Finanzmärkte

Die unheilvolle Geldschwemme

Spezial Ob da nicht eine neue Blase lauert? Die schlimmsten Gefahren für die Banken liegen schon Monate zurück, aber die Notenbanken rund um die Welt versorgen die Banken immer noch mit vielen neuen Milliarden. Von Patrick Bernau

Lesermeinungen zum Beitrag

18. November 2009 15:23

@Seidl

Paul Rabe (heidelpaul)

Immobilienpreise und Mieten können aber sie müssen nicht zusammenhängen. Schauen Sie sich z.B. mal die Entwicklung der Immobilienpreise in Mallorca an und vergleichen Sie diese mit den Mietpreisen für Ferienwohnungen. Während die Mietpreise für Ferienwohungen in den Jahren 2005-2008 nur moderat gestiegen sind, sind die Immobilienpreise gradezu explodiert. Gäbe es da einen direkten Zusammenhang, hätte sich kaum einer noch seinen Spanienurlaub leisten können. Umgekehrt gilt das genauso, nach dem Zusammenbruch des spanischen Immobilienmarktes sinid die Mieten nicht zusammengebrochen, ganz einfach deshalb weil diese von der vorherigen Spekulation unabhängig waren. Eine private Rentenabsicherung mittels Kapitalanlage läuft also immer Gefahr in eine Blase hinein zu investieren. Umso mehr Menschen sich statt für eine staatliche für eine private Rentenabsicherung entscheiden umso höher auch die Gefahr dieser Kapitalmarkt Blasen. Insbesondere die Immobilienmärkte sind da gefährdet, weil Grund und Boden an attraktiven Standorten nicht vermehrbar ist, eine höhere Nachfrage daher sehr direkt auch preistreibend wirkt.

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17. November 2009 20:49

Herr Rabe

Andreas Seidl (ASeidl)

sie werden doch nicht abstreiten daß Immobilienpreise und Mieten zusammenhängen. Wie sonst könnten dort wo die Hauspreise niedrig sind, z.B. im Bayerischen Wald auch die Mieten niedrig sein und anderenorts wie in München beides deutlich teurer als z.B. in Berlin. Oder in Manhatten (noch) viel teuerer als hierzulande, oder während des Aisienbooms Ende der 1990ger in Tokyo und Hong Kong beides exorbitant in den Himmel schoß.
.
Wenn Sie diesen Zusammenhang nicht einsehen wollen, dann werden Sie zumindest anerkennen müßen daß die Nebenkosten wie Heizung, Strom von den Rohstoffpreisen abhängen und somit sich bei steigenden Rohstoffpreisen verteuern.

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17. November 2009 09:36

@Seidl Steigende Vermögenswerte führen NICHT zu steigenden Verbraucherpreisen

Paul Rabe (heidelpaul)

Herr Seidl, da muss ich ihnen klar widersprechen, es ist eben NICHT so, daß eine Inflation der Vermögenswerte auch zu szeigenden Verbraucherpreisen führt. Nehmen sie ihr Beispiel der Mieten. Wieso sollte eine Inflation bei den Immobilienpreisen auf die Mieten durchschlagen ? Mieten werden durch Angebot und Nachfrage auf dem Mietmarkt bestimmt. Nur weil die Preise für Häuser inflationiert werden gibt es ja nicht mehr Nachfrage nach Wohnraum. Im Gegenteil, eine Inflation bei Immobilien führt zu erhöhter Bautätigkeit (siehe z.B. Spanien), erhöht also das Angebot und führt damit sogar tendentiell (mittelfristig) zu sinkenden Mieten. Solange die Käufer von Häuser und Wohnungen mit einer Wertsteigerung rechnen, also während einer Blase, ist ihnen der Mietzins vermutlich auch weniger wichtig, denn in der Gesamtkalkulation kommen sie auf die erhoffte Rendite. Wenn all die Immobilien-Lemminge dann über die Klippe springen, die inflationierte Vermögenspreis-Blase also platzt, gehen dann viele Immobilienkäufer pleite, aber das Angebot an Mietwohnungen bleibt bestehen und damit auch die Mietpreise konstant.

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16. November 2009 23:22

Zu kurz gedacht Herr Rabe

Andreas Seidl (ASeidl)

Die Inflation der Vermögenswerte wird zwangsläufig zeitversetzt die Verbraucherpreise treiben. Beispiele: Steigende Immobilienpreise führen zu einem höheren Mietniveau, steigende Rohstoffkosten zu höheren Produktkosten und steigende Energiekosten zu höheren Heizkosten, Benzinpreisen und Preiserhöhungen im öffentlichen Personenverkehr. Das Ganze ist nur zeitversetzt in der Statistik zu bemerken. Und wenn die Einmaleffekte durch den Crash der vergangenen Jahres raus sind, wird die Statistik auch wieder eine Teuerung ausweisen. (z.B. der Ölpreis der von 140 $ auf 40 $ eingebrochen ist)

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16. November 2009 23:12

Gelddrucken macht keine Inflation

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Die deutsche Angst vor Inflation ist angesichts unserer Geschichte verständlich. Länder wie die USA, die 1923 nur aus der Ferne mitverfolgt haben, können sich das schwer vorstellen. Dennoch bleibt die Gefahr eine Inflation vorerst minimal, solange Arbeitslosigkeit herrscht. Vom Gelddrucken allein entsteht keine Inflation. Es ist genau umgekehrt: WEGEN der Inflation musste man 1923 Geld drucken.

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16. November 2009 21:41

Benzin ins Feuer gießen

Jürgen Schnurr (JuergenSchnurr)

Die Strategie der Zentralbanken ist es Liquidität bis zum Abwinken in die Märkte zu pumpen. Damit wollen sie eine Wirschaftskrise bekämpfen, die durch eine Finanzkrise ausgelöst wurde. Die Ursache der Finanzkrise war das Platzen einer Preisblase am US-Immobilienmarkt. Diese "Immobilienblase" wurde maßgeblich mit der Liquidität aufgeblasen die die FED zur Abwendung einer Wirtschaftskrise in die Märkte pumpte.
Wahnsinn hat offenbar Methode.
Das ist in meinen Augen ebenso sinnvoll, wie das Streben der US-Regierung den Konsum in den USA zu steigern. Das US-Handelsdefizit beruht darauf, dass in den USA zu wenig investiert und zu viel konsumiert wird. Steigern des Konsums ändert nichts an der Notwendigkeit mehr zu investieren. Es kaschiert im besten Fall und vergrößert jedoch den Schaden.

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16. November 2009 21:26

@Rabe wg Inflation von Vermögenswerten

Jürgen Schnurr (JuergenSchnurr)

Dass die Inflation von Vermögenswerten keine Rolle für das täglich Leben spielt, haben wir ja deutlich bei der Finanzkrise vorgeführt bekommen, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Wie war das noch mit den "Experten", die noch bis ins Frühjahr 2008 hinein behauptet haben, dass die Finanzkrise keine Auswirkungen auf die Konjunktur haben wird.

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16. November 2009 19:22

Da braut sich wieder was zusammen...

Jürgen Clasen (Heini1946)

Schon Einstein meinte, ob das Universum unendlich ist, ist er sich nicht sicher, aber bei der menschlichen Dummheit sehr wohl...
Und da kann man nur hinzufügen, die Dummen unterscheiden sich von den Gescheiten,
dadurch, daß sie immer die selben Fehler machen und die Gescheiten immer andere.
Wobei wir bei den Notenbanken sind mit ihren hochdekorierten Professoren an der
Spitze. Jedenfalls blasen sie kräftig die Wertpapiermärkte auf. Die Menschen sollen sich wieder reicher fühlen und mehr konsumieren. Herrschaften, hereinspaziert, hier winken
sagenhafte Gewinne, märchenhafter Reichtum... Allerdings haben Bundesanleihen
bei ruhigem Schlaf über 10 Jahre mehr gebracht als all die schönen Aktien. Nur diesesmal
könnte es am Ende anders aussehen. Die Goldbesitzer werden den Rahm abschöpfen,
weil die Notenbanken die wertlosen Anleihen kaufen und die Aktienbesitzer wieder
abgescheert werden.

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16. November 2009 17:24

@Seidl Eine Inflation von Vermögenswerten ist für das tägliche Leben irrelevant

Paul Rabe (heidelpaul)

Wozu sollte man sich um eine Inflation der Vermögenswerte kümmern ? Vermögenswerte sind nur Mittel zum Zweck. Erst wenn ich das Geld welches ich für meinen Goldbarren, meine Aktie oder meine Staatsanleihe bekomme (also den aktuellen Kurswert) wieder für "Brötchen" eintausche habe ich etwas davon. Wenn die Brötchen billig bleiben (so wie im Moment die meisten Konsumgüter) bleibt auch der Geldwert erhalten.

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16. November 2009 17:18

@Sam Tyler Inflation bedeutet, DASS die Eier teurer werden !

Paul Rabe (heidelpaul)

Herr Tyler, Inflation bedeutet nicht, daß die Feinunze Gold teurer wird. Gold ist aus guten Gründen in dem Warenkorb zur Inflationsmessung nicht enthalten (evtl. in unrelevanter Menge für Schmuck). Inflation bedeutet, daß die Eier teurer werden ! Aber wieso sollte das passieren ? Die gigantischen Geldmengen welche in den virtuellen Welten der internationalen Banken herumschwappen werden die Nachfrage nach Eiern kaum erhöhen. Es sei die Eliten der Welt würden eine kollektive Cholesterin-Vergiftung beschließen.....

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16. November 2009 16:27

Warum es keine Inflation gibt ?!

Andreas Seidl (ASeidl)

Weil die Statistik der Verbraucehrpreisentwicklung gemeinhin als Inflation bezeichnet wird. Diese Statistik ist darauf angelegt möglichst geringe Preisanstiege auszuweisen. Da derzeit in der Industrie und im Handel Überkapazitäten vorhanden sind, da die Verbraucher sparen, kommt es teils zu sinkenden Preisen. Solange bis diese Überkapazitäten korrigiert sind.
.
Anders sieht es bei den Vermögenswerten Aktien und Rohstoffe aus, welche von dieser Statistik nicht hinreichend erfaßt werden. Es würde auch nichts ändern das Geld anders zu verteilen wie mache vorschalgen. Die Verbraucher würden weiter sparen und die Ersparnisse in die Vermögenswerte fließen. Die Verhältinisse in gesättigten Volkswirtschaften sind eben anders als vor 70 Jahren als Leute wie Keynes ihre Theorien aufstellten.
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In der VWL gibt es noch andere, bessere Definitionen für Inflation, z.B. Inflation = Geldmengenwachstum - Wirtschaftswachstum.

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16. November 2009 16:17

Die Inflation ist in vollem Gange!

Sam Tyler (InYourDreams)

Was ja nicht unbedingt heisst, dass die Eier teurer werden. Ein sinkender Aussenwert, massiv steigende Dollar-Notierungen für Gold und andere Assets oder des Dow-Jones zeigen das ganz deutlich. Die USA sind seit den 30ger Jahren ganz vorn mit dabei, wenn es um Inflationierung der eigenen Währung geht. Wer sich fragt, wo das Geld bleibt, der sehe sich die Dollar-Preise von Anlage-Gütern zwischen Bali, Kapstadt und Rio de Janeiro an. Solange es noch genug Länder gibt, für deren Eliten sich der Inflationsimport lohnt, kann das Spiel weiter gehen. An deren Ende wird allerdings die ganz grosse Währungsreform stehen. Dann wird auch der Euro über den Jangtse gehen. Wir werden das noch erleben.

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16. November 2009 13:28

Warum es keine Inflation gibt

Martin Seyfarth (Martin.Seyfarth)

Es kann keine Inflation geben, weil die Kaufkraft der Menschen massiv unter den Ereignissen 2007 - heute gelitten hat und weiter leiden wird.
Die Reflationierungsversuche der Notenbanken sind allenthalben ein Tropfen auf den heissen Stein. Auch mit 10 Billionen Dollar, die direkt in den Geldkreislauf gepumpt würden, so wäre unterm Strich immer noch weniger Geld da, als Ende 2006. Ganz zu schweigen von verfügbarem Einkommen, welches durch Arbeitslosigkeit und Wertverlusten bei Veranlagungsgeschäften massiv geschrumpft ist.
Martin Seyfarth

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16. November 2009 13:28

harte Waren, weiche Blasen

Günter Blümel (guenterbluemel)

Ich fände es auch viel besser, wenn die, die das Wirtschaftsboot tatsächlich rudern, einen größeren Anteil vom Kraftfutter bekämen. Aber leider fallen aufgehäuftes Vertrauen (insbesondere Geldvermögen) und Vertrauenswürdigkeit (tatsächliche Leistungsfähigkeit) sehr auseinander. Das sollte man ändern. Dann kann man auch die sozialen Sicherungssystem auf den Finanzmarkt stützen. Auf den Sozalstaat zu hoffen, für den Fall, dass die Wirtschaft zusammenbricht, finde ich naiv. Wenn es richtig hart wird, werden es die Schwachen am stärksten spüren. Da können Berufslügner vorher suggeriert und versprochen haben was sie wollen.

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16. November 2009 12:57

@Herrn Rabe

Vladislav Pereiaslavets (Ak_Viersieben)

Eine starke Inflation wird es geben. Nur durch eine solche Inflation können sich die USA, aber auch andere Industriestaaten entschulden.
Eines Tages kracht’s. Ganz bald, nehme ich an.

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16. November 2009 12:53

Inflation kommt langsam und geht langsam

Johannes Stockburger (stockburger)

Die Inflation kommt schon, wenn auch langsam. Der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise, der nicht nur auf Spekulation beruht, wird das erzwingen. Und die Regierungen wollen diese Inflation auch, denn es ist der einzige Weg, die Staatsverschulung ohne expliziten Default in den Griff zu bekommen. Und Inflation ist der einfache Weg, zusammen mit dem "linear-progressiven" Einkommenssteuertarif, die Steuen zu erhöhen, während man sagt, daß man die Steern senkt.
Der von der FDP vorgeschlagene Stufentarif reduziert diese heimliche Steuererhöhung weitgehend. Er mag vielleicht nicht sozialer sein als der gegenwärtige Tarif. Politiker würden aber gezwungen, zuzugeben, wenn sie die Einkommenssteuer erhöhen.

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16. November 2009 11:47

Überzogen, aber richtig, Herr Rabe

Sophia Orti (rum)

Es ist zwar nicht nur in Händen einer Oberschicht, aber vor allem in jenen Händen, die ja anlegen müssen. Diese Sache mag in den Lehrbüchern nicht stehen, ist aber zum Beispiel bekannt als eine Folge der Konjunkturprogramme der 1930er, und zwar schon in den 1930ern. Inflationsgefahr gibt es doch, wegen der Spekulationen dieser Anleger, denken Sie zum Beispiel an den Ölpreis, ebenso wie Krisengefahr. Die Währung hat keine solide Basis mehr, wie früher auf guten Handelswechsel, sie wurde von Finanzmärkten und ihren Spekulanten stark abhängig gemacht. Jetzt wollen sie auch die Sozialversicherung von Finanzmärkten abhängig machen, Stichwort: Kapitaldeckung.

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16. November 2009 11:16

Warum gibt es keine Inflation? Weil das Geld schief verteilt ist!

Paul Rabe (heidelpaul)

Obwohl die Notenbanken die Geldmenge massiv ausweiten gibt es keine Inflation, im Gegenteil wir haben momentan fast schon eine Deflation. Wie kann das sein ? Dies wiedspricht eigentlich allen klassischen Lehrbüchern nach denen ein das Wirtschaftswachstum (welches momentan negativ ist) übersteigende Geldmengenwachstum zu Inflation führen müsste. Warum sehen wir eine Inflationieren der Kapitalmärkte aber nicht der Konsummärkte ? Die Antwort ist einfach: Weil das NotenbankGeld nur in die Hände einer kleinen Oberschicht fließt. Der größte Teil dieser inflationierten Vermögenswerte gehört in den westlichen Industriestaaten nur einer sehr kleinen Schicht der Bevölkerung. Diese Schicht ist aber gar nicht in der Lage mit den nominalen Vermögenszuwachs auch für zusätzliche Kaufkraft auf den Konsumgütermärkten zu sorgen. Deswegen führt das zusätzliche Notenbankgeld auch nicht zu der eigentlich zu erwartenden Inflation. Es wird auch zukünftig dazu nicht kommen, denn die Vermögensungleichheit nimmt weltweit weiter zu. Egal wie die Aktienkurse, Goldbestände und Immobilien von Millionären auf Grund von billigem Notenbankgeld auch noch steigen, diese werden trotzdem nie den Preis für Brot, Babywindeln oder Kleinwagen in die Höhe treiben...

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