„Eine Katastrophe wie in den dreißiger Jahren droht jedoch nicht.“ Meinen sie? Die Erfahrung kann nur zeigen was die Vergangenheit erlaubt; dann und wann ist die Zukunft ganz anders geneigt.
Man denke nur an die ehemaligen Ostblockstaaten. Die gesamte Ideologie des „antikapitalistischen“ Kommunismus ist nur deshalb enstanden, weil in der damals bestehenden Form des Kapitalismus in vielen Ländern der Mensch nur eine Ware, bzw, ein Sklave war. Überall auf der Welt wo dies auch heute der Fall ist, ist auch die kommunistische Bewegung sehr stark, z.B. in Lateinamerika und Teilen Asiens. Doch der Kommunismus erledigt sich systembedingt meist ebenfalls selbst.. Solange es eine (leistungs)gerechte Verteilung der Besitztümer gibt, also eine deutlich gleichere als beispielsweise in den Ländern Lateinamerikas, hat der Kapitalismus grossen Zuspruch. Niemand gibt gerne sein rechtmässiges Eigentum auf. Warum auch? Aber Sklaven ohne Eigentum verzichten verständlicherweise gerne darauf Ihren Sklavenhaltern und Unterdrückern ein Status-Quo-Eigentumsrecht an den unrechtmässig erworbenen Gütern zuzugestehen. Ein Festhalten am Status Quo muss ausgebeuteten Menschen logischerweise unrecht und gefährlich, auf jeden Fall aber obszön erscheinen. Der Kapitalismus des 19 Jhds hat sich übrigens ebenfalls selbst erledigt und wurde durch eine Marktwirtschaft heutigen Zuschnitts ersetzt. Kapitalismus ist ja nicht gleich Kapitalismus!
... die Unfähigkeit, besser Unwilligkeit der Finanzbranche ( und selbstverständlich aller anderer "Branchen" ) sich selbst zu einem "stabilen System" zu organisieren bringt INNOVATION! Die so oft und meiner Meinung nach dümmlich beschworene "Stabilität" würde zu einem System äusserster Innovations Aversion, Stagnation ( aller Systeme ) führen! Das einzig Beständige ist der Wandel! Ob es ( trägen ) Menschen gefällt, oder nicht.
Es ist bei aller Gelassenheit, die man angesichts der Tatsache an den Tag legen soll, dass bald Nichts mehr so sein wird, wie es war, zwingend erforderlich, für das Zockerunwesen an den Börsen und Finanzmärkten Höchstrafen zu definieren, die unsere Welt vor der Diktatur der Wallstreet-Eliten genauso bewahren wie vor der Diktatur des Proletariats. Der Verlust jeglichen Augenmasses sowie die Überschreitung der Giergrenzen haben zwar noch keinen nachhaltigen Schaden angerichtet, doch wäre es unangebracht, sich bereits in Sicherheit zu wiegen. Tatsache ist, dass sich die Philosophie der schöpferischen Zerstörung auf entwickelte Gesellschaften nicht mehr so gut anwenden lässt, wie dies zu Zeiten von Schumpeter gewesen sein mag.
Schön und gut: Ich tanze wieder aus der Reihe und werde weitere Minsipunkte ernten, aber ich gehe mit Hn. Braunberger konform, dass billiges Geld Krisen anheizt. 1. Wenn allerorts mit den Vorteilen des Schuldenmachens geworben wird, wenn man in der Werbung lediglich erfährt, wir hoch die Monatsraten sind und nicht wie hoch der Gesamtpreis ist, werden einfach gestrickte - sie sind die Mehrhreit - Bürger glauben, mann solle alles sofort haben, irgendwie später bezahlen und aufs Sparen ganz verzichten. So entstehen Insolvenzen und bis zum Selbstmord reichende Verzweiflungszustände. 2. Wenn die tatsächliche Teuerungsrate 5 % p.a. ist, und nicht die Schönfärberei der Kettenhunde der D-AG, und das weiß der Normalbürger, dann ist eine Bundesanleihe mit 2,5% Nettoverzinsung (nach 2009) ein schlechter Witz und Lieschen Müller haut dann alles lieben uf de Kopp und verzichtet aufs Sparen. 3. Immobilien sind ein denkbar schlechtes Geschäft, da sie mit enormen Erwerbskosten (Notar, Grundsteuer...) belastet sind und, wenn man sie flüssig machen will, findet man keinen Käufer. Was macht dann L. M.? Schulden machen was dat Zeug hält, dann drei Finger hochheben und Hartz IV. Ende der Fahnenstange. Ist das moralisch noch vertretbar?
