@ Herrn Bräsigk:
Grundlage für die Veranschlagung und Ausführung des Haushalts als Haushaltsgrundsätze ist die Bundeshaushaltsordnung (BHO).
Gemäß § 7 der BHO ist der Staat verpflichtet, die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit bei der Verwendung von öffentlichen Geldern zu beachten.
Dies schließt eine Kosten- und Leistungsrechnung bei Bedarf ein.
Bei Großprojekten wird stets der Bundesrechnungshof eingeschaltet, um bereits im Vorfeld die erforderliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, meist auch kostenschonend durchzuführen.
Die Meinung, der Staat brauche die Wirtschaftlichkeit von Projekten nicht zu gewährleisten, geht daher fehl.
Manche Kosten-Nutzenrechnung eines Vorhabens hat dies schon zum Erliegen gebracht. Und das ist auch richtig so.
Der Artikel trifft die Problematik des Falles genau. Der Fall Transrapid steht aber leider beispielhaft für eine besorgniserregende Entwicklung unseres Landes, die in Ihrer Tragweite von Politik und Gesellschaft aber noch nicht erkannt zu sein, jedenfalls aber nicht ernst genommen zu werden scheint.
Es fehlt in unserem Land inzwischen vollständig der Mut zur Innovation und zur Umsetzung technologisch fortschrittlicher Projekte. Wer aber soll in der Zukunft Vertrauen in die technischen Fertigkeiten und Entwicklungen aus Deutschland haben, wenn wir nicht einmal selbst dieses Vertrauen durch Umsetzung von Projekten,wie der Transrapidstrecke haben. Dabei wird übersehen,dass wir langfristig auf das Vertrauen der Importeure unserer Produkte in Überlegenheit deutscher Technik angewiesen sind. Schwindet dieses Vertrauen,was angesichts derartiger Entscheidungen zu erwarten steht,lassen sich die höheren Preise unserer Produkte und damit letztlich unsere hohen Lohnkosten nicht mehr rechtfertigen. Da die hohen Lohnkosten aber mit beträchtlichen Anteilen an Abgaben und Steuern belastet sind,über die Arbeitgeber und Arbeitnehmer letztlich den (Sozial-)Staat finanzieren,wird die durch Fortschrittsverdrossenheit unser Gemeinwesen unfinanzierbar
Eines der Hauptprobleme bei der Vergabe öffentlicher Aufträge ist doch die ungenaue Kalkulation der Kosten in den Angeboten, die schon an Fälschung grenzt. Wie kann denn ein Projekt inerhalb von einem halben Jahr doppelt soviel kosten wie angeboten. In der freien Wirtschaft sind nur 10%. Mehr darf die Rechnung eines Handwerkers nicht vom Kostenvoranschlag abweichen.
Es erstaunt mich allerdings etwas, dass hier die Nachkalkulation vor Beginn der Arbeiten durchgeführt wurde. Sonst wird doch immer nachträglich die Hand aufgehalten und dann steht nur noch die Frage im Raum, ob die bereits investierten Milliarden komplett abgeschrieben werden oder weiteres Geld ins Projekt gepumpt wird.
Ich denke die Industrie verspielt ihre Chancen auf zukunftsträchtige Projekte durch kurzsichtiges Schönrechnen der Angebote. Man sollte dazu übergehen, reale Zahlen anzugeben (auch wenn's weh tut) aber im Gegenzug auch den Prestigegewinn mit einzukalkulieren. Dann kann man am Ende das Risiko und den Wert des Prestigegewinns realistischer einschätzen.
Zum Glück muss der Staat nicht wirtschaftlich denken, denn er muss ja keinen Konkurs anmelden.
3 Mrd Euro. Eigentlich eine Schande, dass Kapital eher in Zockereien an den Finanzmärkten da ist, als um für revolutionäre Technologien Risiken einzugehen. Das gilt übrigens sowohl für Staatliche, als auch für private Investoren.
Inzwischen sollte man doch eigentlich gelernt haben, daß eine neue Technologie am Anfang immer sehr teuer ist.
Noch vor wenigen Jahrzehnten kostete z.B. ein einfacher Computer etliche tausend D-Mark. Heute kann ein Taschenrechner schon mehr und kostet kaum zehn Euro.
So ist es auch mit dem Transrapid. Die ersten Strecken und Fahrzeuge sind sehr teuer und nach wenigen Jahrzehnten kosten die Dinger nur noch einen Bruchteil vom heutigen Preis.
Zudem sollte auch bedacht werden, daß wir mit den Möglichkeiten des Schienenverkehrs am Ende angekommen sein dürften. Der Transrapid dagegen steht noch ganz am Anfang und kann jetzt schon mehr.
Es ist erfreulich zu sehen, dass ein unsinniges Stoiberdenkmal auch in Bayern aus vernünftigen Gründen ausgebremst wird. Trotzdem ist es enorm schade, dass sich in Deutschland eine fortschrittliche Transport-Idee nicht realisieren lässt. Es ist die alte Geschichte: Wer hat's erfunden? - Die Deutschen. Wer wird's zu Geld machen? - Bestimmt jemand anders.
Weil der Nutzen eines Hochgeschwindigkeitszuges auf einer so kurzen Strecke von Anfang an gering gewesen wäre, sollte ohnehin vielmehr über eine Fernstrecke nachgedacht werden. Klar, die Kosten wären zunächst horrend. Aber wenn Geschäftsleute, ausländische Gäste, Investoren und "der kleine Mann" erstmal gesehen haben, was ein Transrapid auf der Strecke München-Köln-Berlin (nur so dahingesponnen!) so leistet, könnte das wirklich zum erhofften (lukrativen) technischen Durchbruch führen. Wie einige meiner Vorredner schon anmerkten: Solch ein technischer Wandel kommt entweder auf einen Schlag mit großem Einsatz - oder eben gar nicht. Schade.
Wir geben Millardenbeträge für die "soziale Gerechtigkeit" (was das auch immer sein mag) aus; wenn es aber darum geht, Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen, dann schauen wir plötzlich auf den cent. Jobs in einem Hochlohnland entstehen nun einmal nur in innovativen Bereichen - der Transrapid wäre sicher eine Möglichkeit gewesen. Natürlich mit Risiko, gerade für ein "Modellprojekt". Vergessen wir also Jobs in F+E, Herstellung, Vertrieb, bei Zulieferen etc. (sicher auch "einfache" Jobs). Verwalten wir lieber unsere Arbeitslosigkeit weiter. Arbeitslose lassen sich auch leichter steuern. Subventionieren doch lieber den Steinkohlebbau weiterhin mit 4 Milliarden Euro pro Jahr.
Es ist immer das gleiche: bei innovativen Branchen gibt es entweder ideologische Vorbehalte oder hier einmal die Kostenfrage. Mikroelektronik in den 70ern, beginnende Biotech in den 80ern, Atomkraft Ende der 90er. Wir opfern technologisches Know-How zugunsten irgendwelcher Ideologien. Das bringt sicher niemanden in Lohn und Brot.
Wirtschaftspolitik ist sowas nicht mehr. Es ist purer Populismus, getragen von Parteifunktionären.
Na, das ging doch ganz rapid. 1969 erst begonnen und 2008 schon entschieden. Und nur ein paar Milliarden verbraucht bis zur Entscheidung. Man sollte über die Technik nochmal nachdenken, nicht die Magnetschwebe- sondern die Entscheidungstechnik. Vielleicht kann man da noch was verbessern.
Nach dem F.-J.-Strauß-Flughafen wird es nun nichts mit der E.-Stoiber-Bahn !
Nicht JEDER Politiker muß überall verewigt werden.
Das warnämlich der EINZIGE Grund für die scheinbare Suche nach der "Hochtechnologie" des Transrapid.
Denn "Hochtechnologie" war und ist der Transrapid nie .Sondern Schrott von gestern.
...das ist das (traurige) Fazit dieser Posse, aus dem real existierendem Deutschland.
Die Industrie ist scheinbar nicht in der Lage (oder Willens) vernünftige Kalkulationen vorzulegen und zu feige notwendige Risiken eigenverantwortlich einzugehen. Wer als Unternehmer "Gewinne" realisieren will, muss bereit sein, auch die Risiken zu tragen. Feige sind die Vorstände der (beteiligten) deutschen Industrie, weil sie die Risikten lieber dem Steuerzahler (Staat) überlassen. Kein Wunder, das dieses Art von Managern im internationalen Vergleich eher schwach wirken. Nun zur anderen Seite: Die Politik gibt ein ebenso schwaches Bild ab. Wo sollten die "Teststrecken" denn sein? Im Vorhof der Eitelkeit lokaler und landestypischer Provinzfürsten. Jeder wollte sich ein Denkmal setzen - und als die industrielle "Gegenseite" das erkannt hatte, stiegen die Preise (Forderungen). Überlegungen, wo der Transrapid wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden könnte und somit der Wirtschaft, dem Standort Deutschland und dem Kunden genutzt hätte scheint es nicht gegeben zu haben. Goodbye Deutschland - welcome China!
Die sogenannte Referenzstrecke war nach der Grundsatzendscheidung der Bahn für den ICE, spätestens mit der vergleichend gerechneten und pro Rad-Schiene entschiedenen Strecke Berlin-Hamburg nur noch als Edel S-Bahn geplant.
Durch den europäischen Bahnverbund blieb, aus meiner Sicht, der Bahn schlußendlich auch nichts anderes übrig.
Die Investitionen hätten, konsequent durchgespielt, das komplette Schnellfahrnetz betreffen müssen, angesichts der massiven Ausbauten der Flughäfen und der Billigfliegerei ein kaum zu vertretender Schritt, auch innereuropäisch.
Die ferne Zukunft der Bewegung ist, angesichts der Energie und Klimadebatte, wohl eher in einer tatsächlich virtuellen Bewegung über die Datennetze zu sehen, Verkehr von Personen wird auf Dauer und langfristig endschleunigt.
Vor zehn Jahren war ich in der Bonner Außenstelle des Deutschen Museums, eine im Vergleich zum Münchener Haupthaus armseligen Veranstaltung. Aber immerhin wurden die Meilensteine deutschen Erfindergeists und Ingenieurskunst gezeigt. An allen Exponaten konnte man aber auch das Etikett anbringen "machen die Asiaten heute besser und billiger". Und in einer Ecke stand auch der Transrapid, quasi als bereits vorweggenommene Zukunft der Magnetbahn.
Und während sowohl die Japaner als auch die USA Geld in das Projekt "Maglev" stecken, haben unsere weitsichtigen Politiker den Transrapid schon vor vielen Jahren eingesargt. Brauchen wir auch nicht, ist viel umweltfreundlicher, die Menschen per Flugzeug von Frankfurt nach München zu karren, davon bin ich überzeugt.
Fazit: In einem Land, in dem schon die Bevölkerung so technikfeindlich ist, daß sich keine Großprojekte mehr realisieren lassen, brauchen wir auch so etwas nicht. Und wenn, dann werden wir's halt von den Chinesen kaufen.
Für die 8 Mrd Euro (weitere 6 Mrd sind im Gespräch), die man für die IKB verpulvert, könnte man die geplante Strecke in Luxusausführung bauen lassen, ohne sich um die üblichen Preissteigerungen während der Bauzeit Gedanken machen zu müssen.
Unabhängig, ob ein Großprojekt sinnvoll ist oder nicht, wurde jedes dieser Projekte seit den 80er Jahren von einem seltsamen Gemisch von not-in-my-backyard Egoisten, Öko-Utopisten, Prozesshansel und Lokalpolitikern be- und verhindert.
Mit diesen Kleingeistern hätten die USA nie eine Mondlandung hinbekommen, ohne die es viele der heutigen Technologien (und daraus resultierenden Arbeitsplätzen) nicht geben würde. Wieder einmal wird die USA und jetzt auch China dem trägen, ewig zauderndem Bedenkenträgern und Pfennigfuchsern in D zeigen, wie man gewinnbringende Hochtechnologiearbeitsplätze schafft.
Irgendwann wird auch der Maschienenbau, der letzten verbliebenen Branche mit Weltgeltung, vom Rest der Welt eingeholt werden. Aber irgendwo gibt es bestimmt noch eine Kopie des Morgenthauplan in irgendeiner unteren Schublade. Spargelstechen bzw. Erdbeerpflücken für 5€/Std. ist ja auch nicht zu verachten und den Rest schießt die Arbeitsagentur zu.
Aus allen Ecken wird gerufen, dass der Transrapid Hochtechnologie sei. Ein potentieller Verkaufsschlager, ein Paradebeispiel deutscher Ingenieurskunst. Schaut man jedoch genauer hin, offenbaren sich die Schwächen der Technologie: Da der Antrieb einer Magnetschwebebahn im Fahrweg integriert ist, ist der Bau von Strecken erheblich teurer als bei der klassischen Eisenbahn. Hinzu kommt, dass Innovationen des Antriebes nur durch einen Neubau der Strecken umgesetzt werden könnten. Im Gegensatz dazu setzt man die modernere Lokomotive einfach auf die alten Schienen. Der Transrapid könnte daher Leuchtturmprojekt einer einzelnen Stadt oder Region sein, aber den Kampf gegen die Schiene hat er längst verloren.
Seit 40 Jahren wird am Transrapid geforscht, und nach wie vor ist die Technik nicht konkurrenzfähig. Es ist Zeit, ihn dem Abstellgleis zu überantworten.
Jeder Kaufmann lernt am Anfang, dass "DER BEDARF" nur ein mit Kaufkraft (Geld) abgedecktes "Bedürfnis" ist. Für die Super-S-Bahn (S-Bahn steht ja eigentlich schon für "Schnell-Bahn" ;-) reicht das Geld nun nicht, denn die Ticket-Preise, die einen halbwegs wirtschaftlichen Betrieb rentierlich machen würden, sind nicht erzielbar.
In Zeitalter von Telefon-Konfererenzen, LAN-Parties und Billigfliegern, haben Menschen im Grunde genommen genügend Möglichkeiten, "Raum & Zeit zu überwinden".
Was unsere Straßen, Eisenbahnen und Häfen zunehmend max. auslastet (besser: teilweise verstopft) sind GÜTER-Transporte!
(Schwere) GÜTER kann man technologisch bedingt mit dem Transrapid / der Magnet-Schwebetechnik NICHT wirtschaftlich transportieren. Von daher sehe ich in Europa keinerlei Bedarf für diese Technologie.
Abdeckungsfähige Bedürfnisse könnten man wohl nur in Menschen-vollen Gegegenden Asiens (Teilen von China & Indien) finden, aber ob Siemens/Krupp dort bauen darf, kann bezweifelt werden.
Zumindest düfte meine Deutsche Bundespost-Jugend-Briefmarke von 1975 (!) nun ein nettes historisches Andenken bleiben, an die "Generation-Transrapid", die länger hielt als andere Generationen, wie z.B. die "Golf-G."
aber der wurde dafür VERKAUFT:-)