Erschreckendes Unwissen

„Die DDR war keine Diktatur“

Sie halten Willy Brandt für einen berühmten DDR-Politiker und wissen nicht, wer 1961 die Mauer errichtet hat. Eine Studie offenbart, wie sehr es Schülern an Kenntnissen über den einstigen Nachbarstaat mangelt.

Lesermeinungen zum Beitrag

25. Juli 2008 18:29

Ein großes Problem von Schule und Bildung in der heutigen Zeit ...

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

ist, wie ein inzwischen pensionierter Ausbilder angehender Lehrer kürzlich sagte, daß "nichts mehr richtig gelernt" wird. In der Tat: Man redet nur noch über Methoden, Lerntechniken, neue Medien; Vernetzung sei das Wichtigste, wird immer wieder betont. -- Schön und gut. Aber was will man eigentlich vernetzen, wenn keine Inhalte da sind? Ich sehe das genauso wie einer meiner Vorkommentatoren: Allein die Fähigkeit, ein Wort -- z.B. "DDR" -- in eine Internet-Suchmaschine eingeben zu können, ist noch keine erstrebenswerte Kompetenz. Doch die Marschrichtung im Bildungsbereich ist eindeutig: Weg von den Inhalten, d.h. weg vom sog. "stumpfsinnigen Pauken". Das Ergebnis ist eine Generation junger Menschen, die zwar angeblich in der Lage sind, sich alles selbständig zu erarbeiten und zu erschließen (den Methoden und Vernetzungen sei Dank!), die aber im Grunde nur wenig wissen. Sobald in einer Studie ein paar einfache Fakten abgefragt werden, kommt die ganze Mogelpackung ans Tageslicht. Auch in Deutsch und Mathe. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich weiß auch, daß reines Auswendiglernen von Jahreszahlen und Co. noch keinen guten Geschichtsunterricht ausmacht. Aber was heute betrieben wird, ist meines Erachtens gezieltes Nichtlernen.

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25. Juli 2008 18:18

Nachdem sie schon vor dem Fall der Mauer im Westen verniedlicht wurde...

Wolfgang Schaefer (schaeferw)

...braucht man sich eigentlich nicht wundern. Schon vergessen, wie schnell man zur Tagesordnung überging, als sich eine Linke Abgeordenete aus Niedersachsen vor der Hamburgwahl so positiv über Mauer und Stasi äußerte? Hatte die nur zu laut gesagt was die anderen dachten? Nach 1990 sind die Lehrpläne für den Geschichtsunterricht nicht angepaßt worden. Wozu auch? Warum sollten die Leute, die unsere Kinder unterrichten, ein fahles Licht auf eine Diktatur werfen, die eine Partei, die mehrheitlich aus dieser stammt gerne in noch schönerer Form neu errichten würde? Nachdem Parteien, denen diese Leute mehrheitlich zuneigen, diese Neo-DDRler für koalitionsfähig halten (wenn auch bis zur nächsten Bundestagswahl nur auf Länderebene), wäre ein solcher Beitrag zur Volksbildung geradezu kontraproduktiv.

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25. Juli 2008 18:01

............und nicht zu vergessen

Gabriele Wurzel (G.Wurzel)

....... PDS und LINKE. Wowereit hatte noch nicht mal Skrupel, eine solche Koalition in der Bundeshauptstadt, dem einst geteilten Berlin zu bilden. Die SPD macht die LINKE auch im Westen hoffähig, siehe Ypsilanti & Co. Wundert es dann, dass viele Bundesbürger die DDR für so schlimm nicht halten können? Aber immerhin: Die Mehrheit der Bundesbürger glaubt Herrn Beck und der SPD nicht, wenn sie vorgeben, auf Bundesebene scheide eine Koalition mit der LINKEN aus. Hoffentlich ziehen sie dann bei etwas Nachdenken auch die richtigen Konsequenzen.

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25. Juli 2008 17:59

Und das sind die Wähler von morgen!

Melita Zimmermann (melitaz)

Wer so wenig über die Deutsche Geschichte weiß, wird nur nach "Gefühl" wählen! "Deutsche Demokratische Republik" klingt gut, also muss diese Republik auch gut gewesen sein, "sozial" und "sozialistisch" sind weitere Begriffe, die "gutes verheißen" und deshalb wählbar sind. Wer in den Schulen und im Elternhaus die Verantwortung für diese Jugend trägt und nicht schleunigst gegensteuert, wird noch sein "Blaues Wunder" erleben! Diese Unwissenheit ist erschreckend, doch die "PISA STUDIE" hat uns alle vorgewarnt und nichts ändert sich.

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25. Juli 2008 17:59

"einstiger Nachbarstaat"

Eiko Behrens (libera)

... aber noch viel erschreckender ist doch, dass die so genannte DDR hier als "einstiger Nachbarstaat" bezeichnet wird ... Herzliche Grüße aus Berlin, EB

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25. Juli 2008 17:37

"die DDR war keine Diktatur"

Peter Weingartz (PeterWeingartz)

Als " Nicht - TV - Konsument" hatte ich in dieser Woche Gelegenheit, eine Fernsehshow im Ersten Programm anzusehen. Mich wundert nichts mehr. Aktive, frontale Verdummung des gemeinen Volkes ist offensichtlich erstes Ziel der Macher. Dagegen kann auch die beste Schule nicht anlehren. Dies soll wohl auch nicht sein. Intelligente Menschen schauen kein Fernsehen; und vor allem: sie zahlen keine Fernsehgebühren! Weltuntergang.

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25. Juli 2008 17:23

Bei allem sollte man fair bleiben!

Gabriele Wurzel (G.Wurzel)

Ohne das beschönigen zu wollen: Die heute 14-Jährigen sind 1994 geboren. Das alles ist für sie Geschichte - jeder sollte sich auf seine Kenntnisse aus der Vergangenheit prüfen. Der Stoff wird immer umfangreicher, vieles ist wichtig, jeder setzt andere Schwerpunkte, alles geht nicht! Klar, die deutsche Geschichte gehört dazu! Nicht nur im Osten gibt es viel Nostalgie! Viele Erwachsene interessieren sich nicht für Politik/Geschichte (hat viele Gründe!!), wissen wenig!Jeder hat mit seinem Alltag genug; dabei sind Radio, Fernsehen an. Das sich Konzentrieren fällt vielen heute erheblich schwerer, Handy, Spielkonsole, Internetspiele, Bushido & Co. sind für das Lernen ohnehin nicht gerade hilfreich. Da sind die Familien gefordert. Und wenn dann selbst Politiker aller couleurs beim Lernen dem vordergründigen Nützlichkeitswahn frönen oder es für ausreichend ansehen, Techniken zu lernen, tut dies ein Übriges. Danach würde ausreichen, das Stichwort DDR ins Internet zu geben - allein dies zeigt, wie falsch der Ansatz ist. Ohne solide Kenntnis, ohne Orientierung und Maßstäbe ist man nicht in der Lage, zwischen richtig und falsch, ethisch vertretbar und nicht zu unterscheiden. Die Politik ist in sich weder stimmig noch stringent!

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25. Juli 2008 17:18

Nun ja...

Markus Leibold (MSL)

Um das festzustellen, kann man auch einfach aktuelle Wahlergebnisse ansehen. Viel Vorwissen kann da nicht vorhanden sein...

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25. Juli 2008 17:16

Kein Wunder

Ralf Kowollik (InterNETkobold)

Dreiundsechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist man in Deutschland noch immer damit beschäftigt, minutiös die Nazi-Vergangenheit "aufzuarbeiten". Über die zweite Diktatur auf deutschem Boden (die SED.-Herrschaft) wird dagegen kaum noch geredet - bestenfalls wird sie totgeschwiegen, schlimmstenfalls wird sie verniedlicht. Bei so viel öffentlicher Ignoranz braucht man sich über die Unkenntnis unserer Schüler bezüglich der DDR nicht zu wundern.

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25. Juli 2008 17:14

DDR was ist das?

Claudia Schüßler (felida)

Kein Wunder! Im Geschichtsunterricht kommt man nur selten über den Zweiten Weltkrieg hinaus...

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