Mit dem Argument Arbeitsplatz wird zwischenzeitlich der größtmögliche Blödsinn (GMB) gegen die Kräfte des Marktes versucht. Am Ende vergebens. Wenn die Bank es nicht kann, dann laßt sie in Konkurs gehen, wie es bereits bei Herstatt vor ca. 30 Jahren war - schon vergessen? Vielleicht fängt jetzt auch der Kunde an die Bank zu fragen, welche Sicherheiten diese ihm für seinen Kredit an die Bank gewährt. Denn nichts anderes stellt die Einzahlung oder der Transfer von Geldmitteln auf ein Konto der Bank dar. Man vergleiche es nur mit den Anforderungen der Bank auf Sicherheiten an einen Bittsteller für einen Bankkredit.
Ackermann braucht man nicht zu beschießen, sondern vielleicht bietet man ihm (und vielen, vielen anderen in Deutschland) die eine oder andere Vorlesung zur Marktwirtschaft an.
schade, sehr schade wie Herr Ackermann sein Ansehen wieder verspielt. Nicht der Markt ist das Problem, es sind die Politiker und ihnen nahestehende Personen mit politischen und wirtschaftlichem Einfluß, also Macht.
Man fragt sich, wie es bei allen Gesetzen, Vorschriften und Regelungsdichte doch wieder soweit kam, daß Unternehmen, diesmal die Banken, in solche Schieflagen geraten. Jetzt reagiert der Markt! Er versagt nicht, sondern vorher haben die an den Hebeln der Macht Sitzenden versagt und damit die Marktreaktionen lediglich verzögert. Dies ist der Kernpunkt - nicht das vermeintliche Marktversagen.
Politiker schwingen sich zunehmend zu Besser- und Alleswisser auf, obwohl immer mehr Politiker immer weniger Ahnung haben (vgl. z.B. nur die heutige neue Entscheidung des BVG zur Vorratsdatenspeicherung). Zusätzlich unterliegen sie der Wahnvorstellung die Kasuistik (Planwirtschaft - Sozialismus) im Griff zu haben, statt sich auf Generalklauseln, sprich das Setzen von Rahmenbedingungen (Marktwirtschaft - Demokratie) zu beschränken. Dieses obwohl der Bankrott des Sozialismus gerade einmal 18 Jahre zurückliegt.
@Rieger: Ich gestehe es: Ihr Vorschlag hat etwas von Platons „idealem Staat“, ist nur nicht so philosophisch, will heißen: idealistisch und damit zumindest für den Übergang (wohin auch immer) ein womöglich ganz praktischer Vorschlag! Ich bin beeindruckt – auch als Marxist! Bliebe nur die bange Frage: Unter welchem Staat, wenn nicht einem „idealen“, ließe sich das realisieren?
'Märkte' bewegen sich nicht außerhalb der Naturwissenschaft, sie sind dynamisch Gebilde (also zeitlichen Änderungen unterworfen) und können deswegen in sich selbst verstärkende Schwingungen geraten welche im Extremfall das schwingende System zerstören können. Jedes (!) schwingungsfähige Gebilde schwingt !
Märkte sind, genau wie Maschinen, keine natürlichen sondern künstliche, von Menschen ersonnene Gebilde.
Die Regelkreise in einem Baum entarten nur deshalb nicht, weil die Evolution in Millionen von Jahren durch Versuch und Irrtum nur solche Baumarten hat überleben lassen deren Parameter so eingestellt sind, daß die tausende Regelkreise in einem Baum nicht entarten, also stabil bleiben.
Die wenigsten Menschen haben aber Lust teil eines solchen 'evolutorischen' Versuchs in der freien Wirtschaft zu werden, denn dessen Scheitern endet regelmäßig mit der Zerstörung (bzw. dem Tod) desjenigen dessen Regelkreisparameter suboptimal sind.
Wer will schon zig mal einen Kollaps des Weltwirtschaftssystems erleben bis dieses dann irgendwann einmal von aleine 'gelernt' hat zu überleben ?
In der Technik akzeptieren wir solche Fehlversuche nicht, wieso sollte man das in der Ökonomie akzeptieren ?
Alpen- Sepp präsentierte sich stets gut gelaunt, optimistisch, selbstbewusst und kompetent, zugeben in sympathischer Weise, der Öffentlichkeit.
Sein stattliches Salär, in TV- Interviews hinterfragt, rechtfertigte er mit Kompetenz, unternehmerisches Geschick, entsprechenden Conections und die zu tragende Verantwortung. Er sagte sogar, wenn jemand seinen Job, zum gleichen Geld besser mache, ginge er. Natürlich hat er auch immer auf seine, über dem großen Teich sitzende, Kollegen verwiesen, die für gleiche Arbeit viel höhere Einkommen erzielen.
Von diesen, seinen selbst dargestellten, Eigenschaften scheint nicht viel übrig geblieben zu sein.
Unter jetzigen Gegebenheiten nach Unterstützung des Staates, zu Lasten der Steuerzahler, zu rufen, ist mehr als billig.
Haben wir denn nicht schon einen viel zu teueren, aufgeblähten Bürokratenstaat?
Außerdem sollte man bedenken, dass eben diese Personen, nach denen Ackermän ruft, ohnehin schon in bestens bezahlten Aufsichts- und Beiräten sitzen und versagt haben. Das Ergebnis der Kompetenz unserer parlamentarischen Nebenjob- Profis, kann man bei der KfW, IKB. EdW und den maroden Landesbanken, sehen. Von der BAFin ganz zu Schweigen.
Als Bürger fühltst Du Dich nur noch ver......!
Es kann so einfach sein - viele Kommentare haben den Kern getroffen. Gewinne bekommen die Großaktionäre oder sogar die Hedge-Fonds und Verluste trägt der Bundesbürger und - durch Entlassung - die Arbeitnehmerschaft.
Ich bin bei weitem kein Sozialist - aber auch hier ist die Lösung einfach:
1.) Aktien und Kaufoptionen gehen an alle Belegschaftsmitglieder nach einem ausgewogenen Schlüssel ja nach Zugehörigkeitsdauer und Position (aber nicht 1:1000, sondern 1:2:3:4....).
2.) Manager haben ein Verkaufs-/Realisierungsverbot Ihrer Optionen in umgekehrter Reihenfolge = Vorstand 2 Jahre, Direktion 15 Monate, Leitungsebene 12 Monate, Arbeitnehmer kann bei Verlassen realisieren.
Beides führt zu deutlich mehr Motivation, persönlichem und ebenengerechtem Tragen der Folgen von Erfolg und Mißerfolg und vor allem zum Nachdenken, ob man für kurzfristige Gewinnaussichten tausende Mitarbeiter entläßt... denn das bedeutet im Regelfall den Verkauf tausender Aktien und einen Kursverfall.
Nach dem Staat zu rufen, wenn eigene Kontroll- und Steuerungsverantwortung über Jahre nicht wahrgenommen wurde, ist ja schon fast strafbar !! Der Mann sollte seinen Hut nehmen.
Der freie Markt ist keine Ideologie. Eine Ideologie verlangt als Wesensmerkmal eine Steuerung von aussen. Der Markt steuert sich aber durch die Marktkräfte von innen selbst. Würden Sie ein Stück Wald, wo kein Mensch eingreift, der sich also selbst reguliert auch als Ideologie bezeichnen? Sicher nicht.
Ganz nebenbei: Ihre Regelkreise sind an der Stelle schlicht nicht anwendbar. Bei Ihren Ausführungen geht es um eine strikt geplante Tätigkeit. Genau darum geht es im Markt eben nicht. Wie sollte der Markt dann innovativ sein? Man sollte sich einfach etwas von der Kurzzeitperspektive lösen. Die Wahrscheinlichkeit, in einer Momentaufnahme des Marktes genau ein Marktgleichgewicht zu finden, ist denkbar gering! Das Pendel wird immer in die eine oder andere Richtung ausschlagen (mal mehr und mal weniger). Eine Herleitung aus Random Walk (also dem Oszillieren um das Gleichgewicht herum, dass ist ein rein mathematisches Modell).
in schlechten Zeiten!
Ich denke wie auch hochrangige Finanzexperten, dass das Problem der Bankenkrise eine eher psychologische Ursache ist.
Denn es geht den Wirtschaftsmogulen um Macht,und dies um jeden Preis. Auch wenn der einzelne Bürger darunter leidet. Will heißen, wenn ich als Individuum, den Heils-Verkündern der Banken vertraue:
Den gleichen Gewinn-Maximierungswünschen fröne, erziele ich schon noch die gleichen Erfolge und gehöre -auf einer anderen Ebene- auch zu den erfolgreichen Global-Playern.
Ergo, jeder der sich auf Hedge-Fonds und Investmentbank-Aktien verläßt, muss sich im Klaren darüber sein, dass es eben NICHT immer gewinnmaximierungstechnisch weiter läuft, sondern dass dieser Markt Risiken birgt,im ungünstigen Fall, geldwerte Anlagen, zu verlieren.
Aber: Die Acker-mäh-ns verschweigen wissentlich(?) dem Akt.ionär und Kreditnehmern (sonst wäre die Immo-Blase nicht so immanent künstlich aufgebläht), wie man mit erheblichen Verlusten umzugehen hat, wenn man nicht gleich den Staat um Subventionen bittet (produktive Lösungen, Herr Ackermann, sind erwünscht!).
Es wäre doch dies eine Subvention, die nicht das Existenzminimum sichert,sondern den "Kaviar und Champagner" i.ü.S., (sowie Ackermann dies fordert),fördert.
Es geht nicht um die Verstaatlichung der Banken, sondern um die Vergesellschaftung der Produktionsmittel! – Und zwar nicht, weil ein Privatmanager genauso „unfähig“ ist, wie einer in Staatsdiensten, sondern weil die Vergesellschaftung der Produktion mit der privaten Form der Aneignung im unlösbaren Widerspruch steht. Und dies bedeutet auch, dass die Bedürfnisbefriedigung der Massen (von mittlerweile mehr als 6 Milliarden Menschen) über die „Verwertung des Werts“ nicht mehr sicher gestellt sein kann. Die aktuelle Krise zeigt, wohin u.a. dies führt, nämlich zu dem Wahnwitz, dass Geld von der Realproduktion und damit vom Wert und dessen realen Preisen entkoppelt gedacht wird (Stichwort: virtuelles Kapital), und sich somit dieses als Mehrwert produzierende Maschine (Stichwort: Finanzindustrie) betätigt. Spekulationsgewinne schöpfen nicht nur die „Blasen“ ab, sondern vor allem auch die Werte in der Realproduktion. Kommt es zur Krise, dann wird zu dem bekannten Mangel in der Bedürfnisbefriedigung ein zusätzlicher Vernichtungsschlag gegen die Massen geführt. Denn die Werte (wozu auch und gerade die „Staatsknete“ gehört), die da vernichtet werden, damit das Kapital wieder zur Ruhe kommt, können keine Grundbedürfnisse mehr befriedigen.
Jeder Ingenieur lernt im Studium, daß Regelkreise (also rückgekoppelte, schwingungsfähige Systeme mit bestimmten zeitlich abhängigen Elementen und Eigenschaften) nur in bestimmten Ausnahmefällen sich "stabil" verhalten, also im Sinne ihrer Erbauer.
Deswegen lernen Ingenieure auch, daß Regelkreise nicht 'von selbst' funktinieren sondern nur mit Hilfe ganz genau einzustellender Parameter von außen optimiert und kontrolliert werden, damit sie z.B. ein Auto auf der Spur halten, eine Rakete in der richtigen Bahn oder ein Hörgerät in der richtigen Lautstärke.
Wenn Ingenieure hier versagen, dann 'entarten' solche Regelkreise, die Rakete stürzt ab oder das Hörgerät produziert nur noch ein schmerzhaftes Pfeifen.
Leider stehen die Gesetze der Mathematik bei vielen Markt-Ideologen nicht besonders hoch im Kurs und diese glauben, daß ihre Regelkreise (also Märkte) 'Wunder' der Natur seien, welche sich stets von 'selber' korrigieren würden, also nie 'entarten'.
Man sieht grade mal wieder wie gefährlich dieser ideologische Glaube ist. Die Regelkreise der Wirtschaft entarten im Moment. Die 'Ingenieure' in der Politik glaubten sie müssten nicht eingreifen, es würde alles stets von 'selbst' funktionieren.
Ein gefährlicher Irrtum.
Eine Antwort zu Ihrer Bildunterschrift:
Natürlich müssen die Verantwortlichen für dieses Dilemma zur Verantwortung gezogen werden, d.h. die Aktionäre der Banken müssen Kursverluste -bis hin zum Totalverlust- realisieren oder frisches Geld zuführen. Die Bankvorstände und die verantwortlichen Händler müssen entsprechend den Gesetzen (ja, die gibt es!) bestraft werden und die Gläubiger müssen eventuell ihre Einlagen abschreiben.
Ebenso ist abzulehnen, dass der gemeine Bürger, der seine Ersparnisse unter Verzicht auf Steuervorteile und das letzte Prozent Rendite konventionell angelegt hat, die Verluste "geldgieriger" Kleinsparer, "steueroptimierender" Erwerber von Lebensversicherungen und "bonifikationsgeiler" Fondsmanager übernehmen soll.
Allerdings kann keinem daran gelegen sein, dass die Krise der Finanzwirtschaft auf die Realwirtschaft übergreift. Und deshalb muss die KfW schon jetzt Kreditpakete schnüren, die von den Banken (als Dienstleister und ohne EK-Einsatz!) kurzfristig an kleine und mittelständische Unternehmen vermittelt werden.
Nur dann besteht eine Chance, dass wir einigermaßen heil durch die Krise kommen und die Hasardeure sich zukünftig vorsehen.
Hat ja auch schon Roubini in der Faz vom 17.3.2008 gefordert. Die Kreditklemme ist nichts neues.
Sehr empfehlenswert: Charles Kindleberger "Crashs, Manien, Paniken" .
Die Untersuchungen bis ins 16. Jhrt zurück kommen immer wieder zu ähnlichen Ergebnissen.
Die Katastrophen haben allerdings in ihrer Auswirkung auf die Wirtschaft nachgelassen, seitdem man diese Mechanismen besser verstanden hat. Mal war es die Ausweitung der Kreditmenge über Wechsel, über private Darlehen, irgendwie wird immer versucht die Kreditmenge zu erhöhen und die allgemeine Ertragssituation auf Biegen und Brechen zu verbessern. Moralappelle haben noch nie geholfen, wie Kindleberger schön beschreibt.
Die Kreditverbriefung ist eine weitere Spielart gewesen, die Kreditmenge zu erhöhen. Leider mit den üblichen Folgen am Ende, wenn es letztlich zu einer Verschiebung der Erwartungen kommt, die dieses Geschäftsmodell völlig verändern wird. Dann ist die Liquidität plötzlich weg. Es ist für alle und für jeden niemals genug Geld da. Der Markt alleine ist in dem Moment der Vertrauenskrise völlig überfordert. Wenn die Banken in der Kreditversorgung ausfallen, dann ist das allerdings ein ernstes Problem, da hat Ackermann völlig recht.
Zitat: 'Krise ist integraler Bestandteil des Marktes'.
Bloß, Waschkuhn, für den Markt ist der Mensch kein Mensch, sondern ein Objekt: Leistungserbringer, Wertschöpfer, Einkommensbezieher, Vermögensbesitzer, Schuldner, Verbraucher, Urlauber, Wertevernichter, Umweltzerstörer, Bankier, Pleitier :-).
Bloß, Waschkuhn, wenn Sie mit dem Rücken an der Wand stehen, dann rennen, flehen, wimmern Sie genauso wie Ackermann, amerikanische Häusle-Bauer oder Hartz-IV-People. So sehr Sie sich auch als integraler Bestandteil des Marktes gefühlt haben.
... dass fast immer nur die Abschreibungen der Banken als Verluste aufgeführt werden. Die Bankenlobby ist eben gut organisiert.
Nicht wenige Immobilienfirmen, private Investoren und einfache Häuser- und Wohnungsbesitzer sowie der US-Staat (Grundbesitzer und Finanzier von Hilfsbedürftigen) haben ebenfalls hohe Verluste gemacht. Manche Familien können ihren Kindern keine gute Ausbildung mehr finanzieren, manche Menschen fallen ins Prekariat, so dass die Folgen eventuell bis in die nächste Generation beobachtet werden können. Von all diesen Verlusten ist kaum jemals die Rede.
Wie glaubwürdig können Bankmanager sein oder Politiker, die das alles nicht thematisieren?
Herr Ackermann gehört, wie viele andere auch, zu einer neoliberalen Strömung, die immer danach schreit, der Staat möge sich so weit wie möglich zurückziehen (zumindest solange es gut läuft). Läuft es plötzlich schlecht, soll plötzlich wieder der Staat, also der Steuerzahler, alles richten. Das ist schon sehr merkwürdig. So wie der Bäcker um die Ecke, der die falschen Brötchen backt, abgestraft wird, so soll auch eine Bank mit Misswirtschaft abgestraft werden (vor allem durch eine drastische Kürzung der Vorstandsgehälter!).