FAZ.NET-Spezial Finanzkrise

Wege zur Rettung der Wall Street

Spezial Die Finanzmärkte kommen nicht zur Ruhe; die Banken misstrauen einander wie noch nie. Jetzt zeigen auch noch die Rohstoffmärkte Anzeichen von Schwächen. Amerika scheint entschlossen, zur Rettung der Wall Street eine Politik der Dollar-Abwertung zu verfolgen. Doch die sozialen Kosten werden hoch sein. Von Holger Steltzner

Lesermeinungen zum Beitrag

21. März 2008 21:26

Die Rettung wird teuer........

wolf haupricht (emilgilels)

Wenn es stimmt, dass vom Kreditvolumen von rd. 700 Milliarden Dollar auf dem US-Immobilienmarkt rd. 350 Milliarden spekulativ bzw. ungedeckt waren, kann man das Ausmaß des Schadens erahnen. Die Frage ist, ob die Verursacher zur Rechenschaft in Form von Schadenersatz heran gezogen werden können.
Hier ist die US-Finanzaufsicht gefordert, die die Beteiligten zur Offenlegung ihrer Finanzen bringen müssen, auch wenn Gelder bereits in Steueroasen ruhen sollten.
Die Kooperation aller Staaten ist gefordert, um diesen Sumpf auszutrocknen und die Geschädigten, vor allem die gutgläubigen "Häuslebauer" in USA, in etwa wieder Lebensmut und Gerechtigkeit zurück zu geben.

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21. März 2008 20:46

Versucht's doch mal mit Konglomeraten

Ro3ert Schrey (etiterum)

Die Konglomerate haben etwas, das man als internen Kapitalmarkt bezeichnet. Die Rolle der Banken besteht ja darin, Geld von denen, die gerade zu viel haben, zu denen zu bringen, die gerade welches brauchen. Wenn die Banken diese Funktion nicht mehr gut erfüllen, dann droht Gefahr für die allgemeine Wirtschaft. Hier hat das Konglomerat seinen Auftritt, indem der Transfermechanismus von Kapital zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen und Firmen unter einheitlicher Leitung steht.

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21. März 2008 20:20

Wege zur Rettung der Wall Street

Peter Weingartz (PeterWeingartz)

Herzlichen Dank für diesen ausgewogenen Artikel.Mir scheint die Frage zentral zu sein, warum die Aufsichtsbehörden Bank(Risiko-)Geschäfte außerhalb der Bankbilanzen zugelassen haben; warum hat die Politik (übrigens auch ein Herr Lafontaine, als er als Finanzminister noch zuständig war) und in der Folge die Aufsicht auf eine Kapitalunterlegung der in sog. SPVs "versteckten" Risikogeschäfte verzichtet? Hier ist der Ausgangspunkt des Desasters lokalisiert. Daß Politiker, statt ihrer Aufgabe zur Setzung der Rahmendaten nachzukommen, lieber in prestigeträchtigen und gut dotierten Aufsichtsgremien sitzen ist bekannt und wohl kaum vermeidbar. Daß sie allerdings in die Leitungsfunktionen der größten staatlichen Banken gelangen und dort beim Ausbruch der Krise entschuldigend auf die Komplexität der (von ihnen genehmigten bzw beaufsichtigten) Geschäfte verweisen und den Umfang der Verträge - 400 Seiten(!) und dazu noch in Englisch (!) - beklagen, kann - bei aller Dramatik - nur noch belacht werden.
P.Weingartz

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21. März 2008 19:56

Dollar weiter bergab -- Euro weiter bergauf!

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Abwertung des Dollar ist die einzige Möglichkeit. Dabei kommt den Amerikanern erfreulicherweise zustatten, dass sich die Krise bislang lediglich auf Immobilien und Finanzwesen beschränkte, während die Industrie immer noch auf vollen Touren lief und weder Arbeitslosigkeit noch Inflation herrschten. Falls sich die Krise nun ausbreiten sollte, hätten sie immerhin bereits einen Vorsprung gewonnen, und die Fed kann zunächst den Leitzins sogar noch etwas weiter senken, ohne eine wirklich ernste Inflation befürchten zu müssen.

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21. März 2008 19:36

Austrian economics revival

Sebastian Landthaler (Sebastian82)

"Gewiss stimuliert ein Geld- und Kreditschub anfänglich
die Konjunktur, aber in die falsche Richtung. Man schaue
sich an, mit welchen groben Verzerrungen der ökonomischen
Parameter die Amerikaner heute leben: Eine Konsumquote
am Volkseinkommen von 70 und mehr Prozent
und eine Sparquote von Null. Wir werden in den kommenden
Monaten und Jahren erleben, mit welch schmerzhafter
Strenge die Marktkräfte in Richtung normaler Quoten
drängen werden. Eine relativ hohe gesamtwirtschaftliche
Sparquote ist nämlich für eine stetig wachsende und
stabile Volkswirtschaft notwendig, weil nur das investiert
werden kann, was real gespart wurde."

Aus "Der papierene Selbstmord" von Roland Baader

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