20 Jahre Mauerfall

Deutschland und die Welt feiern ein rauschendes Freiheitsfest

Die “Dominosteine“ aus Styropor fallenFeuerwerk am Brandenburger TorÜber den Kopf von Nicolas Sarkozy hinweg unterhalten sich Angela Merkel und Gordon BrownMusste nicht im Regen stehen: Klaus Wowereit

Bildergalerie Staatsgäste aus aller Welt und Schaulustige haben am Brandenburger Tor den 20. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert. „Die Mauer war ein Bauwerk der Furcht“, sagte Bundespräsident Köhler. „Am 9. November vor 20 Jahren wurde sie zu einem Ort der Freude.“

Lesermeinungen zum Beitrag

11. November 2009 10:02

Freiheitsfest?

Josef Bujtor (Mramorak)

Ja, es war rauschend aber die Freiheit, soweit sie von unserer Kanzlerin angesprochen wurde, war eigendlich nicht eingeladen! Denn die Frau spricht doch schon lange von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten - eigendlich immer, wenn sie unsere freien Freunde belehren will - aber die Taten fehlen! Man muß sich nur das blamierende Auftreten unserer Regierung in Amerika und in den anderen westlichen Länder sowie in Afghanistan ansehen.
Die Menschen, die uns am meisten geholfen haben sind beleidigt worden: Die amerikanuischen Präsidenten Reagen und Bush sowie unser ex-Kanzelr Kohl! Die amerikanischen, australischen, serbischen und kroatischen Ernsehsender haben in einen ehrilichern Ton eingeschlagen als das Rudel deutscher Sympatihisanten- Sender der Unfreiheit. Ja die haben die DDR-light schon in der Anfertigung. Und das "light" wird auch bald verschwinden. Dann, Frau Goerke haben Sie nichtmehr die Freiheit allen Dreck zu kaufen, sie müssen den Dreck kaufen, weil Sie nichts sonst finden werden. Und Sie, Herr Smidt müssen dan nicht mehr 3 mal im Jahr auf eine Urlaubsreise gehen, denn Sie dürfen dann wiederum nicht das gelobte Land verlassen. Freuen Sie sich schon darauf? Ich nicht! Die CDU ist immer noch im Tiefschlaf.

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10. November 2009 22:14

Freudentrunken über Deutschlands Einheit und Europas Zerfall

Tatiana Schmidt (tatiane)

An diesem denkwürdigen Datum sollten die noch bestehenden Mauern nicht vergessen werden. Wir können dankbar sein über das Los der Deutschen, aber sollten uns vor Überheblichkeit hüten. Zwischen den Palästinensergebieten und dem Staat Israel steht eine Mauer, zudem gebaut auf palästinensischem Grund. Es ist so, als hätten die Ostdeutschen ihre Mauer auf westberliner und BRD-Gebiet errichtet. In Rio de Janeiro wird gerade eine gezogen, die ordentliche Cariocas vor Schüssen aus der Favela schützen soll, und die Mexikaner sollen durch eine Mauer von unerwünschter Einwanderung zum nördlichen Nachbarn abgehalten werden. Deutschland hat sich vereinigt - und seine Nachbarn Tschechoslowakei, Jugoslawien und die Sowjetunion? In einer beängstigenden Zellteilung haben sich Republiken, Teilrepubliken und Provinzen dieser Länder mit nationalistischen und partikularistischen Parolen aufgepeitscht und undenkbare "Bürgerkriege" begonnen. Das vereinigte Deutschland verhalf vor zehn Jahren dem albanischen Nationalismus zur Abspaltung des Kosovo vom damaligen schon um die Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien-Hercegowina und Mazedonien erleichterten Jugoslawien. Parallelen zur Sudetenfrage 1938 drängen sich auf. Ist das der Sieg der Freiheit?

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10. November 2009 14:51

@ Hans-Jörg Rechtsteiner ("Guten Appetit")

Klaus-Henning Bähr (henning_baehr)

Lieber Mitbetroffener vom heimlichen Unbehagen: Sicher hätte man statt der beliebten Trivialunterhaltung an diesem bedeutungsschweren Gedenktag neben den "Siegern der Geschichte" auch denjenigen mehr öffentliche Aufmerksamkeit schenken können, die in schlimmer Zeit ihr Recht auf Selbstbestimmung und freie Meinungsäußerung wahrzunehmen suchten und dafür bitter bestraft wurden. Man hätte an Wolfang Harich, Robert Havemann oder Rudolf Bahro erinnern können, um nur einige herausagende Oppositionelle zu nennen, die wegen ihrer sozialistischen Perspektive im Westen nicht genehm waren, die aber Gleichgesinnte im eigenen Land in ihrer systemkritischen Haltung ermutigten. Der schließlich massenhafte Widerstand gegen die SED-Diktatur steht in der Tradition der Zivilcourage dieser Menschen und wäre ohne sie wohl kaum möglich gewesen.

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10. November 2009 13:24

Wenn Feste gefeiert werden, bringen die geladenen Gäste

Johann Vittel (havitt)

ein Geschenk mit. Was hat Deutschland und Berlin bekommen? Oder unsere Bundeskanzlerin? Nichts? Solche Gäste würde ich niemals einladen, wenn ich denen auch noch alles bezahlen muss. Berlin muss genauso arbeiten wie feiern, dann könnten mit solchen Aktionen nebenbei auch Schulden abgebaut werden.

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10. November 2009 11:48

Ich kann Herrn Liesaus, Herrn Heimes und Frau Metes nur zustimmen…

Sabine Goerke (Gobine)

Aber die jahrelange „Medienerziehung“ des Unterschicht-TV trägt ja schon ihre Früchte, und (fast) alle finden so ein „Event“ mittlerweile ganz toll.
Sehr gut passt zu der Feier das 40 jährige Jubiläum der Muppets Show, vielleicht hätte man stattdessen einfach die senden können, die unsägliche Angela Merkel, als Miss Piggy, wieder einmal bemüht, sich selbst zu beweihräuchern, und ständig muss man befürchten, ihre Mundwinkel könnten sich selbständig machen. Das Niveau hätte sicher gepasst…
Und auch die kürzlich angedachte Verleihung des Friedensnobelpreises (!)an Helmut Kohl passt bestens zu dieser Volksverdummung. Die Mittelmäßigkeit feiert fröhliche Urständ’.
Wo ist denn bitte die vielgepriesene „Freiheit“? Ist es die Freiheit, den ganzen Dreck kaufen zu dürfen, der angeboten wird? Dreimal im Jahr einen Pauschalurlaub nach Mallorca oder DomRep buchen zu können, oder andere Billigangebote? Die Freiheit, immer mehr durch Steuern ausgepresst zu werden und von allen möglichen Instanzen ausgespäht und überwacht zu werden? Die Freiheit, seinen Job zu verlieren, von HARTZ IV leben zu müssen, während eine kleine Elite sich ein Leben nach ihrem Geschmack und auf Kosten der anderen inszeniert? Nein danke, diese „Freiheit“ wollten wir nicht

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10. November 2009 11:10

Die deutsche Einheit ist noch nicht vollendet ...

bernd ullrich (demokrat2)

.... sagt Merkel. Alles, was CDU/CSU und FDP für die nächsten vier Jahren im Koalitionsvertrag vage formuliert haben, wird dazu führen, dass die Ostdeutschen weiter an die Angleichung ihrer Lebensbedingungen warten müssen. Die Situation für sie wird eher schlechter. Denn sie gehören größtenteils zu der Sorte Mensch in Deutschland, die CDU/CSU und FDP bei den Sozialausgaben höher belasten werden. Die geplante Kopfpauschale in der Krankenversicherung, die nicht mehr solidarisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden soll, in der die Krankenschwestern denselben Beitrag zahlen müssen wie ihr Chef, wird das Nettoeinkommen der niedrigen Einkommensbezieher weiter reduzieren. Die kapitalgedeckte private Pflegeversicherung, die CDU/CSU und FDP planen, raubt den Niedriglöhnern zuzsätzlich Geld aus ihrer Tasche und transferiert es zur Allianz, Münchner Rück, weil die so wenig haben. Das sind nur zwei Vorhaben, die die finanzielle Lage der "Ärmeren" verschlechtern. Profitieren werden die Chefs. Verschont bleiben weiter die Selbständigen und Beamten, die nichts in die Sozialsysteme einzahlen. Deutschland wird zum Unrechtsstaat. Merkels Politik bestätigt die Grundüberzeugung der Menschen, die den Sozialismus für gerecht halten.

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10. November 2009 09:20

Diese Mauer fiel, weil ...

Reinhard Liesaus (R.Liesaus)

... es Menschen gab, die den Mut hatten sich gegen das Unrechtsregime der DDR aufzulehnen. Kein Politiker dieser Welt hat dazu irgendetwas beigetragen. Ganz bestimmt nicht Helmut Kohl (der würde heute noch vorm Fernseher sitzen und abwarten was passiert), auch Herr Genschers Zutun ist sicherlich ncht gerade bedeutend gewesen, Herr Gorbatschow in allen Ehren, nein, auch er war nur Zuschauer (hat vieleicht den Weg geöffnet, dass die Menschen den Mut fanden es zu tun), Brown, Sarkozy, Merkel, Westerwelle und deren Vorgänger oder Vorvorgänger haben den SED-Diktatoren nie die Stirn geboten, aber lassen sich heute feiern als wären sie die wahren Helden. Politische Selbsinzenierung auf niedrigstem Niveau. Politische Unfähigkeit hat diese Mauer errichtet und es gäbe sie noch heute wenn man auf eine politische Lösung gesetzt hätte. Schmücken wollen sich mit diesem Ruhm jetzt alle diese unfähigen Politiker der letzten 48 Jahre. Ehre wem Ehre gebürt, der Politik bestimmt nicht !

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09. November 2009 23:13

Erbarmen!

gisbert heimes (gisbert4)

Das rauschende Freiheitsfest erwies sich als bonbonfarbige gigantomanische Kitsch-Veranstaltung auf Pappmaché-Niveau. Inhaltlich und äußerlich.

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09. November 2009 22:30

Berlin feiert das Ende der Trennung durch die Mauer

Victor Bosque (euripides)

Ich hatte die Befürchtung, das man eine protokollarische Zeremonie der schweren
Art inszenieren könnte. Zum Glück hat sich meine Befürchtung nicht bewahrheitet.
Das, was wir über das Fernsehen in Berlin gesehen haben, ist aus meiner Sicht ein hervoragendes, sehr ausgewogenes und emotionales Feier. Alle Organisatoren
verdienen einen Applaus. Für die kritischen und etwas vebitterten Menschen, die den Ablauf der Wiedervereinigung aus der schattigen Perspektive betrachten, dürfte die heutige Zeremonie in Berlin viel helles Licht gebracht haben.
Der Geist de dort versammelten könnte nicht positiver sein. Die "Berliner Luft" hat mich begeistert.

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09. November 2009 22:16

Wo bleibt die Ehrung Willi Brandts?

Andreas Veit (andreas.veit)

Die Feier in Berlin hat mir sehr gefallen. Doch einen großen Schönheitsfehler hatte sie doch. Niemand, Niemand hat an die wichtige Neue Ostpolitik Willi Brandts erinnert. Diese war es aber die eine Annäherung des Ostens und Westens ausschlaggebend vorangetrieben hat.

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09. November 2009 22:11

Eine lebendige Veranstaltung......

wolf haupricht (emilgilels)

mit einer tollen Choreographie. Eine sehr bemerkenswerte Rede hielt -zu meiner Überraschung- Gorden Brown, der an die Fähigkeiten der Menschen zur Gestaltung von Freiheit und Selbstbestimmung appellierte, die letztlich zum Mauerfall führten. Eine eher schwache Ansprache hielt Präs. Medwedjew, musste er sich doch, was die Freiheits-und Menschenrechte anbelangt, bedeckt halten. Auch dort fallen sicherlich eines Tages die "Mauern in den Köpfen" der polit. Führung um Putin.

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09. November 2009 22:09

Merkelantilismus

Wolf Waschkuhn (wwaschkuhn)

Wie so oft, beißt die Frau alles neben sich tot, was ihr die Schau stehlen kann
1. Ich hätte mir erwartet, daß Altkanzler Helmut Kohl dort als einer der ersten Ehrengäste auftritt, mit dem ehemaligen Präsidenten der Sovietunion, Michael Gorbatschov und Altbundespräsident richard von Weizäcker
2. Vergessen ist der 9. November 1938
3. Vergessen ist auch das Gedenken an den 9. November 1918
Höchst unwahrscheinlich wäre doch gewesen, daß es zur Widervereinigung gekommen wäre, hätte Frau Merkel die Kanzlerschaft innegehabt, denn es ging um Entschlußkraft und Prinzipien, Opportunismus hätte eben nicht weitergeholfen. Kohl hingegen hat die Unzertrennlichkeit der dreit Daten erkannt und gehandelt.
Eine Zumutung finde ich zudem, daß Herr Wowereit dort auftreten kann, der mit den Stalinisten, die für das Elend verantworltlich waren, gemeinsame Sache macht.

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09. November 2009 19:26

Mrs. Clinton und Frau Merkel üben den Schulterschluß

Regine Metes (nightinggale)

im Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan.
Dazu möchte ich bemerken: das Terrorproblem kann man z.B. durch einen fairen Frieden, d.h. Schaffung eines echten Palästinenserstaates bekämpfen.
Man hat sicherlich mehr Erfolg, wenn man die Gründe für Terror, nämlich Ungerechtigkeit, beseitigt.
Denn der Kampf hierzulande gegen den Terror schafft nur Sympathien für die Terroristen dort, die dann dort nämlich als Helden und Märtyrer befeiert werden.
Und hinsichtlich des Terrors in Afghanistan ist es offensichtlich, daß der, von dem mittlerweile die Afghanen betroffen sind, von dem erfolglosen Herumoperieren der Besatzungsarmeen im Lande herbeigeführt wurde.

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09. November 2009 18:06

Guten Appetit!

Hans-Jörg Rechtsteiner (hhrr)

Berlin feiert – so jubeln vor allem die Medien, denn sie richten das Fest aus, zusammen mit Politikern, Würdenträgern und Eventmanagern. Im Ersten, dem gebührenfinanzierten ARD-Kanal mit dem besonderen Informationsauftrag, sieht das heutige Festtagsmenue u.a. wie folgt aus:
14.10 Rote Rosen, Folge 683
15.10 Sturm der Liebe, Folge 954
18.00 Verbotene Liebe, Folge 3502
18.25 Marienhof, Folge 3704
18.50 Menschen reißen Mauern ein, Feierlichkeiten zum 9. November in Berlin
20.15 Geld.Macht.Liebe (15/19) Parkhausgeflüster
21.00 Als die Mauer fiel. Deutschlands Schicksalsstunden in Gesprächen, Reportagen und Rückblicken.
Guten Appetit!

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