
ob Urheberrechte nicht längst massiv verletzt worden seien, heißt es nur lapidar: Ich glaube nicht, daß sich jemand Sorgen machen muß.
Wo bleibt die Antwort?
Hier ist dringend kritische Berichterstattung geboten, nicht Journalistenpoesie: es ist egal, was in der Sonne glitzert, wichtiger wäre es, den Google-Juristen auf seine zynische und heuchlerische Haltung abzuklopfen, mit der er sich googles Verstöße gegen das Urheberrecht zurechtlügt.
In den Händen solch mittelmäßiger Karrieristen liegt in absehbarer Zeit das Weltwissen - Bücher, Daten, Bilder - und das Monopol, es nach eigenem Nutzen zu vermarkten. Google übernimmt die Kontrolle in der Webwelt und stellt seine Konkurrenten der realten Welt - wie Bibliothek, Bildarchiv, Printmedium - nach und nach aufs Abstellgleis.
Warum hält die Autorin dem Google-Juristen nicht die imperiale Totaloffensive von google entgegen? Und verlangt Antworten? Kennen diese Google-Strategen etwas anderes als Zuwachs und Erhalt von Geld und Macht?
Es ist kaum mehr möglich, an google vorbeizukommen - ob in der Werbung oder der Informationsbeschaffung. Ein Wissens- und Geldmonopol ist gewachsen. Es ist ungemein anstrengend, aber ungemein notwendig, Wege zu finden, die an Google vorbeiführen.

Erstaunlich, kaum betritt ein Journalist das Firmengelände von Google, da sieht er nur noch bunt. Spielwiese, Fläzkissen, Volleyballfelder, Witzwände, die zweite Führungsebene eines Weltunternehmens unter scheinbarem Lachgaseinfluß. In solch einem Universum von bunten Blubbern und lachenden Gestalten mutiert auch das journalistische Denken und Schreiben zu bunten Blasen.
Kritisch (ja, total unsexy und old fashioned, ich weiß), kritisch ist die Kritiklosigkeit, wenn sie geschickt für Propagandazwecke genutzt wird. Im IKEA Spielzeugparadies werden Ideen wie aus imaginären Hüpfburgen produziert, Ideen wie "wir retten das Buch in die Zukunft" und "wir können uns über die Einwände der Rechteinhaber hinwegsetzen", die dann von betäubten Schreibern als Wahrheit der echten Welt verkündet werden.
Niemand, niemand, niemand. Niemand bestreitet, dass das eine gute Sache ist, sagt MacCopyright. In aufgeklärteren Zeiten hätte ihm an dieser Stelle jemand trocken auf die Zehen getreten.