
Das Renditedreieck stimmt für die Zeiten vor 1987 überhaupt nicht. Der zurückgerechnete DAX (Start 1987 mit 1000 Punkten) lag im Jahre 1949 bei ca. 500 Punkten und nicht bei 20 o.ä.. Wer also im Jahre 1949 Geld in Aktien anlegte hat heute in etwa den elffachen bis zwölffachen Wert. Das macht eine Bruttorendite von ca. 4.1%. (5 700 / 500)^(1 / (2009 - 1949)) = 1.04139402. Tatsächlich werden von den Vertretern von Aktien- und Fondanlage immer nur die Zeiträume herangezogen, in denen die Aktien gestiegen sind. Diese sind aber auf lange Sicht (50-100 Jahre) nur Episoden. Die meiste Zeit dämmern die Indices herum. Als Beispiel sei auch der NIKKEI genannt, der seit 1989 (Allzeithoch mit ca. 39.000 Punkten) stetig auf nun unter 10.000 gefallen ist. Hier ist das Geld nur noch 25% wert, ohne den Kaufkraftverlust zu berücksichtigen. __ Bezüglich der Wieder-Anlage von Dividenden (wie beim DAX angenommen) möchte ich anmerken, dass kein normaler Anleger die Dividende wieder anlegt, daher verfälscht der Zinseszinseffekt den KURSGEWINN. Im Übrigen gibt es Fonds, in denen Dividenden NICHT dem Fondanlegern gehören, sondern als eine Art zweite Managementgebühr der Fondgesellschaft zufließen. Aber das ist eine andere Geschichte...

Jedem Leser sollte klar sein, dass hier von Bruttorenditen gesprochen wird ohne die evtl. Steuern zu berücksichtigen. Gerade bei einem Vergleich über 10, 20 oder 30 Jahre sollte die Steuer auf Erträge, was insbesondere auch die Rentenfonds (oder Tagegelder) in der Vergangenheit betraf nicht negiert werden. Von 1975 - 1989 betrug der Sparerfreibetrag gerade mal sagenhafte € 153 (DM 300) für Ledige. Dann € 306 und erst ab 1992 dann für kurze Zeit über € 3068. Alle Erträge darüber wurden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.
Weiterhin sollte im Hinterkopf behalten werden, dass Rentenfonds in den letzten Jahrzehnten von den hohen Zinsniveaus ( 7-9% waren keine Seltenheit) profitiert haben. Bei dem aktuellen Zinsniveau ist da für die Zukunft wenig zu erwarten.
Wobei für Rentenfonds die Abgeltungssteuer von Vorteil ist!
Wie bei allen Statistiken sollte Frau/ Mann sich den Anlagezeitraum genau ansehen. Besser wäre hier über einen Untersuchungszeitraum von Bsp. 1970-2008 alle 10 (20, 30) Jahreszeiträume zu erfassen. Das ergibt dann eine durchschnittl. 10-Jahresrendite sowie eine max. und eine minimale Rendite. Das ist aussagekräftiger! So ist der Zeitpunkt der Auflösung auch bei Sparplänen sehr bedeutend für die Rendite!
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Ich kann ihre Argumentation nicht ganz nachvollziehen.
Beispiel: DAX vom 31.12.1995 2.253,90, DAX am 31.12.2005 5.408,26
=> geometrische Rendite 9,1 % und genau das kann man im DAI Rendite Dreieck ablesen, nicht mehr und nicht weniger.
Dass man natürlich irgendwann im Jahr investiert sein kann, ist klar, aber irgendwie muss man vereinfachen.
Übrigens der Dow Jones ist ein Kursindex, d.h., bei der Renditeberechnung, muss man (reinvestierte) Dividenden dazurechnen.
Daraus folgt (lt. Kommer Buy-and-hold-Bibel, S. 37) für den Aktienmarkt USA (Standardwerte) eine geo. Rendite von 1802-2008 von real, d.h., ohne Inflationsrate von 6,5%.
Es bleibt bei meiner Bewertung des Artikels: Ziemlich dünne Datenbasis für eine solche Meinung.

Leider ist das DAI-Renditedreieck kein geeignetes Mittel, eine Anlage (rückwirkend) zu analysieren. Das DAI schreibt selbst: >>Es stellt die jährlichen Durchschnittsrenditen [arithmetische Rendite!] dar, die ein Anleger hätte erzielen können, wenn er in einem beliebigen Jahr seit 1948 den DAX gekauft und ihn in einem beliebigen Jahr ab 1949 wieder verkauft hätte. <<
Nimmt man den DOW JONES, der bereits 1886 eingeführt wurde und somit 123 Jahre alt ist, dann stieg er von 100 Punkten auf heute ca. 10.000 Punkte. Er hat sich verhundertfacht. Möchte man nun die für mich allein gültige Rendite ausrechnen, muss man hierfür nur die 123.Wurzel aus 100 ziehen. Man erhält: 3,8%. Für Skeptiker einfach mal googeln: (1000/100)^(1/ 123) = 1.03815013. Das bedeutet, wessen Urahnen Aktien aus dem Dow Jones gekauft haben, hätte eine jährliche Rendite von 3,8%. Leider hätten die Depotgebühren (1-2%), sowie Managementgebühren und die Inflation von 5% den vermeintlichen Wertzuwachs aufgefressen....

Einen Zehn-Jahres-Zeitraum als Basis für eine allgemeineSchlussfolgerung herzunehmen, ist schon ziemlich kühn und in diesem Falle absolut falsch.
Nehmen Sie als Beispiel das Renditedreieck des DAI (leider nur für Einmalanlagen, aber mit etwas Aufwand zumindest für Jahressparpläne nutzbar), dann erhält man ein durchaus differenzierteres Bild. Die Rendite der letzten zehn Jahre ist dann nämlich am untersten Ende der insgesamt in Zehn-Jahres-Zeiräumen erreichten Rendite seit 1949 anzusiedeln.
Das aktiv gemanagte Fonds nach zehn Jahren in den allermeisten Fällen den Index nicht schlagen, sollte mittlerweile finanzwissenschaftliches Allgemeinwissen sein.

Und was ist mit Fonds, für die die Banken keinen Ausgabeaufschlag verlangen (z. B. viele Direktbanken)?

es ist erfrischend mal einen Artikel zu lesen, der nicht aktienzentriert, sondern leser- und anlegerfreundlich. Sie haben in vielen Dingen ein reales bild gezeichnet. Ich hätte mir gewünscht, wenn Sie die Leser auf den Unterschied zwischen geometrischer und arithmetischer Renidte hingewiesen hätten. Die wenigsten kennen den Unterschied. die meisten Fondgesellschaften nutzen den für sie günstigeren Indikator (a.R.)... Auch die Index-Entwicklung (DAX, DOW JONES etc.) ist bei Betrachtung der geometrischen Rendite ernüchternd (ca. 3-5% p.a.). Wenn man davon Depotgebühren (sowie evtl. Managementgebühren bei Fonds) u.a. abzieht, bleiben die Zuwächse unter den Prozentsätzen der Inflation...