
Die Ästhetik des Film entspricht - den hier gezeigten Fotos nach zu urteilen - genau der jeder anderen billigen Fernsehproduktion oder Vorabendserie. Damit gegen die bildgewaltige Version von 1959 antreten zu wollen, deren Produktion bereits in den 50er Jahren nahezu das gleiche gekostet hat, ist lächerlich.
Das große Verdienst des Films von 1959 ist es, aus dem in der Tat kreuzdämlichen und unendlich langweiligen Roman eine zwar literarisch nicht besonders wertvolle aber dafür stringente Abentuer-Geschichte über Fall und Aufstieg in bester "Graf von Monte Christo"-Manier gemacht zu haben und diese in überwältigende Bilder, unterlegt von einem symphonischen Soundtrack zu packen. Sowohl in der Gestaltung als auch in der Art des Geschichtenerzählens hat der Film von William Wyler Maßstäbe für Monumentalfilme gesetzt. Was kann die neue Version dem noch hinzufügen?
Eigentlich ist es unverständlich, dass man sich überhaupt an das Remake eines Filmes wagt, der immerhin mit 11 Oscars prämiert wurde, aber die Aufmerksamkeit, die dem Film bereits im Vorfeld zuteil wird, scheint dem dahinter stehenden Kalkül recht zu geben. Dass es Mr Wyler auf diese Art gelingen wird, aus dem Schatten seines Vaters zu treten, darf man aber bezweifeln.

Wikipedia fällt zu einem Remake folgendes ein: "Der Begriff Neuverfilmung (oft englisch Remake) bezeichnet einen Film, der auf einem bereits veröffentlichten Filme oder einer zuvor schon verfilmten Vorlage basiert. Neuverfilmungen sind seit Bestehen des Films üblich und werden aus unterschiedlichen, besonders häufig jedoch kommerziellen Gründen gedreht." Hoffen wir, dass aufgrund der kommerziellen Gründen nicht alles andere weit zurück bleibt. Die Messlatte liegt hier sicherlich weit höher als bei vielen anderen Remakes der letzten Jahre.