Rostock hatte einen Etat von 27 Millionen, wenn man der Presse glauben darf. Nach der Logik des Kommentars hätten sie also nicht absteigen dürfen. Sie haben halt für teures Geld mäßige Spieler eingekauft. Ganz so einfach wie im Kommentar ist es nicht. Wenn man sich Dortmund oder Hertha anschaut, so bewahrheitet sich die alte Weisheit: "Geld schiesst keine Tore". Sogar die "mächtigen Über-Bayern" waren zur Hinrunde noch punktgleich mit Bremen. Wenn potenzielle Konkurrenten (wie Schalke) sich aber lieber ihren internen Animositäten widmen und Verfolger wie Bremen in entscheidenden Momenten patzen und sich durch ihre Kloppereien auf dem Platz stets selbst dezimieren, dann marschiert man natürlich durch. Die Liga ist eigentlich trotz der Budgetunterschiede ziemlich ausgeglichen, wenn man sich die Tabelle *gerade* im Mittelfeld anschaut, aber auf einem mäßigen Niveau. Nur so ist erklärbar, dass ein Durchschnittsteam wie der HSV so lange vorne mithalten konnte. Wie man an Karlsruhe sehen konnte, hat jedes Team unabhängig vom Etat seine Chance, denn die hohen Etats werden für überzogene Gehälter von Durchschnittskickern in Klubs wie Dortmund, Hamburg oder Hertha ausgegeben, und nicht für überragende Qualität auf dem Platz.
Dies war wohl Ihr Motto bei diesem Artikel Herr Heß. Mit den Tatsachen hat er jedenfalls nicht viel zu tun. Natürlich haben die ostdeutschen Vereine nachwievor einen riesen Standortnachteil. Nachwievor werden ihnen Ablösesummen aus der Zeit der Wiedervereinigung verweigert. Nachwievor werden sie konsequent durch Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt. Und vorallem fehlt ihnen eins: Die Lobby beim DFB. Während Vereine wie Dynamo Dresden einst wegen 10 Millionen DM Schulden aus dem Profifussball verbannt wurden, dürfen Schwarze Löcher wie Schalke und Dortmund munter weiter spielen. Als der Vfb Leipzig kurz vorm Aufstieg in die Regionalliga stand, mußte er wegen 500.000 Euro Konkurs anmelden, da kam kein DFB und keine DFL zur Hilfe. Während man Dortmund das Geld nachgeworfen hat, als diese selbstverschuldet vor dem Konkurs standen.
