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FAZ.NET-Spezial: Inzestfall von Amstetten

War ein Funken Menschlichkeit in Josef F.?

Im Inzest-Drama im österreichischen Amstetten sind weitere erschreckende Details bekannt geworden. So verstellte Josef F. vor Jahren seine Stimme, um seine Frau anzurufen, und gab sich als seine Tochter aus.

Lesermeinungen zum Beitrag

29. April 2008 08:52

Leichtfüßigkeit

Martin Uhlig (cabucino)

Ich glaube nicht, dass es angebracht ist hier Schuldzuweisungen zu verteilen.
Ich halte die Frau von Josef F. für glaubwürdig.
Ebenso wenig würde ich den Nachbarn leichtfertig Schuld zu weisen,
schon gar nicht der Stadtbevölkerung.

Wäre die "Tochter" nicht erkrankt,
wäre er heute immernoch der nette, höfliche, hilfsbereite Nachbar
von nebenan.

Familientragödien gibt es soviele wie Namen im Telefonbuch.
Eine junge Erwachsene die sich einer Sekte anschliesst - glaubhaft; kein Einzelfall.
Ein Vater, der die ungewollten Kinder seine "weggelaufenen" Tochter
liebevoll aufzieht. - fürsorglich

oder kurz und knapp - "nett, höflich, hilfsbereit"

Der größte Sadismus ist nur dann befriedigend, wenn er andauernd ist.
Es ist keine bösartige Laune, der sich Josef F. hingegeben hat.
Es war kalküle bewusste Planung über Jahrzehnte.
Pervers gesehen war es schlicht gesehen, dass was andere als ihr Hobby sehen würden.

Diese Geschichte mit dem eigenem Verstand verstehen zu wollen,
verschließt sich unserer Moral, Werten und Denken.
Aber um meinen Standpunkt abzurunden:

Kennen Sie den Keller ihres Nachbarn?

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29. April 2008 00:18

oh was sind wir alle so erschüttert!

Cornelia Glunde (glundco)

Ich kann mich dem vorherigen Beitrag nur anschließen!
Eine Ehefrau, die so unkritisch ist wie auch die Nachbarn, die einen Menschen - der es kaum verdient, als solcher bezeichnet zu werden - als brav und hilfsbereit bezeichnen, hatten einfach keine Lust, sich irgendwelchen Problemen zu stellen.
Schließlich ist es so einfach, wegzuschauen - warum soll man sich in seiner Umgebung Konflikte schaffen. Dann sind wir eben nachher "furchtbar betroffen und schockiert".
Ich hoffe, dass all diese Menschen in Amstetten nie mehr ruhig schlafen können - denn sie haben es nicht verdient!

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28. April 2008 22:53

Degradierte Familie und Umgebung

Barbara Müller (deisenhofen)

Ein Verbrechen mit diesem unvorstellbaren Ausmaß, noch dazu im eigenen Haus bei der Ehefrau, ist nur denkbar in einer völlig degenerierten Umgebung. Eine Ehefrau, die sich nie fragt, was der Mann im Keller des eigenen Hauses jahrelang so treibt, ist an Dummheit und Gleichgültigkeit kaum zu überbieten. Das gleiche gilt für die Polizeibeamten, die nie eine Hausdurchsuchung anordneten, obwohl drei Säuglinge plötzlich auftauchen und als Enkelkinder ausgegeben werden. Wie ist denn das möglich, dass nie ein Nachbar Verdacht schöpft?
Die Sex-Sklavin ihres Vaters wurde schon als junges Mädchen von diesem mißbraucht und ist von zuhause weggelaufen. Wie meist in solchen Fällen will auch hier die Mutter nichts mitbekommen. Das Martyrium dieser jungen Frau wurde verschuldet durch die Bequemlichkeit, Blindheit und das bürgerlich-übliche Wegschauen der Nachbarn, der Ermittler und vor allem der Mutter!

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