Die angebliche "Gewohnheit" alles für diese Sprache passend zu machen leuchtet nicht ein. Denn Roma statt Rome bzw Rom kann wohl jeder sagen. Nicht nur für die Millionen spanisch sprechende Menschen wäre es genauso leicht wie für Schweizer, Deutsche etc. Also warum nicht EIN Name pro Stadt? Und wer legt diese unterschiedlichen Namen die heute existieren fest?
Danke für den interessanten Beitrag. Ich kenne die Geschichte vom Fischer Wars, der die Nixe Sawa - Wasserjungfrau aus dem Fluß Weichsel gefischt hatte und mit ihr zusammen geblieben war. An diesem Ort wurde später die Stadt WarsSawa= Warszawa gegründet. Die Sawa als Wasserjungfrau schmückt das Wappen der Stadt Warszawa. Es stimmt leider, das Warszawa zu 80% im 2.Weltkrieg von den Deutschen zerstört wurde - als Strafmaßnahmen für den im 2.Weltkrieg einmaligen Aufstand (polnisch -nationaler Aufstand im 1944, nicht zu verwechseln mit dem polnisch-jüdischen Aufstand im Jahr 1943) wurden die Häuser durch deutsche Soldaten weitgehend gesprengt. Trotz Wiederaufbau sind die Narben nicht verheilt, da ganze Stadtteile verschwunden waren.
... ist was ich mal in der Schule gelernt habe. Danach ist Stanbul eine Bezeichnung für Stadt der osmanischen Janitscharen, deren Ruf "i Stanbul" bei der Eroberung der Stadt heisst tatsächlich "in die Stadt" kommt aber m. E. nicht aus dem Alt-Griechischen in dem ja Stadt bekanntlich Polis hiess (vgl. Akro-Polis=Oberstadt). Auch Wikipedia ist hier nicht eindeutig, vielleicht weiss man es einfach noch gar nicht genau.
Eis ten polin, in die Stadt, so lernt man es im Griechischunterricht, was allerdings nichts darüber aussagt, ob es die echte oder nur eine Volksetymologie ist. Man stelle sich zwei Bauern mit Karren vor, die sich an einer Weggkreuzung begenen. Der eine fragt, wohin der andere wolle, und der andere antwortet, in die Stadt. Ist sicher volksetymologisch. Eben das scheinen auch die meisten anderen Erklärungen auf der Karte zu sein. Libyen hängt mit dem altägyptischen rebw/lebw (Gold) zusammen, Frankfurt wird wahrscheinlich als Furt der Franken erklärt und München als Mönche und den ganzen anderen Unsinn. Aber als kabbalistisches Orakel scheint es ganz nett zu sein. Aber in einer Rezension hätte man schon erwähnen können, ob es sich um Forschungslage oder Spaß handelt :)
Ich kenne die Auflösung als "in die Stadt hinein" auch schon seit einigen Jahrzehnten - und Wikipedia gibt mehr auch Recht.
Der Name Istanbul kommt tatsächlich aus dem Griechischen - zwar hieß die selbe Stadt zu anderer Zeit auch mal Konstantinopel (was wiederum mit Kaiser Konstantin zusammenhing), dieser Name ist aber nicht der Ursprung der heutigen Bezeichnung.
Würde sagen, die Tradition. Erklär doch mal den 510 Millionen englisch sprechenden Menschen auf der Welt, dass sie von nun an München statt Munich sagen sollen. (Übrigens würde aufgrund der Anpassung eh ein Munken draus werden.)
In grauer Vorzeit angelten die beiden Fischer Wars und Sawa in der Weichsel, als eine Nixe sie beschwor, dort eine Stadt zu bauen. Diese werde unzerstörbar sein. Die Sirene wurde zum Wappensymbol von Warszawa. König Sigismund III. Wasa erklärte Warschau 1596 zur Hauptstadt Polens. Gegen Ende des 2. Weltkriegs war Warschau zu 80 Prozent zerstört, Schritt für Schritt wurden die Häuser der Altstadt und die prunkvollen Paläste originalgetreu wieder aufgebaut. Schon 1953 war der Wiederaufbau der historischen Altstadt abgeschlossen, seit 1984 steht auch das Königsschloss wieder in seiner ursprünglichen Form. Wie die Nixe vorausgesagt hatte: Warschau war letztlich unzerstörbar.
Wer bestimmt eigentlich wie ein Stadt bei uns benannt wird (nun Beijing statt Peking) oder wie unsere Städte im Ausland benannt werden (Munich statt Muenchen) ? Warum nehmen wir nicht einfach den original Namen und passen nur die problematischen Buchstaben an? Gibt es einen internationalen Namen pro Stadt der überall gilt? Dass manchmal so Sachen wie Bombay Mumbai passieren wäre dann auch kein Problem. Was steht dieser Vereinfachung im Weg?
Sehr geehrter Herr Platthaus, Peter der Große ist zwar groß, aber nicht heilig. Die Stadt St. Petersburg hat er nach seinem Namenspatron, dem Hl. Apostel Simon Petrus benannt. Mit freundlichen Grüßen Thomas Gandow
