Streit ums Benzin

Der Zeitgeist und der Sprit

Mal ist der Sprit zu billig. Mal ist er zu teuer. Und immer haben die Moralisten einen Grund, sich zu empören. Von Rainer Hank

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Juli 2008 08:22

Cargolifter

Konstantin Richter (kiloromeo)

@Kathrin Weber (Trynx) Sie schreiben "..die Politiker drehen sich doch immer in die Richtung aus der mehr Wählerstimmen winken und darum dreht sich auch die vielgelobte Moral wie eine kaputte Kompassnadel." und "Außerdem sollte die Automobilindustrie entlich mal aufwachen und den Trend erkennen, statt abzuwarten bis die letzten Resserven verbraucht sind um mit neuen Ideen zu kommen." Sehr hübsch diese Klage, nur haben das vor ihnen schon jede Menge andere Leute moniert, u.a. ich. Die Politiker machen nur das, was sie am besten können, nämlich "einfach vorhanden sein". Und die Autoindustrie macht auch nur das was sie am besten kann, nämlich mit möglichst hohem Gewinn Autos an Mann und Frau bringen. Machen Sie sich bitte Gedanken, wie man das zum wirklichen und nachhaltigen Wohle des Ganzen ändern könnte. Ich wäre glücklich, Sie hätten eine gute Idee für die Lösung dieses Dilemmas. P.S. Ich habe damals 500 DM in Aktien von Cargolifter gesteckt. Aus nostaligischen Gründen habe ich sie noch. Sometimes you win...

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06. Juli 2008 07:22

eine weitere Instanz ist nötig

Konstantin Richter (kiloromeo)

Die Regierungsmacht (ob Berlin oder Brüssel sei dahingestellt) beschloß, daß der Biospritanteil erhöht werden soll und nimmt diesen Beschluß nun teilweise wieder zurück. Die Mehrheit dier Bevölkerung war jahrelang gegen die Atomkraft eingestellt, nun beginnt sich diese Einstellung zu ändern. Diese beiden Beispiele salopp kommentiert: Vor Inbetriebnahme des Mundwerks Gehirn einschalten! Etwas ernster: Ich halte die merheitlich mit Lehrern und Gewerkschaftlern besetzen Parlamente für unfähig, alleine die Geschicke eines Landes "sparsam, effektiv und nachhaltig" zu lenken. Das Volk will mehrheitlich f.f.f. und autofahren und ist somit auch keine große Hilfe. Ich meine es wäre eine weitere Instanz nötig, die (wie die FAZ ;-)), unabhängig und vor allem überparteilich ist. Diese Instanz müßte aus Steuergeldern finanziert werden, aus Wissenschaftlern und Philosophen bestehen und sich mit nichts anderem als mit Planspielen beschäftigen. Und dann müßten die Ergebnisse der Planspiele jeden Tag in den Parlamenten auf eine Großbildleinwand. Und auf allen Fernseh- und Rundfunkkanälen (bei Google als Link Nr. 1) für 30 Minuten zur Primetime vorgestellt werden. Dann gäbe es da zwar weniger Werbung und Seife zu sehen, aber wäre das so schlimm?

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05. Juli 2008 23:00

Problem ist die lediglich die Schein-Moral

Walther Schmidt (silitoe)

Wie dem Autor sicher klar ist, hat sich die moralische Beurteilung der notwendigen Höhe der Spritpreise wenn es eine solche Überhaupt gibt, eigentlich nicht geändert. Ein Spritpreis von 5 Mark war damals ebenso moralisch oder unmoralisch wie heute. Geändert hat sich der Zeitgeist und die Scheinmoral, weil es einen Unterschied macht, ob eine kleine Minderheit etwas nur fordert, sachlich die Forderung aber nicht durchsetzbar ist, oder ob die Situation tatsächlich eintritt. Der Otto-Normal-Verbraucher ist auch damals von den Vorstellungen der Grünen schockiert gewesen. Die wirtschaftlichen Folgen der 5 Mark Forderung waren auch damals für jeden besonnen Menschen erkennbar. Bei den Grünen waren die Besonnen lediglich in der Minderheit. Insgesamt ist die Angelegenheit ein Beipiel, was passiert, wenn (hier grüne) Ideologie auf Realität trifft. Grüne Spinnerei zu erleben ist im Übrigen auch heute noch ganz einfach. Man braucht nur im Laden einen Fruchtsaft trinken, dann geht die PET-Flasche in den grünen Punkt, wenn es eine Cola ist, handelt es sich um eine Pfandflasche, von den heute wieder erhältlichen Weißblech-Dosen ganz zu schweigen... Diese Spinnereien fallen uns schon gar nicht mehr auf!!!!

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05. Juli 2008 21:41

Die Empoerung der Dummkoepfe

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Die Mineral-Steuer -nicht verwechseln mit Minimal- betraegt 50%.Das braucht nageblich der Staat um Schulen,Strassen,Krankenhaeuser,Armee- auch der Armen- zu finanzieren.Der Staat bin ich -natuerlich nur zu 82Milionstel. Also geht die Steuer zu diesem Anteil an Schul an der Besteuerung-auch auf meine Kappe. Das Bier kostet pro Liter ca.6 Euro.Das schmeckt trotzdem jeder Gurgel und geht wie geschmiert die Kehle runter.Man sagt dazu sogar nocht Prost(in Bayern:Prosit der Gemuetlichkeit) Die Milch und alle Lebensmittel besteuert der Staat-also auch ich,oder bessergesagt;in meinem Namen mein Staat- nur mit 7% MWST. Also; wo bleibt das Verursacherprinzip? Das Oel ist knapp -und bis mein Wagen ihn durstig,wie er ist,vor allem,wegen seiner PS-Zahl und meinem Bleipedals verschlingt es gierig- und alle kanappen Gueter "haben' die Eigenschaft teuer zu sein. Also meine Damen und Herren-vor allem bei den Politikern- wer will mit diesem Oelpreisanstieg seine(ihre)Suppe kochen? Daraus kann nur Schall und Rauch entstehen,denn den Preis diktier der Markt.Die Politik besteuert ihn nur noch zusaetzlich und das ganz kraeftig,was man nicht vergessen sollte.

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05. Juli 2008 21:22

Ad Herrn Friederich

Wolf Waschkuhn (wwaschkuhn)

Sehr geehrter Herr Friederich, mit Verlaub, ich glaube nicht, daß Sie die Zielrichtung des Kommentars richtig aufgefaßt haben. Dem Autor ging es doch wohl nicht um einen Beitrag zur Lösung der Sachfragen sondern um die Beleuchtung der Metaebene der politischen Entscheidungsfindung und die letztendlich prinzipenlose Einstellung der Akteure. Wenn aber diese Ebene korrupt ist und sich nicht nach rationalen wie ethisch unverrückbaren Prinzipien richtet, wie kann dann daraus eine sachgerechte Lösung der globalen Fragen hervorgehen? In diesem Punkte ist doch der Autor nicht nur witzig, sondern er hat völlig recht.

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05. Juli 2008 19:16

Witzig aber unsachlich

Karl Friederichs (KFrieder1)

Der Kommentar klingt ja ganz witzig, aber er wird den Sachfragen nicht gerecht. Das fängt an bei den leeren Beschuldigungen - wo zB die Grünen ihren Kurs gewechselt haben sollen, ist leider weder dem Artikel, noch anderen Seiten der FAZ zu entnehmen. Und dass die Moralisten kritiseren, dass der Biosprit dafür sorgt, dass es (nicht dem Author, sondern nur) den Armen der Welt schlechter geht, weil sie nicht wissen, wie sie ihr Essen bezahlen sollen, ist vielleicht doch nicht so witzig wie dargestellt. Vermutlich hat der Author einfach den Unterschied nicht verstanden. Es ist (für weniger Wohlhabende) ein riesiger Unterschied, ob sie 100 CT zusätzlich für den Liter Sprit zahlen und ihnen mit den staatlichen Mehreinnahmen ein vorzüglicher und subventionierter öffentlicher Nahverkehr und energiesparendes Wohnen angeboten werden kann, oder ob sie 50 ct oder mehr pro Liter für Sprit und Heizöl zahlen und das Geld in die Ölstaaten und -handel abfliesst. Das jetzige Szenario ist deshalb nicht mit dem vergleichbar, das die Grünen+Ökos früher angestrebt haben und es wirft neue Fragen danach auf, wie der bescheidene Wohlstand der "kleinen Leute" gesichert werden kann. Also, neue Fragen, die zu neuen Antworten führen, kein zurück.

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05. Juli 2008 17:49

Absolut köstlich!

Franz Müller (Franzy)

Und wenn die Strompreise genauso steigen wie die Spritpreise, und das werden sie garantiert, dann sehe ich es jetzt schon kommen, dass die bösen AKWs ganz schnell in Öko-KWs umdefiniert werden, und dann wird das Kernkraftwerk Wyhl doch noch gebaut und andere dazu. Lach. Dann war die ganze Widerstandsbewegung so was von daneben und lächerlich! Einfach köstlich, Ihr Artikel.

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05. Juli 2008 17:19

Nachdenken lohnt sich

Kathrin Weber (Trynx)

Ein sehr schönr Text. Aber mal ehrlich, die Politiker drehen sich doch immer in die Richtung aus der mehr Wählerstimmen winken und darum dreht sich auch die vielgelobte Moral wie eine kaputte Kompassnadel. Meiner Meinung nach gehört der Vebrennungsmotor sowieso in die "Es war einmal" Schublade. Es gab ja schon tolle Ansätz in die Richtige Richtung mit den Cargoliftern zum Beispiel. Da weiß heute kaum noch einer was das war. Außerdem sollte die Automobilindustrie entlich mal aufwachen und den Trend erkennen, statt abzuwarten bis die letzten Resserven verbraucht sind um mit neuen Ideen zu kommen. Es kann doch nicht so schwer sein ein Auto zu bauen, dass mit einem Elektromotor läuft und vielleicht dabei die Solarenergie nicht ganz außer Acht lässt.

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