FAZ.NET-Leserdebatte

Wikipedia drucken - ein Irrweg?

Spezial Das Online-Lexikon Wikipedia wird als Buch erscheinen. Eine gute Geschäftsidee oder Betrug an allen, die ihr Wissen für die Idee der freien Enzyklopädie zur Verfügung gestellt haben? Diskutieren Sie mit!

Lesermeinungen zum Beitrag

23. April 2008 21:23

Werde die gedruckte Ausgabe nicht kaufen

Franz Müller (Franzy)

Mir kommt so ein Schinken nicht mehr ins Haus. Lasst Bertelsmann das Ding drucken und Miese machen! Bin überzeugt, dass es kaum Nachfrage geben wird, weil jeder weiß, dass das Ding online schon einen Tag nach dem Druck aktueller ist.

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23. April 2008 20:15

Chancen, anstatt Zweifel!

Michael Wulf (pellissimo)

Sicherlich ruft die Idee von Wikipedia gewisse Zweifel hervor.
Jedoch bleibt die Idee von Wikipedia eine sehr innovative und gute - und besser ist es immer noch die Chancen zu sehen, anstatt zu Zweifeln!

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23. April 2008 19:00

Der Witz eines Lexikons liegt darin *nicht* gedruckt zu sein

Dietrich Wollheim (tillwollheimgmx.de)

Wer jetzt auf die Idee kommt, Wikipedia zu drucken, will offenbar bewusste Geld in den Sand setzten.
Ob das Diebstahl ist, ist nicht das Thema. Wikipedia bleibt ja desswegen trotzdem im Internet bestehen :-).
Aber wer solche Pläne hegt, hat nicht kapiert, was ein Lexikon ausmacht.
Entweder ist es seine Autorithät qua eines berühmten Namens wie Brockhaus oder Btitannica oder es ist eben seine Unendlichkeit der Information und Aktualität der Bereitstellung dieser.
Warum Brockhaus in eine Kriese geriet, liegt einzig an einem unfähigen, arroganten Management. Hätten sie schon früh das Hauptwerk zu einem populären Preis als elektronische Version angeboten, hätten sie nicht 10 mal sondern 1000 mal mehr verkauft und damit die exclusive Printedition stützen können. Diese hat m. E. schon eine Berechtigung, denn wenn ich an meinen Meyer von 1976 denke, macht es ab und an spaß, drin auf Weltreise im gemütlichen Sofa zu gehen.
Wenn es aber darum geht präzise, aktuelle Informationen abzurufen - und dies zügig und umfassend - greift man zum Brockhaus Multimedial, dem großen Brockhaus in 25 Bänden in der gecrackten Version und wenn es noch aktueller sein muß zum Wikipedia. Ein Buch hat da nichts mehr zu sagen! Wikiprint wird Ladenhüter!

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23. April 2008 18:00

Sie haben es verdient!

Eugen Voronin (Eugenv)

Die Macher von Wikipedia haben es mehr als verdient Geld für ihr Buch einzusammeln!
Alleine durch Spenden bekommt man nicht genug. Und Werbung lehnen sie richtigerweise vollkommen ab.

Dass jetzt eine neue, hoffentlich große Einnahmequelle dazu kommt, davon kann nur jeder Wikipedia Nutzer profitieren. Die Profite werden hoffentlich investiert.

Bereits heute ist wikipedia in jedem Munde. Kaum einer schreibt seinen Referat oder seine Studienarbeit, ohne bei Wikipedia nachzuschauen. Das Wissen liegt auf dem "goldenen Teller" bitte schön bedient euch ...

Danke Wikipedia für alles! Und viel Erfolg mit dem Buch!

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23. April 2008 17:41

Unsinn

Christoph Kukulies (chriskuku)

Bertelsmann (und auch Brockhaus) sollten ihr Geld lieber investieren um eine Suchmaschine aufzustellen und Google Paroli zu bieten. Das wären vernünftige Investitionen. Stattdessen macht Brockhaus ein teures Portal und Bertelsmann
will das Internet drucken.

Aber die Amöbe Wikipedia auf Papier zu bringen ist doch allenfalls Kohlenmonoxydausstoß. Schon im Moment des Drucks hat irgendein selbsternanntes Wiki-Admin-Göttlein das Puzzle zerstört, die Bauklötze umgestoßen.

Wikipedia kann nicht konvergieren.

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23. April 2008 17:23

Eine miserable Idee

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Gewiss scheint es ein gutes Geschäft, sich das geistige Eigentum anderer kostenlos anzueignen. Doch sind viele Artikel der deutschen Wikipedia total unzureichend und basieren (wegen alter Copyrights) auf Informationen aus dem völlig überholten Meyers Lexikon von 1888. Jede neuere Ausgabe des Brockhaus wäre da besser. Die moderneren Angaben sind oft lückenhaft. Gerade gestern suchte ich z.B. kohlensaures Kalium (Pottasche) auf, und fand total unrichtige veraltete Angaben, verglichen mit den weit informativeren und neueren Angaben unter "Potash" in der englischen Wikipedia.

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23. April 2008 17:14

Druck ist vollkommen in Ordnung - Mediumäquivalent

Alex Friedl (atfriedl)

Jeder darf sich Wikipedia-Artikel ausdrucken und jeder Verlag könnte es Bertelsmann nachtun. Es gibt keinen vernünftigen Anlass, dies als „Betrug an den Wikipedia-Schreibern!“ auszufassen, solange deutlich ist, was die Quelle ist. Auch sind die Überlegungen, dass Fehler enthalten sein können, kein Anlass, eine Fixierung zu vermeiden, denn es besteht ja nicht der Anspruch der Fehlerfreiheit, weder online noch offline oder auf Papier - es ist nur eine Momentaufnahme. Wenn sich jemand viel Papier ins Regal stellen mag, soll er das tun. Möglicherweise erreicht man auf diese Weise Menschen, die von den aktuellen Bewegungen bisher noch nichts oder nur wenig mitbekommen haben. Und wenn es dann derjenige doch genau wissen will, was die Diskussion um einen Artikel oder die Änderungshistorie offenbart, so steht ihm ja nichts im Wege, die Online-Version zu besuchen.

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23. April 2008 17:11

Unternehmerisches Wagnis ...

Hubert Hummelt (hhummelt)

kann doch jeder entwickeln, wenn er will. Und wenn die Bertelsmänner, die fürs Geld verantwortlich sind, glauben, dass man mit so einer Idee Geld machen kann, dann soll man sie doch lassen. Wenn's falsch war, ist es doch ihr Geld.
Allerdings wäre es wünschenswert, wenn die Bertelsmänner, die für die Rechtskunde verantwortlich sind, auch das Ihre getan haben. Nehmen wir wenigstens das mal an.

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23. April 2008 17:06

Auf dem Teppich bleiben :)

Henriette Fiebig (HenrietteF)

Als Mitarbeiter der Wikipedia finde ich diese Debatte sehr erhellend, zeigt sie doch wie wenig tieferes Wissen um das Projekt vorhanden ist. Natürlich darf Bertelsmann die Texte der WP auch kommerziell nutzen: Das gibt die Lizenz so her und jeder Autor weiß das (oder sollte sich dessen bewußt sein). Von „Betrug an den Autoren“ zu sprechen ist also Mumpitz. Das viele Autoren nicht gerade glücklich sind, daß es ausgerechnet Bertelsmann ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt (da haben die Autoren allerdings kaum bis kein Mitsprache- oder Vetorecht).

Am erstaunlichsten finde ich allerdings, daß das Projekt der Bertelsmänner jetzt zu „Bertelsmann druckt Wikipedia“ zusammengeschnurrt wird: Natürlich drucken die nicht Wikipedia! Sie nehmen die Einleitungen von 50.000 ausgewählten Artikeln (die deutschsprachige WP hat über 740.000 Artikel!) und packen das auf 1.000 Buchseiten. Da bleibt nicht mehr viel übrig von den Texten und die Informationstiefe eines „echten“ Wikipedia-Artikels wird so nicht mal im Ansatz erreicht. So gesehen entpuppt sich die Sache dann tatsächlich als Mogelpackung: Wer glaubt, daß er eine gedruckte Version der Wikipedia erwerben kann, der irrt. Er bekommt ein aus Wikipedia generiertes Stichwortverzeichnis.

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23. April 2008 16:02

Wikipedia;geduckter Unsinn...Man kann schreiben,was man will.Klatsch ist wahrer.

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Aber Selbstbespiegelung hat ascheinend unzaehlige Anhaenger und sie werden sogar immer mehr.
Also froehliches Surfen !!!!

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23. April 2008 15:58

Echtheit?

Björn Bierström (bierstroem)

Und was ist mit den ganzen fehlerhaften Angaben? Werden die vorher noch korrigiert?

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23. April 2008 15:56

Copyright #2

Georg Schmidt (Schorschi)

Der Autor tritt nicht sämtliche Rechte an seinen Werken ab - was auch nur sehr schwer möglich wäre.
So muss z.B. der Autor bei der Verwendung seiner Werke genannt werden.

Hier ein Auszug aus den Wikipedia Lizenzbestimmungen:
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Lizenzbestimmungen
"Einzelne Artikel oder der gesamte Inhalt der Wikipedia dürfen unverändert für Print- und Onlinepublikationen übernommen werden. Dabei ist der Abschnitt 2 der GFDL zu beachten. Die Kopie muss dabei vollständig erfolgen, insbesondere ist die Änderungshistorie (sprich die Namen der am Dokument beteiligten Autoren) mit zu kopieren."

Bei Einhaltung aller Bestimmungen wird dem Leser der Print-Wiki schnell klar werden, dass er mit dem Buch nicht am Pulse des Artikels ist, sondern dass er nur eine aussgedruckte Linkliste vor sich hat.

Ob diese Botschaft der Wikipedia schadet, oder vielmehr zeigt, dass die Online-Informationen aktueller, ausführlicher und nachvollziehbarer sind, wird die Zukunft zeigen.

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23. April 2008 15:51

Eine gute Idee

Chris Knight (chrisknight)

Auch ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ich denke, es ist eine prima Idee von Bertelsmann Artikel aus Wikipedia als Buch zu drucken. Das Buch wird mit Sicherheit ein Erfolg, da alleine schon der Name Wikipedia eine starke Marke ist und das Produkt sich dadurch von anderen "Kompakt-Lexika" abhebt. Auch der Liebhaber-Wert sich ein Buch in das Regal stellen zu können an dem man selbst mitgewirkt hat, wird für gute Verkaufszahlen sorgen.
Bedenken, dass der gleiche Inhalt im Netz frei verfügbar ist habe ich auch keine, da mit dem geringen Preis von rund 20 Euro nicht in erster Linie für den Inhalt des Buches bezahlt wird, sondern vielmehr für die Tatsache dass es sich um ein qualitativ hochwertiges gebundenes Exemplar handelt.
Um zuletzt auch die Bedenken aufgrund "geprellter" Wiki-Autoren, die ihr Wissen und ihre Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt haben, während Bertelsmann nun "abkassiert", aus dem Weg zu räumen, gebe ich zu bedenken, dass vor einiger Zeit Wikipedia aufgrund mangelnder Spenden noch kurz vor dem Aus stand. Die Einnnahmen aus dem Buch kann Wikipedia sicherlich gut gebrauchen. Und die Autoren haben das gute Gefühl somit nicht nur inhaltlich sondern auch finanziell an dem Erhalt Wikipedias beteiligt zu sein.

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23. April 2008 15:42

Open Source Projekt?

TILMAN KLUGE (TILMAN_KLUGE)

@Dennis Schmolk (anouphagos)

[Zitat (A)]: 2. Die Wikipedia ist ein Open-Source-Projekt, man darf also mit den Inhalten machen, was man will. Das weiß auch jeder mündige Nutzer. [Zitt (E)]

Es stelltsich schon die Frage, wie weit man mit einem Open Source Projekt gehen kann und was dessen Sinn ist. Es ist ein Unterschied, ob sich ein Schüler oder Student Texte für eine Hausarbeit zusammensuchen, ein Bürger sich in einer Sachfrage schlau macht oder ein Verlag das ganze Angebot am Stück zum (im Gegensatz zu den v.g. Beispielen) nicht mehr inhaltlich festzumachenden Profit macht. Übrigens müßte das dann ejder Konkurrent auch machen dürfen, was zu einer zweifelhaften lexikalsichen Vielfalt führen würde.

Was Bertelsmann macht oder machen will, ist mit dem Verhalten eines Kaufhauskunden zu vergleichen, der, als das Kaufhaus eine Wühlkiste mit Gratisangeboten aufstellte, in Kenntnis dessen den gesamten Kisteninhalt abtransportierte.


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23. April 2008 15:31

Political Coerrectness

TILMAN KLUGE (TILMAN_KLUGE)

Wikipedia mag ein hochintressantes Projekt sein. Ich nutze Wikipedia und schreibe selber Beiträge (TILMAN_KLUGE). Aber (auch deshalb) nobody is perfect. Weil das besonders für Wikipedia gilt und systembedingt gelten muß, darf es eine Wiki-Druckausgabe nicht geben.

Die vermeintliche Freiheit der Beiträge leidet unter der Herrschaft einiger eingessener Wikipedianer, denen oftmals Beiträge/Änderungen-Löschen gegenüber Beiträge-Diskutieren vorgeht. Das wäre bei offensichtlichen fachlichen Fehlern der Lösch-Opfer noch in Ordnung, nicht aber dann, wenn Political Correctness der Maßstab ist oder man sich streiten müßte, was denn lexikalisch richtig oder falsch formuliert sein mag.

Auch werden bestimmte Dinge in Wikipedia nie ausdiskutiert sein, vgl. z.B. das Thema Cannabis/Hanf. Daß das so ist, ist ein gewisser Charme von Wikipedia, wäre aber in einem gedruckten Lexikon schlichtweg essentiell fehelrträchtig.

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