Der Ökonom Lujo Brentano sagte voraus, dass mit zunehmendem Wohlstand der Zeu...

Familienpolitik

Die Verstaatlichung der Kinder

Um 1900 bekamen Frauen in Deutschland durchschnittlich etwa fünf Kinder, heute sind es nur noch 1,3. Obwohl der Staat Milliarden für die Familienpolitik ausgibt, sinkt die Geburtenrate seit Jahrzehnten. Was sagen die Ökonomen dazu? Von Philip Plickert

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Mai 2008 17:33

Richtige Beschreibung--- falsche Schlüsse

Kilian Behrendt (kilianbehrendt)

Der Autor beschreibt das Problem mit zutreffenden Fakten, um am Ende eine Lösung zu präsentieren, die dann doch eingermaßen erstaunt: Auf staatliche Familienpolitik zu verzichten!!!!!, da dann die Familien angeblich mehr Geld zur Verfügung hätten. Gleichzeitig wird beklagt, die Familien würden schon jetzt (!) die Leute ohne Kinder Quersubventionieren (durch zukünftige Rentenleistungen der Kinder). Wenn heutige Familienleistungen gestrichen würden und der Allgemeinheit zur (als auch und vielleicht sogar vor allem den Kinderlosen) zur Verfügung gestellt werden würde, würde die vom autor als falsch erkannte Umverteilung weiter verschärft. Ob dies die Fortpflanzungfreude anheizen würde, sei dahin gestellt.... Der Staat sollte lieber überdenken, ob die vom Autor beschriebenen tatsachen nicht Anlass dazu gäben, die Rentenpolitik sowohl bei der Einnahmen- wie auch bei der Ausgabenseite grundlegend zu überdenken. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wäre dies seit mindestens einem halben Jahrhundert fällig gewesen. Eine Darlegung der fehlgeleiteten Ausgaben der Familienpolitik bleibt der Autor schuldig.

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13. Mai 2008 17:26

Tipp für Frau von der Leyen...

Michael Fichtner (ebaristo)

Mal einen Tipp für unsere Familienministerin: - Preise für Kindergartenplätze steigen - Preise für die Schulspeisung steigen - Preise für Vereinsport steigen - schlechte Schulbildung - es ist privater Nachhilfeunterricht notwendig - schlechte Chancen nach der Schule auf Ausbildung und Beruf - hohe Lebenhaltungskosten, die mit Kinder noch mehr steigen - Erziehungsgeld nur auf 1,5 Jahre begrenzt, bis ein Kind aus dem Haus geht sind es gut 18 Jahre - Studiengebühren im Studium - beschissene Justizpolitik, überall rennen Kinderschänder herum und die Politik tut nicht - Kaum Grippenplätze vor allem in den alten Bundesländern - Frau muss sich meist zwischen Kind und Karriere entscheiden, vor allem bei gering qualifizierten - schlechte Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspoliti - beziehungen werden auseinander getrieben, da jeder dort hin geht, wo er einen Job bekommt

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13. Mai 2008 16:49

Familienförderung?

Alexander Meier (AxCo)

Interssant, dass ich als zum Mittelstand gehörender bisher nichts davon gemrkt habe. Ich zahle nur drauf, egal wo. Jetzt kommt wahrscheinlich irgendwer und meint, ich würde noch viel mehr draufzahlen, wenn die Familienförderung nicht wäre. Das ist dann wahscheinlich jemand, der seine Diäten und Pensionen selber bestimmt. @ Andreas Lehmann: ca 50 % + Kinderbetreuungskosten

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13. Mai 2008 16:46

Kosten-Nutzen-Kalkül

Ulf Weingarten (uweingarten)

Kinder sind kein Objekt, dass unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten betrachtet werden darf. Eine Gesellschaft, die dies tut, hat nun einmal keine Kinder und hat die Folgen zu tragen.

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13. Mai 2008 16:40

Die Verstaatlichung der Kinder

Michael Hoffmann (Hoffmann2)

Dem Staat geht es vor allem darum, möglichst weitgehende Kontrolle über das Leben der Menschen zu erhalten. Das festigt die Machtstrukturen und sichert damit die Pfründe der Mächtigen. Die Tendenz dazu wohnt jeder staatlichen Struktur inne. Das Gerede von Gerechtigkeit und sozialem Ausgleich soll nur die wahren Motive verschleiern. Die bürgliche demokratisch verfasste Gesellschaft will (wollte?) dem einen Widerstand entgegensetzen. Täglich müssen sich die Bürger Freiheitsrechte erkämpfen bzw. einmal erkämpfte gegen den Zugriff des Staates verteidigen. Das gilt auch und vor allem heute in einer satten, wohlstandsverwöhnten Gesellschaft wie der unseren. Familienpolitik heute dient vor allem dazu, möglichst viele Frauen in abhängige Arbeitsverhältnisse zu drängen. Eine Hausfrau und Mutter ist kaum kontrollierbar und steuerbar - eine Arbeitnehmerin dagegen arbeitet fremdbestimmt von morgens bis abends. Der Staat erlangt so weitgehende Kontrolle über ihre Zeit und ihr Geld und ihre Kinder. Dafür sind die sog. Transferleistungen des Staates gut angelegt.

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13. Mai 2008 16:37

Die Verstaatlichung der Kinder

henrik schwalba (hschwalba)

Die Zeiten haben sich geändert. Frauen fangen erst dann an Kinder in die Welt zu setzen, wenn Sie das Gefühl haben später Kinder und Beruf gut unter einen Hut zu bringen. An der Stelle ist vieles im Argen. Dabei geht es auch um die Bereitschaft der Arbeitgeber mit jungen Müttern weiterzuarbeiten, auch wenn Sie mehrere Jahr zeitlich alles andere als flexibel sind. Weiterhin wäre ein deutliche steuerliche Entlastung für all die, die neue Steuerzahler "generieren" sinnvoll. Das Kindergeld könnte dann soetwas ähnliches wie heute das Wohngeld werden.

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13. Mai 2008 16:30

Kinder als Luxusgut

Christian Treczoks (treczoks)

Eine Familie mit Kindern wird in dieser Gesellschaft für das Kindererziehen bestraft. Das Bildungssystem ist ein Schrotthaufen (ohne Nachhilfe geht gar nichts mehr), und bis auf Kindergeld (das am Anfang kaum für die verbrauchten Windeln reicht, geschweige denn für alles andere) bekommt man kaum etwas (ich kann mir z.B. keine Riester-Rente leisten - das Geld geht halt in die Kindererziehung). Dafür darf man jahrelang einen beträchtlichen Anteil des eigenen Einkommens in die Rentensicherung derer stecken, die zu fein, faul oder geizig sind, Kinder aufzuziehen. Wer keine Kinder hat, kann dazu noch deutlich mehr in die eigene Altersvorsorge stecken, und lebt im Alter dann meist entsprechend besser, denn von der Rente aus dem Generationenvertrag wird bis zu meiner Verrentung wohl kaum was übrig sein. Als Familienvater finanziere ich also die Rente der anderen - das kann es ja wohl nicht sein, oder? Die Erziehung eines Kindes kostet die Eltern anerkanntermaßen ca. €200.000, von denen gerade mal ein Fünftel durch das Kindergeld abgedeckt wird. Es wäre mehr als gerecht, den Differenzbetrag auf die Rente der Eltern anzurechnen, und sich die Fehlbeträge von den Kinderlosen zurückzuholen. Schließlich investieren wir Eltern in deren Rent

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13. Mai 2008 16:21

Leider funktioniert das nicht...

Los Närgli (lma666)

... denn während einmal eingeführte Abgaben (Sektsteuer, Soli, Öko-Steuer, die Liste ist lang und wird beständig länger) stets erhalten bleiben, werden Zuschüsse gerne mal zur "Verhandlungsmasse". Im Prinzip bliebt einem als Familienvater mit Kindern und dem Wunsch, eben nicht über kurz oder lang den eigenen Lebensstandard drastisch zu reduzieren, nur eine wirklich wirksame Alternative: Ab ins Ausland, da sind (in manchen Ländern) Familen mit gut ausgebildeten Eltern gerne gesehen, da man dort erkannt hat, dass diese zumeist auch versuchen, ihren Kindern über eine hochwertige Ausbildung einen guten Start zu verschaffen. So wird es in D über kurz oder lang dann nur noch "ganz Reiche" und "Prekarier (?)" geben ;-)

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13. Mai 2008 16:18

Nicht die Familie, die Ehe wird staatlich gefördert

Christoph Anschütz (TuNichtGut)

guggst du Steuerrecht. Die "Familienförderung" als solche gibt es gar nicht, es gibt vielleicht mal ein wenig Kindergeld. Wenn das Kind, wie der Erwachsene, ein steuerfrei gestelltes Existenzminimum hat, darüber hinaus "Werbungskosten" in voller Höhe zB für die Schule vom Einkommen der Eltern abziehen darf, und auch noch steuermindernd Rücklagen für kommende Ausbildung machen darf, so wie Erwachsene für die Rente, dann könnte evtl von Familienförderung gesprochen werden. Macht doch nicht immer gleich so eine Heulsuserei wegen 100.000 KiTa Plätzen auf. Wieiviele Plätze in staatlich geförderten Fußballstadien stehen dagegen? Was sich in diesem Staat Familienpolitik nennen darf, verblasst schon, wenn nur die steuerliche Förderung für des deutschen wahrhaft liebsten Kindes, das Auto, dagegen gerechnet wird. In jeder deutschen Stadt sind mehr Fläche an Gehwegen zugeparkt als es an Spielplätzen gibt. Tolle Familienförderung. Add some cheese to the whine?

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13. Mai 2008 16:12

Man kann nur hoffen

Friedrich Reese (Oscar_Schaf)

... das auch unsere Politiker diesen Artikel und - das ist aber sicher schon vergebene Hoffnung - auch die zugehörigen Bücher lesen. Vielleicht fällt dann auch bei Ihnen mal der Groschen. Insbesondere den letzten Absatz dieses Artikels lege ich Ihnen sehr ans Herz.

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13. Mai 2008 15:44

Gehupft wie gesprungen - Ein Beispiel

Andreas Lehmann (alm)

Ich lebe derzeit in der USA. Wir haben zwei Einkommen und zwei kleine Kinder. Die Transferleistungen an den Staat sind tatsächlich geringer - unsere effektive Einkommensteuerrate lag für 2007 bei 14,05% für ein Haushaltseinkommen im Bereich der oberen 15% aller Haushaltseinkommen. Kranken- und Sozialversicherung schlagen auch geringer zu Buche. Alle Abgaben summieren sich zu etwa 28%. Hier NICHT eingerechnet sind allerdings die Kinderbetreuungskosten. Nimmt man diese hinzu, erhöhen sich unsere Abgaben um 16% auf 44% - eine Belastung ähnlich der in Deutschland, wie ich schätze. Weitere Kommentare wären hilfreich.

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13. Mai 2008 15:16

Die andere Seite der Medaille sollte erwähnt werden

Paul Rabe (heidelpaul)

Nur Kinder sichern denjenigen welche alt sind den lebensunterhalt. Das gilt für alle(!) Gesellschaften, denn 'sparen' funktioniert nur solange es jemanden gibt der bereit und fähig ist Ersparnisse gegen Arbeit zu tauschen. Man kann nunmal nicht als 30 jähriger sein Brot backen um es dann als 70 jähriger erst zu essen. Wenn es dann keine jüngeren gibt die einem das Brot backen dann verhungert man. Konsequent nach dem Artikel gedacht müsste man also alle welche keine Kinder haben verhungern lassen. Aber grade im Kapitalismus profitieren jene welche statt Kinder zu versorgen Reichtum anhäufen massiv von der Erziehungsarbeit derjenigen welche statt Karriere lieber die Familie bevorzugt haben. Ein Kind kostet locker eine halbe Million Euro über das Leben gerechnet. Wer als Kinderloser diese halbe Million im Kapitalismus gut anlegt der wird dann von den Kindern anderer Leute bestens versorgt.

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13. Mai 2008 15:16

Die andere Seite der Medaille sollte erwähnt werden

Paul Rabe (heidelpaul)

Nur Kinder sichern denjenigen welche alt sind den lebensunterhalt. Das gilt für alle(!) Gesellschaften, denn 'sparen' funktioniert nur solange es jemanden gibt der bereit und fähig ist Ersparnisse gegen Arbeit zu tauschen. Man kann nunmal nicht als 30 jähriger sein Brot backen um es dann als 70 jähriger erst zu essen. Wenn es dann keine jüngeren gibt die einem das Brot backen dann verhungert man. Konsequent nach dem Artikel gedacht müsste man also alle welche keine Kinder haben verhungern lassen. Aber grade im Kapitalismus profitieren jene welche statt Kinder zu versorgen Reichtum anhäufen massiv von der Erziehungsarbeit derjenigen welche statt Karriere lieber die Familie bevorzugt haben. Ein Kind kostet locker eine halbe Million Euro über das Leben gerechnet. Wer als Kinderloser diese halbe Million im Kapitalismus gut anlegt der wird dann von den Kindern anderer Leute bestens versorgt.

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