Kapitalismus-Kritik

Köhler kritisiert Weltfinanzsystem als „Monster“

Bundespräsident Horst Köhler gilt vielen als eine Autorität in Sachen Wirtschaft. Jetzt hat sich der ehemalige Sparkassenpräsident und spätere Chef des Internationalen Währungsfonds in scharfen Worten zur Finanzkrise geäußert. Auch die Landesbanken blieben nicht verschont.

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Mai 2008 17:51

Die Kreditkrise ist eine Regulierungskrise

Wolf Doleys (Karneades)

"Die Kreditkrise ist eine Regulierungskrise. Stabilitätsrisiken einer fatalen Gleichschaltung Die Kreditkrise hat wesentlich mit falschen Regulierungen des Bankensektors zu tun. Sie setzen falsche Anreize und führen zu einem unerwünschten Parallel-Verhalten der Institute. Yvan Lengwiler* (* Prof. L. ist an der wirtschaftswiss. Fak. der Uni Basel tätig.) 10.5.08, NZZ ... Der Markt für die schlechtesten Tranchen der verbrieften Hypothekarkredite ist implodiert. Das hat zu einem Versiegen der Liquidität auch bei den sicheren Tranchen dieses Marktes geführt. ... Drittens werden die Banken in ihrem Verhalten in einer Krise gleichgeschaltet, was das Systemrisiko verschärft. Der Regulator verlangt von allen Banken, die ein notleidendes oder illiquid gewordenes Papier in der Bilanz haben, dieses mit einem höheren Disagio zu bewerten und mit mehr Eigenkapital zu unterlegen. Dies führt zu koordinierten Notverkäufen und verschärft den Preiszerfall. Ich behaupte deshalb, dass die Regulierung das System als Ganzes nicht sicherer, sondern unsicherer gemacht hat. ... Ich behaupte daher, dass die Regulierung faktisch zu einer Senkung des Eigenkapitals geführt hat ... (http://docs.google.com/Doc?docid=dfxbprhp_431f95sw7fk&hl=de)

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14. Mai 2008 17:24

@Herrn Maybach - "Eigentum" ist keine Privatangelegenheit -> siehe GG

Paul Rabe (heidelpaul)

Banken haben in unserem Gesellschaftssystem, das auf sehr arbeitsteiligen Produktionsprozessen beruht, nicht nur die Aufgabe das Kapital ihrer Eigentümer zu vermehren. Ich weis, daß dies zuweilen vermutet wird, aber es ist ein Irrtum dem man schon mit einem Blick ins Grundgesetz ("Eigentum verpflichtet") hätte beseitigen können. Wenn das internationale Finanzsystem zusammenbricht, also Banken sich gegenseitig keine Kredite mehr gewähren, dann ist das nicht nur das Problem der Bankeigentümer sondern der ganzen Wirtschaft. Denn dann werden auch viele solide Unternehmen der Realwirtschaft nicht mehr mit Krediten versorgt, insgesamt wird das Wirtschaftsgeschehen gelähmt und das Sozialprodukt sinkt. Die Folge sind weltweite Arbeitslosigkeit und große soziale Krisen. Das letzte mal in der Geschichte waren sogar Hungertote und ein Weltkrieg die Folge. Die Verantwortung derjenigen welchen von der Gesellschaft ein "Recht an Eigentum" garantiert wird (geschützt durch die staatlichen(!) Organe) wird von Köhler also völlig zurecht eingeklagt und kann nicht einfach damit abgewiesen werden, daß es deren 'Privatangelegenheit' sei. "Eigentum" ist in unserer Gesellschaftsordnung nunmal keine reine Privatangelegenheit, siehe GG !

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14. Mai 2008 16:44

Blitzmerker

H. Gebhardt (hgebhardt)

Weiss noch jemand, was Koehler war, ehe erBundespraesident wurde? Na? Siehst Du! und davor? Na? Richtig? und was er studiert hat? Glaubst Du nicht! Kommt ein bisschen spaet, der Praesident. Trotz seiner Vita nicht gerade ein Blitzmerker. Oder durfte er wider besseres Wissen nichts sagen.

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14. Mai 2008 16:08

Der Ruf der Freiheit

Jan Friedrich (Bagurke)

In fast allen Kommentaren, die den Bundespräsident kritisieren, lese ich etwas von Freiheit. Freiheit Risiken einzugehen, Freiheit mein Auto zu wählen, Freiheit mit dem mir anvertrauten Geld hohe Risiken einzugehen. Ich bin weder links noch liberal - ich bin für die gesunde Mitte. Leider sind wir zu sehr in die liberale Ecke gewandert. Hier wird alles mit dem Begriff der Freiheit gerechtfertigt. Leider kann ich das so nicht akzeptieren. Beispielsweise die Freiheit einen Porsche Cayenne zu fahren heißt auch sich das Recht herauszunehmen die Umwelt aufgrund seines Luxusbedürfnisses und auf Kosten der Allgemeinheit unnütz zu verschmutzen. Das ist nicht richtig. Die Freiheit hohe Risiken mit anvertrautem Geld einzugehen ist nur dann richtig, wenn man den Anleger angemessen über das Risiko informiert. Auch das ist wenn man den Berichten der FAZ glaubt (und das tue ich) nicht der Fall. Und der Steuerzahler sollte dafür als allerletztes gerade stehen. Das hat mir von den Liberalen noch keiner erklärt, warum das so sein sollte.

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14. Mai 2008 15:35

Köhler hat recht

gisbert heimes (gisbert4)

Wie kann man denen, die immer noch in götzenhafter Anbetung die Selbstheilungskräfte des Marktes beschwören, eigentlich noch klarmachen, daß sie einem Voodoo aufsitzen? Nochmal zum Einbleuen: hätten Fed, Bank of England und EZB (und damit der Staat und in letzter Instanz der Steuerzahler) den Banken nicht hunderte Milliarden an Liquidität zur Verfügung gestellt, wäre das Kreditsystem zusammengebrochen, mit völlig unüberschaubaren Folgen für die Realwirtschaft. Ackermann und Paulson haben es auf je eigene Weise auf den Punkt gebracht. Ackermann, indem er mit entwaffnender Offenheit eben jene Selbstheilungskräfte in Frage stellte, Paulson, indem die Inkarnation des Anti-Liberalismus in Gestalt einer 'Regulierungsbehörde für Marktstabilität' in Vorschlag brachte. Ich habe mich gekugelt :-), obwohl es nicht zum Lachen ist.

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14. Mai 2008 15:34

Stimmen der Linken für die Wiederwahl sichern?

Steve Lutzmann (TomderAffe)

Will Köhler mit dieser "Analyse" die Zustimmung der Linken zu seiner Wiederwahl sichern. Der Herr Honorarprofessor für Wirtschaftswissenschaften sollte nur allzu gut wissen, dass Blasen zum System dazu gehören. Peinliche Vorstellung Herr Bundespräsident.

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14. Mai 2008 15:33

Wer bitte schön ...

Andreas M. Wirth (mightyson)

... soll denn da regulierend eingreifen ? Wer (von denen, die das könnten) sollte daran ein Interesse haben ? Welcher Porsche- Mitarbeiter fährt aus einem ökologischen Verantwortungsbewußtsein heraus einen Lupo, wenn er (weil staatlicherseits massiv subventioniert) fürs gleiche Geld einen Porsche fahren kann ? Wer trägt denn die Kohle zu den Banken und Fonds, damit die ohne eigenes Zutun einen maximalen Profit herausschlagen ? Wer ist denn noch selbstständig in diesem Lande und ist bereit für den eigenen Luxus in letzter Konsequenz auch das Risiko zu verantworten ? Warum wohl ist der Auspuff beim Auto hinten und nicht vorne angebaut ? Jeder einzelne der aus seinem Kapital mehr als einen Inflationsausgleich erwartet ist Teil dieses Zins- Kapitalismus, die einen mehr, die anderen weniger ! Wir alle sind dieses Monster: Dekadent, Ignorant und durch und durch Egoistisch !

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14. Mai 2008 15:28

Nachtrag

Carsten Maybach (der_kapitalist)

Vielen Dank für die Anregungen. Herr Köhler ist m.E. kein "reinrassiger Kommunist", nur ist jemand, der Märkte mit Begriffen wie "Monster" definiert eben auch kein Marktliberaler. Der größte Feind der Freiheit sind nicht die extremen Parteien wie die linken oder die rechten, sondern diejenigen, die als moderat gelten und die Freiheit peu à peu aushöhlen. Dies wird einem besonders klar, wenn man sich die Regelungen in D bzgl. der Wahl der Altersvorsorge (staatsbestimmt), Krankenvorsorge (fast keine Wahlfreiheit mehr) etc. anschaut. Es ist, wie gesagt, für mich kein Problem, wenn Banker mit dem Geld anderer hochspekulativ arbeiten und dann versagen. Jeder Investor ist m.E. eigenverantwortlich für seine Vermögensverwalter. Dies bedingt jedoch, daß diejenigen, die ein hohes Risiko eingehen, auch für die Verluste geradestehen. Das ist bei der Finanzkrise der Fall, daher habe ich kein Mitleid mit deren Opfern. Eine Regulation oder verschärfte Überwachung würde nichts bringen, da sich vor dem Zusammenbruch alle einige waren, daß Subprime eine klasse Anlageform ist und die Pleite in der nächsten Assetklasse ist nur eine Frage der Zeit. Es bliebe eine Positivliste von Anlageformen, die irgendwann auf das Sparbuch reduziert würde.

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14. Mai 2008 14:54

Etwas zu einseitig

Robert Klemme (rklemme)

Mag ja sein, dass der Herr Bundespräsident seine Darstellung pointiert, um die Botschaft unterzubringen. Ich bitte nur darum, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten: Wie Herr Maybach schon anmerkt, gehört es zum gesunden Kapitalismus, Risiken einzugehen - manche von ihnen sind auch nicht völlig abschätzbar. Ein zu enges Kontroll-Korsett wird unternehmerisches Handeln stark beschränken. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht zu sehr in die Vollkaskogesellschaft driften und nachher von anderen, mutigeren Gemeinwesen abgehängt werden. Es gibt keinen Schutz vor allen Risiken - wer das vorgaukelt ist unehrlich. Ich jedenfalls möchte nicht in einer Gesellschaft leben, die die Freiheit auf dem Altar der "Sicherheit" opfert. (Hallo, Herr Schäuble!)

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14. Mai 2008 14:40

Realistisch ist nicht gleich links

Dominique Arndt (Oceanborn)

Dem Bundespräsidenten geht es wohl kaum um eine Verstaatlichung des internationalen Bankwesens und seine Sachkompetenz in diesem Bereich sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Es geht doch vielmehr um die folgenden drei Punkte: 1.) Die Landesbanken in der BRD arbeiten in hohem Maße ineffizient, was durch eine Fusion zu einer einzigen Bank verbessert werden könnte. Diese Bank müsste sich dann einen Kernaufgabenbereich suchen, den im Moment nach seiner Meinung anscheinend keine Landesbank hat. 2.) Wer hohen Gewinn sucht, muss auch bereit sein das entsprechende Risiko zu tragen. Es kann nicht sein, daß in der momentanen Krise die Zentralbanken (und damit der Steuerzahler) die Spekulationsgeschäfte im Banksektor absichert. Das ist keine linke, sondern eine höchst liberale Forderung. 3.) Direkt aus der zweiten Forderung erwächst die dritte Forderung, daß Banken über eine entsprechende Eigenkapitaldecke verfügen müssen um risikoreiche Großgeschäfte durchzuführen. Dies ist zwar in der Tat regulierend, allerdings ebenfalls nicht links, sondern marktwirtschaftlich. Ich möchte gerne die Bank sehen, die mir ohne entsprechende Sicherheiten (Rücklagen, Immobilien,Einkommen) einen Kredit zum Aktienkauf gewährt.

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14. Mai 2008 14:29

schauen wir doch mal auf die Fakten!?

Jan Friedrich (Bagurke)

Wer ist das Monster? Herr Maybach im Kommentar vorher folgend ist es der Staat selbst. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich würde eher Herrn Richter zustimmen, der schrieb, daß weder der Kommunismus noch der reine Kommunismus als System taugen. Es muß ein Mix aus beidem sein - die soziale Marktwirtschaft. Außerdem hat Herr Köhler völlig Recht was er über den globalen Finanzmarkt sagt. Schauen wir uns doch mal die Fakten an: 1) In Frankreich schafft es ein einziger Mitarbeiter Milliarden(!) in den Sand zu setzen. 2) Josef Ackermann der Chef der Deutschen Bank, der immer die Nichteinmischung des Staates gefordert hat, fordert in einem Interview den Staat auf Gelder zu geben, um die Finanzkrise aufzuhalten. Nur um das klar zustellen: der Steuerzahler soll dafür zahlen, daß die Banken denen er sein Geld anvertraut hat, dieses hoch riskant in einer weiteren amerikanische Blase verloren haben. 3) Berichtet die FAZ vor ein paar Tagen über die unverschämten und illegalen Machenschaften von Banken wie sie mit den Kunden umgehen. Das eine Regulierung nötig ist, steht gar nicht zur Debatte, schon allein deswegen, weil der Mensch selten altruistisch denkt. Eine Regulierung muß aber nicht nur national sondern auch global erfolgen!

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14. Mai 2008 14:23

Enttäuschende Analyse

Andreas Frick (Hephaistos)

Herr Köhler ist Wirtschaftswissenschaftler mit langer internationaler Erfahrung. Da sollte ihm eigentlich klar sein, daß die Finanzmarktkrise vor allem auf Gier und Korruption beruht. Die Gier hat die Manager und Anleger dazu angestachelt, Renditeerwartungen hinterherzuhecheln, die weit jenseits von Gut und böse sind. Deshalb haben diese Leute versucht, Geld mit hochriskanten Konstruktionen zu verdienen und dabei das Risiko auf andere Leute zu verlagern. Das ist gründlich schief gegangen. Dabei haben auch die Zentralbanken kräftig mitgemischt, die den Banken sehr viel billiges Geld zur Verfügung gestellt haben. Schließlich hat auch die Aufsicht über die Banken versagt, die die Risiken nicht wahrgenommen hat. In dem Zusammenhang erweist sich auch der Wechsel zu den IFRS Bilanzierungsstandards als großer Fehler, der erst riesige Buchgewinne ermöglichte und jetzt noch größere Abschreibungen erfordert. Das System ist korrupt, weil in den Banken im staatlichen Einflußbereich die Posten nicht nach Qualifikation vergeben werden, sondern über politische Beziehungen. Bei den privaten Banken ist es ähnlich, die Unternehmen sind miteinander verflochten und die Manager kontrollieren sich gegenseitig. Das kann nicht gutgehen.

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14. Mai 2008 14:21

Köhler befindet sich in erstklassiger Gesellschaft

Gabor von Zoltan (Putinras)

Das scheint mir nun aber nicht ganz fair, Hr. Maybach. Nur weil Horst Köhler Exzesse verhindern will, ist er noch lange kein "Linker" geworden, sondern einfach ein Vernünftiger. Mit seinen Forderungen befindet er sich in allerbester Gesellschaft von Sachverständigen. Etwa George Soros, dem Sie gewiss keinen Hang zum Kommunismus unterstellen möchten. "The man who broke the bank of England" fordert schon seit Jahren Instrumente wie die Tobin-Tax zur Zügelung verantwortungsloser Spekulanten - womit noch lange keine "Planwirtschaft", die Sie an die Wand zu malen scheinen, eingeführt würde. Soros weiss ganz bestimmt, wovon er spricht. AUCH im Interesse der Betuchten!

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14. Mai 2008 13:45

Was Köhler implizit sagt

Paul Rabe (heidelpaul)

Köhler hat recht. Das internationale, kapitalistische Finanzsystem hat grandios versagt. Seine implizite Botschaft ist also, daß die Maximieruing von Privatinteressen im Kapitalismus NICHT(!) automatisch auch eine Maximierung des Allgemeininteresses zur Folge hat. Auch wenn diese Feststellung nicht besonders orginell ist, so scheint es immer wieder geboten daran zu erinnern. All die hochkomplexen Finanzprodukte dienten ja letztendlich nur dazu, daß Banken ihren Gewinn übermäßig steigern konnten was sie im Endeffekt nur durch eine Zockerrei mit dem Geld ihrer Kunden hinbekommen konnten. Die Risiken waren dabei wohl durchaus bekannt aber den handelnden Personen aus höchst kapitalistisch-egoistischen Gründen egal. Warum ? Weil an Bankmanager in diesem System als "Zocker" viele Millionen persönlich verdienen kann und sein einziges Risiko darin besteht, daß er seinen Job verliert wenn die Spekulations-Blase platzt. Wer würde für eine potentielle Millionenprämie nicht mal mit dem Geld anderer Leute in die Spielbank gehen ? Ich würde es sofort.

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14. Mai 2008 13:03

Nicht das Finanzsystem, der Staat ist das Monster

Carsten Maybach (der_kapitalist)

Ich finde den Links-Schwenk von Herrn Köhler, den ich als Bundespräsident sehr achte, erschreckenswert. Eigentlich hätte man sich von ihm Kompetenz in Sachen Finanzmärkte erwartet. Stattdessen bläst er mit den Gysis dieser Welt in ein Horn und fordert (vermehrte!) staatliche Aufsicht. Dies ist aus mehreren Gründen unsinnig: a) Die größten Verluste in D hatten staatliche bzw. quasi-staatliche Banken. b) Ein Investor muss frei sein, den Hebel-, also den Risikograd seines Investments selbst zu bestimmen. Sonst dürfen bald nur noch Sparbücher vertrieben werden. c) Die Verluste kommen ja bei gerade denen an, die "unemployed black men mortgages" als "High Grade Structured Asset Fund" verkauft haben (Bear Stearns). d) Durch dieses Ereignis ist den Investoren wieder bewusst geworden, daß es keinen "free lunch" (also das Erzielen einer risikofreien Überrendite) gibt, was wohl ca. alle 10 Jahre (Börsencrash von 1929 über Junk Bonds u LTCM über Bubble 1.0 und jetzt Finanzkrise etc.) nötig ist. Wenn diese Freiheiten nicht gegeben sind, handelt es sich um eine Staats-, also Planwirtschaft, also einem echten MONSTER, mit den bekannten Folgen. Ob das üblichen Hausse- und Baisseperioden an den Märkten vorzuziehen ist?

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