Steueroasen wird es immer geben, aber Liechtenstein ist für den deutschen Steuerflüchtling einfach zu einfach. Kurzurlaub am Bodensee und alles ist erledigt. Auf den Caimans geht das so simpel nicht.
Es war immer schon ein offenes Geheimnis, daß sich in Liechtenstein "Steuern sparen" lassen. Daß das allerdings zum "Volkssport" sogenannter "besserverdienender Kreise" aus dem Management wird, liegt daran, daß die Jungs dort mittlerweile so astronomisch verdienen, daß die Steuerflucht sich auch für Popel lohnt, die früher noch für ein Prokuristengehalt "gemanagt" haben, das eine satte Ersparnis gar nicht erst hergibt.
"Leistungsbezogen", wie hier manche Kommentatoren zu meinen scheinen, ist das ganze System schon lange nicht mehr. Da kann Liechtenstein nichts dafür. Man profitiert dort nur gut von dieser Schräglage im "Großstaat" Deutschland, die kriminelle Ambitionen bei seinen Staatsbürgern weckt.
Gut, daß es diesen Warnschuß für Deutschlands Zumwinkels gegeben hat. Lösen lassen wird sich das Problem aber nicht, solange man die ursächliche Wohlstandsschräglage nicht in Angriff nimmt. Das traut sich bloß keiner.
Also prügelt man öffentlichkeitswirksam auf die Pestbeule ein, anstatt die Pest selber in Angriff zu nehmen.
Der Erbprinz hat vollkommen recht, die Deutschen sollten sich um ihren eigenen Misthaufen kümmern. Unsere Politkerkaste bezeichnet alles als "Steueroase", was nicht derart vermurkst und leistungsfeindlich ist wie das deutsche Steuersystem. Anstelle des Bombardements von Nebelkerzen der sozialen Gerechtigkeit und des Aufbaus weiterer Feindbilder sollte man das Steuersystem des Friederich Merz oder ein "Flat Tax" einführen. Wie von vielen Staaten vorgeführt, wäre die Steuereinnahmen höher und die Steuergerechtigkeit größer. Für den pfälzischen Elektriker ist dies aber ideologisch vollkommen unvorstellbar - was nicht sein darf, das nicht sein kann...
Gruß aus der "Steueroase" London!
Es scheinen bei vielen Leserbriefschreibern der FAZ die Nerven genauso blank zu liegen wie bei den Erbprinzen.
Dabei sollten die, die jetzt als Betroffene am lautesten bellen froh sein, in Deutschland zu leben, andernorts wird mit Steuerhinterziehern ganz anderes umgegangen.
Wer das Geschäftsgebaren der Liechtensteiner Banken / Treuhänder auch nur annähernd nüchtern analysiert, muss zu dem Schluss kommen, dass es sich um aktive Beihilfe zur Steuerhinterziehung handelt.
Die in den letzten Jahren durchgeführten "Verbesserungen" taugen noch nicht einmal als Beruhigungspille.
Wer sich jahrelang internationalen rechtlichen Mindeststandards verweigert, darf sich nicht wundern, wenn andere Staaten zur Notwehr greifen.
Ich amüsiere mich derzeit köstlich und bin trotzdem manchmal überrascht ob der unterirdischen Argumentation vieler Leser.
Ich hoffe, dass weitere Banker/EDV-Experten aus Steueroasen auch für sich einen lukrativen Nebenerwerb entdecken, CDs und DVDs spende ich gerne.
Da können in den Villen die Shredder glühen, die Kamine rauchen, es nützt nichts :-)
Glückwunsch den Ermittlern und weiterhin fröhliches Jagen
Bei dieser Aktion trifft man in jedem Fall die Richtigen!
Zinsbesteuerungsabkommen CH - EU
<br>In der Hitze des Gefechts sollte vielleicht daran erinnert werden, dass die CH seit 2004 - analog zur CH Verrechnungssteuer - einen in den nächsten Jahren noch bis auf ca. 20% wachsenden Netto-Rückbehalt auf den Zinsen von hier deponiertem, nicht deklariertem EU-Kapital brav in die EU zurückführt. Davon profitiert schon alleine Deutschland freilich gewaltig. Es ist also seit geraumer Zeit nicht so, dass der unersättliche deutsche Fiskus und mit ihm alle links tickenden Neidhammel um jegliches Umverteilungssubstrat auf solchen Vermögen geprellt werden. Ferner darf davon ausgegangen werden, dass solche, inzwischen ins Ausland "gerettete" Vermögensbestandteile in Deutschland wohl in den meisten Fällen schon mal als Einkommen durch den Steuershredder gingen. Cordiali saluti dalla Svizzera!
Ich denke, der Umstand, dass Liechtenstein eines der letzten verbliebenen Länder auf der schwarzen Liste von Steueroasen der OECD ist, spricht für sich (die "axis of evil": Liechtenstein, Andorra, Monaco). Im Übrigen: wenn Liechtenstein Steuerhinterziehung in Deutschland nicht als Straftat wertet (obwohl Steurhinterziehung in Liechtenstein dort natürlich ein Straftat ist), dann erkennen wir Bankdatenklau in Liechtenstein eben auch nicht mehr als Straftat an.
Die Debatte geht fast komplett am Kernproblem vorbei: Deutschland hat erwiesenermaßen ein ineffizientes, überholtes und wenig leistungsgerechtes Steuersystem. Das ist eine krasse Anormalität in einem globalen Wirtschaftssystem, in der teilnehmende Staaten um die Allokation von Kapital und Arbeit (bzw. Leistung) im Wettbewerb stehen. Leistung und unternehmerischer Erfolg werden in Deutschland zu hoch besteuert, wohingegen weniger produktive Vermögen so wie sie in Liechtenstein zumeist angelegt sind, in Deutschland nicht so schlecht davon kommen. Ich sympathiere mit den in Deutschland steuerpflichtigen Leistungsträgern. Sie tun was für die Volkswirtschaft und werden dafür an jeder Ecke abgestraft. Nicht nur, dass innerhalb Deutschlands die Anmehrung von Kapital durch Leistung nicht gesellschaftsfähig ist, jetzt werden Sie auch noch als Steuerhinterzieher verunglimpft, obwohl sie id Regel bestimmt in Deutschland erwirtschaftetes Vermögen dort versteuert haben und es sich id Debatte sicher um Kapitalerträge und ausserhalb von Deutschland erwirtschaftetes Vermögen handelt. Aber es werden ja immer weniger denn die meisten wandern aus. Mal sehen was die Rädelsfüher sagen, wenn nichts mehr zu verteilen ist?
der unfähig ist,
- anvertraute Gelder der Bürger gewissenhaft und effektiv einzusetzen,
- den seit Jahrzehnten diskutierten Reformbedarf der Steuergesetze durchzuführen,
- Geldverschwendung durch Ämter und Behörden zu stoppen (siehe Bundesrechnungshof),
- eine Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik zur Schaffung von Arbeitsplätzen einzuleiten,
- seinen Bürgern zu vertrauen, was zu Mißtrauen der Bürger gegenüber dem eigenen Staat führt,
- und, und und,
diese Politiker gerieren sich als die Erzieher nicht nur des eigenen Volkes sondern belehren auch andere Staaten in einer arroganten, anmaßenden, ja totalitären Weise, die fast Vergessenes wachruft.
Die eigenen Verpflichtungen nicht erfüllen, populistische Agitation durch Ansprechen niederer Instinkte, absolutes Inkompetenz in Fragen der Globalisierung zeichnet Leute wie Herrn Beck aus.
Und so jemand hat die Chance 2009 Kanzler der BRD zu werden. Kapitalflucht und Auswanderung wird sicherlich eine Blütezeit erleben.
Jenseits von Populisten und ambitionierten Linksüberholern á la Beck bitte ich doch drum, etwas mehr Sachlichkeit in die Diskussion einfliessen zu lassen.
Solange wir von Ausländern fordern, das Grundgesetz zu inhalieren und unsere Werte zu respektieren, sollte das für Deutsche auch gelten. Auch oder gerade im Steuerrecht!
Es kann nicht sein, daß Türken deutsch lernen müssen, damit Herr Zumwinkel in Geldangelegenheiten sich mal schnell liechtensteiner Stiftungsreecht reinzeiht, weil´s attraktiver ist. Im Ernst: Steuerhinterziehung ist Steuerhinterziehung. Wem´s nicht passt, der kann ja nach Timbuktu ziehen, da bleiben meines Wissens die Ersparnisse unbesteuert ;-).
Die Herrschaften um die es hier wohl gehen wird, verdien(t)en alle Ihr Geld in Deutschland, dann gelten halt auch die deutschen Spielregeln - das gilt für Türken genauso wie für Vorstandsvorsitzende!
Sie haben den Sachverhalt ausgezeichnet beschrieben und es ist erfreulich, festzustellen, daß es im Ausland noch Menschen gibt, die die Deutschen im Prinzip nicht mit dem Charakter ihrer derzeitigen Volksvertreter gleichstellen. Die Bürger sind in der Tat in einer sehr schwierigen Lage und nur wenige haben das Glück, zu emigrieren.
sind die Erfahrungen, welche die Schweiz in den dreissiger Jahren mit Deutschland machen durfte. Damals wurden Spitzel und Gestapo eingesetzt um die Vermögen der Volksgenossen im Ausland auszuforschen. Daraufhin wurde die Verletzung des Bankgeheimnisses mit massiven Strafen belegt und auch die Banken so umorganisiert, dass der Kreis derer, die in direkten Kontakt mit den Kunden standen stark verkleinert wurde.
Wenn Deutschland heute wieder ausländische Banken durch den Geheimdienst ausforschen lässt, steht dieses Vorgehen in einer äusserst übel beleumundeten Tradition.
Dass Liechtenstein hierauf heftig reagiert verwundert nicht. Auch der Kommentar des Fürsten zu den Vorgängen entbehrt nicht einer gewissen Grundlage. Das Steuersystem in Deutschland ist so intransparent, dass die Anwendung etlicher Regeln zu einem reinen Willkürakt der Verwaltung verkommen ist. Sowohl der Bundesfinanzhof, als auch das Bundesverfassungsgericht haben in zahlreichen Urteilen auf diesen Missstand hingewiesen, allein die Politik schert dies wenig. Verfassungsrichter werden in aller Öffentlichkeit abgekanzelt, wenn sie sich laut Gedanken über eine Steuerreform machen. Es sind Fachleute die hier der Öffentlichkeit als angebliche Deppen verkauft werden.
....das ist mein Credo.
Ich habe kein Problem mit der Tatsache, daß einige 'Besserverdienende' nachträglich zur Kasse gebeten werden.
Wie jedoch in der Öffentlichkeit damit umgegangen wird und wie man an die Informationen und Daten gelangt ist und diese verwerten darf bestürzt mich.
Das ist doch erst der Anfang und wenn man diese Art der Beweismittelbeschaffung und Verwertung seitens unserer obersten Richter (auf ein Verfahren in dieser Instanz wird die ganze Geschichte hinauslaufen )zulässt, sind einem Denunziantenstaat, wieder einmal im Sinne des Allgemeinwohls, Tür und Tor geöffent. Das ein Herr Beck sich hinstellt und Contenance von einem souveränen Staat fordert den man seitens unserer Regierung in diesem Falle nicht gerade diplomatisch behandelt hat und ihm unverhohlen Kumpanei mit Steuersündern vorwirft, empfinde ich persönlich als bodenlose Unverschämtheit gepaart mit Arroganz eines ewig gestrigen, populistischen, machthungrigen Sozialdemokraten, die Ihresgleichen sucht.
Desweiteren frage ich mich ob alle Schwarzarbeiter wohl im Moment auch : Oh hängt Ihn auf brüllen.
Ein letztes Aufbäumen eines maroden Deutschlands, dem die leistungswilligen Bürger in Scharen davonlaufen, oder zumindest nicht mehr bereit sind, Steuern in einem Ausmass zu bezahlen, das bar jeder Vernunft ist und keiner sinnvollen Verwendung mehr zugeführt wird.
Was dieses marode Land nicht verhindern kann: auch letztes Jahr ist erneut eine Rekordzahl hochqualifizierter Deutscher in die Schweiz gezogen - um zu arbeiten wohlgemerkt, nicht um Steuern zu hinterziehen (neueste Zahl: Wachstum von 12 Prozent). Die Deutschen stellen mittlerweile bei Weitem die grösste Gruppe von "Wirtschaftsflüchtlingen" in der Schweiz. Ich kann sie verstehen, und sie sind uns willkommen.
Schade nur, dass Deutschland ein so wichtiger Handelspartner ist. Echte Schadenfreude kann da nicht aufkommen, nur Besorgnis über einen zu 50% sozialistisch funktionierenden Nachbarn. Dass der Rechtsstaat dabei über Bord geworfen wird und selber kein Dreck besser ist, als jene, die er verfolgt, passt da wunderbar.
Eine bessere Bezeichnung für die Politik von Liechtenstein gibt es doch gar nicht. Genau wie die Schweiz finanzieren sich diese "Länder" doch ausschließlich von fremden Volkswirtschaften, indem sie deren Geldströme auf zweifelhalft Weise anzapfen. Ein passender Vergleich läßt sich doch lediglich zu "Putzerfischen" herziehen, die sich auch von dem ernähren, was den großen Fische so alles aus dem Maul fällt. Über was genau regen sich diese Herren den eigentlich auf? Daß sie kriminellen Obdach gewähren. Und mal so ganz nebenbei: Die Millionen und gar Milliarden von Vermögen der während der NS-Zeit verfolgten Juden, die ihr Geld noch rechtzeitig in die Schweiz schaffen konnten und dann zum großen Teil der Mordmaschinerie der Nazis zum Opfer fielen, befinden sich nach wie vor in der Schweiz. ... spricht aber heute keine Menschenseele mehr von! Wie sagt doch ein wahres Sprichwort: Bei Geld hört die Freundschaft auf!
Das argumentative Niveau wird immer niedriger. Der Amerikaner würde entgegnen "So what" ?!
Das Oberhaupt von Lichtenstein hat völlig unverblümt und unter Vermeidung diplomatischer Verrenkungen gesagt, was zum Verhalten Deutschlands zu sagen ist.
Es wird sicher dem Staat Lichtenstein nicht schaden und auch seine Seriosität im Umgang mit privaten, sauberen Geldern nicht in Frage stellen, was von einem Insider-Verbrecher einmalig begangen wurde.
Die Angriffe zahlreicher deutscher Politiker auf das Fürstentum sind an Unverschämtheit und Arroganz nicht zu überbieten. Vielleicht würden manche Deutsche am liebsten mit Panzern dort einrücken - nun ja, ein Scherz - aber irgendwie hört es sich so an. Die in Fragestellung der Souveränität und der Vorwurf, deutsche Steuerbetrüger zu fördern ist ungeheuerlich und ist jenseits aller zwischenstaatlichen Gepflogenheiten. Sogar die Nazis haben Liechtenstein und die Schweiz während ihrer Herrschaft diplomatisch nicht angegriffen.
Soll das jetzt plötzlich möglich sein, nur weil sich ein paar Politiker über ihre Unfähigkeit ärgern, Steuersündern nicht in ihrem eigenen Land mit eigenem Behördenapparat legal habhaft zu werden. Wie wär's denn, wenn sie sich mal mit den Kaimaninseln anlegen würden und mit Kanonenboot-Politik bedohten? Ist mit Liechtenstein einfacher?