Wer wie Klöden die geständigen Radfahrer und die seriös recherchierenden Journalisten verachtet, ist kein ehrenhafter Sportler mehr...
Das Verwerfliche ist eigentlich nicht mehr das Doping an sich, da es ja jeder tut, sondern die freche Lüge danach. Einige Herrschaften sind von der Realität offenbar schon so weit entfernt, dass sie schon gar nicht mehr merken, wie sie sich zur Witzfigur machen.
Aus dem Zwischenbericht der Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen gegenüber Ärzten der Abteilung Sportmedizin des Universitätsklinikums Freiburg vom 17.03.2008 (20.03.2008 veröffentlicht): ... "Einige Medikamentensendungen, die von Dr. Heinrich per Post verschickt wurden, können über entsprechende Rechnungen, die über das Drittmittelkonto „Dopingfreier Sport“ abgewickelt wurden, belegt werden. [...] Eine weitere Rechnung vom 9. März 2000 weist eine Medikamentenlieferung im Wert von 1.000 DM an Frau Bettina Jurkat, die damalige Freundin und jetzige Ehefrau von Andreas Klöden, aus." Waren Vitamine drin, laut Klöden.
Irgendwie musste ich spontan an umfallende Reissäcke in China denken ;)
Andreas Klöden wurde erst nach seinem Wechsel zum Team Astana Gegenstand der öffentlichen Diskussion die er jetzt beklagt. Astana ist das Nachfolgeteam von Phonak (5-8 Dopingfälle), die im letzten Jahr 4 Dopingfälle hatten, in schwarzen Trikots undercover trainieren, ihren Sitz in einem nicht-WADA Land haben, Johan Bruyneel, den Lance Manager, Contador, den Lance Rekord Brecher (2min nach Alpe de Huez) und Klödi, den einzigen nicht überführten Telekomiker beschäftigen. Klar, alles aus der Luft gegriffene Spekulation.
Was redet Kloeden eigentlich von "Radsport"? Was hat das Theater der letzten Jahre eigentlich mit "Sport" zu tun? Der Radsport ist ein Wettbewerb um das erfolgreichste Doping mit der geringst moeglichen Entdeckungswahrscheinlichkeit. Falls sich das seit diesem Jahr mit einem Schlag geaendert haben soll, kann man nicht erwarten, dass die Oeffentlichkeit auch schlagartig wieder begeistert von Spitzen-Radfahrern ist. Das Misstrauen wird fuer Jahre bleiben. Der Einwand, man koenne nicht wegen "ein paar schwarzer Schafe" die "Mehrheit" der Fahrer unter Generalverdacht stellen, hat sich in der ueberwiegenden Mehrheit der Faelle als falsch erwiesen. Der Generalverdacht ist aus guten Gruenden berechtigt.
Klödens Einstellung zum Doping ist zumindest fragwürdig. Wer wie er, geständige Dopingsünder verachtet und verurteilt und hartnäckige Lügner als seine ihm nahestehende Freunde und Ehrenmänner betrachtet (wo diese doch einen "sauberen" Sportler wie ihn betrogen haben müssen), sollte bleiben wo er ist und sich nicht wünschen, dass Deutschland ihn für die Spiele nominiert. Gerade das ist es, was er eigentlich möchte. Weil er weiß, dass das nie passieren wird reagiert er, wie im Bericht zu lesen ist.
Den Radsport haben natürlich nicht die Journalisten in Mißkkredit gebracht, sondern all jene Radsportler der Spitzenklasse, die nachweislich gedopt haben. Allerdings gibt es genausowenig "die" Journalisten wie "die" Radsportler. Heißt: Wer wie Klöden nie des Dopens überführt wurde, für den muss die Unschuldsvermutung gelten.... In einem jedoch hat Klöden recht: Nicht die Journalisten insgesamt, jedoch die Verantwortlichen der Öffentlich-Rechtlichen Anstalten, die vergangenes Jahr sozusagen über Nacht vom Radsport-Fan zum Radsport -Gegner mutierten, kurzen Denk-Prozeß machten und statt erstmals kritisch, gar nicht mehr über die Tour de France berichteten, die haben wirklich Wut und Ärger der Radsportler verdient. Es ist diese undifferenzierte Berichterstattung, von der ich ausdrücklich FAZ, auch SZ ausnehme, ist es die jeden Radsportler wütend machen kann. Wer gestern noch mit "Hosiannah" umjubelt wurde, gleich danach sich jedoch zum Teufel scheren soll, kann schon wie Klöden reden: Ungerecht aber verständlich.
Selbst wenn man unvoreingenommen glaubt, dass Klöden seine Erfolge ohne einen wie auch immer gearteten Griff in die Apotheke gelungen sind, haben sich die Meldungen der Journalisten mehrheitlich als richtig erwiesen. Aber als Ullrich gedopt an der Tour teilnahm, war Klöden als Helfer nie weit. Und als Winokurow positiv getest wurde und Astana zurückzog, war Klöden an seiner Seite. Die Tatsache, dieses Jahr sauber zu fahren, kann nicht als Beweis gelten, dies auch in der Vergangenheit getan zu haben. Ist man wohlwollend, lässt man die konstante Leistung als Beweis für einen sauberen Sportler gelten. Bösartig könnte man meinen, NADA/WADA hätten das neue (Asta-)Dopinggeheimnis noch nicht gelüftet. Wer sich wie Ullrich aus der Klage herauskauft, kann nicht erwarten, als unbescholten zu gelten. Es waren nicht die Journalisten, die die Radfahrer gedopt haben, sie haben lediglich darüber berichtet.
mit Skandalen und kriminellen Machenschaften, über die man beim besten Willen nicht positiv berichten kann! Ein Glück, daß jemand mit solch einem Gedächtnisschwund nicht für Deutschland ins Rennen gehen will. Demente haben wir genug.
