Zum Reformationstag

Am Beginn der Neuzeit

Die Reformation war nicht nur ein religiöser Befreiungsakt. Ihr lag auch die Einsicht zugrunde, dass Kirche und Theologie prinzipiell irren können. Die Theologie als Wissenschaft war geboren. Von Heike Schmoll

Lesermeinungen zum Beitrag

10. November 2009 18:37

95 Thesen über die Notwendigkeit einer zweiten Reformation

Elias Erdmann (EliasErdmann)

Sehr geehrte Frau Schmoll,
Lesen lernen ist zwar ist zwar eine notwendige Voraussetzung, um von der kirchlichen Deutung unabhängig zu sein, aber diese Voraussetzung ist keinesfalls ausreichend.
Zur Deutung der Bibel sind weitergehende Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig, z.B. die Kenntnis des dreifachen (bzw. vierfachen) Schriftsinns der Bibel. Durch Luthers Bibelübersetzung wurden die Gläubigen zwar in die Lage versetzt, die Bibel zu lesen, aber es wurden ihnen nicht die notwendigen Kenntnisse vermittelt, um die Bibel auch deuten zu können – und so konnten sie die Bibel nur auf eine Weise verstehen – wortwörtlich und buchstabengetreu. Die weitergehenden, geistigen Bedeutungsebenen blieben den Gläubigen hingegen größtenteils verschlossen.
Um tatsächlich von der kirchlichen Deutung unabhängig zu werden, wäre eigentlich noch eine zweite Reformation notwendig, bei der auch die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden.
Elias Erdmann

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