Die internationale Gemeinschaft steht in Afghanistan vor einem Scherbenhaufen. Denn die Kultur am Hindukusch bietet offenbar zu wenige Anknüpfungspunkte für eine Demokratie, die auch den Ansprüchen des Westens standhält. Von Jochen Buchsteiner

Lesermeinungen zum Beitrag

11. November 2009 18:35
Herr @Siegen (rolfS2)  
Ferdinand Reemtsma (Reemtsma)

Zitiere Sie:
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"Auf die Idee, dass manche auf diesem Globus ohne westliche Segnungen leben koennen und wollen, scheinen Sie garnicht erst zu kommen. Schulen und Ausbildungsplaetze?"
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Erlauben Sie mir eine kurze Antwort.
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"Bankrotte" Gesellschaftssysteme im Westen mag ich nicht zu erkennen, für Deutschland trifft dies sicherlich nicht zu.
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Grunsätzlich aber gilt, eine fundamentalistische Grundeinstellung, in der Breite der Bevölkerung Afghanistans, ist den dort üblichen besonders harten Lebensbed. geschuldet. Diese harten Lebensbedingungen bedürfen harter Regeln, um dem Einzelnen aber auch der jeweiligen Gemeinschaft das Überleben zu sichern.
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Afghanistan liegt im Global Paece Index auf Platz 143. Der Global Peace Index ist der Versuch, die Friedfertigkeit von Nationen und Regionen anhand eines relativen Vergleiches darzustellen. Erstellt und herausgegeben wird er durch ein Internationales Gremium bestehend aus Friedensexp., Friedensinstituten und dem Zentrum für Frieden und Konfliktstudien der Universität Sydney bzw. der britischen Zeitschrift The Economist.
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Die durchschnittliche Lebenserw. liegt dort bei 42,9 Jahren und der Pro-Kopf-Anteil am BIP bei 473 USD.
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Dieses alleine, sind Gründe zu helfen.

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11. November 2009 17:55
Mr. @Maximilian Mueller (TheckMiller)  
Ferdinand Reemtsma (Reemtsma)

Aber, aber, Menschenrechte haben für den "Westen" noch nie eine wesentliche Rolle gespielt, wenn es darum ging, andere Länder zu besetzen und wirtschaftlich auszubeuten. Dafür gibt es unzählig viele Beispiele, vom Sklavenhandel (insbesondere in Afrika) über die Eroberung Amerikas (mit den damit verbundenen Völkermorden an Ureinwohnern) bis hin zum "Öl-Befreiungskrieg" im Irak.

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09. November 2009 07:43
@Rolf Joachim Siegen  
Maximilian Mueller (TheckMiller)

Ich denke zumindest Menschenrechte sind dann wohl doch als einer der Hauptbestandteile westlicher Kultur als "unwiederstehlich (sic!) sexy" anzusehen... Wuerden sich vielleicht sogar einige Afghanen drueber freuen, moegen sie auch noch so westlich sein.

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08. November 2009 05:35
"westliche Demokratie" konsumieren?  
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

Leser Reemtsma, Sie scheinen die 'westliche Demokratie' fuer unwiederstehlich sexy zu halten, nicht wahr!?? Auf die Idee, dass manche auf diesem Globus ohne westliche Segnungen leben koennen und wollen, scheinen Sie garnicht erst zu kommen. Schulen und Ausbildungsplaetze? Warum sollen sich die Afghanen diese ausgerechnet von Westlern aufdraengen lassen, aus bankrotten Gesellschaftssystemen??

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07. November 2009 21:25
Wer lesen kann, ist im Vorteil @Rolf Joachim Siegen (rolfS2)  
Ferdinand Reemtsma (Reemtsma)

Bevor die Menschen in Afghanistan "westliche Demokratie" konsumieren können, ist es erforderlich, wirtschaftliche Grundlagen zu schaffen. Wirtschaftliche Infrastruktur, welche der Bevölkerung Afghanistans (insbesondere der jüngeren Generation) nach einer Schulausbildung in der breiten Masse auch Ausbildungsplätze und anschließend Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Dies ist eine Aufgabe, welche mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.
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Eine massive Förderung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung Afghanistans ist die einzige Möglichkeit, diese Region zu "befrieden".
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Eine Alternative hierzu, existiert nicht wirklich :-).

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07. November 2009 17:57
Du meine Guete!  
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

Die afghanische Stammesgesellschaft eindämmen? Leser Reemtsma, warum fordern Sie nicht gleich, dass die Afghanen so werden muessen, wie Westler!? Verordnen Sie denen doch Zwangsimplementierung von westlichen Genen!

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07. November 2009 13:59
das ist auch der Grund um  
Lill-Karin Bryant (kb26919)

ALLE westlichen Truppen aus dem Oedland abzuziehen.Es sind zu viele deutsche Soldaten dort umgekommen und verletzt worden.Es hat keinen Sinn.

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07. November 2009 13:47
Ein Vorschlag zur Güte!  
Ferdinand Reemtsma (Reemtsma)

In einem friedlicherem Teil Afghanistans damit beginnen, massive Wirtschaftshilfe zu leisten. Einen begrenzten Bereich wirklich sichern und systematisch aufbauen. Sodaß die afghanischen Bürger - auch langfristig - tatsächlich eine Besserung ihrer Lebensumstände erfahren. Ein langfristiges Aufbauprojekt, mit dem Ziele, dieses zu einem späteren Zeitpunkt auf weitere Landesteile auszudehnen.
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Das wird die einzige Möglichkeit sein, den massiven Widerstand in der fundamentalistisch geprägten afghanischen Stammesgesellschaft einzudämmen.
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Zusätzlich eingesetztes Militär bewirkt nur, dass der afghanische Widerstand weitere Ziele ins Visier nehmen kann.

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06. November 2009 20:40
Schaufensterveranstaltung der F. A. Z.  
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

Um den Verfasser abzuwandeln: Wer der Hoffnung anhaengt, die F. A. Z. werde jemals von dem Versuch lassen, den Lesern das Maerchen vom edelmuetigen, selbstlosen Westen in Afghanistan aufzutischen, muesste sich getaeuscht sehen.

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