Amerikas Irak-Politik

Obama deutet Kurswechel an

Kritiker werfen ihm schon einen Rechtsruck vor: Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama rückt von seiner Forderung nach einem schnellen Rückzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak ab.

Lesermeinungen zum Beitrag

04. Juli 2008 11:58

Falsch zitiert?

Florian Rödhammer (JediKnight83)

"Aber er hat wieder und wieder gesagt, dass wir uns so vorsichtig zurückziehen müssen, wie der scheidende Präsident George Bush leichtfertig einmarschiert ist.“ George W. Bush wird vorgeworfen überhastet und ohne Plan für Zeit danach den Irakkrieg begonnen zu haben. Berücksichtigt man noch das leichtfertig im zweiten Teilsatz bin ich mir ziemlich sicher , dass das ein Übersetzungsfehler ist. Das einzige was man dem Dolmetscher zu gute halten kann ist, dass der Satz wahrscheinlich von einem Ghostwriter stammt und dieser den Vergleich auf Biegen und Brechen unterbringen wollte.... Findet den Satz jemand im englischen O-Ton?

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04. Juli 2008 10:50

Das Flip-Flop-Argument

Murat Ayilmaz (HessesStufen)

Wenn man die Primaries mit ihren unzähligen Debatten genau verfolgt hat, kann man nicht die Meinung vertreten, dass ein Kurswechsel stattgefunden hat. Obama hat gestern eine zusätzliche Pressekonferenz anberaumt um gleichlautenden Medienberichten entgegen zu treten. Obama hat stets betont, die Truppen innerhalb 16 Monaten abziehen zu wollen, einen Teil der Truppen zum Schutz der Truppen selbst und der amerikanischen Enrichtungen aber dort zu belassen. Einen genauen Zeitplan konnte er, naturgemäß, nicht geben. Nun versucht das McCain-Lager, wie es bei den Republikanern üblich ist, den Gegner als Flip-Floper darzustellen, also als jemanden, der seine Meinung ständig wechselt und bei dem man nicht weiß woran man ist und man ihm deswegen auch nicht vertrauen sollte. Man versucht dies auf einem Feld auf dem die Republikaner sehr beschämend aussehen, nämlich dem Irakkrieg. Obama ist jemand, der auch Unabhängige und Republikaner anzieht und zwar auch und gerade durch seine politische Haltung; Obama lässt sich nicht in ein bestimmtes Lager reinzwängen. Das macht ihin auch aus, denn sein Credo war und ist, dass es nur ein Amerika gibt und nicht ein rechtes und ein linkes. Im Vergleich zu McCain stellt Obamas Irakpolitik ein Kurswechsel dar

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04. Juli 2008 07:41

Gläubige Fans-Die Prjektionsfläche Obama

Michael Klarner (mkl-bln)

Es war schon sehr interessant, den Hype um Obama in Amerika und Deutschland anzusehen. Obama wurde zur Projektionsfläche völlig unterschiedlicher Erwartungen gemacht. Da ging es viel mehr um Emotionen und Gläubigkeit als um ein rationales Betrachten eines potentiellen Präsidentschaftskandidaten. Das war ja auch Clintons Problem: wie soll man gegen eine Bewegung ankommen, die von blinden Emotionen und unrealistischen Erwartungen getragen wird? Während Clinton sich Mühe gab, relativ aufrichtig zu bleiben (kein Sofortabzug aus Irak/ Verteidigung ihrer Zustimmung zum Einmarsch unter den gegebenen Informationen), hat man im Obama-Lager (wer wollte es ihm verübeln) auf diesen emotionalen Hype gesetzt. Obama hatte ja in einer seiner Reden behauptet, er werde nach Dekaden (!) schlechter Politik, alles neu machen. Ob das so ist, wird sich dann ja im September zeigen. Es war doch völlig klar,dass auch Obama die Politik nicht neu erfinden wird. Es ist eher belustigend zu sehen, wie die gläubigen Fans diesseits und jenseits des Atlantiks nun etwas hart auf dem Boden der Tatsachen landen. Manche Äussserungen Obamas (Bombardierung Pakistans) sind hier ja nie angekommen. Mit Clinton hätte man gewusst, woran man ist. Nun darf man gespannt sein.

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04. Juli 2008 05:50

Hawaii

Konstantin Richter (kiloromeo)

Also entweder ist Herr Obama der Meinung, es ist falsch, Truppen im Irak stationiert zu haben, dann müßte er sie abziehen, und zwar sofort. Oder er sagt, es ist in Ordnung sie dort zu haben. Dann hat G.W.Bush richtig gehandelt. Die dritte Möglichkeit wäre, Herr Obama hat seine Meinung geändert, weil er vorher über etwas gesprochen hat, von dem er keine Ahnung hat. Ich glaube an die vierte Möglichkeit. Der jeweilige US-Präsident setzt genau das um, was ihm die wirklich mächtigen Herren (und vielleicht Damen) des US-Militär- und Finanzkomplexes vorgeben. Für das, was die Präsidenten und Möchtegernpräsidenten aus wahltaktischen und aus Imagegründen den lieben langen Tag so daherplaudern, haben diese grauen Eminenzen im Hintergrund nur ein müdes Lächeln übrig. Wer immer noch nicht sieht, daß die USA eine imperialistische Macht sind, der will es nicht sehen. Und wer es nicht sehen will, dem empfehle ich, sich im Netz und in Büchern mal über alle US-Militäroperationen und deren Zielsetzungen und Hintergründe zu informieren. Wobei die Betonung auf alle liegt. Kleine Übungsaufgabe zum Einstieg: Wieso ist Hawaii ein US-Bundesstaat?

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04. Juli 2008 01:31

Überschrift

Cyril Schirmbeck (cyrilschirmbeck)

Ich schließe mich meinem Vorredner an. Von einem Kurswechsel zu sprechen erscheint mir nicht adäquat.

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03. Juli 2008 23:53

Ab jetzt ist Obama ein Gejagter

Konstantin Schneider (bundesboy)

Wahrscheinlich wird Obama mit diesem taktischen Manöver zum Gejagten. Er wird viel Beharrlichkeit an den Tag legen müssen, um sowohl den Scharfmachern wie auch den friedensbewegten Zeitgenossen die Stirn bieten zu können. Seine "Yes we can"-Aktien haben jedenfalls fürs erste ein dramatischen Kurseinbruch erlitten.

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03. Juli 2008 21:19

Ein Politiker muss sich umstellen können

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Gefährlich sind nur die Politiker, die auf niemanden hören und hartnäckig ihren Kurs verfolgen, ohne Rücksicht auf Verluste, wie z.B. Bush. Intelligente Politiker lassen sich von Spezialisten beraten und sind bereit, einzulenken, wenn sie merken, dass sie auf der falschen Fahrbahn sind. Das hat mit "Rechts- oder Linksruck" nicht das Geringste zu tun.

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03. Juli 2008 21:18

Die Suppe der Realität

Dieter Hoffmann (Ogottogott)

Das ist kein Kurswechsel. Ob McCain oder Obama der nächste Präsident wird - jeder muß sich überlegen, wie er sein Land aus dem heillosen Krieg hinausführt, in den GW Bush es hineinmanipulierte. Ein Rückzug à la Vietnam ist unmöglich - es gibt keine Gegenseite, mit der die USA verhandeln, und auch niemanden, der den Irak nach einem Abzug kontrollieren könnte. Nach der Beseitigung des Mörders Hussein hat die Intervention ein Vakuum geschaffen, das gegenwärtig nur durch die Anstrengungen der USA ausgefüllt wird. Der Irak ist aber zu wichtig, um ihn sich selbst zu überlassen (wegen der Ölvorräte, der strategischen Lage und der Gefahr, daß dann terroristische Organisationen sich ihre Refugien schaffen könnten). Es ist ein typischer Fall von: der Vorgänger hat die Suppe eingebrockt, und der Nachfolger muß sie auslöffeln. Daran kommt keiner der beiden Kandidaten vorbei.

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03. Juli 2008 16:15

Wieso Kurswechsel

Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

Obama hat seine Position lediglich praezisiert. Die Formulierung des Titels grenzt an eine Falschmeldung. Der Leser wird irregefuehrt.

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