Kurdische Randale: Diyarbakir am Sonntag

Durch das Verbot der DTP spitzt sich die Kurdenfrage in der Türkei zu. Kritiker sehen darin den Versuch, weitere Fortschritte bei der Integration der Kurden in den türkischen Staat zu torpedieren. Von Michael Martens, Istanbul

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Dezember 2009 23:19
türkische politik, die große unbekannte?  
ismail deniz (smile.deniz)

Zunächst einmal dankeschön an den Verfasser,für eine journalistische Aufgabe,die heutzutage nicht mehr ganz alltäglich ist unter Journalisten.Nämlich:Aufklärung.Die FAZ ist eine der wenigen Zeitungen,die einen immer wieder überraschen können. Ich möchte noch einmal erwähnen das man in der Türkei als Kurde nicht per se benachteiligt wird,viel eher ist es so wie in Deutschland,dass wenn man sich zur Gesellschaft dazugehörig fühlt und an Ihr partizipiert,dann ist man auch Teil der Gesellschaft, viele Kurden sind in der Türkei selbstständige Geschäftsinhaber,Polizisten, Lehrer usw. also in der Gesellschaft integriert. Nicht zu vergessen wäre, das es auch viele Mischehen gibt, zwischen Kurden und Türken. Also sehr viele Menschen in der Türkei sind kurdisch und türkisch.Viele berühmte Sänger sind kurdisch. Und die meisten Kurden sind keine Anhänger der PKK.Sie verabscheuen die PKK viel mehr, da die PKK nicht wirklich für die Kurden kämpft sondern aus purem Selbsterhaltungstrieb.Die jetzige Regierung der Türkei ist die erste Regierung die auch wirklich den Großteil der Bevölkerung repräsentiert.Viele Kurden haben auch die AKP gewählt.Die Regierung wollte die Wünsche der Menschen umsetzen. Sie ist an den Scharfmachern gescheitert.

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15. Dezember 2009 20:30
An Rolf-Peter Lacher (Ganbat)  
Haki Karer (Haki.Karer)

Sie sprechen mir aus der Seele. Das mit den Türken ist so, als würden die Franzosen Deutschland besetzten und die Deutschen zwingen sich nicht mehr als Deutsche zu bezeichnen.
Normalerweise müßte wirklich ein Land wie Deutschland, sich für die Kurden einsetzen, jetzt nicht nur aus Gründen, die der Nächstenliebe zu ordnen sind, sondern um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Klingt jetzt sehr verschwörerisch, aber die Kurden und Türken in Deutschland könnten den Deutschen sehr viele Probleme bereiten. Denn der Konflikt wird ja nicht nur in der Türkei ausgetragen.

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15. Dezember 2009 19:17
Provokationen gehen weiter!  
Ilker Kaya (ilkerkaya)

Heute wurde in der von überwiegend Kurden bewohnter Stadt Muş, 2 PKK Unterstützer wärend sie versucht haben ein Geschäft eines anderen Kurdens zu verbrennen, von dem Geschäftsinhaber mit einem Kalashnikof Gewehr erschossen!
Begründung warum er von den Protestierenden angegriffen wurde ist, weil er sich geweigert hätte seinen Laden zu zumachen um der PKK seine Unterstützung zu zeigen!
Der Attentäter wurde verhaftet, und seine Familie wurde mit Helikopter von der Stadt in eine sicherer gebiet transportiert!
So läuft es mit der Terrororganisation PKK!

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15. Dezember 2009 15:19
2 Jahre hatte die DTP Zeit sich von der PKK zu distanzieren!  
Kadir Selim (turkishpilot)

Keiner kann den Willen der türkischen Gesellschaft leugnen,dieses Problem endlich friedlich zu lösen.
Dafür wurde zum ersten Mal mit einer,mehrheitlich zu einer Terrororganisation Beziehungen pflegende, Partei verhandelt,die angeblich alle kurdischen Interessen der Kurden in der Türkei vertreten soll.
Die Zeit ist reif,nun sogar noch mehr,da nun die Möglichkeiten der PKK,sich in der türkischen Politik zu beteiligen,bis auf Null begrenzt sind.
Das Einzige,was der PKK bleibt sind Tumulte sitften,aber auch das kann sie nicht mehr machen,da sie ja selbst von sich behauptet für den Frieden zu sein!
Alles liegt jetzt an der Regierung der Türkei diesen Prozess erfolgreich zu vollenden,den Kurden noch mehr Rechte zu geben und der Welt zu zeigen,dass wir ein Land sind,was innerhalb eines Jahres wieder Beziehungen zu seinem größten Kritiker in der Welt,namentlich Armenien aufnehmen kann und wiederrum innerhalb eines Jahres bahnbrechende Änderungen in Bezug zum Umgang mit Minderheiten vollziehen kann,namentlich der Prozess der demokratischen Öffnung.
Welches andere Land könnte dies vollziehen,ungeachtet aller oppositionellen Reaktionen in einem Land ?!
Das ist eben die Türkei-ein Land,was man kaum verstehen kann ;)

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15. Dezember 2009 13:52
Einfache Lösung  
Rolf-Peter Lacher (Ganbat)

Ich verstehe nicht, warum die Türken darauf beharren, ein anderes Volk zu beherrschen. Es ist doch ganz einfach: die Kurden wollen keine Türken sein und sie wollen nicht zum türkischen Staat gehören. Als ein Volk, das dort schon seit 3000 Jahren lebt, haben sie auch ein Recht darauf, sich zu vereinigen und sich selbst zu regieren. Und wenn die Türken das nicht anerkennen, dann müssen sie die Folgen tragen. Auf alle Fälle ist der Freiheitskampf der Kurden so gerecht wie der der Kosovo-Albaner. Die strategischen Interessen der USA können nicht darüber entscheiden, ob die Kurden einen eigenen Staat bekommen oder nicht. Und wenn wir unsere demokratischen Grundsätze ernst nehmen, dann müssten wir eigentlich die Kurden unterstützen.

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15. Dezember 2009 13:30
@Möller  
Frank Garbe (Frank_Garbe)

Ein par Anmerkungen zu ihren defarmierenden Äusserungen gegenüber Ernesto Guevara. Zunächst einmal war er kein Söldner. Er kämpfte nicht für Geld, sondern für seine Ideale. Und die bestanden nicht darin Kubas Gesellschaftsmodell zu verbreiten, sondern die Menschen Südamerikas aus ihrer Unterdrückung zu befreien. Er führte auch zu keinem Zeitpunkt terroristische Anschläge durch oder beteiligte sich irgendwie an der Ermordung Unschuldiger.

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15. Dezember 2009 12:01
Vom Terroristen zum Freiheitskämpfer...  
Martin Enzinger (FlorianGeyer)

...ist es oft nur eine Frage der Zeit, das zeigt das 20. Jahrhundert in vielen Fällen.
Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen aufsässigen Kurden in der Türkei, Syrien, Persien und Irak?

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15. Dezember 2009 11:50
Nicht das kurdische ABC!  
Herold Binsack (Devin08)

@Kaya: „…den Kurdischen Kindern das ABC beizubringen…“ Das türkische ABC, wie ich doch mal vermuten darf, nicht das kurdische. Und genau das nennen die Kurden „Kolonialismus“. Schon immer wurden die Völker, die sich gegen Kolonialismus zur Wehr setzten, „Terroristen“ genannt. Die Türken, aber auch die Deutschen (die ja das Verbot gegen die PKK mit den Türken zusammen betrieben), leben zumindest semantisch betrachtet, noch in der Vergangenheit. Ich möchte nicht wissen, wie viel Witwen und Waisen in Kurdistan auf das Konto der türkischen Militärs gehen. Und was die Frage der „Provokation“ angeht, da haben diese und der militärische Geheimdienst MIT, bzw. die Kontra-Guerilla (Teil der Nato-Struktur „Gladio“, bzw. des CIA, vgl. „Der rechte Rand“/Gegeninformationsbüro Nr 44/1997, http://squat.net/gib/texte/drogen-kontraguerilla-nazis.html, auch: Wiki/gladio) ein historisches Vorbild. So gründete Mustapha Kemal, genannte Atatürk, seinerseits eigens eine „Kommunistische Partei“ um die Führer der damaligen Kommunisten in eine Falle zu locken. Mustapha Suphi und seine Genossen, wurden auf einem von Atatürk eingeleiteten Treffen von seinen Polizeischergen 1921 heimtückisch ermordet. Danach wurde diese Partei wieder aufgelöst.

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15. Dezember 2009 11:14
Freiheitskämpfer  
Harald Möller (Velbert)

Zitat:
Die PKK ist KEINE Terrororganisation!! .......
Ist etwa Nelson Mandela ein Terrorist? War etwa Che Guevara ein Terrorist? War Gandhi Terrorist?
Wieso werden eigentlich immer Personen und Organisationen, die sich für die Rechte der Menschen einsetzten, als Terroristen abgesempelt?
Zitat Ende.
Die drei oben genannten Personen kann man nicht in einen Topf werfen.
Nelson Mandela und Gandhi sind bzw. waren Freiheitskämpfer, die mit friedlichen Aktionen für die Rechte anderer eintraten.
Che Guevara war ein aus Argentinien stammender kubanischer Söldner und ehemaliger kubanischer Minister, der in Bolivien terroristische Aktionen startete, um den Einfluss Kubas in Lateinamerika im Rahmen des Ost-West-Konflikts zu stärken.

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15. Dezember 2009 10:37
Wenn nicht die PKK, wer sonst?  
Haki Karer (Haki.Karer)

Wer soll sich für die Rechte der Kurden einsetzen, wenn nicht die PKK? Ach so stimmt ja, die DTP. Oder halt. Wurde die gerade nicht aufgelöst? Was wollen die Türken eigentlich von den Kurden? Ob sie sich politisch oder militärisch für ihre Rechte einsetzen, sie werden sowieso für Terroristen abgestempelt.
Aber wie die Kurden gerade in der Türkei behandelt werden, ist nicht mehr auszuhalten. Sie werden wie Menschen 2.Klasse behandelt, solange sie sich als Kurden ausgeben. Behaupten sie, sie wären Türken, so können sie Präsident werden. Aber Fakt ist: Kurden sind KEINE Türken, sondern ein verratens Volk, das alles dafür tun wird ihr Recht zu behaupten.
Wann verstehen die Türken endlich, dass den Kurden ihr Land "gestohlen" wurde? Oder woran liegt es, dass die Kurden genau in der Mitte der vier Staaten liegen? Wann, oh wann kapieren die das? Türken und Kurden könnten Geschwister sein, wenn nur eine Lösung gefunden würde. Davon würde beide Seiten profitieren, anstatt sich zu zerbomben. Aber diesen Weg des Krieges haben sich, trotz mehrer einseitiger Waffenstillstände der PKK, das türkische Militär, nicht das türkische Volk, selbst ausgesucht. Sie werden es bereuen...

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15. Dezember 2009 03:15
"Die Pkk..  
Erdem Yilmaz (varius02)

"..ist keine Terrororganisation" hört sich an wie wenn ein Alkoholiker sagt "Ich bin kein Alkoholiker". Dass diese Terrororganisation Menschen tötet (und vieles andere wie Entführungen, Drogen....etc.) kann keiner leugnen. Schlimm ist dass einige glauben sie hätte das recht dazu.

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15. Dezember 2009 02:45
Die PKK ist eine normale Terroristengruppierung, denn ...  
Peter Slater (Wales-Rhondda)

... wer offentliche Platze, wie Schulen, Krankenhauser, Marktplatze oder auch einfache Kaffees oder Kaufhauser in die Luft sprengt, hat terroristische Ziele im Sinn und verkorpern nicht die friedvolle Mehrheit der Kurden. Es sind naturlich selbstherrliche Menschen, die entweder den Islam dafur benutzen, unschuldige oder wehrlose Menschen umzubringen oder als Beschutzer und Befreier des Volkes aufzutreten und in dem Falle der PKK doch turkische Burger zu uberfallen und zu toten. Terrorgruppen uben feige Anschlage aus und verweigern sich, als politische Partei den Dialog nehmen oder als eine naturliche oppositionelle Partei im Parlament in diesem Falle fur die Kurden zu sprechen. Gut, die PKK verfugt uber kleinere militarische Brigaden, die dann und wann im Nordirak beispielsweise versucht, Krieg zu fuhren und den sie mit hohen Blutzoll klar verliert oder nicht gewinnen kann. Die PKK kann nur als eine politische Einheit, die Interessen der Kurden wahrnehmen und dem Volke zu helfen, Erleichterung und Zugestandnisse zu erreichen. Ausserdem, wenn wir von Kurdistan reden, dann muss klar sein, das 5 Staatsgebiete vertreten sind, namlich die der ehem. Sowjetunion, Irak, Iran und Syrien. Also ein 5-facher Krieg ist nicht gewinnbar ...

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15. Dezember 2009 01:00
Haki Karer (Haki.Karer)  
Ilker Kaya (ilkerkaya)

Eigendlich sollte man ja Ihren Beitrag nichtmal beantworten.. Aber ich machs trotzdem:
Die Antwort Ihre Fragen ist Ja! Die PKK hat tausende zu Witwen gemacht! Leben sie auf dem Mond?
Die noch heute in Istanbul einen linien Bus mit molotofs angreifen und eine 17 Jährige Schülerin damit umbringen und diese Tat als erfolg feiern, letzte woche 7 Soldaten töten und sich danach in den Bergen verstecken, Lehrer in der Südost türkei umbringen die es versuchen den Kurdischen Kindern das ABC beizubringen, Ärzte umbringen deren einziger Zweck ist den Menschen Gesundheit anzubieten, 10 Jährige Kinder auf die Strasse senden um mit Steinen Polizisten zu bewerfen, die wo sich mitten auf dem Bazaar in die Luft Sprengen und dutzende von Menschen das Leben nehmen, andere Kurden bedrohen und um nicht die Läden zu öffnen, sich vom Rauschgift finanzieren, Schutzgeld fordern, sich illegal bewaffnen um mit diesen Waffen andere Menschen töten Sind Terroristen!
Es sind über 20.000 kurdische Dorfwächter beauftragt in der Türkischen Armee um ihre Dörfer von Ihren paar tausend "Freiheitskämpfer" zu beschützen! nur 20 % aller Kurden in der Türkei unterstützen die PKK die restlichen 80 % sind gegen die PKK und sehen sie auch als eine Terrororganisation!

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15. Dezember 2009 00:14
auf den Punk gebracht  
Deniz Nazim (qwasyx123)

Endlich wird hier auf den Punkt gebracht, dass die PKK eine Terrororganisation ist und nicht an einer friedlichen Lösung des Konflikts interessiert ist.
An meinen Vorredner:
Wenn eine Organisation für Ihre Forderungen Gewalt anwendet und dabei wie im Falle der PKK Zivilisten und Unschuldige zu schaden kommen, Lehrer erschiesst weil Sie für den Staat arbeiten(90er Jahre sehr oft passiert), Sprengsätze und Autobomben benutzt dann ist sie sehr wohl eine Terrororganisation oder wie würden Sie Terror sonst definieren.
Die Al-Kaida wird auch immer von sich behaupten, dass sie keine Terrororganisation ist. Die RAF wurde auch von Ihren Mitgliedern nicht als Terrorganisation angesehen. Und die Anhänger der PKK werden das auch immer behaupten.

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14. Dezember 2009 20:36
Die PKK ist KEINE Terrororganisation!!  
Haki Karer (Haki.Karer)

Wie kann man die Guerillaorganisation PKK und das türkische Militär auf eine Stufe setzen? Sprechen wir da von der PKK, die sich seit über 30 Jahren für die unterdrückten Kurden einsetzt und dem türkischen Militär, das bekanntlich den Völkermord an den Armeniern verübte? Wenn ja, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Hat die PKK oder das türkische Militär über tausende Dörfer zerstört? Hat die PKK oder das türkische Militär tausende zu Witwen gemacht? Hat die PKK oder das türkische Militär mehrere hunderttausend Menschen zu Flüchtlingen und Asylbewerben gemacht?
Die PKK und Öcalan für Terroristen zu halten, ist so, als würde man fast alle Kurden für solche halten.
Ist etwa Nelson Mandela ein Terrorist? War etwa Che Guevara ein Terrorist? War Gandhi Terrorist?
Wieso werden eigentlich immer Personen und Organisationen, die sich für die Rechte der Menschen einsetzten, als Terroristen abgesempelt?

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