Afghanistan-Einsatz: In unmöglicher Mission

Die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg ist eröffnet. Der Verteidigungsminister, das können seine Auftritte nicht verdecken, ist angeschlagen, seine Verfolger wittern Blut. Diesen Kopf würde sich mancher gerne an die Trophäenwand hängen. Von Berthold Kohler

Lesermeinungen zum Beitrag

17. Dezember 2009 14:24
Danke, General Lather !  
Karl Dietrich Naumann (Huga)

Die Bundeswehr untersteht in Afganistan der Nato, für die Nato war
der Angriff auf die geklauten Tankwagen und die Taliban-Kidnapper
eine "Anektode" ! Ich hoffe er wiederholt das im Untersuchungsausschuß
und zieht den geifernden Politiker von ROT/GRÜN, denen wir den
dilettantisch begründeten und miserabel unterstützten Einsatz
zu verdanken haben, den Teppich unter den Füssen weg ! Unsere
Medien sollten auch bedenken, vor wessen Wagen sie sich in dieser
aufgeblasenen Kampagne spannen lassen. Der Wähler/Leser ist
gar nicht so blöd, wie ihn unsere Linken in Politik und Medien gerne
hätten.

Bewerten: schlecht gut
17. Dezember 2009 07:24
Ach je, Herr Garbe,  
Thomas Grunwald (tho_mi)

Herrn Gysi habe ich gar nicht genannt! Und auch wenn Herr Trittin dagegen gestimmt hat, gehörte er der Bundesregierung an und hat letztlich doch deren Politik mitgetragen. Er hätte ja auch unter Protest zurücktreten können, hat er aber nicht. Mir geht es dabei auch nicht darum den Einsatz als solches in Frage zu stellen, sondern nur zu zeigen, dass ausgerechnet die Leute, die jetzt am Lautesten schreien von Anfang an kräftig mitgemischt haben, in welcher Form auch immer. Was Ihre Berechnungen angeht, möchte ich mal behaupten, dass die Zeiten, in denen eine Regierung mehr als 50% der wahlberechtigten Bevölkerung hinter sich hatte, ja nun wohl endgültig vorbei sind. Letztlich kann wohl auch niemand genau sagen, warum die Nichtwähler zuhause geblieben sind und was sie im Falle eines Wahlganges gewählt hätten. Noch besser ausgedrückt, wollen Sie etwa behaupten, Sie wüssten, wem der "Nichtwähler" hier und jetzt politisch zugeneigt wäre. Wohl kaum! Also orientieren wir uns am tatsächlichen Wahlergebnis, alles andere sind Vermutungen und damit Mumpitz.

Bewerten: schlecht gut
17. Dezember 2009 00:51
Gedenke in widrigen Lagen Gleichmut zu bewahren! Horaz Oden, II, 3,1  
Hermann Hagena (HermannHagena)

Angeschlagen ist dieser Minister nicht, allenfalls leicht irritiert und vielleichtauch etwas angewidert über einen Generalinspekteur, der sein Amt noch nachträglich demontiert und über gewisse geifernde Oppositionsabgeordnete, die sich als Hüter parlamentarischer Sitten, menschlichen Anstands und ehrlichen Umgangs miteinander aufspielen.
Wenn die Opposition denn ernsthaft aufklären will, was in Kundus und anderswo
schief gelaufen ist, wie die Bundeskanzlerin bei der Bestimmung der Richtlinien der Afghanistan-Politik ihren grundgesetzlichen Pflichten nachgekommen ist, wer denn ihr oberster militärischer Berater war, als in den Wochen vor der Wahl im Bendlerblock entschieden wurde, Kundus untrer den Teppich zu kehren und wie das gemeine Wahlvolk von den herrschenden Parteien über das, was in Afghanistan vorgeht, informiert wurde: wenn das alles ehrlich ermmittelt wird, dann werden die Kläffer in den Medien und die ehrenwerten Damen und Herren der Opposition beschämt das hohe Haus durch den Hintereingang verlassen, weil ihnen die Größe fehlt, den fränkischen Freiherrn um Entschuldigung zu bitten. Zu Guttenberg möchte man mit Horaz zurufen: aequam memento servare rebus in arduis mentem!

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 17:17
Machen wir es uns doch einfach  
Jörg Paßlack (del64)

schicken wir die, die jetzt so laut schreien und früher doch mit verantwortlich waren, auf die verantwortliche Stelle in Afghanistan.
Früher oder später muß wieder eine ähnliche Entscheidung getroffen werden. Mal sehen was draus wird.
Wenn man weit weg ist, kann man immer sagen man hätte es anders gemacht. Da sind doch ganz andere umgefallen als es darum ging Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Das ist natürlich nicht unser Krieg. Aber leider können wir da nicht so schnell raus ohne das dort das ganz große Gemetzel wieder anfängt und wir selber in Bedrängnis kommen durch durchgeknallte Gotteskrieger. Im Endeffekt waren die letzten Jahre in Afghanistan umsonst. Dafür müssen die Schuldigen gesucht werden.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 14:02
Ein kurzer Weg von Mutter Courage zu Mutter Blamage  
norbert doerre (ndoerre)

Der Prozess gegen Herrn zu Guttenberg ist eröffnet. Das bescheinigt nicht nur das Aufkrähen der rechten Linken unserer linken Mitte, sondern auch das fehlende Foto zum Hauptbeitrag, das bereits durch eine Gerichtsskizze ersetzt ist.
Was derzeit hinter den Kulissen geschieht, ist der vergebliche Versuch unserer Bundeskanzlerin, Herrn zu Guttenberg auf die Linie von Herrn Hinze zu bringen. Ihn zu plätten gestaltet sich wie das vergebliche Bügeln einer verknitterten Bluse durch die linke Hand der Hausfrau unseres Parlaments. Wenn ein Kleidungsstück bislang nicht so wollte wie seine Herrin, dann wurde es entweder aus der Öffentlichkeit verbannt und in den Sack für die Altkleidersammlung gesteckt, oder es wurde direkt entsorgt wie Herr Merz. In dieser Hinsicht hat sich in Deutschland seit Clodwig nichts geändert. Wem als amtsinhabender Politiker nicht der angebotene, üppige Futtertrog als Präsentkorb der Steuerzahler näher ist als sein Gewissen, näher als Recht, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, der hat in der Politik nichts verloren, der kann dort aber auch nichts gewinnen. Frau Merkel muß sich vorsehen: Es ist diesmal nur ein kurzer Weg von der Mutter Courage zur Mutter Blamage.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 13:52
Ach Gott,Herr Garbe  
Markus Teuber (arathorn)

unterlassen Sie doch bitte Ihre seltsamen Anwürfe eines "bürgerlichen Minderheiten-Regimes". Allein Linke und Die Linke (sie hieß früher einmal :SED!) verstehen sich darauf,Regime zu gründen und Diktaturen zu führen.Das hat die Geschichte allerorts und bestens bewiesen.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 13:51
Da klagen die Falschen, ....  
bernd ullrich (demokrat2)

...... die sich nun vor Guttenberg stellen. Über Schröder, der jeden Kriegseinsatz ablehnte, vor allem den Irak-Krieg, urteilten sie nicht so verständnisvoll. Meine Herren, nach dem Willen Merkels würden auch deutsche Soldaten im Irak sterben. Sie reiste sogar nach Amerika um Bush ihre Unterstützung anzudienen. Mit ihrem Freund Bush trieb sie die Rot-Grüne Regierung in den defensiven Einsatz nach Afghanistan. Dem Nato-Einsatz konnte sich Deutschland politisch nicht mehr entziehen. Jetzt so zu tun, als hätten Fischer und Schröder das allein zu verantworten, ist einfach heuchlerisch. Auch, dass die Guttenberg-Symphatisanten jetzt von der Opposition Zurückhaltung einfordern. Guttenberg hat sich einfach ungeschickt verhalten, zumal er wußte, dass Merkel und Seehofer nur auf Fehler von ihm warteten. Von da droht ihm die größte Gefahr. Wenn ihr Guttenberg retten wollt, müßt ihr euer Problem Merkel lösen.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 12:44
Der Beitrag trifft im Wesentlichen den Nagel auf den Kopf, aber...  
Rolf-Michael Henkel (mhenkel)

...nach wie vor wird die unselige Rolle der Medien nicht wirklich kritisch gewürdigt. Sie sind es, die der Diskussion immer wieder neue Nahrung geben, teilweise gestützt auf nicht verifizierbare Quellen (meist heißt es nur: Aus dem Umfeld von "XYZ" wurde berichtet, der "ABC" hätte dies oder jenes von sich gegeben). Selbst die gesamte Opposition zitiert dann gerne die Meldungen "verschiedener unabhängiger Medien", vor allem mangels eigener Erkenntnisse, so wie jüngst wieder Herr Gabriel. Spätestens aber seit der CDU-CSU-Koch-und-Konsorten-Affäre N. Brender beim ZDF dürfte aber allen halbwegs aufgeklärten Bürgern klar sein, wie es um die Unabhängigkeit deutscher Medien wirklich bestellt ist. Die aktuelle Treibjagd auf zu Guttenberg gedeiht jedenfalls prächtig auf dem ständig wachsenden medialen Misthaufen einiger dieser Medien. Ich kann mir nicht helfen, irgendwie erinnert mich das Zusammenspiel von Jägern (die Opposition) und Treibern (die Medien) an Wolfgang Menge's "Millionenspiel" aus den 70ern, das ja auch erstaunlicherweise in diesem Jahrzehnt seine Renaissance fand. Und um Millionen geht es hier zweifelsohne und zwar bei Wählern, Auflagen, Quoten. Es stellt sichalso wieder einmal die Frage: Cui bono - wem nützt es?

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 12:35
Die spinnen die "Römer"...  
Uwe Wagner (view)

... pflegte Obelix zu sagen, bevor er diese dann aus der Rüstung klopfte.
Blutrünstige Politiker, Jäger in vollgesch... Unterhosen? Die Hatztreiber sind zahnlose Tiger. Endlich ein Minister der aufräumt im Saustall Bundesregierung.
Spannend ist es auf alle Fälle.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 11:57
Haben die "Verfolger" nichts Besseres zu tun?  
Michael Menzel (Galenos)

Zu Guttenberg ist zu gut, als daß er durch einen Haufen böswilliger Intriganten zu Fall gebracht würde. Sie können ihm garnichts anhängen, was sie nämlich selbst in ihrer Regierungszeit zu verantworten haben, aber stattdessen jetzt als jämmerliche Opposition auf unterster Sohle intrigieren.
Die Rolle Merkels missfällt allerdings immer mehr in dieser Sache. Man merkt, daß sie zunehmend in Passivität verharrt, ohne umfassende Hilfe der vorher eigentlich allein regierenden vorigen SPD Paladine, die ihr die Last des Handelns sehr gerne abgenommen hatten.
Es wäre nun ihre Sache, auf den Tisch zu hauen und für Ruhe und Aufklärung der Vorkommnisse unter Jung und Steinmeier zu sorgen. Man hat den Eindruck, sie erträgt eine starke Persönlichkeit wie zu Guttenberg kaum neben sich.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 11:56
Kurz angemerkt zu In unmoeglicher Mission  
peter schieser (pschieser)

Dear Sir - Dafuer liebe ich die FAZ: schoen praegnant alles auf den Punkt gebracht, man haette es selbst nach einer Woche Klausur nicht besser formulieren koennen. Vielen Dank und bitte weiter so.
MfG
PS

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 11:40
@cbergh Innenminister??  
Robert Hamacher (harohama)

Diese Option stand nicht offen. Die FDP konnte ihren Anspruch auf das Finanzministerium nicht durchsetzen, deshalb stand ihr "nur" das Wirtschaftsministerium zu. Aus für zG als Wirtschaftsminister! Merkel konnte ihren treuen Paladin Maiziere nicht als Finanzminister durchsetzen sondern hatte Schäuble zu akzeptieren; eine Rochade Finanz und Innen bot sich also an; das Justizmin. für Maiziere war durch die FDP blockiert.
.
Die CSU war bereits 2005 am Verteidigungsministerium ( als klassischem + international ausgerichtetem Min. interessiert), Glos war dafür nominiert und vorbereitet - ja, wenn nicht Stoiber seinen eigenen Untergang eingeläutet hätte.
.
Was wirklich in Afghanistan seit 8 Jahren abläuft ( insbes. die KSK-Jagdaktivitäten auf ElQaeda und Taliban) , wissen vermutlich nur Schröder, Steinmeier, Fischer, Struck, Merkel, de Maiziere, Militärs und wenige andere - sicher nicht in allen Details Jung (2005-09) oder zG vor Okt./Nov. 2009.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 11:26
Where was the SPD ?  
Markus Teuber (arathorn)

DIE SPD stellte in den bisherigen Jahren der Auslandseinsätze der Bundeswehr (Kosovo,Afghansitan,Libanon,Horn von Afrika ...) doch zu 90% der gesamten Zeit den Verteidigungs- und auch den Außenminister !
Das sollte gefälligst nicht vergessen werden !
Nun den Herrn zu Guttenberg,der gerade einmal 2,5 Monate im Amt ist und während und unmittelbar nach dem "Kundus-Vorfall" noch gar nicht Verteidigungsminister war,derart unter Beschuß zu nehmen,ist hochgradig verlogen .
Die SPD will lediglich den wohl einzigen fähigen Mann in der derzeitigen Regierung zu Fall bringen !
Daß es in der Hauptsache diese Polit-Stümper waren,die der Bundeswehr zum Einen stetig das Material für Kampfeinsätze verweigerten,zum Anderen aber -und das ist vielleicht gar der wichtigere Aspekt- der Bundeswehr Handschellen anlegten mit der absolut lächerlichen poltitischen Vorgabe,sich im Krieg wie eine Politesse vom Frankfurter Ordnungsamt zu verhalten,sollte die SPD gefälligst dazusagen !

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 11:19
@Grunwald  
Frank Garbe (Frank_Garbe)

Ihnen ist vielleicht entgangen, daß ein Herr Tritin oder Herr Gysi niemals für diesen Einsatz gestimmt haben. Nur als kleine Randbemerkung. Nichtsdestrotrotz rechtfertigt ein "humanitäre Einsatz" in keinsterweise die Ermordnung hunderter Zivilisten. Rechnen sollten Sie stattdessen einmal lernen. Die Minderheitsregierung von Schwarz-Gelb hat nicht einmal 40% aller wahlberechtigten Stimmen erhalten. Dies macht sie und ihr "bürgerliches" Lager zu einem Regime der Minderheit.

Bewerten: schlecht gut
16. Dezember 2009 10:55
Warum hat er das Verteidigungministerium dem Innenministerium vorgezogen?  
C. Berghoff (cbergh)

Diese Frage habe ich mir gleich nach der Kabinettsbildung gestellt. Das Risiko des Verteidigungministeriums war doch angesichts des Afghanistan-Einsatzes offensichtlich.
Im Innenministerium macht man sich derzeit höchstens wegen Datensicherheitsaspekte und ähnlichen Sachen unbeliebt, alles Kleinigkeiten im Vergleich zu den derzeitigen Kriegszuständen und Menschenopfern in Afghanistan. Außerdem gilt das Innenministerium normalerweise als wichtiger; in manchen Ländern wird es sogar als das wichtigste Ministerium nach dem Prime Minister / Kanzler / Präsidenten betrachtet, während in D und USA das Außenministeriums diese Rolle zu haben sein scheint.

Bewerten: schlecht gut
1 - 15 von 57 Lesermeinungen
1 | 2 | 3 | 4 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche