“The Free Encyclopedia“ - in gedruckter Form gibt's sie demnächst für Geld

FAZ.NET-Leserdebatte

Wikipedia drucken - ein Irrweg?

Spezial Das Online-Lexikon Wikipedia wird als Buch erscheinen. Eine gute Geschäftsidee oder Betrug an allen, die ihr Wissen für die Idee der freien Enzyklopädie zur Verfügung gestellt haben? Diskutieren Sie mit!

Lesermeinungen zum Beitrag

28. April 2008 11:59

Paid Content lebt

Hans Sch. (womble)

Offenbar gibt es im Verlagswesen verschiedene Tendenzen: Die einen versuchen ihren Printcontent online zu kommerzialisieren, und andere versuchen Inhalte aus dem Netz zu kommerzialisieren - so nun Bertelsmann mit Wikipedia oder (rein online basiert) der GD-Verlag mit User Generated Content auf der Plattform XinXii. Das Thema "Paid Content" scheint also doch nicht tot zu sein...

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26. April 2008 13:55

Das kommt drauf an

B. Keim (bkeim)

Wenn Bertelsmann die Artikel aus Wikipedia, die am interessantesten oder wichtigsten sind in Druckform bring, dann ist dies sicherlich ein guter Ansatz.

Überhaupt nicht zielführend ist eine Haltung, die sich darauf versteift, dass Wikipedia nur online erscheinen dürfe, als ob die Online Enzyklopädie dadurch irgendeinen Schaden nähme. Im Gegenteil. Durch die Einnahmen aus dem Buchgeschäft dürfte sich Wikipedia gut finanzieren lassen. Der Druck und die daraus resultierenden Einnahmen stärkt Wikipedia.

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26. April 2008 08:18

Artikel ist grob irreführend

Gottfried Plehn (plehn)

Der Artikel der FAZ ist insofern grob irreführend, als nicht "Die Wikipedia" (also die deutsche Ausgabe) gedruckt werden soll, sondern ein winziger Ausschnitt mit angeblich aktuellen Stichworten. Vermutlich also rund 0.1 Prozent der Inhalte.

(Anm. d. Red.: Nichts anderes als das wird in den Beiträgen im vorliegenden Spezial behauptet.)

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25. April 2008 20:26

Demokratisches Wissen?

Rainald Maaß (dr.maass)

Und noch noch gedruckt, schwarz auf weiß, damit es jeder weiß. Dann greif ich doch lieber zu Brockhaus oder Meyer, oder wenn ich es digital brauche: http://www.brockhaus.de/

Ein manipulierbares Lexikon, in welchem bekannte "Persönlichkeiten" Informationen über sich unterbinden, ... Es gibt in Wikipedia sicherlich gute Artikel; wenn ich aber auf Nummer Sicher gehen will, und für einen wissenschaftlichen Beleg, da verbietet sich Wikipedia.

Dr. iur. Rainald Maaß, Heidelberg

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25. April 2008 16:06

Ist die Enzyklopädie als "Hardware" nicht unlängst eingestaubt?

Daniel Ragusa (Acajou)

Ist Wikipedia nicht unter anderem daran schuld, dass kaum mehr jemand einen Brockhaus (oder ein Äquivalent) im Haushalt stehen hat? Löst das virtuelle Wissen nicht schon seit langem das gedruckte ab?

Mir ist beim Recherchieren nach Wissen doch die schnelle Variante über die Suchmaske, mit gleichzeitiger Verlinkung auf z.T. noch detailreichere Verweise, um einiges lieber, als das Durchwälzen eines unheimlich schweren Buches, nach einem Wort unter Tausenden.

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25. April 2008 11:41

Den Sinn verkannt

Marco Prehler (marco-ffm)

Wikipedia lebt von seiner Aktualität. Und in dieser ist die Online-Ausgabe jeder Print-Version um Längen voraus. Wikipedia zu drucken kommt einem Festsurren gleich, welches den Geist der freien Enzyklopädie verkennt.
Ein Blick auf Tausende von Autoren, die sich auf Grund von fehlender direkter Gewinnbeteiligung vor den Kopf gestoßen fühlen, sollte den Zweifel stützen.

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24. April 2008 16:37

Aufregung Schwachsinn - längst schon gewesen!

Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)

Wikipedia bzw. Teile davon sollten/wurden schon mehrfach gedruckt. Und auf DVD herausgegeben.

Damals hat sich keiner beschwert, warum nun?

Vor allem da hier nur die Zusammenfassungen der Artikel gedruckt werden.

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24. April 2008 15:55

Verschwendet nicht unsere Ressourcen!

Hans Henke (HenkeHans)

Ungeachtet der unvergüteten Texte wird ein gedrucktes Wikipedia schon hoffnungslos veraltet sein, wenn es in einer Buchhandlung auftaucht. Aber bis dahin wurde viel Papier, CO2 und sogar Erdöl für die Auslieferung verbraucht.
Wir kennen das Problem doch von den Zeitungen ;-) Heute um 11 Uhr passiert etwas Entscheidendes, dann sehe ich es in meinem RSS-Reader oder auf einer entsprechenden Homepage im Netz. Am Abend wird das den Offlinern in der Tagesschau präsentiert. Und morgen, also einen Tag später, ziert es die Seite 1 von fast allen Tageszeitungen der Nation. Da muss man den Glauben an bedrucktes Papier verlieren.
Mit einem Nachschlagewerk ist es wie mit den Zeitungen, ein Telefonbuch ist auch ein Beispiel. Ist Online schon alles aktualisiert, steht das Buch noch immer als Staubfänger oder idealerweise als Schallschutz im Regal - mit den teilweise alten und falschen Inhalten.
Es sollte strenger hinterfragt werden, was auf Papier gedruckt wird, damit junge Generationen nicht jedes Papier als Spam empfinden und Steuermittel in solch befremdliche Aktionen wie die "Nationale Initiative Printmedien" gesteckt werden.

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24. April 2008 13:58

Einfrieren

Holger Hoeffgen (JochenMohl)

Ich bin dafür eine Kuh einzufrieren denn dann bleibt die Milch länger haltbar.
Das wäre genauso schlau wie Wikipedia als Buch herauszubringen.

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24. April 2008 11:43

Was zählt, ist die Verbreitung freien Wissens

Karsten Cascais (karstencascais)

Keine Frage, ein gedrucktes Wikipedia ist kein Wikipedia. Auch ist zu vermuten, dass schlicht Wikipedia in seinen in traditioneller Weise lexigraphisch verwertbaren Teilen schlicht ausgeschlachtet werden wird, zudem unter Ausnutzung einer mittlerweile weltbekannten Marke. Aber, das sollte die entscheidende Frage sein, schadet es oder fördert es gar die dem Wikipedia-Projekt zurunde liegende Grundidee: Wissen kostenlos jedermann, der will und sich interessiert, zugänglich zu machen. Dem aber dient auch eine Veröffentlichung als Buch, das schon allein wegen der Herstellungskosten natürlich einen Kaufpreis hat. Nur steht der Inhalt auch dieses Werkes unter der Wikipedia-Freilizenz, das heisst, es kann wiederum von jedermann nachgedruckt werden. Damit entfällt eine der wesentlichen Schranken in Büchern verbreiteten Wissens: das Urheberrecht. Somit kann man eine Buchveröffentlichung auch als eine Verbreitung der Grundideee von Wikipedia (alles Wissen frei zu machen) in einem ihr bisher verschlossenen Medium verstehen. Ein jedes solches Buch wird weniger aktuell, weniger vollständig und den für Wikipedia so wichtigen Querlinks unzugänglich sein. So bleibt des dann ein Anreiz oder vielleicht auch eine Anleitung für das echte Wikipedia.

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24. April 2008 10:15

Wirklich Wikipedia?

Thomas Weyand (ThomasWeyand)

Es steht zu befürchten, daß die Käufer des Buches lediglich die Nachteile von Wikipedia kaufen, ohne die Vorteile nutzen zu können.

Wikipedia nennt sich selbst das Wissen der Menschheit. Tatsächlich ist dieses Wissen vielfach nur mit Vorsicht zu genießen. Autoren mit unbekanntem Hintergrund und unbekannter Motivation schreiben ihr "Wissen" nieder, oft irgendwo abgeschrieben. Dem ist jedes normale Lexikon überlegen, wo Experten für die Richtigkeit der Informationen einstehen.

Seine Vorteile bezieht Wikipedia aus seinem Medium, dem Internet.

Wikipedia ist nicht nur Ergebnis, sondern Darstellung des Schöpfungsprozesses. In Historie und Diskussionsseiten kann man detailliert die Entstehung des Artikels und die Auseinandersetzungen um seinen Inhalt nachvollziehen. Wikipedia mag eine dubiose Quelle in Hinblick auf die Frage sein, was die Menschheit weiß, es zeigt aber (insbesondere in der englischen Version, wo Menschen aller Kontinente mitwirken und ihre Konflikte austragen), wie und was diese Menschheit denkt.

Auch ist Wikipedia oft topaktuell.

Genau diese Vorteile vermittelt aber eine gedruckte Version nicht. Sie zeigt eine veraltete Momentaufnahme mit ihren Fehlern, aber ohne Entstehungsgeschichte.

Also wirklich Wikipedia?

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24. April 2008 09:41

Völliger Schwachsinn

Thomas Berger (tberger)

Wikipedia funktioniert aus zwei Gründen

1. Schneller und einfacher Zugriff. Beispiel Kneipengespräch dieses Wochenende: "Ron Sommer heißt eigentlich WIE? Im Leben nicht. Wir wetten um die nächste Runde". iPhone raus, nachgeschaut, Bier gewonnen, Wikipedia gemocht :-)

2. Zeitvergeudung. Mit sechs Klicks von der Farbe grün über den Rückzug Napoleons zu Charles Babbage. Wie viele Sonntagnachmittage habe ich schon mit dem Erwerb unnützer Allgemeinbildung vergeudet - herrlich!

So. Und wie soll das mit Büchern gehen?

Re Kapitalismuskritik: Da fängt man an, die böse Musikindustrie mit ihrem Urheberrechtswahn zu verstehen, gell? Aber trösten Sie sich: Das Projekt wird eine kapital(istisch)e Bauchlandung hinlegen.

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24. April 2008 08:52

Missbrauch von geistigem Eigentum

Horst Schmidt (Duranyr)

Die kommerzielle Veröffentlichung von Beiträgen anderer, also der Nutzer, die sie erstellt und eingestellt haben, halte ich für sehr fragwürdig. Ich habe meine Wikipedia-Beiträge (und es sind einige) jedenfalls nicht dafür erstellt damit andere einen anderen Vorteil als eventuellen Wissensgewinn daraus ziehen. Schließlich habe ich selbst einige Bücher kommerziell veröffentlicht und mich bewusst dafür entschieden, bestimmte Inhalte kostenlos allen zur Verfügung zu stellen. Da das Herausnehmen von Beiträgen ja nicht so einfach ist - schließlich kann jeder andere die alten Inhalte problemlos wiederherstellen - komme ich mir verraten bis verkauft vor. Was also tun, wenn man nicht will, das die eigenen Beiträge mit veröffentlicht werden? Rechtlich dürfte man keine Handhabe haben, bleibt nur: Finger weg von Wikipedia und/oder die eigene Arbeit so geschickt sabotieren, dass keiner auf das erste merkt, dass es nur noch Nonsens ist. Danke auch.

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24. April 2008 04:58

Marktwirtschaft 101

Anton Kratz (anton.kratz)

> Letztlich ist es Marktwirtschaft. Jeder Käufer kann bewusst entscheiden, ob ihm das Wikipedia-Buch das Geld wert ist. Wenn nicht, ist er frei, die Entscheidung zu treffen, es nicht zu kaufen.

Ach ne. Danke Nadine dass uns endlich mal einer die Marktwirtschaft erklaert: Man kann's kaufen oder auch nicht, aha.

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23. April 2008 22:17

Kein Wunder - wir leben im Kapitalismus

günther diedrich (richther)

Dieser Prozess wundert mich gar nicht, ist er doch bezeichnend für unser Wirtschaftssystem. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Großkonzern diese kostenlose Ressource für sich nutzen würde.

Mir tun allerdings diejenigen leid, die idealistisch und fleißig Beiträge geschrieben haben oder Geld für den Erhalt der Wikipedia gespendet haben. Sie haben für ein international operierendes Medieunternehmen gearbeitet. Kostenlos, ohne Lohn. Wird überhaupt ein Cent aus dem Buchprojekt der gemeinnützigen und durch Spenden finanzierten Wikipedia zufließen?

Ich erachte ein Umdenken in unserer Gesellschaft für notwendig. Es ist nicht falsch, wenn jeder einen Lohn für sich und seine Leistung fordert und erhält. Es wäre nur falsch, den Kapitalismus den Großkonzernen zu überlassen. Das hat lediglich die Ausbeutung von Privatpersonen zu folge. Ich denke, fileboom.de ist da auf dem richtigen Weg.

Wenn schon nicht alles kostenlos sein kann, dann sollte wenigstens jeder einen gerechten Verdienst bekommen!

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23. April 2008 21:23

Werde die gedruckte Ausgabe nicht kaufen

Franz Müller (Franzy)

Mir kommt so ein Schinken nicht mehr ins Haus. Lasst Bertelsmann das Ding drucken und Miese machen! Bin überzeugt, dass es kaum Nachfrage geben wird, weil jeder weiß, dass das Ding online schon einen Tag nach dem Druck aktueller ist.

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23. April 2008 20:15

Chancen, anstatt Zweifel!

Michael Wulf (pellissimo)

Sicherlich ruft die Idee von Wikipedia gewisse Zweifel hervor.
Jedoch bleibt die Idee von Wikipedia eine sehr innovative und gute - und besser ist es immer noch die Chancen zu sehen, anstatt zu Zweifeln!

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23. April 2008 19:00

Der Witz eines Lexikons liegt darin *nicht* gedruckt zu sein

Dietrich Wollheim (tillwollheimgmx.de)

Wer jetzt auf die Idee kommt, Wikipedia zu drucken, will offenbar bewusste Geld in den Sand setzten.
Ob das Diebstahl ist, ist nicht das Thema. Wikipedia bleibt ja desswegen trotzdem im Internet bestehen :-).
Aber wer solche Pläne hegt, hat nicht kapiert, was ein Lexikon ausmacht.
Entweder ist es seine Autorithät qua eines berühmten Namens wie Brockhaus oder Btitannica oder es ist eben seine Unendlichkeit der Information und Aktualität der Bereitstellung dieser.
Warum Brockhaus in eine Kriese geriet, liegt einzig an einem unfähigen, arroganten Management. Hätten sie schon früh das Hauptwerk zu einem populären Preis als elektronische Version angeboten, hätten sie nicht 10 mal sondern 1000 mal mehr verkauft und damit die exclusive Printedition stützen können. Diese hat m. E. schon eine Berechtigung, denn wenn ich an meinen Meyer von 1976 denke, macht es ab und an spaß, drin auf Weltreise im gemütlichen Sofa zu gehen.
Wenn es aber darum geht präzise, aktuelle Informationen abzurufen - und dies zügig und umfassend - greift man zum Brockhaus Multimedial, dem großen Brockhaus in 25 Bänden in der gecrackten Version und wenn es noch aktueller sein muß zum Wikipedia. Ein Buch hat da nichts mehr zu sagen! Wikiprint wird Ladenhüter!

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23. April 2008 17:41

Unsinn

Christoph Kukulies (chriskuku)

Bertelsmann (und auch Brockhaus) sollten ihr Geld lieber investieren um eine Suchmaschine aufzustellen und Google Paroli zu bieten. Das wären vernünftige Investitionen. Stattdessen macht Brockhaus ein teures Portal und Bertelsmann
will das Internet drucken.

Aber die Amöbe Wikipedia auf Papier zu bringen ist doch allenfalls Kohlenmonoxydausstoß. Schon im Moment des Drucks hat irgendein selbsternanntes Wiki-Admin-Göttlein das Puzzle zerstört, die Bauklötze umgestoßen.

Wikipedia kann nicht konvergieren.

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23. April 2008 17:23

Eine miserable Idee

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Gewiss scheint es ein gutes Geschäft, sich das geistige Eigentum anderer kostenlos anzueignen. Doch sind viele Artikel der deutschen Wikipedia total unzureichend und basieren (wegen alter Copyrights) auf Informationen aus dem völlig überholten Meyers Lexikon von 1888. Jede neuere Ausgabe des Brockhaus wäre da besser. Die moderneren Angaben sind oft lückenhaft. Gerade gestern suchte ich z.B. kohlensaures Kalium (Pottasche) auf, und fand total unrichtige veraltete Angaben, verglichen mit den weit informativeren und neueren Angaben unter "Potash" in der englischen Wikipedia.

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23. April 2008 17:14

Druck ist vollkommen in Ordnung - Mediumäquivalent

Alex Friedl (atfriedl)

Jeder darf sich Wikipedia-Artikel ausdrucken und jeder Verlag könnte es Bertelsmann nachtun. Es gibt keinen vernünftigen Anlass, dies als „Betrug an den Wikipedia-Schreibern!“ auszufassen, solange deutlich ist, was die Quelle ist. Auch sind die Überlegungen, dass Fehler enthalten sein können, kein Anlass, eine Fixierung zu vermeiden, denn es besteht ja nicht der Anspruch der Fehlerfreiheit, weder online noch offline oder auf Papier - es ist nur eine Momentaufnahme. Wenn sich jemand viel Papier ins Regal stellen mag, soll er das tun. Möglicherweise erreicht man auf diese Weise Menschen, die von den aktuellen Bewegungen bisher noch nichts oder nur wenig mitbekommen haben. Und wenn es dann derjenige doch genau wissen will, was die Diskussion um einen Artikel oder die Änderungshistorie offenbart, so steht ihm ja nichts im Wege, die Online-Version zu besuchen.

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23. April 2008 17:11

Unternehmerisches Wagnis ...

Hubert Hummelt (hhummelt)

kann doch jeder entwickeln, wenn er will. Und wenn die Bertelsmänner, die fürs Geld verantwortlich sind, glauben, dass man mit so einer Idee Geld machen kann, dann soll man sie doch lassen. Wenn's falsch war, ist es doch ihr Geld.
Allerdings wäre es wünschenswert, wenn die Bertelsmänner, die für die Rechtskunde verantwortlich sind, auch das Ihre getan haben. Nehmen wir wenigstens das mal an.

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23. April 2008 17:06

Auf dem Teppich bleiben :)

Henriette Fiebig (HenrietteF)

Als Mitarbeiter der Wikipedia finde ich diese Debatte sehr erhellend, zeigt sie doch wie wenig tieferes Wissen um das Projekt vorhanden ist. Natürlich darf Bertelsmann die Texte der WP auch kommerziell nutzen: Das gibt die Lizenz so her und jeder Autor weiß das (oder sollte sich dessen bewußt sein). Von „Betrug an den Autoren“ zu sprechen ist also Mumpitz. Das viele Autoren nicht gerade glücklich sind, daß es ausgerechnet Bertelsmann ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt (da haben die Autoren allerdings kaum bis kein Mitsprache- oder Vetorecht).

Am erstaunlichsten finde ich allerdings, daß das Projekt der Bertelsmänner jetzt zu „Bertelsmann druckt Wikipedia“ zusammengeschnurrt wird: Natürlich drucken die nicht Wikipedia! Sie nehmen die Einleitungen von 50.000 ausgewählten Artikeln (die deutschsprachige WP hat über 740.000 Artikel!) und packen das auf 1.000 Buchseiten. Da bleibt nicht mehr viel übrig von den Texten und die Informationstiefe eines „echten“ Wikipedia-Artikels wird so nicht mal im Ansatz erreicht. So gesehen entpuppt sich die Sache dann tatsächlich als Mogelpackung: Wer glaubt, daß er eine gedruckte Version der Wikipedia erwerben kann, der irrt. Er bekommt ein aus Wikipedia generiertes Stichwortverzeichnis.

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23. April 2008 16:02

Wikipedia;geduckter Unsinn...Man kann schreiben,was man will.Klatsch ist wahrer.

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Aber Selbstbespiegelung hat ascheinend unzaehlige Anhaenger und sie werden sogar immer mehr.
Also froehliches Surfen !!!!

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23. April 2008 15:58

Echtheit?

Björn Bierström (bierstroem)

Und was ist mit den ganzen fehlerhaften Angaben? Werden die vorher noch korrigiert?

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23. April 2008 15:56

Copyright #2

Georg Schmidt (Schorschi)

Der Autor tritt nicht sämtliche Rechte an seinen Werken ab - was auch nur sehr schwer möglich wäre.
So muss z.B. der Autor bei der Verwendung seiner Werke genannt werden.

Hier ein Auszug aus den Wikipedia Lizenzbestimmungen:
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Lizenzbestimmungen
"Einzelne Artikel oder der gesamte Inhalt der Wikipedia dürfen unverändert für Print- und Onlinepublikationen übernommen werden. Dabei ist der Abschnitt 2 der GFDL zu beachten. Die Kopie muss dabei vollständig erfolgen, insbesondere ist die Änderungshistorie (sprich die Namen der am Dokument beteiligten Autoren) mit zu kopieren."

Bei Einhaltung aller Bestimmungen wird dem Leser der Print-Wiki schnell klar werden, dass er mit dem Buch nicht am Pulse des Artikels ist, sondern dass er nur eine aussgedruckte Linkliste vor sich hat.

Ob diese Botschaft der Wikipedia schadet, oder vielmehr zeigt, dass die Online-Informationen aktueller, ausführlicher und nachvollziehbarer sind, wird die Zukunft zeigen.

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23. April 2008 15:51

Eine gute Idee

Chris Knight (chrisknight)

Auch ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ich denke, es ist eine prima Idee von Bertelsmann Artikel aus Wikipedia als Buch zu drucken. Das Buch wird mit Sicherheit ein Erfolg, da alleine schon der Name Wikipedia eine starke Marke ist und das Produkt sich dadurch von anderen "Kompakt-Lexika" abhebt. Auch der Liebhaber-Wert sich ein Buch in das Regal stellen zu können an dem man selbst mitgewirkt hat, wird für gute Verkaufszahlen sorgen.
Bedenken, dass der gleiche Inhalt im Netz frei verfügbar ist habe ich auch keine, da mit dem geringen Preis von rund 20 Euro nicht in erster Linie für den Inhalt des Buches bezahlt wird, sondern vielmehr für die Tatsache dass es sich um ein qualitativ hochwertiges gebundenes Exemplar handelt.
Um zuletzt auch die Bedenken aufgrund "geprellter" Wiki-Autoren, die ihr Wissen und ihre Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt haben, während Bertelsmann nun "abkassiert", aus dem Weg zu räumen, gebe ich zu bedenken, dass vor einiger Zeit Wikipedia aufgrund mangelnder Spenden noch kurz vor dem Aus stand. Die Einnnahmen aus dem Buch kann Wikipedia sicherlich gut gebrauchen. Und die Autoren haben das gute Gefühl somit nicht nur inhaltlich sondern auch finanziell an dem Erhalt Wikipedias beteiligt zu sein.

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23. April 2008 15:42

Open Source Projekt?

TILMAN KLUGE (TILMAN_KLUGE)

@Dennis Schmolk (anouphagos)

[Zitat (A)]: 2. Die Wikipedia ist ein Open-Source-Projekt, man darf also mit den Inhalten machen, was man will. Das weiß auch jeder mündige Nutzer. [Zitt (E)]

Es stelltsich schon die Frage, wie weit man mit einem Open Source Projekt gehen kann und was dessen Sinn ist. Es ist ein Unterschied, ob sich ein Schüler oder Student Texte für eine Hausarbeit zusammensuchen, ein Bürger sich in einer Sachfrage schlau macht oder ein Verlag das ganze Angebot am Stück zum (im Gegensatz zu den v.g. Beispielen) nicht mehr inhaltlich festzumachenden Profit macht. Übrigens müßte das dann ejder Konkurrent auch machen dürfen, was zu einer zweifelhaften lexikalsichen Vielfalt führen würde.

Was Bertelsmann macht oder machen will, ist mit dem Verhalten eines Kaufhauskunden zu vergleichen, der, als das Kaufhaus eine Wühlkiste mit Gratisangeboten aufstellte, in Kenntnis dessen den gesamten Kisteninhalt abtransportierte.


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23. April 2008 15:31

Political Coerrectness

TILMAN KLUGE (TILMAN_KLUGE)

Wikipedia mag ein hochintressantes Projekt sein. Ich nutze Wikipedia und schreibe selber Beiträge (TILMAN_KLUGE). Aber (auch deshalb) nobody is perfect. Weil das besonders für Wikipedia gilt und systembedingt gelten muß, darf es eine Wiki-Druckausgabe nicht geben.

Die vermeintliche Freiheit der Beiträge leidet unter der Herrschaft einiger eingessener Wikipedianer, denen oftmals Beiträge/Änderungen-Löschen gegenüber Beiträge-Diskutieren vorgeht. Das wäre bei offensichtlichen fachlichen Fehlern der Lösch-Opfer noch in Ordnung, nicht aber dann, wenn Political Correctness der Maßstab ist oder man sich streiten müßte, was denn lexikalisch richtig oder falsch formuliert sein mag.

Auch werden bestimmte Dinge in Wikipedia nie ausdiskutiert sein, vgl. z.B. das Thema Cannabis/Hanf. Daß das so ist, ist ein gewisser Charme von Wikipedia, wäre aber in einem gedruckten Lexikon schlichtweg essentiell fehelrträchtig.

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23. April 2008 15:24

Erster und zweiter Gedanke

Bernd Hofmann (turbooeko)

Wikipedia druckt die 55.000 meistgeklickten Begriffen und verkauft das ganze für €19,95 erstmal kein schlechtes Angebot finde ich. Der Brockhaus in einem Band mit 55.000 vom Herausgeber gewählten Begriffen kostet € 24,95.- . Jetzt müsste man die beiden Werke vergleichen - unterscheiden sie sich nur marginal, so ist der Druck Papierverschwendung und somit Umweltverschmutzung - und schädigt das Klima - und in Afrika verhungern deswegen die Kinder - und und und. Sind aber nur wenige Begriffe identisch so könnten sich die Werke ergänzen und man hätte für < € 50.- ein passables Nachschlagewerk --> Man braucht den Computer nicht so oft einzuschalten - das spart Energie - Ressourcen werden geschont - das Benzin wird billiger - in Afrika werden die Kinder satt.
Da ich die beiden Bände nicht vorliegen habe kann ich mir kein Urteil bilden und mir den Kommentar auch sparen können, aber das ist ja das schöne daran, online kann jeder alles kommentieren, wenn in ein Buch ständig jemand hineinkritzelt wird es irgendwann unschön.

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23. April 2008 09:10

wikipepia gedruckt, ein versuch ?

ulrich scheller (schellerul)

wir arbeiten jede woche mit ausgedruckten wikipediaartikeln zur informationsbeschaffung, das heißt aber noch lange nicht, daß ein gedrucktes wiki-lexikon am büchermarkt verkäuflich sein wird. vielleicht zielt bertelsmann auf eine käufergruppe von bibilophilen , ich jedenfalls bewundere den unternehmerischen mut
der bertelsmänner.

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22. April 2008 21:06

Bitte einmal an die eigene Nase fassen!

Werner Grunewald (perplexo)

Es ist erstaunlich, daß dies heute bereits der zweite (!) Artikel in der Online-Ausgabe der FAZ ist, der Kritik an einer Printversion der Wikipedia übt. Dabei versuchen doch Verlage seit Jahren, ihre Printprodukte auf mangelhafte Art und Weise im Web durchzusetzen. Dies sollte Anlaß dazu geben, zuerst die eigenen Online-Produkte kritisch zu betrachten, statt über die "entgegengesetzten" Bemühungen anderer zu lästern. So ist das Layout der meisten Online-Zeitschriften grausam, Bilder werden nicht HTML-gemäß im Text-Kontext eingebettet, sondern stattdessen durch lästige "externe" Bilderstrecken ersetzt, die womöglich nur mit JavaScript (wie bei der FAZ) zu betrachten sind. Der Artikeltext selbst befindet sich im Browser grundsätzlich auf der linken Seite, ist also nicht ergonomisch mittig plaziert, so daß man den Browser verschieben muß, um ein einigermaßen angenehmes Lesegefühl zu bekommen. In der rechten Spalte befinden sich dann überwiegend überflüssige Informationen, die Ottonormal-Leser ohnehin so gut wie nicht ansieht. Hyperlinks werden oft gar nicht benutzt.

Mein Fazit daraus: Bitte einmal ganz fest an die eigene Nase fassen, liebe Printmedien!

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22. April 2008 18:44

Eine Käufergruppe gibt es mindestens...

Marc Rieger (rieger74)

...die zahllosen Mitschreiber an Wikipedia, die sich jetzt stolz ein "echtes" Buch ins Regal stellen können. (Ohne, dass ihre Arbeit von spaeteren Ueberarbeitungen langsam verwischt wird...)
Im Ernst: Warum nicht Wikipedia als Buch? Ist doch eine lustige Idee und schadet der marke "Wikipedia" auch nicht. Verraten fuehlt sich da doch keiner, bei nur 19.99 Euro.

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22. April 2008 16:30

"Keine Radioanstalt sendet ihre Beiträge im Fernsehen."

Falk Meyer (Falk_M)

Öhm, was ist mit 1Live -> Domian? ;)

Ansonsten würd' ich mal sagen, dass Verweise und Suchfunktion nicht die einzigen Vorteile der WP sind. Es ist aber durchaus vorstellbar und auch schon immer Teil des Plans gewesen WP-Artikel sinnvoll für den Druck aufzubereiten und letztendlich gedruckte Versionen herauszugeben.

Persönlich sehe ich aber für mich auch keinen Vorteil, mir diese gedruckte Kurzausgabe zu kaufen. Und ob das nun der große Erfolg wird, bleibt abzuwarten.

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