginalisieren. Das ist Pufi, denn man ist Tätervolk und nicht Opfervolk. Kein wunder wollen sich viele Migranten mit solche einem Selbsthass nicht identifizieren und hängen lieber ihrem ethnischen Stamm an (z.B. Türkei und Armenierholocaust).
Es wird Zeit den Polen klar zu machen, dass ihre Amositäten kontraproduktiv sind. Man kann nicht ewig den Dialog suchen und eine Ohrfeige nach der andere kassieren. Müssen wir das Thema eben alleine aufarbeiten. Ohne polnische Sichtweise.
..so agiert ein mimosenhaftes Kind, aber kein souveräner Staat.
scheinen noch nicht zu reichen, um die damaligen Ereignisse historisch korrekt zu erforschen, darzustellen und auf zu arbeiten; im Europa von heute - wie es gewachsen ist vor und nach der Zeit des Eisernen Vorhanges - ist das bedauerlich.
der heutige - eigentlich selbstverständliche - Konsens, daß Menschenrechte nicht teilbar und nicht differenzierbar sind, gilt wohl nur für die Zeit nach 1989/90.
kann die Quadratur des Kreises eben auch nicht lösen. Offensichtlich ist er deshalb gegangen. Man - die polnischen Nationalisten - setzten unerfüllbare Hoffnungen in ihn und sandten ihn aus mit dem Auftrag einer "Mission Impossible".
Ein Lebensalter nach den Geschehnissen und mit dem Ergebnis der subtilen Mitteln der wissenschaftlich, historischen Gesamt-Analyse läßt sich eben keine Geschichtsklitterung betreiben.
Man wünscht sich in Polen wohl noch ein paar Erika Steinbach's um die irreversible Konstitution des Dokumentationszentrums weiterhin zu boykottieren. Nun hat man schon einen willfährigen Deutschen Außenminister gefunden, der in vorauseilendem Appeasement bereit ist, eine unbequeme Hürde, in Person von Frau Steinbach, hinwegzufegen. Die Besetzung ihres ohne Zweifel mehr als berechtigten Platzes in dem Gremium wurde mit viel Gewürge offenbar klammheimlich in ein unbefristetes Moratorium verschoben.
Mehr konnte man für die historiphoben Polen nicht tun. Und jetzt müssen sie feststellen, daß das leider nicht reicht, um die Angst, dass die „deportierten Deutschen als Opfer des Krieges und Polen als Verbrecher“ dargestellt würden, auszuräumen. Rache für Unrecht wird eben niemals Recht - zumindest für christianisierte Völker.
Guten Abend aus Berlin,
das Verhalten des Herrn Szarota zeigt eindeutig das Polen sich bis heute immer
nur also Opfer sieht und jegliche Schuld von sich weist, schuldig geworden sind
die Polen spätestens als sie die Vertreibung umgesetzt haben. Auch die Haltung
von Herrn Westerwelle zeigt, das er in Kauf nimmt, sich im eigenen Land zu
"verrennen" um ja nicht das Verhältnis zu Polen weiter zu komplizieren.
Immerhin hat es ja auch ein Herr Klaus geschafft, das Europäische Parlament so
unter Druck zu setzen bis eine Zusatzvereinbarung - wie gewünscht - unter-
schrieben wurde. Sieht ganz nach Erpressung aus und regt sicher andere Staaten
zum Nachdenken an, das man ja genauso verfahren könnte.
Hans-Joachim Goldschmidt
(Familie stammt aus Breslau)
Das ganze Verhalten polnischer Politiker und auch mancher Wissenschaftler zeugt von Unsicherheit und Sorge vor einem Urteil eines unabhängigen Gremiums. Souveränität und Sicherheit über das eigene Handeln sieht anders aus. Warum kann auch Polen nicht zugeben, dass einseitige Schuld eher die Ausnahme darstellt. In einem unmenschlichen Krieg wie dem 2. Weltkrieg kann kaum ein handelnder Beteiligter völlig unschuldig bleiben. Es ist doch völlig unbetritten, dass das damalige deutsche Reich der Agressor und Auslöser des ganzen Unheils war. Deutschland hat unglaubliches Unglück und Schmerz über ganz Europa und die Welt gebracht. Doch hindert das daran, auf die eigenen Untaten zu schauen? Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden zu allen Zeiten und von allen Völkern begangen. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.