Nun wird man über Kunst immer streiten können, weil es keine festen Kriterien gibt, die Kunst als solche definieren und vom Gegenteil abgrenzen würden, sie ist in unserer heutigen Zeit mithin nicht objektivierbar. So sind z.B. die Flettflecke eines Beuys nur deshalb Kunst, weil sie von Beuys stammen, vielleicht viel aufwendigere, liebevolle Holzschnitzerein von Heiligenfiguren gelten als Kitsch, weil keiner den Künstler kennt. Die vielen Kitschbrunnen in dieser Stadt - ist das wirklich Kunst? Es liegt mir fern darüber zu urteilen, da muss jeder selbst seinen eigenen Maßstab finden und dann entscheiden, was ihm die Sache gegebenfalls wert oder auch nicht wert ist. Solange also ein Privatmann oder ein Unternehmen oder Sponsoren aus eigenen Mitteln Kunst, nämlich genau das, was er dafür hält, fördert ist das allein seine Sache. Öffentliche Gelder, also vom Bürger zwangsweise abgepresste Steuereinnahmen, in sogenannte öffentliche Kunst auf Straßen und Plätzen zu investieren, halte ich für nicht verantwortbar. Es wird nie ein gesellschaftlicher Konsens über Kunst und Kitsch zu erzielen sein und insofern kann Kunst Scharlatanerie und Scharlatanerie Kunst sein - wer will das schon abschließend allgemeinverbindlich beurteilen?
Man wundert sich immer wieder warum Frankfurt so uninspiriert ist bei der Gestaltung der Plätze - insofern spricht einem der Artikel aus der Seele. Zustimmung fällt allerdings schwer bei der Römerzeile - geht man Sonntags über den Römerberg (weil man da durch muss) möchte man auch das nicht wiklich. Geklontes Tauber-Bischofsheim oder Themenpark? Es ist als hätte man da etwas implantiert, was nicht nach Frankfurt gehört.