„Frauen als Schnäppchen haben zu können, damit ist ein Ausmaß an Frauenverachtung erreicht, das unvorstellbar ist„, mahnt eine Marburger Bürgerinitiative

Protest gegen Bordell-Flatrate in Wettenberg

„Unvorstellbares Ausmaß an Frauenverachtung“

„Superflatrate - Eintritt 99 Euro. 1x zahlen und mit allen Damen Können“ - mit diesem Spruch wirbt der Betreiber eines Bordells in Wettenberg bei Gießen für sein Haus. Dagegen läuft die „Bürgerinitiative Bi-Gegen-Bordell“ nun Sturm.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Juli 2009 17:48

Prostitution

Frederik Borchardt (frebor)

das Verbot von sogenannten Flatrate-Bordellen wird juristisch scheitern.
Ohnehin ist aber der Kampf gegen Prostitution und Prostituierte der falsche Weg
um Frauen zu helfen. Zunächst möchte ich erklären, warum ein Verbot von Bordellen juristisch nicht möglich ist. Die Menschenwürde, Art. 1 des Grundgesetzes, wird subjektiv, aus der Sicht des Trägers dieses Grundrechts verstanden. Zudem ist Art. 1 GG mit Art. 2 GG zusammenzulesen.
Art. 2 GG gewährleistet die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Frauen, die in einem der sogenannten Flatrate-Bordelle arbeiten wollen, tun dies, um ihre wirtschaftliche Not zu beenden oder zu lindern. Diese wirtschaftliche Not liegt in den osteuropäischen Ländern wie Bulgarien und Rumänien vor. In der Prostitution werden Löhne gezahlt die um ein vielfaches höher sind als die Löhne in den Heimatländern. Wir sollten nicht versuchen, mit dem Strafgesetzbuch, dem Grundgesetz und ordnungspolitschen Maßnahmen zu regulieren. Das hilft den Migrantinnen am allerwenigsten.

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10. Juli 2009 16:04

Verstoß gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung

Andreas Frick (Hephaistos)

In Karlsruhe gibt es auch den ersten Puff, der mit einer Flatrate (eigentlich eher ein Pauschalpreis) wirbt. In meinen Augen (ich bin kein Jurist) sollten sich solche Angebote sofort unter Hinweis auf das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung der anschaffenden (müssenden) Mädels verbieten lassen. Das ist nicht mehr gewährleistet, weil der Freier durch die Zahlung des Eintritts das Recht bekommt, mit jeder Frau alles zu machen, solange es das kann und will (ein Lob auf Viagra etc.). Die Frau kann also nicht ablehnen oder verhandeln. Insgesamt habe ich aber den Eindruck, daß die Behörden oft nicht besonders hart vorgehen. In Karlsruhe versucht ein Bordell gegen einen Musikverein vorzugehen, der durch seine Veranstaltungen den Puffbetrieb stört, aber vorher dort war. Die Behörden sind dabei auch gegen anscheinend illegale Praktiken sehr tollerant, was auch Korruptionsgerüchten Nahrung gibt. Der Betreiber, der offiziell nur die Zimmer vermietet, läßt sich unter anderem durch einen ehemaligen Richter am BGH vertreten, der sich für so etwas anscheinend problemlos hergibt, weil die Kasse stimmt. Die Reform des Prostitutionsrechtes ist weitgehend gescheitert, denn Zwangsprostitution ist nach wie vor sehr verbreitet.

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10. Juli 2009 00:02

Prostitution gibt es seit Jahrtausenden - Anstößige Werbung ändert daran nichts!

Helmut Schallock (Helmut.Schallock)

Das Problem der Prostitution bekommt man deshalb nicht "in den Griff", weil es sowohl einen Bedarf und eine Nachfrage nach "sexuellen Dienstleistungen" gibt, als auch weil Frauen diese Arbeit zu ihrem Lebensunterhalt machen (müssen, wollen, vielleicht auch "Spaß" daran haben). Verbote haben in der Vergangenheit nichts genützt, ebenso wenig wie die Prohibition in den USA das Trinken von Alkohol erfolgreich unterbinden konnte. Wer "käufliche Liebe" nicht mag, wird sie nicht "konsumieren", wer sie braucht, "kauft sich die sexuelle Entspannung" eben ein. "Im Dutzend billiger" ist bei Massenartikeln Realität, um den Umsatz anzukurbeln und dieser Gedanke ist für Flatrates Vorbild gewesen. Ich kann die Gefühle von Frau Weiss gut verstehen, geht sie doch von einem Frauenbild aus, das Prostitution als "Erniedrigung der Frau" empfindet und bei einem "Massenkonsum" durch Pauschalbezahlung Männer vor Augen hat, die "bis zur totalen Erschöpfung" ihren Trieb ausleben. An den "Arbeitsverhältnissen" der "Liebesdienerinnen" ändert sich dadurch nichts und am "Zeitgeist" auch nichts. Wird denn nicht auch im "normalen" Berufsleben die Arbeitskraft der Frauen "billiger" als die von Männern "eingekauft"? Hier sind gute Ideen zur Veränderung gefragt!

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09. Juli 2009 23:53

Eine zeitgemäße Werbekampagne..

Faruk Yalcin Dinc (fereli)

In Zeiten der wirtschaftlichen Krise haben auch diese Dienstleister ihre Probleme und manches Freudenmädchen echte Existenzsorgen.. So ist kein Wunder, dass mit solchen zeitgemäßen "Werbeslogans" ein Weg aus der Krise gesucht wird. Am Ende dürften einige sich übernehmende Männer in eine Potenzkrise geraten.

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09. Juli 2009 23:18

Was muss man da können?

Bodo Kälberer (fazkoepfchen)

Dass hier die Standfähigkeit des Mannes zu Maß der Würde eines Berufsstandes, den wohl kaum einer der Kommentatoren selbst ausüben oder seiner Tochter oder Ehefrau zumuten würde, gemacht wird, ist reichlich kurios. Wer so denkt, hebt die Prostitution auf die Ebene typischer Dienstleistungen. Nicht umsonst ist es aber so, dass dort überproportional ihrem Umfeld entrissene osteuropäische Damen tätig sind.

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09. Juli 2009 22:48

Welch ein Erkenntnisgewinn, Herr Declerq

Theodora Weiß (Byzanz)

Lieber Herr Declerq, ich glaube also, mit meinem Kommentar Männern Sexismus vorzuwerfen und das ist das Immanenten eines Kommentars wie meines? Sie meinen wohl, man könnte aus meinem Kommentar ersehen, dass ich glaube, ich müsste Männern Sexismus vorwerfen. Das glaube aber nicht ich, sondern das glauben Sie. Ich habe nämlich nur festgestellt, wer den Artikel bis dahin kommentiert hatte (drei Männer) und in welche Richtung ihr Kommentar ging (nicht so schlimm). Das sagt nichts über Männer und ihre Haltung an sich aus - auch wenn unter faz.net-Usern eine Tendenz feststellbar ist.
Warum es ein "Naturgesetz" sein soll, dass Männer irgendwo die Mehrheit bilden, ist mir auch nach der Lektüre Ihres Kommentars nicht klar. Weil Männer mehr Zeit im Netz verbringen? Wenn ich mir die Liste Ihrer Kommentare ansehe, dann bin ich geneigt, das zu glauben, denn Sie streiten offenbar unermüdlich gegen die Unterdrückung des Mannes durch die Frau, von der auch dieser Artikel Zeugnis ablegt... Vielleicht sollten in der Tat mehr Frauen auf faz.net aktiv sein, dann wären die Kommentare zumindest etwas ausgewogener. Das ist die Erkenntnis, die ich aus Ihrem Kommentar gewinne, auch wenn sie ihm nicht unbedingt immanent ist, Herr Declerq.

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09. Juli 2009 21:18

Frau Theodora weiß und die immanente Erkenntnisweisheit

Emmanuel Declerq (Declerq)

Liebe Frau Weiß,
falls Sie es noch nicht gemerkt haben, Nicht nur dieser Beitrag sondern die überwiegende Mehrheit der Artikel in der FAZ-online wird von Männern kommentiert. Ich weise Sie auch daraufhin, dass die überwiegende Mehrheit der Steuerzahler, Zwangsdienstleistenden, Dax-Unternehmenvorständen, Managern, Obdachlosen, Müllmänner und Mitglieder von Bündnis90-die Grünen auch Männer sind. Kurzum dass Männer irgendwo die Mehrheit bilden ist fast ein Naturgesetz. Dass Sie aber glauben, mit einer solchen Feststellung en passant, Männer pauschal Sexismus vorzuwerfen zeugt von einer zwar reflexartig politisch korrekten aber verkürzten Sichtweise.... und dies, liebe Frau Weiß ist das Immanente an solchen Kommentaren wie ihres.
mit freundlichen Grüßen.
mit freundlichen Grüßen.

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09. Juli 2009 21:14

Ja und?

Calpo Salmrohr (calpo_salmrohr)

Gibt es Erhebungen darüber, wie oft der durchschnittliche Puffgänger pro Nacht kann? Mehr als dreimal sicher nicht - und dann ist er bei 33 Euro pro Nummer. Und ich frage mich, wieso die Anrainer nicht gegen das Bordell an sich, sondern nur gegen die Flatrate protestieren. Außerdem, mal ganz offen gesagt: Mittelhessen kann jeden Betrieb gebrauchen, der ein bisschen Action in diese Ödnis bringt - mit Verlaub.

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09. Juli 2009 20:03

20 EUR im Quartal Hausarztflatrate

Jonas Müller-Hübenthal (Dr_Dolittle)

Warum wenden sich die Empörungskünstler nicht gegen Frau Schmidt? Seit der neuen "Gesundheitsreform" gibt es den Hausarzt und auch viele Fachärzte für 20 EUR IM QUARTAL!!! also für drei Monate statt einige Stunden. Ist das nicht genauso menschenverachtend?
Das merkt nur keiner weil es hinter der Fassade des Krankenscheins im Sachleistungssystem passiert. Das Sachleistungssystem ist übrigens für Sozialhilfeempfänger auch gerichtlich als menschenunwürdig bezeichnet worden.
Merkwürdige Doppelmoral!

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09. Juli 2009 19:44

Interessant, dass der Beitrag bisher nur von Männern kommentiert wurde

Theodora Weiß (Byzanz)

...und die es natürlich nicht so schlimm finden.
Man wird, da stimme ich zu, annehmen dürfen, dass sich durch derartige Flatrate-Angebote an den Arbeitsbedingungen der Prostituierten tatsächlich nicht viel ändern wird. Aber darum geht es doch auch gar nicht. Es geht hier vielmehr um den Symbolgehalt eines solchen Angebots. Natürlich ist dem Gewerbe der Prostitution eine gewisse Menschenverachtung und ein Degradieren des Menschen zum bloßen Objekt einer Dienstleistung immanent, aber das Flatrate-Angebot gibt dem ganzen eine neue (negative) Qualität. Denn Flatrate bedeutet nicht nur, dass man soviel haben kann, wie man will oder verträgt, sondern dass das, was man bekommt, letztlich auch wertlos und deshalb relativ billig ist. Nur dass von den potentiellen Kunden wohl nicht die Dienstleitung als wertlos betrachtet werden wird (und man deshalb auf sie verzichtet), sondern deren Anbieterinnen. Das war vorher wahrscheinlich nicht anders - aber in dieser Einstellung darf sich der Kunde nun noch bestärkt fühlen.
Und dazu, dass dem Nutzen des Angebots biologische Grenzen gesetzt sind: man soll gar nicht glaube, wieviel Menschen vertragen, wenn sie sich sagen: "Das muss sich jetzt lohnen, ich habe schließlich dafür bezahlt!"

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09. Juli 2009 19:21

Die Rechte der Frauen

Marvin Parsons (mapar)

Es hat immer einen recht merkwürdigen Beigeschmack, wenn Bürgerinitiativen-Sprecherinnen mit Doppelnamen andere Frauen vor den Männern beschützen zu müssen glauben. Entweder eigene Defizite, oder die Befürchtung, man könnte die Preise mit der wesentliche teuereren, auf dem Standesamt zu erwerbenden Flatrate vergleichen, könnte man jetzt unterstellen, wenn ein wenig Sarkasmus erlaubt wäre. Eigentlich kommt aber einfach nur die moderne permissive Gesellschaft ohne Werte hier an ihre Grenze: Selbstverständlich soll alles erlaubt sein, Moral und Verbote sind sowas von rückständig. Aber dann das Erschrecken: So hat man das doch nicht gemeint, Freiheit ja, aber die anderen sollen die bitte nur so nutzen wie man es selber für richtig hält (ohne das begründen zu können, denn dafür bräuchte man Werte, die sich nicht materialistisch herleiten lassen, sondern auf Glauben beruhen).

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09. Juli 2009 16:43

Lächerliche Prüderie.

Ralf Becker (mfoe)

Sex ist eine Dienstleistung, lediglich intimer als Massage oder Arztdienstleistungen. Was soll nun daran frauenverachtend sein, wenn man Dienstleistungen, wie es nun mal üblich ist, mit besonderen Preismodellen anbietet?
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Wenn ich schon das Zitat im Titel lese... "unvorstellbares Ausmaß". Ich kann mir sehr viel vorstellen, und frauenverachtend wirkt das Ganze nicht auf mich. Setzen sich irgendwelche Verbände da für die Rechte von Prostituierten ein, denen wiederum das ganze Getue eh egal ist? Für die Anstellten des genannten Bordells ändert sich in ihrer Arbeit nichts.
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Viel Spaß beim Emma-Lesen an alle ach-so-schockierten Protestler.

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09. Juli 2009 16:24

Flatrate-Saufen, -Fressen, -Sex

Klaus D. Wolf (LaoK)

Die liebe Frau Inge Hauschildt-Schön möge doch mal zu Hause mit ihrem Mann die Flatrate probieren. Hierbei wird sie sehr schnell feststellen, dass dem "Vermögen" des Mannes klare biologische Grenzen gesetzt sind. Ob "Mann" jetzt 2X je 50,00EUR bezahlt, oder 1X 99,00EUR und dafür versprochen bekommt, er könne jetzt "so oft wie er will", ist doch völlig Wurscht. Wollen heißt noch lange nicht Können. Ein Sturm im Wasserglas und etwas mehr Gelassenheit wäre angebracht. Beim "All you can eat" - auch das ist Flatrate, nämlich Flatrate-Fressen, regt sich keiner auf. Aber das fördert ja nur die Fettleibigkeit. Prostitution ist anerkannt, es werden Sozialabgaben und Steuern bezahlt. Solange Mann/Frau nicht gezwungen werden, sich zu prostituieren, sollten sich die "Moralapostel" und der Staat raushalten.

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09. Juli 2009 14:59

Flat ist eben in

Craig Cmehil (ccmehil)

Was genau wird jetzt kritisiert: Prostitution oder die Art, in welcher letzte vermarktet wird? Wenn man Sex kommerzialisiert, dann liegt es doch nahe, dass Preismodelle entstehen. Das ist nun mal das Wesen der Kommerzialisierung! Und dass es Preiskämpfe auch in diesem Markt gibt, ist doch so wunderlich nicht.

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