Trauerfeier für Robert Enke

Volkstrauer

Am Sonntag, dem Volkstrauertag, haben Zehntausende Robert Enke die letzte Ehre erwiesen. In Bildern wie jenen aus Hannover spiegelt sich nicht nur das urmenschliche Bedürfnis zu trauern, sondern Trauer und Mit-Leid an einem Ort und zu einer Zeit Raum zu geben. Von Daniel Deckers

Lesermeinungen zum Beitrag

16. November 2009 14:56

Im Selbstmord..

Michael Posthoff (MisterMischa)

..steckt auch immer ein Nein! Ein Nein zum Leben, zur Familie, zur Gesellschaft, zu allem. Deswegen war früher eine Bestattung auf dem Kirchhof unmöglich und deswegen taten sich die sozialistischen Länder stets schwer mit Selbstmordstatistiken. Vielleicht sollte man das nocht ganz aus den Augen verlieren.

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16. November 2009 14:33

Keine Volkstrauer für unsere gefallenen Soldaten?

Hans-Jürgen Hammacher (Hans-J.Hammacher)

Die Trauerfeier für Robert Enke im Stadion Hannover am Volkstrauertag wirft m.E. eine Frage auf, die nach den möglichen Eindrücken in der Öffentlichkeit lieber umgangen wird: Wie gehen wir mit der Trauer, dem Leid der Familienangehörigen in unserem Lande um, deren Söhne im Kriegseinsatz in Afghanistan für die Interessen Deutschlands gefallen sind? Für einen Fußballer gibt es eine überdimensionierte Trauerfeier - was ich nicht kritisiere -, für unsere gefallenen Soldaten wird der Tod "privatisiert", am liebsten "versteckt", um nicht öffentlich nach Sinn ihres Sterbens fragen zu müssen. Es ist unwürdig für unsere Gesellschaft, wenn sie nicht Willens oder in der Lage ist, den bedauerlichen Tod ihrer gefallenen Soldaten öffentlich zu betrauern. Wo bleibt da der Staatsakt? Ist der Einsatz ihres Lebens einer angemessenen Trauerfeier nicht würdig? Eine große Anteilnahme und eine angemessene öffentliche Ehrung jedes einzelnen gefallenen Soldaten muß eine Selbstverständlilchkeit sein, sie sind für unseren Staat, für uns gestorben. Ein würdiges Mahnmal, daß nicht hinter Kasernentoren versteckt wird, sowie eine mit militärischen Ehren durchgeführte Trauerfeier sind wir allen Soldaten, die im Auslandseinsatz gefallen sind, schuldig!

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16. November 2009 12:56

Panem et circenses, oder auch: Deutschland sucht die Super-Analog-Emotion

Dennis Winter (cuibono)

Volks-Trauer-Event......"Public-Viewing"......Der abrupte Tod zu Gast bei 'Freunden'.......und das ausgerechnet zum Tode eines offensichtlich mehr als verzweifelten sensiblen Mannes, der im Leben nichtmal das Wort "Depressive Erkrankung" laut sagen durfte, wollte, oder konnte, aus Angst vor den möglichen Folgen. Beruflich als auch privat. Wie ungeheur g r o t e s k mutet das Ganze nun umso mehr an. Mich stoßen die Fotos der "Trauerfeier" aus der Arena ab. Das selbe gilt für die nun nicht enden wollenden Artikel getränkt mit fiebrig überhitzten "total betroffenen" Superlativen. Tag für Tag. Das nehme ich dem Gros dieser Gesellschaft so nicht ab. Welche Meinung wohl Robert Enke dazu gehabt hätte? Inszeniertes Spektakel? Verkernert. Fiebrig. Grell. Laut. Unintim. Auf Sendung.
Ja, es wirkt auf mich abstoßend, das ans grelle Licht Gezerre einer (von R. Enke so sehr ersehnten?) Ruhe und Stille, zurück in den flutlichtbestrahlten Lärm, vor all die neugierigen Augen und Ohren einer nach Unterhaltung lechzenden anonymen Millionen-Öffentlichkeit.
Let me entertain you ? - No, I can't !
Vorhang.

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16. November 2009 00:38

Eine morbide Gesellschaft

Christian Jäger (Jaeger500)

Den Bezug zum Volkstrauertag halte ich im Zusammenhang mit dem Selbstmord eines Fußballspielers, der - trotz persönlicher Schicksalsschläge und einer Krankheit - ein absolut privilegiertes Leben führte, für ziemlich verfehlt. Diese zehntausenden Kriegsopfer - auch in Deutschland - für die dieser Gedenktag eigentlich bestimmt war, waren nämlich zumeist solche, die den Namen auch verdienten und zudem oft meinten, anderen mit ihrem Handeln zu nützen. Trotzdem werden sie heute zumeist - obwohl sie nicht freiwillig aus dem Leben schieden - im besten Falle ignoriert. Die Gleichsetzung des Todes eines Sportprofis, der sich selbst vor den Zug warf, mit z.B. Bombenopfern oder Menschen, die bei Versuchen andere im Krieg zu retten, ums Leben kamen, verbietet sich. Enkes Tod wird nur deswegen solch überbordende Aufmerksamkeit zuteil, weil er zum Opfer der Gesellschaft, das für seine Handlungen nicht verantwortlich zu machen ist, stilisiert werden soll. Der Mann und seine Familie verdienen Mitleid - eine Heldenverehrung mit einer Zermonie, die an ein Staatsbegräbnis erinnert, dagegen nur dann, wenn man im Kranken und Toten per se etwas heldenhaftes sieht.

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16. November 2009 00:29

@Gabriel Wolmert

Klaus-Uwe Junker (Klaus-UweJunker)

bei allem Respekt... Nein! Ein junger Mann ist gestorben. Gescheitert an seinen eigenen Ansprüchen, an seiner Krankheit hat er keinen Weg mehr gewusst. Hat sich selbst aufgegeben und alle seine Hoffnungen. Hinterlässt Frau und Kind - viel zu früh.
Ein Mann, vor dem ich ob seiner Fairness im Sport den größten Respekt habe.
Mag sein, dass Sie sein Tode nicht berührt. Aber warum lassen Sie mir nicht das Recht um diesen wunderbaren Menschen, den ich persönlich nicht gekannt habe, zu trauern?

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15. November 2009 23:22

Volkstrauertag

Judy Wenz (judyw)

Ein Tag zum Gedenken "an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen".
Im Gegensatz zu Herr Reents mit seinem Beitrag 'Ihr Klager klagt' haben Sie Herr Deckers die Kommentarmöglichkeit nicht abgeklemmt.
Herr Reents brachte Konrad Adenauer ins Spiel, Sie bringen Lady Di und Papst Johannes Paul II ins Spiel.
Ich bin der Meinung, wenn jemand an einer Trauerfeier teilnehmen möchte, dann ist das eine sehr persönliche Sache. Die Aufgabe der Presse wäre es, in einem prominenten Fall den Zeitpunkt und den Ort der Trauerfeier rechtzeitig mitzuteilen und sich dann diskret zurückzuziehen.

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15. November 2009 22:37

Bei allem Respekt...

Gabriel Wolmert (Gawo2)

....und Anteilnahme: Hier ist nicht Helmut Kohl oder Helmut Schmid gestorben!! Es ist mir ein kleines Rätsel in was für eine kollektive Depression sich hier gesteigert wurde!! Ein Nationaltorwart ist gestorben. Was tun wir wenn eines Tages Franz Beckenbauer sterben sollte??

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