Herr Rabe, selbstverständlich ist Bildung der einzige Ressource Deutschlands, werden wir doch als das Land der Dichter und Denker bezeichnet. Gerade deshalb müssen von staatlicher Seite die Bildungsinvestitionen massiv erhöht werden.
Von jeden Studenten Eigenverantwortung abzuverlangen, schadet dennoch nicht. Ich bin mir sicher, wer für sein Studium bezahlt, geht mit selbigem potentiell verantwortungsvoller um, wie derjenige, dem das Studium bezahlt wird.
Warum ein Arbeitnehmer ohne Studienabschluss mit mittlerem oder geringem Einkommen mit seinen Steuern das Studium eines zukünftigen Akademikers mit potentiell höherem Einkommen subventionieren soll, sollten Sie mir im Hinblick auf Gerechtigkeit auch mal erklären.
Wenn Kinder aus sozial schwachen Familien durch Studienbeiträge vom Studium fergehalten werden - was ich nicht bestreiten möchte - dann sollten wir darüber nachdenken, wie der Staat diese "sozial schwachen" Familien durch ein raikal erneuertes Steuerrecht finanziell dazu befähigt.
Ich empfehle ihnen das Buch von Paul Kirchhof "Das Gesetz der Hydra".
Mit freundlichem Gruß
M. Koranzki
Wenn Rot und Grün das (übrigens bei diesem Politikpunkt in "Koalition" mit der Linken) beschließen werden, haben Sie ein zentrales Wahlversprechen gehalten. Bei aller Schelte der letzten Wochen sollte man das den Parteien doch zunächst positiv anrechnen, ob man nun für oder gegen sie gestimmt hat. Die Mehrheit ist wohl gegen die Studiengebühren in Hessen und da ist es nur logisch, dass in so einer Konstellation Koch gezwungen ist mit solchen Mehrheiten zu regieren.
Dass rot-rot-grün diese einzelne Entscheidung nicht in ein Gesamtkonzept einbinden können liegt vor allem an den Mehrheitsverhältnissen. Es zeigt uns: Dass Koch im Amt bleibt, ist unveranwortlich: Die Mehrheiten sind klar gegen ihn. Mal sehen, welche Mehrheiten sich bei anderen Punkten finden.
Wenn Koch nicht einlenkt, könnte es gut sein, dass es in Hessen die erste rot-grüne Minderheitenregierung mit dem Ministerpräsidenten Koch gibt. Eine wohl für alle Seiten seltsame Vorstellung...
"Dadurch würde nach Berechnungen der beiden Fraktionen den Hochschulen in diesem Jahr zwar ein Finanzloch von 33 Millionen Euro entstehen. Das Geld wollen SPD und Grüne den Hochschulen jedoch komplett aus dem Landeshaushalt ersetzen."
Ich verweise auf eine Pressemitteilung des hessischen Finanzministers K. Weimar (CDU). Wenn das wahr ist, was dieser Pressemitteiltung zu entnehmen ist, dann dürfte sich Hessen demnächt bei den Nehmerländern einreihen und zuvor eingezahlte Steuergelder aus dem LFA zurückerhalten.
Es ist doch immer das Gleiche: SPD, Grüne und Linke.PDS verjubeln unsere Steuergelder und häufen massenweise Schulden an. Union und FDP dürfen dann die Suppe auslöffeln, müssen radikale Sparmaßnahmen durchführen und werden obendrein noch als "Parteien der sozialen Kälte" beschimpft.
Sozial ist anscheinend nur noch, wer Steuern erhöht und Schulden in die Höhe treibt. Armes Deutschland!
Das drückendste Thema in Hessen betrifft also die größtmögliche Wählerschnittmenge von Rotgrün, die lieben Studenten...(schreibe ich als ehemaliger Studiosus und studiengebührenzahlender Vater von zweien!).
Jedermann weiß, daß, was "umsonst" ist, den Mißbrauch quasi herausfordert (vgl. Krankenversicherung vor Einführung der Praxisgebühr und Selbstbeteiligung.) Ist es wirklich ein Verlust, wenn der graubärtige Philosophiestudent im 25. Semester endgültig zu seinem Flohmarktstand verschwindet und sich krankenversichern muß? Die (arbeitswilligen) Studenten bekommen kostengünstige, subventionierte Darlehen hinterhergeworfen, die sie nach dem Start ins Berufsleben im allgemeinem binnen 1 - 3 Jahren ohne nennenswerten Konsumverzicht tilgen können. Ist das wirklich so tragisch, verglichen mit den Gebühren in z.B. den USA (mit den allermeisten Nobelpreisträgern)?
Mittlerweile hat auch der letzte meiner Studienkollegen die Studiengebühren als eine sinnvolle Einrichtung anerkannt. Nicht nur das die Unis dauerhaft und verlässlich Gelder die an die Lehre gebunden sind zur Verfügung haben, auch kann man endlich mal legitimiert Forderungen stellen, weil man sich eben selbst ein wenig an den Kosten der Ausbildung beteiligt. Das diese Ausbildungskosten in Zukunft wieder von Metzgern und Bäckern mitfinanziert werden sollen, finden selbst viele Studenten ungerecht und das Geschrei von wegen die Gebühren könnten vielen Studenten finanzielle Probleme bereiten hat sich doch längst gelegt: wer braucht kann den KfW-KRedit haben, aber fast niemand hat ihn nötig.
Da ein erheblicher Teil der Absolventen danach vor den deutschen Steuer ins Ausland flieht, kann ich nicht verstehen, warum man ihnen die Ausbildung jetzt auch noch schenken muss.
... haben in einem Land ohne nennenswerte Rohstoffe, das seinen Wohlstand einzig und allein unserem Wissen zu verdanken hat, nichts verloren.
Schnellstens abschaffen kann ich da nur anraten!
Deutschland lebt von einer einzigen Ressource: Dem Wissen in den Köpfen der Menschen.
Vor diesem Hintergrund ist es völlig verantwortungslos aus kurzfristigen Haushalts- bzw. Budgetüberlegungen heraus begabte Kinder von Sozial schwachen durch Studiengebühren vor einem Studium abzuschrecken.
Internationale Studien zeigen sehr deutlich, daß nirgends in Europa die soziale Herkunft so stark den erfolgreichen Abschluss eines Hochschulstudiums determiniert wie in Deutschland.
Ziemlich unabhängig von persönlicher Intelligenz und Begabung ist die Wahrscheinlichkeit eines Beamtenkindes mal ein Akademiker zu werden in Deutschland um ein vielfaches höher als die eines Arbeiterkindes. Ein Trauerspiel, insbesondere verglichen mit den Nachbarstaaten.
Bildungsforscher weisen seit langem nach, daß Studiengebühren diesen schlimmen Trend noch deutlich verschärfen, mit dem wir unsere Zukunft als Industrieland auf Dauer verspielen, denn wir können es uns nicht mehr leisten auch nur einen einzigen Begabten nicht bestmöglich auszubilden.
Wir sollten endlich auf diese Experten hören!
