
Bitte bei der Mehrwertsteuerdebatte nur nicht Ungarn als positives Beispiel nennen.
Ich bin ungar also kenne die hiesige Situation sehr gut.:
Die Regierung hat den MwSt erhöht weil sie mehr Einnahmen braucht um das Land von einer Staatsbankrott zu bewahren und nicht wegen EU-Konform Schwachsinn.
Ab sofort (07/09 müssen wir um 5 Prozentpunkte mehr MwSt bezahlen)
Unsere regierende Partei, die Sozialisten (MSZP) und ihre liberalen Freunde (SZDSZ) haben in den letzten sieben Jahren so ziemlich alles falsch gemacht was sie nur konnten und das meiste mit Absicht.
Korruption, immer großer werdende soziale Differenzen, Kriminalität etc. etc
Also gegenwärtige ungarische Politik geführt von Sozialisten und Liberalen soll nicht als gutes Beispiel bewertet werden.
Gruß
Janos

@DTaggert: Als letzter weitbekannt medial gefeierter Nobelpreisträger aus D dürfte Ihnen der Name Grünberg was sagen. Da Namen für Sie aber eher Schall und Rauch zu sein scheinen, gleich warum er den bekommen hat: Entdeckung der GMR-Effektes (zeitgleich mit einem Franzosen, der auch den Nb-Preis dafür bekommen hat). Wegen dieser Entdeckung können sie mittlerweile Festplatten mit mehr als 1 Tb Speicherplatz kaufen. Letzter Deutscher mit Nb-Preis: Harald zur Hausen aus dem Jahr 2008 (Medizin).
@ wittigofranko:
Sie haben sehr recht mit Ihrer Ansicht, dass sie langfristig etwas ändern muss und Skandinavien ein gutes Vorbild ist:
DK hat anfang der 90 große Reformen in Gang gesetzt und erntet jetzt, 10 Jahre danach immer noch deren Früchte. Dauerhaft mehr Steuerfinanzierung für Sozialausgaben ist für mich ein richtiger Schritt, schließlich werden soziale Dienste von allen Menschen irgendwann einmal in Anspruch genommen.
Was ich allerdings bedenklich finde ist, dass einige Kommentatoren hier immer noch einem Denken anhängen, dass weitestgehend auf Ausbeutung der Resourcen + Ungleichheit weltweit baut. Haben Sie sich schon mal gefragt, was Leerfischung vor Afrikas Küste durch die EU mit Flüchtlingsströmen aus Afrika zu tun hat?

So ein Vergleich hat nur Sinn, wenn man halbwegs gleichwertige Modelle vergleicht. Ich zweifle nicht daran, daß Sie 30.000 Euro für einen Golf ausgeben können (so wie 1997 60.000 DM kein Problem waren bei entsprechender Ausstattung). Das von Ihnen genannte Modell (2,0TDI Highline) finden Sie bei mobile.de jedoch als Neuwagen für unter 20.000 Euro. Einen offensichtlichen Vertipper oder Mondpreis eines einzigen Angebots als Maßstab zu nehmen ist schon absurd. Bei mobile.de gibts einen neuen Golf übrigens schon für unter 13.000 Euro, das ist sogar nominal weniger als der Listenpreis von 1997, für ein größeres Auto als damals, mit besserem Motor und deutlich besserer Ausstattung. Die böse Globalisierung hat nicht dazu geführt, daß wir uns nichts mehr leisten können. Im Gegenteil, ein oder gar zwei Autos, Flugreisen, jährlicher Auslandsurlaub und vieles mehr, was heute selbstverständlich ist, war für die Mittelklasse zur Zeit des "Wirtschaftswunders" praktisch unerschwinglich. Zum Duplopreis am Kiosk: Für den Wohlstand absolut unerheblich, da überfüssig. Beim Discounter sind die immer noch billig, und wenn man keinen Wert auf Marken legt kann man für 10 Euro mehr Schokolade kaufen, als für 5 Kinder in einem Monat gesund ist.

Ich glaube wir haben schon in Deutschland ein Ungleichgewicht, und zwar bei eben den Löhnen. Ich meine hier nicht durch Tarife gestützte Arbeitnehmer, sondern solche, die nicht durch Gewerkschaften unterstützt werden. Hier muss auf Staatlicher Ebene etwas passieren, denn auch wenn beispielsweise Arbeitnehmer bei Automobilisten gut verdienen, was ist mit den Zeitarbeitern die auch dort arbeiten. Es gibt bei uns in der Bundesrepublik einige Menschen, die mit wenig Einsatz viel verdienen und sehr viele die mit viel Einsatz sehr sehr wenig verdienen. Da passt meiner Meinung etwas nicht. Ich bin selbst Unternehmer und es kann nicht sein, dass ein Arbeitnehmer mit seinem Lohn nicht seine Familie ernähren kann. Wir gönnen unseren Nächsten nicht die Butter auf dem wohlverdienten Brot. Also was wundert es uns, dass wir so von Exporten abhängig sind. Das schlimmste an dieser Misere ist für mich allerdings, dass diese Misere von der so genannten Bildungselite immer weiter getrieben wird. Vielleicht stößt die Volkswirtschaftslehre mit ihrer Theorie von der Maximierung des Eigennutzens an ihre Grenzen, vor allem bei angestellten Arbeitnehmern, die in wichtigen Schlüsselpositionen großer Unternehmen sitzen.
Danke für die Aufmerksamkeit.

Von wegen Amnesie! Gehen Sie mal an einen Kiosk und achten Sie auf den genannten Duplo-Preis, oder auf mobile.de: Beispiel: VW Golf Highline 2,0l Dieselpartikelfilter: 30.589 €. Das ist zwar nicht das Einsteigermodell, aber beileibe auch nicht das Spitzenmodell! Ich sprach nicht vom "billigsten" Golf! Bj. übrigens 12/2008...Außerdem sind die Autopreise durch die Krise ein wenig unten im Vgl. zu 2005/06 z.B., fragt sich wie lange.
Die von Ihnen genannten Pizzadienste halte ich auch für Extrembeispiele.

Die Äpfel-und-Birnen-Vergleiche mit den USA sind unsinnig und geben kein klares Bild. Deutschlands Exporte sind um 29% eingebrochen, die Japans offenbar um 43%. Solche Ziffern kann man vergleichen. In den USA jedoch liegen die Verhältnisse gänzlich anders. US-Exporte fielen nur gering, während US-Importe gleichzeitig massiv zurückgeschraubt wurden, mit dem Resultat, dass das einst große US-Handelsbilanzdefizit seit Beginn der Krise von Monat zu Monat reduziert werden konnte. Selbst bei Arbeitslosigkeit von 10 Prozent sind immer noch 90 Prozent nicht betroffen. Die US-Sparquote erreichte deshalb trotz der Krise den höchsten Stand seit 50 Jahren. Dass dies für Exportländer keine gute Nachricht ist, versteht sich von selbst. Wie gesagt: Äpfel und Birnen.

Die Frage ist doch: wo ist das Geld hin, welches Deutschland in den "fetten" Jahren als "Exportweltmeister" eingestrichen hat. Die Mittelschicht, die es mit ihrer Händen Arbeit ermöglichte, hat es auf jeden Fall nicht. Es gibt Indizien, in diesem Diebstahlsdelikt, die zu verschiedenen Tätern führen:
- Die Passiven: Die Gesellschaft veraltet, immer mehr Rentner treffen auf immer weniger Einzahler. Der Anteil der Studierenden steigt, die Studiendauer nimmt seit Jahrzehnten zu. Speziell in der Krise heißt es überall: "Bevor ich mir den Bewerbungsstress gebe mache ich lieber Master/ Zweitstudium und arbeite weiter in Kneipe/ Taxi/ Tankstelle" - das führt zum nächsten Punkt
- Ineffizienz: In der Ausbildung, im Beruf, in der Politik,...wir leisten uns z.B. jedes Jahr Hundertausende von Jungen Menschen ohne Schulabschluß. Zu 95% nicht wegen mangelnder Fähigkeit, sondern weil sie nicht in die Gesellschaft finden
- Kapitalflucht: Sei es als Investment (selbst Lieschen Müller investiert in"BRIC-Fonds", US-Immobilien und ähnlichem), als Schwarzgeld, oder die Reichen wandern gleich aus. Welcher Milliarder und "deutscher" Sportler versteuert in D? Weder Frau Schickedanz noch Herr Heidfeld.
Ob Krise oder nicht - Rahmenbedingungen verbessern!

Hans-Werner Sinn, der Unheilsprophet, hat schon so eine Menge professoralen Unsinn von sich gegeben, dass ich, als FAZ-Abonnennt, es schon gar nicht mehr lesen möchte.
Wie wäre es, wenn wir einmal eine Gehaltskürzung für deutsche Wirtschaftswissenschaftsprofessoren auf HARTZ IV Niveau - für eigene Forschungszwecke - machen würden; für ein Jahr?
Nein, wir brauchen neues Denken in der Wirtschaftswissenschaft und neue Männer und natürlich auch Frauen auf den WiWi-Lehrstühlen!
Wir brauchen den schrittweisen Wandel von der Einkommens- und Ertragsbesteuerung hin zur einem - globalisierungstauglichen - System der Ausgabensteuer.
Ungarn hat es zum 01. Juli 2009 vorgemacht: Die MwSt wurde von 20% auf - EU-konforme - 25% erhöht. Im Gegenzug wird der Einkommenssteuertarif um zwei Prozentpunkte gesenkt und die Sozialabgaben um 4 Prozentpunkte!
Die EU-Länder müssen mittelfristig einen einheitlichen MwSt-Satz von 25% anstreben, wie in Dänemark und Schweden schon Realität.
Die Steuern auf fossile Energieträger müssen ebenfalls EU-weit gleich hoch sein und in Ökoabgaben umgewandelt werden. Die daraus resultierenden Einnahmen daraus sollen als Ökobonus pro BürgerIn ausgezahlt werden.
Ludwig Paul Häußner, Karlsruhe

Zuviele Haushalte verbrauchen bereits jetzt ihr Gesamtes Einkommen ohne Konsum tendenz steigend , unser Binnenmarkt ist im Westeuropäischem vergleich
gnadenlos unten ( warum nur ) der durchschnitt ist mit über 50% seines einkommens mit steuern und abgaben belastet die kosten für Lebensmittel Strom
Wasser Miete Altesvorsorge lassen sich nicht einfach mal so senken ohne dem Staat auf der Tasche zu liegen der wiederum manöfriert sich gerade in die Pleite .
Also was soll das , armut für alle zur gunsten seiner Gierigen Klientel . Grundlohnsicherung und ein vorläufiger zuwanderungsstop in die Sozialsystheme .
So etwas darf man nicht sagen höchstens Denken . Wird aus denken vordern ist
der weg zu Gewalt nicht mehr weit darüber sollte man sich im klarensein .

Jahrelang haben die Deutschen davon profitiert, dass andere ueber ihre Verhaeltnisse gelebt haben- und es ist ungerecht, wenn die anderen nicht weitermachen? Die Frage ist eher, was haben die Deutschen mit all dem Geld gemacht, das ins Land geflossen ist? Wurde es im eigenen Land ausgegeben, gespart, sinnvoll investiert, in Innovation und Forschung gesteckt oder verschwand ein guter Teil unwiderruflich in Sozialprogrammen und Transferleistungen? Autobahnen, Genmais, Ausbau von Flughaefen, Elberweiterung oder Pharmaforschung verlief schleppend oder war politisch nicht gewollt- wann war das letzte Mal, dass ein in Deutschland lebender und forschender Deutsche einen Nobelpreis erhalten hat? Weltweit steigt der Bedarf an Atomenergie- Siemens stieg im Januar aus, Deutschland setzt auf Windenergie und Gas aus Russland. Deutschland ist ein Land ohne Rohstoffe, wie dutzende andere auch und muss mit diesen konkurrieren. Sich auf den Lorbeeren ausruhen und es ungerecht finden, wenn sich die Zeiten aendern, ist nicht ausreichend.
Die Probleme in Deutschland sind hausgemacht, ein paar mehr Kindergaertnerinnen sind nicht die Loesung.

Paul Krugman, Nobelpreisträger: "Die Politiker werden uns einmal mehr beruhigen wollen. Wir werden hören, man habe alles unter Kontrolle. Aber die Weltwirtschaft ist außer Kontrolle geraten. Und zwar in einem Maß, das sich vielleicht immer noch unserer Vorstellungskraft entzieht.
.
Wenn schon Nobelpreisträger und Wirtschaftswissenschaftler keine Lösung anbieten können, außer einem Reset des Finanzsystems mit einer gigantischen Währungsreform, wie sollen dann Politiker einen Ausweg finden?

Dass es den Amis besser geht als den Deutschen glaube ich nicht. So lange die USA den Konsum mit immer neuen Geldgeschenken anheizt und der Staat sich immer weiter verschuldet, weil die Bürger mangels Sicherheiten schon lange keine Kredite mehr erhalten, weil sich die Immobilen-Preise im freien Fall befinden, bedeutet doch nicht zwangsläufig, dass die USA die Krise besser meistert als wir. Im Gegenteil. Würden wir prozentual nur annähernd so viele Schulden machen wie die USA und das UK, könnten wir alle in Saus und Braus leben – bis zum Crash – der mit Sicherheit kommen wird und genau diese Schuldenstaaten viel schlimmer treffen wird als uns. Die Krise mit Geldgeschenken vor sich herschieben ist mit Abstand die schlechteste Variante – aber die einfachste. Wie wollen die Amis die 2,3 Billionen $ Kreditkarten- und Kleinkredite zurückzahlen und ohne neue Kredite wieder konsumieren?

sagt nach der Wahl sind wir aus der Krise. Aber ich sage, nach der Wahl fängt die erst mal an!!! B i t t e r böse wird die Arbeitslosigkeit steigen, die Leut können die Mieten nicht mehr zahlen geschweige das Essen bzw die Zinsen für die Häuser. Der BürgerInnen dürfen dankbar sein für die Schröder Politik, die Ihnen die Armut ins Auge zeigt. Weil keine Renten mehr, noch gespartes uns halten wird. Nach der Arbeitslosigkeit kommt erst mal der ratikale Vermögensabbau um übehaupt Sozialleistungen vom Staat zu erhalten. Danach kommt die Armutsgrenze hoffnungslos im Porscheschritttempo angefahren. Da wenn dann vielleicht die Sozialleistungen beantragt werden dürfen wird die CDU/FDP Regierung einfach den Allg II Satz ändern. Sco zieht es aus. Die reichen werden mit einer Steuerermässigung entlastet. Sehr gerecht, wenn man ein reicher sein wird.

Um die ausfallenden Exporteinnahment aus dem Ausland zu kompensieren koennte man z.B. von ausländishen Studenten höhere Studiengebuehren verlangen. Wenn China so viel Geld durch Export gespart hat, koennen chinesische Studenten jetzt in Deutschland auch etwas für Ihre Bildung bezahlen oder einfach weg bleiben, anstatt den deutshen Steuerzahler dafür aufkommen zu lassen. Das waeren schon einige hundert Millionen pro Jahr.
Dann koennte man z.B. auch die Subventionen fuer Landwirtschaft und Kohlebergbau abbauen. Bei den hohen Preisen für Lebensmittel und Energie braucht man das eh nicht. Man koennte auch die Entwicklungshilfe fuer Indien oder China streichen. So armselig benehmen sich beide Staaten ja auch nicht, als dass man ihnen Geld geben müsste. Den Solidaritaetszuschlag könnte man nach fast 20 Jahren auch wieder entfernen, es wurde wohl schon genug Solidaritaet bezeugt und gebracht hat es wenig. Bürokratieabbau, Abbau von Sozialleistungen, Abschaffung der Wehrpflicht, unnötige Rüstungsausgaben an Airbus, Abschaffung des Dualen Systems, Subventionen für die Zuckerindustrie,.......... das sind alles Ausgaben die kein Mensch braucht.

Solche Behauptungen wie Sie sie bringen, sind zwar öfter zu lesen, werden durch dauernde Wiederholungen auch nicht richtiger. Der neue Golf VI startet bei umgerechnet 33.000 DM (Listenpreis, im Internet deutlich billiger zu haben). Der damals neue Golf IV kostete 1997 in der Basisausstattung 27.500 DM, ohne Sachen wie Klimaanlage und ESP, die heute Serie sind, und mit einem schwächeren, durstigeren Motor. Der Golf ist in diesen 12 Jahren real billiger geworden. Denn 1997 galten 4000 DM Nettoeinkommen als ein gutes Gehalt, heute bekommt das eine Familie als Hartz IV. In der Gastronomie haben einige zugeschlagen, dennoch kenne ich einige Pizzadienste, bei denen man jede Pizza für 4 Euro bekommt, wenn man sie abholt. 8 DM war auch in den 90ern nicht teuer für eine Pizza. Gefühlt scheint früher immer alles kostenlos gewesen zu sein, bevor der böse Euro kam. Sofern man die historischen Preise recherchieren kann, stellt sich ausnahmslos in allen Fällen heraus, daß es die behaupteten Preise zu DM-Zeiten nicht gab. Ich versuche noch herauszufinden, woran das liegt, daß dennoch so viele fest an die gefühlten Preise glauben, vielleicht eine kollektive Amnesie?

Posen meint mit Dienstleistungen höchstqualifizierte geistige Leistungen, Labor-, Computer- und Erfinderwerkstatt, Teilchenforschung, Innovationsschmiede für die Welt, also gewissermaßen auch exportträchtige Leistungen. Die Kindergärten lassen sich auch mit weniger qualifizierten Akademikern, wovon wir reichlich haben, gut betreiben. Ins Gleichgewicht muß die Welt nicht kommen, das könnte die Dynamik globaler Entwicklung hemmen und zu leicht Rückschritte zulassen. Sie wird es auch nicht, dafür sind die Unterschiede viel zu groß, was gut ist und hoffentlich so bleibt - prinzipiell, was aber durchaus bedeuten kann, daß Armut sich in Europa ausbreiten kann, kaum in USA, weil sie dort noch flexibel sind und Asien/Indien den Fortschritt anführen wird, gefolgt von Südamerika und Afrika.

Es gibt auch private Dienstleistungen, zum Beispiel in der Erstellung von Infoprodukten. Auch die FAZ würde vermutlich das eine oder andere Problem lösen, wenn sie Ihr Selbstverständnis vom Zeitungshersteller zum Vermarkter von hochwertigen Informationen verändern würde.
Aber noch eine andere Frage: Was ist eigentlich - außer in der Wahrnehmung - der Unterschied, ob man Waren liefert und den Kredit gleich mitliefert, oder ob man die Waren überhaupt nicht liefert?
Im ersten Fall fühlt man sich reicher, ist es aber nur bei einer begründeten Aussicht, daß die Kredite wieder abgetragen werden, der Kunde also zu sparen beginnt (was jetzt oh Jammer passiert). Aber man muß den erhofften Cashflow sofort als Gewinn verbuchen und darauf Steuern zahlen. Und soviel ich weiß, nimmt Herr Steinbrück kalifornische IOU's nicht als Zahlungsmittel für seine Forderungen gegen Bürger und Firmen an.
Im zeiten Fall
Im zweiten Fall bekommt man kein Versprechen für einen späteren Cashflow, muß aber auch keine Rohstoffe und keine Steuern dafür bezahlen. Wenn der Kunde den Kredit nicht wie versprochen zurückzahlen kann, gibt es zwar die Chance, einen Teil der bezahlten Steuern wieder erstattet zu bekommen. Aber Rostoffe und Produktionskosten nicht.

Tja, seit wie vielen Jahren liest man nun schon Statistiken und Nachrichten über den Niedergang und das Wegbrechen der Mittelschicht in Deutschland? Die Deutschen selbst können sich ihre eigenen Produkte nicht mehr leisten, wenn ein Golf inzwischen neu umgerechnet 60.000 DM kostet. Oder eine Pizza 16 DM. Ein Duplo 80 Pfennig, vor wenigen Jahren noch 35. So haben wir immer weggehört, wenn Globalisierungsgegner warnten, man mache sich abhängig von einem Weltmarkt, auf den man selbst keine Kontrolle ausüben kann. Und nun, o wunder, ach wie unfair, ausgerechnet die Deutschen, die so toll gewirtschaftet haben, leiden jetzt. Die Schere zwischen Arm und reich wird hier außen vor gelassen. Warum sonst können wir nicht, was die Amerikaner können?
Klasse Vorschlag,noch niedrigere Löhne zuzulassen übrigens, damit sich Hartz IV bald noch mehr lohnt. Wer nämlich morgens aufsteht für 3,75 EUR die Stunde, dem ist ein Bundesverdienstkreuz in Aussicht zu stellen.

"Die umgekehrte Strategie empfiehlt Hans-Werner Sinn, der Präsident des Ifo-Instituts: Die Deutschen müssten niedrigere Löhne zulassen. Wenn deutsche Arbeiter für weniger Geld arbeiten, dann könnte manch eine Fabrik aus einem Billiglohnland nach Deutschland zurückgeholt werden."
Das glaubt der Sinn doch nicht wirklich, dass sich Deutschland auf eine Lohnspirale nach unten mit Billiglohnländern einlassen kann. Das ist doch ein Spiel, das wir, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen, nie gewinnen können.
Der Sinn spricht doch nur für die Kapitalseite und will diesen Status Quo beibehalten. Pfui Teufel!

Des Gleichgewichts zwischen Leistung und Gegenleistung. Das hatten wir, solange wir die sich mit der Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft aufwertende DMark hatten (seit 1961). Erhöhte sich der Wert unserer Exportgüter (in DM), erhöhte sich die vom ausländischen Käufer (in seiner Währung) zu erbringende Gegenleistung. In gleicher Proportion konnten wir Deutschen unsere Importe verbilligen (terms of trade: Weniger Exporte bezahlten mehr Importe). Also lag der deutsche Arbeitnehmer (Bonner Republik) 1989/90 mit seinem Realeinkommen in der europäischen und in der Weltspitze. Seither aber ist er durch den Austausch der DM gegen den Euro auf ein Mittelmaß zurückgedrängt worden. Der luxemburgische Arbeitnehmer liegt mehr als doppelt so hoch, der irische um 15% höher als der deutsche, der niederländische um 10% usw (alle Zahlen von Eurostat). Grund: Wir müssen für unsere Importe (relativ) mehr bezahlen, da wir für unsere Exporte (relativ) zu wenig bekommen. Facit: Solange Deutschland in diesem Euro ist, kommt der deutsche Arbeitnehmer auf keinen grünen Zweig. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss war 2007 und 2008 je 180.000.000.000 Euro. Die aber benutzten die Griechen und andere Eurobrüder zum Auslandseinkauf.

Muss nicht irgendjemand das Geld zuerst anders produzieren, um all die Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können? Letztendlich müsste Deutschland dann durch Bankensektor, IT Unternehmen etc. wieder "exportieren", um den derzeitigen Wohlstand zu halten, nur halt jetzt mit virtuellen Waren...

In der englisch-sprechenden Wirtschaftswelt unterscheidet man zwischen "goods and services", was wir im Deutschen als "Waren und Dienstleistungen" übersetzen. Offenbar führt letzterer Begriff zu groben Fehlinterpretationen, wie der letzte Abschnitt des obigen Artikels deutlich zeigt. Es handelt sich bei Dienstleistungen keineswegs um Dienstmädchen und Kindergärtnerinnen, wie hier steht. Die Servicebranchen umfassen u.a. das internationale Bankwesen, die Nachrichtendienste, die Film- und Fernsehindustrie, den Luftverkehr und viele Aspekte im High-Tech-Forschungsbereich. Deutschland war zwar einst Weltmeister im Warenexport, doch in den Dienstleistungen sind die USA nach wie vor führend. Mit Dienstmädchen hat das nicht das Geringste zu tun.

Ich frage mich langsam, ob man in seinem kleinen Elfenbeinturm, in dem man sitzt, einfach mal aufgehört hat nachzudenken und man stattdessen immer wieder die alten Schmöcker hervorholt und daraus seine Standardantworten abschreibt?!? Löhne rauf! Löhne runter! Mehr Dienstleistung! Alles Schlagworte, die man seit Jahrzehnten hört und die auch alle schon angewendet wurden, aber nichts brachten. Welches Ausmaß die Lohnkosten noch an den Produktionskosten haben sollten sich einige "Experten" mal anschauen. Dann würden sie sehen, dass die Lohnkosten an sich nahezu vernachlässigbar sind. Es sind Bürokratiekosten (Statstiken, usw.), Auflagen, Gesetze, etc. die unheimlich viel Geld Kosten und nicht die Lohnkosten. Wie wäre es, wenn die EU einfach einen gewissen Standard für Importprodukte fordert, wie garantiert keine Kinderarbeit, gewissen Sozialleistungen in einem Land, einzuhaltende Umweltstandards, usw.? Wäre zwar eine Art Protektionismus, aber immerhin kann man ihn mit seinem sozialen und ökologischen Gewissen vereinbaren. ;-)
Und zum Thema Dienstleistung: Leider leistet vorallem die Industrie den Mehrwert, und nicht die Dienstleistung...