"Josef Bujtor (Mramorak) Vielzulange hat man von Europa aus solche Terrorgruppen moralisch unterstüzt, weil sie angeblich für die Armen "kämpften"." Lieber Herr Bujtor, was Sie schreiben ist leider wahr. Seit vielen Jahren bereise ich beruflich Länder, die unter diesen links-terroristischen, sogenannten "Befreiungsbewegungen" leiden. Viele meiner europäischen Bekannten kritisieren aber immer nur den demokratischen Rechtsstaat, wenn er versucht, seine Bürger vor Raub, Mord und Erpressung zu schützen. In dieses Bild paßt auch die momentan an einigen deutschen Staatstheatern stattfindende Glorifizierung der "Opfer" von Stammheim und des "deutschen Herbsts". In einer völligen und einmaligen Verdrehung der Tatsachen werden auf einmal die Täter zu Opfern und die unschuldigen Opfer der RAF zumindest zu Helfershelfern der Täter. Die Geschichte Lateinamerikas hat gezeigt, daß sich Terror wie in Perú zur Zeit des "leuchtenden Pfades" nachhaltig und effizient nur mit gut organisierter und effizienter staatlicher Gegengewalt aufhalten läßt. Die Europäer sollten aus ihrer Geschichte lernen, auch das verbrecherische Naziregime ließ sich nur mit Gewalt beenden, Chamberlain ist mit seinen Verhandlungen gescheitert.
Der frühere peruanische Präsident D. Alberto Fujimori wurde gefragt, warum er nicht mit den Maoisten des "Leuchtenden Pfads" Friedensverhandlungen aufnehmen wollte. Seine Antwort war: "Ich verhandle nicht mit Verbrechern!" D. Álvaro Uribe wurde dafür kritisiert, daß er den Vorschlägen linker (Hugo Chávez) und rechter (Sarkozy) Populisten nicht gefolgt ist und den Terroristen der FARC für die Freilassung der Geiseln keine Zugeständnisse gemacht hat. Der Erfolg gibt ihm weiterhin recht, die Verbrecherorganisation FARC ist momentan führungslos und hängt in den Seilen, die kolumbianische Bevölkerung genießt ihre wiedergewonnenen Freiheiten und Sicherheit. Sogar die früher linke Politikerin Ingrid Betancourt unterstützt inzwischen die harte Linie der konservativen kolumbianischen Regierung und beschuldigt die linken Regierungen der Nachbarländer Ecuador und Venezuela, die politische Gewalt und den Drogenhandel in ihrer Heimat weiterhin zu unterstützen. Es wäre Zeit, daß auch die im deutschen Bundestag vertretene "Linkspartei" sich formell und öffentlich von ihren Kontakten zu sogenannten "Befreiungsbewegungen" distanziert.
Was da gemacht wurde, diese Gefangenen zu befreien, war ganzundgar nicht nach der irren Vorstellung der Dialogisten - derer, die glauben, man muss nur den Terroristen nett zureden und alles geht in Ordnung. Das muss ein Schock für alle Linken sein. Leider sind noch mehr als 700 Menschen in den Händen dieser Terroristen - nicht "Freiheitskämpfer" - die in Gefahr sind. Aber das Wissen dieser Terroristen, dass es demokratische Regierungen gibt - leider nicht alle - die bereit sind alles in ihrer Macht zu tun, dieses Verbrechen des Menschenhandels zu beenden wird eine viel grössere Wirkung haben als jedes Gespräch mit Geldangebot. Denn alle, alle, alle Menschen ändern ihr Handeln und Verhalten wenn sie wissen, dass sie dadurch mehr verlieren als sie gewinnen. Das ist eine Tatsache, die in Amerika und einigen europäischen Ländern bekannt ist. Vielzulange hat man von Europa aus solche Terrorgruppen moralisch unterstüzt, weil sie angeblich für die Armen "kämpften". Das ist Realpolitik, was da jetzt in Kolombien gemacht wurde! Denn man hat nicht das Verbrechen als unumstössliche Realität angenommen, man ist dabei, die Realität des Freiheitswille der Menscheit selber zu fördern.