Leck in französischer Atomanlage

Das Schweigen der Behörden

Erst 17 Stunden, nachdem radioaktive Uranlösung aus der Atomanlage Tricastin ausgetreten war, haben die Behörden die Anwohner verständigt. Viel zu spät, findet eine Wissenschaftlerkommission. Die Experten sprechen von einer Politik der Informationsverschleierung und haben Klage gegen den staatlichen Atomkonzern eingereicht. Von Michaela Wiegel

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juli 2008 15:38

@Herrn Tamago - da gibt es einen großen(!) Unterschied.

Paul Rabe (heidelpaul)

Es ist ein großer Unterschied ob ich den Tod finde weil ich FREIWILLIG(!!) in ein Auto oder ein Flugzeug gestiegen bin oder ob ich den Tod finde, weil in den Lebensmitteln die ich esse leider ein winziger radioaktiver Partikel war, der sich als Schwermetall in meinem Körper einlagert und viele Jahre später Krebs auslöst. Niemand wird gezwungen Auto zu fahren, wem es zu gefährlich ist der kann zu Fuß gehen. Sie aber wollen ihre Mitbürger dazu zwingen sich der Gefahr auszusetzen radioaktive Partikel aufzunehmen. Ein großer(!) Unterschied.

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10. Juli 2008 08:56

Funkstille

St. Koch (Pensacola)

Ich kann - wie viele Menschen - durchaus betroffen sein, verstehe aber die fachlichen Termini nicht. Dennoch bin ich beunruhigt. Das Informationsverhalten der Kraftwerksbetreiber macht mich ebenso stutzig, wie die zeitlupenartige Reaktion der französischen Behörden. Ich denke oft, das Verantwortliche bei Katastrophen an denen sie nichts mehr ändern können, die Bevölkerung im Unklaren lassen. Was soll der ganze Auflauf (?), jetzt kann eh keiner mehr was machen - auch wenn man es vorher hätte verhindern können, Ruhe bewahren, nix verraten, dann schimpft auch keiner. Irgendwer hat eine tödliche Strahlendosis irgendwie abgekriegt, getrunken oder über die Haut aufgenommen und sein Leben hat sich seit Montag um etliche Jahre verkürzt. Egal - keiner kann eine Schuld beweisen. Die Sache wird ihren Gang gehen, genau wie die Verantwortlichen wird auch das Uran im Körper weitermachen....wie immer. Erst wenn die Schlamperei und Kostenersparnis der Betreiber ein Maß erreicht hat, wo ganze Landstriche verseucht werden - dann wird der Sturm der Entrüstung aus krebskranken Leibern losbrechen - zu spät: "À la Santé, Herr Atomkraftwerksbetreiber, ist schon schön in der Südsee....oder?","Ja herrlich die Natur, Stößchen Herr Regierungsrat a.D..".

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09. Juli 2008 23:58

Ach je, Herr Rabe – es wird Tote geben?

Chi Tamago (tamago)

Sind Sie da so sicher? Woraus schließen Sie das? Es gibt viele Tote, da wir Fahrräder verkaufen, es gibt jährlich Tausende von Toten, da wir Autos nutzen, es gibt Tausende von Toten, da Mediziner „Kunstfehler“ unterlaufen, jährlich sterben Tausende, da wir auf den allumfassenden Versorgungsstaat setzen, aber uns nicht um unsere Nächsten kümmern. Es sterben auch viele, die z.B. im (noch verbleibenden) Bergbau oder im Hochbau tätig sind. Sollen wir nun die Fahrrad- und Autoproduktion, die Medizinversorgung, Bergbau, Hochbau, den Sozialstaat sofort abschaffen? P.s. Es wäre wohl einfach, eine Untersuchung durchzuführen, die klar aufzeigt, daß besonders aktive Kommentatoren im FAZ-Net ein erhöhtes Gesundheitsrisiko haben.

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09. Juli 2008 22:58

Es wird Tote geben...

Paul Rabe (heidelpaul)

nur leider werden jene arme Menschen die an dem Krebs sterben, welcher durch das Uran ausgelöst wird, das da jetzt mal wieder in die Nahrungskette gelangt ist keine Chance haben jemals zu erfahren woher der winzige radioaktive Partikel stammte, der sich in ihrem Körper einlagerte. Sie werden Teil einer Statistik werden. Das tückische am Atomtod ist, daß er erst viele Jahre später schleichend kommt und nie beweisbar ist. Wer denkt in einem Jahr noch daran, daß die Wurst aus Frankreich von einer Kuh stammen könnte, die sich ausgerechnet an dem Tag so richtig satt getrunken hat ?

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09. Juli 2008 22:00

Es reicht langsam!

Sönke Peters (soenkepeters)

Dieser „Unfall“ wird offensichtlich mal wieder maßlos übertrieben und sinnlos ideologisch aufgebauscht. Es ist immer wieder erstaunlich, welchen großen Einfluss die Anti-Atom-Mafia auf deutsche Medien hat, FAZ eingeschlossen. Frei erfundene Zusammenhänge, frei erfundene „Ausflüsse“ aus Atomkraftwerken, frei erfundene Horror-Meldungen …und so viele fallen darauf herein und blöken wie eine dumme Schafsherde herum! Wenn die Sensationsnachrichten dann im Sande der Wahrheit untergehen, spricht plötzlich keiner mehr von diesem „GAU“. … Man kann gar nicht mehr soviel fressen, wie man kotzen möchte. Sönke Peters

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09. Juli 2008 19:17

Danke Dietmar Nieder,

Michael Menzel (Galenos)

für die ganz offensichtliche sachkundige Analyse des angeblichen "AKW-Zwischenfalls". Das klingt alles sehr plausibel und ich glaube, daß Ihre Interpretation ungeeignet ist, von den etwas ratlosen Atomkraftgegnern als Argument mißbraucht zu werden. Ja, in der Tat, ist die Informationspolitik in dem Departement zu kritisieren, da ja doch für eine kurze Zeit alle, wenn auch geringe, so doch vermeidbare, Risiken ausgeschlossen werden müssen.

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09. Juli 2008 18:18

Coteau du Tricastin...

michel firholz (rin67630)

...wird man noch lange problemlos geniessen können, Wasser fliesst bekannterweise bergab und nicht bergauf. Ich freue mich auf die nächste preiswerte Cuvee. Der Chateuaneuf-du-Pape wird's schon eher treffen. Laszlo

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09. Juli 2008 18:09

@Dietmar nieder

michel firholz (rin67630)

Sicher kommt der Elck aus der Urananreicherungsanlage. Vermutlich ist die Lösung auch Uranhexafluorid, was aufgrund dessen chemischer Aggressivität wesentlich problematischer ist als Uran. Wir haben es vermutlich mit einen Wesentlichen Chemieunfall zu tun. Laszlo

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09. Juli 2008 17:49

Tricastin

Freddi Frohsinn (Frid0lin)

http://www.sortirdunucleaire.org/actualites/communiques/affiche.php?aff=408 und http://www.sortirdunucleaire.org/actualites/communiques/affiche.php?aff=409 handelt sich also um die Urananreicherungsanlage Eurodif - was aber auch zu nem KKW gehört - wäre andererseits auch nicht der erste Störfall von Tricastin. (http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tricastin)

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09. Juli 2008 17:02

Ausstieg -sofort!

Meut Hässler (Haesller)

Wieder einmal eine Bestätigung. Wir wollen nicht verseucht sein. Schade, dass es andere Länder nicht einsehen wollen, oder vielleicht nicht können. Wir sollten stolz sein, dass unsere Demokratie bisher den richtigen Weg geht und zu schätzen weiß, dass unsere deutschen Ingenieure hervorragend in der Regenerativen-Technologie sind. Wir sollten weiter darauf bauen und selbstbewusst und stolz sein. Denke diese Branche wird sehr ertragreich sein. Spätestens wenn es ein zweiten Tschernobyl gibt, wovor Gott uns bewahre. Aber mir scheint, als ob dies nicht verhinderbar sei. Nur Deutschland macht da nicht mit! Man kann die Politik auch mal loben - Danke (zumindest Rot-Grün ;) )

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09. Juli 2008 16:34

haarsträubend falsche Sachverhalte

Dietmar Nieder (DUWN01)

Soweit ich die Nachrichten verstanden habe, handelt es sich nicht um das Kernkraftwerk, denn dort hantiert niemand mit Uranlösungen, da es solche dort nicht gibt. Plausibel für das Ereignis ist die Urananreicherungsanlage in Tricastin. Von anderen Atomanlagen ist mir dort nichts bekannt. In wässrigen Lösungen wird Uran allenfalls vor der Überführung in Uranhexafluorid gehandhabt, also vor der Anreicherung, damit hat es das natürliche Isotopenverhältnis von 0,7 % U-235, der Rest ist nichtspaltbares U-238. Also: Vom AKW zu schreiben, liebe FAZ, ist glatter Unsinn. Genauso Unsinn ist die Frage nach U-232 und U236. Die gibt es allenfalls theoretisch, U-236 bei der Kernspaltung mit einer Lebensdauer von 120 ns (Nanosekunden). Thorium (Th) kommt in der Natur als Th-232 vor. Die Gefährlichkeit von Uran, besonders Natururan, ist wirklich gering, solange man es nicht als Staub einatmet oder als Lösung trinkt. Außerdem kommt es fast überall, aber ein kleinen Konzentrationen, vor. Das Vorkommmnis an sich und mangelnde Informationen sind jedoch nicht akzeptabel.

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09. Juli 2008 16:20

komisch

J. Vass (Fass4)

daß solche lecks immer passend (oder unpassend ? ) zur politischen agenda auftreten...

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09. Juli 2008 15:55

Wer hat denn den Zwischenfall bestellt?

Michael Menzel (Galenos)

Ist ja ein doller Zufall, daß gerade am gleichen Tag, an dem den AKW Gegnern die Felle weltweit wegschwimmen, ein seit Jahrzehnten praktisch reibungsloser Betrieb der französischen AKWs einen Zwischenfall "erleidet". Nun, ja, ist ja ein bißchen mickerig, "leider" kein GAU oder Schlimmeres, aber man hat doch wieder Argumente unter deren Fahne man sich erneut sammeln und solidarisieren kann. Ein Spielverderber, der jetzt an Manipulationen oder "Schlimmeres" denkt. Leute gebt es auf! Die Staaten sollen HTRs bauen und das Gefasel von Tschernobyl und einer Kernschmelze oder von terroristischen Angriffen hat endgültig ein Ende - nun ja, dann kommt wieder das Lamentieren mit dem fehlenden Endlager, dessen Verwirklichung erfolgreich seit Jahrzehnten von den Heilsaposteln verhindert wurde und dessen Fehlen sie jetzt scheinheilig anprangern.

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09. Juli 2008 15:26

Danke Frankreich

Frank Martischewski (Ovozim)

Soviel zum dicken Comeback des Atomstroms... wie war das mit merkwürdiger Halbwertszeit solcher Katastrophen in der öffentlichen Diskussion? Und warum haben eigentlich immer alle ne Meinung zu dem Thema, wo von den FORSA-Befragten, die jetzt plötzlich fast alle Atomstrom-Befürworter sind, doch garantiert nicht einmal 10% eine Zeitung von Innen gesehen haben?

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09. Juli 2008 14:55

"Unmögliches" wird sofort erledigt, "Wunder" dauern etwas länger...

Paul Rabe (heidelpaul)

Hab ich nicht letzte Woche erst in der FAZ (zur Ausstiegsdebatte) gelesen die Atomkraft sei sicher und Unfälle seien praktisch ausgeschlossen, das wäre alles nur 'Panik-mache' von grünen Ideologen ? Das "Unmögliche" wurde also innerhalb nur einer Woche sofort erledigt, wie lange dürfen wir auf das "Wunder" eines echtes Super-Gau warten ? P.S. Ob Kühe, Fische und Pflanzen sich an die französische Vorschriften zur temporären Nicht-Nutzung dieses Gewässers halten ? Ich wünsche guten Appetit !

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