Partnersuche im Internet

Ins Netz gehen

Sie ist Mitte vierzig und sucht einen Partner. Ein halbes Jahr lang hat sie versucht, ihn über eine Agentur im Internet zu finden. Was sie sich wünschte, war ein Gefährte. Was sie bekam, war ein Profil. Von Andrea Jeska

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Juli 2008 14:00

Larmoyant und nichtssagend

Konrad Alberti (Alberti2)

Leser Hartmann bringt es auf den Punkt. In der "Brigitte" lesen sich Artikel dieses Schlags allerdings etwas flotter. Es ist schwer verständlich, dass die FAZ einem so nichtssagenden und larmoyanten Artikel eine ganze Seite im Feuilleton widmet. Was will uns die Autorin sagen? Dass die Partnersuche im Internet kein Zuckerschlecken ist? Dass es Männer gibt, die übertreiben bei ihren Angaben zum Beruf? Sie versprechen sich davon offenbar mehr Erfolg bei den Frauen. Warum wohl? Nicht einmal das öde Lamento auf die Frau als ewiges Opfer bleibt uns am Ende erspart. Artikel dieser Art sind in der ZEIT gut aufgehoben; die FAZ sollte hier nicht zu sehr auf die weiblichen Leser schielen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
06. Juli 2008 09:17

Toller Beitrag

Franz Müller (Franzy)

Versuchen Sie erstmal selbst, einen solchen Artikel zu verfassen, ehe Sie ihn so leichtfertig abqualifizieren. Ich jedenfalls habe selten, wenn überhaupt, einen so interessanten und in die Tiefe gehenden Text gelesen wie diesen. Daher Kompliment! Ebenso interessieren würde mich jetzt ein ähnlicher Beitrag aus Männersicht, also wie ein Mann versucht, seine Prinzessin über's Internet zu finden. Was wohl dabei herauskäme? Ob Männer immer nur an Sex denken? Ob Männer Karrierefrauen wünschen (immerhin streckte die Dame im Beitrag sich zuerst nach einem Manne aus, der "Führungskraft" zu sein angegeben hatte)? Dürfen Frauen keine Falten haben? Müssen die Zähne alle weiß sein? etc ...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
06. Juli 2008 02:25

Das kenne ich auch ..... nur hatte ich gluck

Peter Slater (Wales-Rhondda)

Also, Schicksale hin oder her, jeder Mensch braucht Liebe und tut alles oder nichts dafur und sucht und sucht und probiert hier und da und ver zweifelt und keine will mich und doch hatte ich gluck, nachdem ich mein Profile in soweit geandert habe, dass das etwas "Anderes" war, was Frauen anzog. Mein Uberschrift war ganz einfach ein "Liebevolle Herz zu verkaufen". Ich schrieb ein bischen, wie ich aussehe und was ich tue, meine Hobbies, wonach ich suchte und warum und was ich mag und mochte, an mich oder an ihr. Meine Antworten waren klar und einfach und weckte Neugier und so hatte ich Gluck. Ich schrieb keine Phantasien oder Trauergeschichten, sondern gab mich so, wie ich gern sein mochte, namlich das mein liebevolles Herz eine liebevolles Herzchen sucht. Meine japanische Frau und ich sind sehr glucklich und haben 8-9 Monate geschrieben und trafen uns ofters und lernten beim Schreiben, die Starken und Schwachen von einander wieder. Wer eine Frau aus Thailand sucht, wird nie Probleme mit dieser Frau haben und wird eine Sklavin ohne "echte" Liebe gekauft haben. Eine Japanerin verlangt Ehre, Glaubwurdigkeit, Treue und ein "echtes" Zusammensein und mit grosstem Respekt zu einander und Liebe. Ohne bedinnungsloser Liebe geht garnichts.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 20:37

Hohe Erwartungshaltung

A Bauer (bauer.ac)

Ich habe selbst Erfahrungen mit parship gemacht und kann nur sagen, ganz so leidvoll, wie es in dem Artikel geschildert wird, muss es nicht ablaufen. Beim ersten Date habe ich mich ziemlich "verquasselt". Das ist mir dann bei den folgenden Malen nicht mehr passiert. Nach einer halben Stunde des Gesprächs kann man schon sehr genau beurteilen, ob einen bei dem anderen Gravierendes stört. Was ich viel problematischer finde: bei all diesen Treffen steht jedem auf der Stirn geschrieben, dass man einen Mann bzw. eine Frau sucht. Dass man sich so gerne verlieben würde usw. Das ist m.E. eine schwere Hypothek, wie man sie beim "normalen" Kennenlernen nicht hat.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 16:34

@ Michael Menzel

Felix Hartmann (felixhartmann)

Das Anliegen der Autorin, etwas gegen das Geschäft mit der Einsamkeit zu unternehmen, teile ich durchaus. Dass eine "von Menschen für Menschen gemacht[e]" Zeitung wie die FAZ ein solches Thema aufgreift, ist auch überhaupt nicht zu beanstanden. Gestört hat mich aber der pseudoliterarische Anspruch des Texts. Gerade vom Feuilleton der FAZ erwarte ich da mehr.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 14:24

Wer dumm fragt

Michael Menzel (Galenos)

sollte eigentlich auch eine dumme Antwort bekommen, zumal diese Frage "Brigitte oder FAZ" auch noch gehässig abwertend gestellt wird. Die FAZ ist, wie manche gute Zeitung, von Menschen für Menschen gemacht. Zumal dieser Artikel in der Rubrik Feuilleton eingestellt ist, ist überhaupt nichts dagegen zu sagen. De Autorin hat sich große Mühe gegeben, ein repräsentatives Beispiel für das Schicksal von zigtausend einsamen und noch jungen Menschen zu beschreiben. Die Geschäftemacherei auf diesem Gebiet ist überwiegend schäbig und hat Ansätze, die einen vorsätzlichen Betrug nicht immer ausschließen lassen. Im übrigen steht es jedem frei, die Zeitung zu lesen, welche ihm passt und falls ihn die Differenzierung der Kategorien in dieser Zeitschrift intellektuell überfordert oder unterfordert ein ihm angemessenes Blatt zu wählen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 13:17

Brigitte oder FAZ?

Felix Hartmann (felixhartmann)

Lese ich gerade FAZ oder "Brigitte"?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 10:55

Naheliegend. Aber falsch.

Angela Jekosch (AngelThom)

Sehr schön geschrieben. Professionell halt. Und macht Spaß zu lesen. Gerade deshalb: Schade drum, dass die Schlussfolgerung: "Ich kann handeln und lenken. Gerade jene, die sich wie sie gescheitert fühlen, sind froh, wenn sie nicht mehr Opfer sein müssen. Wenn man die Liebe durch Wissenschaft, durch die psychologisch untermauerte Abstimmung der Persönlichkeit erhalten kann, dann gibt es kein Schicksal mehr. Ein schöner Gedanke, sagt sie. Aber falsch." galant formuliert, aber oberflächlich gedacht ist. Und damit falsch wird. Wissenschaft und Technik können eigene Lebensentscheidungen natürlich nicht ersetzen. Sie sind Instrumente, ganz recht. Die Entscheidung, im Opferdenken zu bleiben oder eigene Entscheidungen zu treffen, nimmt Wissenschaft dem Menschen nicht ab. Liebe ist weder Zufall noch nicht Zufall, weder Schicksal, noch nicht Schicksal. Die Differenzen so zu setzen, ist schon Opferdenken. Liebe ist ein, oder sogar das universelle Gesetz des Lebens. Umso ehrlicher und integrer ein Mensch mit sich selbst wird, umso leichter fällt es ihm, in diesem Gesetz zu leben. Auch diese Schlussfolgerung zu ziehen, gibt das Material des Artikels her. :-)

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 10:46

Liebe ist...

Jürgen Zwiebel (Konspirant)

Ephorie und Schmerz. Was in Internetbörsen gesucht wird ist nicht Liebe, sondern das rundum sorglos Paket. Zwei Menschen, die gut zu einander passen, müssen nicht verliebt sein, um den Rest ihres Lebens in trauter Zweisamkeit zu verbringen. Die ewige romantische Liebe ist eine Erfindung der Literatur. Nur deswegen erregt sie dort solche Aufmerksamkeit, weil sie so selten und so unwahrscheinlich ist. Die modernen Medien tun ihr übriges. Sie erzeugen einen Anspruch, den das Leben nicht halten kann. In wen verliebe ich mich? In eine Frau, die in aufrechter Haltung geht, deren Augen strahlen, die ein Lächeln hat, die fröhlich ist, offen, frech und geistreich. Die läuft mir auf der Straße übern Weg und wenn ich sie nicht anspreche, tut es ein anderer. Warum sollte diese Frau im Internet einen Partner suchen? Die andere Möglichkeit ist es, dass man diese Eigenschaften in einer Frau weckt. Warten Frauen darauf, wachgeküsst zu werden wie Schneewittchen? Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Paare, die sich übers Intenet kennen gelernt haben incl. uns. Alles liebenswerte Menschen. Es liegt nicht am System, es liegt immer noch am Menschen selber. Gebt nicht der Suchmaschine die Schuld für Euer Unvermögen!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 10:43

Partnersuche

Lutz Helmer (Armerwilli)

Ich hatte Glück - allerdings nicht durch eine Partneragentur, sondern durch die Bekanntschaften in einem Internet-Diskusionsforum. Hier lernte ich auf eine völlig unspektakuläre Art meine Frau kennen, ihre Geisteshaltung schätzen. Das ist der Knackpunkt: wie verhält sich ein Mensch wenn er nicht auf Partnersuche ist! Hier erhält man mehr relevante Informationen als bei aktiv Suchenden. Und nur, wenn Beide interessiert am Anderen sind, kommt überhaupt der persönliche Kontakt dazu - als letzte Station einer längeren Reise. Versuchen Sie es!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. Juli 2008 10:42

Treffender

Michael Menzel (Galenos)

kann man das Elend durch eiskalte Geschäftemacher nicht beschreiben. "Partner finden auf wissenschaftlicher Grundlage"; was für ein Widerspruch ins sich. Schon die dümmliche Hypothese, daß Menschen mit gleichen Interessen und gleicher Weltanschauung füreinander geschaffen sind spricht der Realität Hohn. Gleichheit und totale Gegenteiligkeit kommt bei bestehenden Paaren in selber Häufigkeit vor. Es gibt keine "Formel" nach der die Anziehungskraft und Sympathie zwischen zwei Menschen definiert werden könnte und trotzdem entblöden sich nicht solche "Institute" zu versichern, sie seien im Besitz des Wissens solcher Gesetzmäßigkeiten. Der "Laden", der in diesem ausgezeichneten Artikel, stellvertretend für andere, in seiner Arbeitsweise beschrieben wird ist ja gewollt ganz leicht zu identifizieren. Gut so! Den Einsamen sei gesagt: Wenn ihr in der Lage seid, zu irgendwelchen Treffen zu gehen, dann könnt ihr auch einfach so möglichst viel unter Menschen zu gehen - muß ja nicht gerade in einer Kneipe sein. Die Wahrscheinlichkeit, "den" Menschen zu finden ist nicht hoch, aber möglicherweise höher als diese "wissenschaftlich" verbrämte Abzocke.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
04. Juli 2008 20:24

Treffend

Johanna Geisel (Jea.nne)

Ein bewegender Artikel. Ich habe regelrecht mitgelitten, während ich ihn gelesen habe. Ich bin auch schon ewig allein und habe immer wieder mal versucht, über eine Internetbörse jemanden zu finden. Doch dort gibt es nicht mal annähernd solche Männer, die zu mir passen würden. Diesen "wissenschaftlichen Methoden" traue ich auch nicht. Und die Profile sind wirklich nicht besonders individuell. Aber das kommt auch auf die Börse drauf an. Manche sind da fortschrittlicher. Trotzdem bleibt am Ende nur Frustration.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 12 von 12 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche