Zum Glück gibt es noch andere Medien, aus denen man seriösere Einschätzungen bekommen kann als in diesem FAZ-Pamphlet zu Berlusconi. Ich weiß wenig über italienische Politik, deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, die differenzierte Berichterstattung des Economist zum Thema zu lesen. Hauptsatz daraus: "It was Mr Berlusconi's conflicts of interest and his tangled web of judicial proceedings that first led The Economist to judge him unfit to be prime minister. We stick to that view." Es geht um unmäßige Medienkontrolle, um einen Mischmasch aus Gesetzen zu Berlusconis Gunsten - es geht also um reale Bedrohung der Demokratie. In Ihrem Artikel erscheint Berlusconi als Saubermann, der sich gegen ein Kartell linker Zeitungen zur Wehr setzt und im übrigen alles brav selbst bezahlt (Renovierung des Palazzo Chigi), wie immer wieder betont wird. Es ist eine intellektuelle Zumutung.
.. wo das Wissen aufhoert. Berlusconi der in das Gelingen verliebt ist, mehrfach schon bewiesen hat das er zum Gelingen alles auf eine Karte setzt, ein Hasadeur also, wird in diesem Artikel auf einen Schild fast zu einem Idol erhoben. Sein Land und der EU werden seine Eskapaden zur Last werden. Er wird nach der Devise handeln, wie schon immer, das zu tun, wo andere sagen das dies nicht geht, fast weder auf Gesetze und Grenzen achten. Er ist ein Mensch der oft unberechenbar, unlogisch und selbstzentriert ist. Ja, so wird er in die Geschichte eingehen. Nicht als ein anderer oder gar besserer Politiker wie vorher. MAKSAS
Als Unternehmer schafft er's wohl kaum, als gewiefter Politiker erst recht nicht. Da müsste er schon ein Imperium gründen und wieder ruinieren wie Mussolini. In die Geschichtsbücher gelangen meist eher die Halunken als die harmloseren Zeitgenossen. Stalin und Hitler, Nixon und Bush sind natürlich längst drin, doch Bill Clinton wird's kaum fertigbringen, es sei denn wegen seiner zahllosen Skandale.
Tobias Piller versteht den aktuellen Triumph Berlusconis in Italien , so gut wie ich das Sanskrit . Er verwechselt seine starren Vorurteile mit der Realität, in dem er über den Cavaliere nur das kennt , was über ihn die linke - und auch nicht die ganze - Propaganda Jahre lang gesagt hat . Deswegen sollte der deutsche Korrespondent , uns keine Lektionen über Seriosität oder Unseriosität der Politiker aufzutischen . Solche arroganten Lektionen brauchen wir heutzutage überhaupt nicht !
