
Ich kann mich nur anschließen und erweitern:
Als nächstes kommt die Burda-Stfftung und macht ein neues Werbe- und Petitionsthema auf: Die Depression.
Stars und Sternchen haben neben der Stiftung eine neue Werbeplattform, die Petition will erreichen, dass gesetzliche Krankenkassen in die Pflicht genommen werden, Ärzte und Pharmaindustrie haben wieder finanzielle Unterstützer und die Stiftung ihre Steuergelder.
Genau wie bei der peinlichen aber werbeträchtigen Aktion mit dem Darm.

Ich will nicht trauern - ich kannte den Selbstmörder Enke garnicht ... und wenn ich jetzt um jeden Selbstmörder trauen sollte - hätte ich verdammt viel zu tun !!! Ich verabscheue diese Tat - mit der er nur Trauernden hinterlassen hat - sowie Menschen - die ihr weiteres Leben mit seiner Tat fertig werden müßen !!! Er war kein Volksheld - einfach nur krank !!! Aber das sind hunderttausend andere auch - sie heißen nur anders !!!

was reden Sie denn da für Sachen zusammen !Wäre das Thema nicht so ernst.wäre mir gar zum lachen. Woher wollen Sie denn wissen,in welchem Trauma der Zugführer und gar die Zugpassagiere denn stecken oder steckten.Den meisten dürfte wohl (und dies weiß ich nun einmal aus eigenem Erleben) die verursachte Verpätung das größte Trauma gewesen zu sein. An den toten Menschen werden die Wenigsten ihre Gedanken -na wie heißt es so schön- "verschwendet" haben. Insofern hat nicht nur die Fußballwelt noch etwas zum Nachdenken und Lernen,sondern auch der Rest der Gesellschaft! Ihr nicht nachvollziehbarer Satz ..."den Zugfahrer attackiert"... sowie Ihre juristische Beifügung,es handele sich ..."um einen gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr"... ist so teutonisch juritisch deutsch,wie nur eben Deutsche sein können ! Aber Sie sind ja nicht allein! Andere halten nun "tote (britische) Soldaten" für nicht besonders gedenkswert und bestätigen genau diese rücksichtslose,engstirnige Wertvorstellung ,welche andere Menschen als "minderwertig" einordnet,weil diese nicht ins eigene Weltbild passen. Eben genau diese Welt wollte R. Enke verlassen !

Gestern war Volkstrauertag. Ein Tag des Gedenkens an Millionen junger Menschen, die sinnlos in Kriege gejagt und um ihr Leben betrogen wurden. Ein trauriger Anlass des Gedenkens an die zu Tode gemordeten Opfer der Gewaltherrschaften. Die Nation erfuhr in kurzen Routinemeldungen über die Anteilnahme der amtlichen Gesellschaft, während die Betroffenen in stiller Trauer an den Gräbern und Gedenkstätten weilten. Allein das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen sah sich zu Höherem aufgerufen und übertrug im großen Zeitrahmen eine perfekt organisierte Trauerfeier im Diana-Stil aus einem Tempel des Kommerz-Fußballs. Auch die genüsslichen Kameraschwenks über die Werbebande der Haupttribüne mit den Sprüchen eines Vermögensberaters für mehr Siege gehörten dazu und kontrastierten bezeichnungsvoll die Stimmung in der Arena.
Der Forist hätte Robert Enke und seiner Familie ein stilleres Gedenken gewünscht. Wenn ihm dennoch so überbordende Anteilnahme widerfuhr, so mag im Nachhinein sein Leiden und Sterben stellvertretend für viele Menschen ein Anstoß zu neuem Mut und Nachdenken gewesen sein. Enke stand erst am Anfang der Medien-Werteskala für Superstars, Titanen und Galaktische und wird hoffentlich auch nur so in Erinnerung bleiben.

Zitat: "Durch die Hauptstraße dieses Städtchens fahren nämlich die Leichenzüge mit den britischen Soldaten..."
...da trauere ich doch lieber um einen außergewöhnlichen Menschen.

... aber die Tatsache, daß ein junger Mensch, der soviel Erfolg hat und dem die Sympathien der Fans zufliegen, von Versagensängsten gepeinigt, keine Ausweg als den Tod sieht, dazu die schlichten und ungeheuer ergreifenden Worte seiner Frau, das hat mich tief berührt. Die Trauer um Robert Enke gilt stellvertretend so vielen Unbekannten, die in der gleichen Situation den Tod gesucht haben. Da kommt man auch ins Nachdenken über das eigene Leben, den Erfolgsdruck, dem wir uns aussetzen, die Häme und Herabsetzung, die wir so gern in den Medien über andere lesen (gerade für Politiker und Sportler) und uns zu eigen machen.
Danke an alle Verantwortlichen für die Gestaltung der Trauerfeier im Stadion von Hannover.

Anmaßend und widerlich kann man nur diesen Beitrag nennen. Es ist diese moralisch sich selbsterhebende Attitüde der Bessermenschen, die einen so abstößt. Hier wurde kein Selbstmord gefeiert sondern der Bevölkerung war
es ein inneres und aufrichtiges Bedürfnis sich von einem wertvollen Menschen zu verabschieden. Besonders war sie von der Tragik seines jungen Lebens so ergriffen, wie auch von der Tapferkeit seiner Frau. Wer selber Kinder hat kann
gut nachempfinden, was es bedeutet eines in jungen Jahren zu verlieren. Das mancher daran zerbricht läßt sich auch gut nachempfinden. Natürlich gibt es hunderttausende gleicher Schicksale in Deutschland, die man nicht alle in gleichem Maße würdigen kann. Nichts desto trotz: Enkes Schicksal steht stellvertretend für die vielen anderen, sein Tod steht symbolisch für die anderen. Das die Menschen in der heutigen oberflächlichen Spaßgesellschaft ihren Sinn für Tragik bewahrt haben,
kann Herr Wagner nicht begreifen.

Auch ich habe Zweifel daran, ob dieses ganze Spektakel wirklich in Robert Enkes Sinne war. Vor allem die Aufgebahrung in der Spielfeldmitte.
Wenn nur ein TV-Sender die Feier übertragen hätte, hätte dies vollkommen genügt. Damit die Menschen, die sich eben nicht mit dem Mensch Robert Enke und seinem Tod befassen wollen, es auch nicht müssen. Man sollte auch dafür Verständnis haben, man kann nicht erwarten, dass alle Menschen die gleiche Trauer empfinden, das hat nichts mit mangelnder Empathie zu tun. Michael Jacksons Tod hat mich auch emotional nicht ergriffen, aber ich wurde Tag für Tag über die Medien damit konfrontiert, ob ich wollte oder nicht.
Im Gegenzug sollte man auch nicht darüber urteilen, dass so viele Menschen "nur" um einen Fussballer trauern, der auch noch zu "feige" war sich seinen Problemen zu stellen. Wer so etwas behauptet, hat immer noch nicht verstanden, dass Depression eine Krankheit ist und er jahrelang versucht hat mit professioneller Hilfe dagegen anzukämpfen.

dass wenn nicht das mediale Trauern, dann wenigstens der Streit über die Angemessenheit des medialen Trauerns unterbleibt. Aber nein. Das war aber auch zu erwarten.

einen Neuzeit-Helden daraus zu konstruieren ist mehr als perfide!
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Aber ein hervoragendes Instrument für die Medien und Organisatoren (sowie für die bereits im Hintergrund mit geifernder Manier wartenden Resteverwerter...). Es soll hier nicht über die finanziellen Verhältnisse spekuliert werden, aber das Ganze wirkt beinahe gewinnoptimiert aufbereitet...
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Der Suizid ist der letzte Ausweg eines Menschen, die Einen gehen Ihn aus Verzweiflung (und oder), die Anderen mangels Wertschätzung des eigenen Lebens. Häufig initiiert oder kombiniert mit tiefer emotional erfahrener Enttäuschung...
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Nur: Ein 'echter' Ausweg ist es nicht,
lediglich eine feige Flucht vor der Realität und deren Problemen...
der keinesfalls Sinn für ein mediales Spektakel gibt...
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Fußball... "Brot & Spiele"... bis zum Untergang!
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Warum geilt sich die Öffentlichkeit (sorry ob der Formulierung) so auf an prominenten tragischen Todesfällen (Diana, Enke usw)? Fehlt uns die alltägliche Konfrontation mit dem Tod? Freuen wir uns, daß wir noch leben?

die Fanmeile, Bier und Würstchen.
*
„Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“

Die Masse läuft zu jedem Event. Leider. Deutschland, einig Feierland.

Dem Kommentar von Richard Wagner folgend, habe ich den Rausch der Medien
an einen unsinigen Selbstmord mit Kopschütteln verfolgt.
Es ist erschreckend zu beobachten, wie unsere Gesellschaft den Medien folgt.
Robert Enke ist kein Vorbild für Fussballer, Kinder oder suizidgefährdete Menschen.
Warum seine Frau dieses Spektakel zugelassen hat, ist mir unerklärlich. Man kann für die Zukunft nur hoffen, dass die höhere Moral in unserer Gesellschaft dazu
beiträgt, solche kommerziellen Gefühlsorgien zu verhindern.
Ich war betroffen, als ich Nachricht von Robert Enke´s Freitod erhalten habe.
Von dem, was danach folte bin ich erschüttert.

... ich dachte schon, mit mir stimmt was nicht. Tatsächlich finden noch andere, dass hier etwas völlig daneben läuft.
Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass der Verstorbene nicht gerade erbaut wäre über den affektierten und durch unsere Medien total überhitzen Affenzirkus, der um seinen Tod veranstaltet wird. Wird nicht in jeder Stellungnahme betont, wie ruhig, sachlich und zurückhaltend Herr Enke zu Lebzeiten war? Dann
Wir bekommen hier langsam aber sicher amerikanische Verhältnisse - dort werden die Massen auch durch durchgeknallte Medien um des Kommerz willen hysterisiert.
Beispiele: Michael Jackson WOCHENLANGER Tod; die ach so ganz normale, eher hamlose Schweinegrippe (die nur hier so 'gehyped' wird); ein Statement eines Fussballers(Herr Lahm!) zum Zustand des FCB - 3 Tage lang ganz oben in ALLEN Gazetten??? etc. GEHT'S NOCH?
Dass heute mal wieder unsere und die Zukunft unserer Kinder durch einen Minimalkompromiss im internationalen Klimaschutz nachhaltig gefährdet wurde bleibt eine Randnotiz... na dann schlaft gut und lasst euch einlullen mit (relativ betrachtet) Belanglosigkeiten...
says Simon

Zu einem finde ich es richtig bzw. nicht falsch wenn tausende oder zehntausende mit den Angehoerigen um den Tod Enkes trauen und ihr Mitgefuehl zeigen. Ich finde dies normal JEDOCH finde ich eine Katastrophe wie sich Medien verhalten. ICH SEHE IN DEN GANZEN NACHRICHTEN ,ARTIKELN UND DER LIVEUEBERTRAGUNG REINE PROFITINTERESSEN!!! Natuerlich ist es normal, das man die Oeffentlichkeit informiert und auch darueber redet, jedoch sollte man aber das ganze nicht uebertreiben. 5 Sender uebertragen die Trauerfeier, jeder von denen macht Werbung bis zum geht nicht mehr, hauptsache Einschaltquoten.
Der Tod Enkes ist kein trauriges Ereigniss sondern eine gute Moeglichkeit Geld zu verdienen. Und davor sagen alle noch, dass man die Spieler als Persoenlichkeiten und nicht als Gegenstaende betrachten sollen
Bin mal gespannt, ob sich die Medien danach veraendern. Glaube aber nicht

Der ( sehr berechtigte ) Gedanke von Herrn Engler ( „Treffpunkt für Selbstmörder“ ) sei noch einmal aufgegriffen: viele Suizidversuche ( „geglückt“ oder „nicht geglückt“ ) sind durch das Streben nach Aufmerksamkeit motiviert, die man in der gewünschten Form mit dem vorhandenen Verhaltensrepertoire zu Lebzeiten nicht erhielt. Ein weiteres Motiv ( von vielen ) ist die Bestrafung der Hinterbliebenen in Form von Trauer für ein als Unrecht empfundenes Verhalten. Für manche Menschen ist der Graben zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine schmerzliche Erfahrung, diese brauchen Hilfe, um ihr reales Ich zu akzeptieren und damit zu leben. Welche Hilfe aber stellt der Medienrummel um den Tod Enkes für diese gefährdeten Menschen dar? Welche „Lehre“ ziehen diese daraus? Die Antwort kann sich jeder selbst geben und derweil hoffen, dass er eine pathologische Entwicklung dieser Art in seinem persönlichen Umfeld rechtzeitig merkt und adäquat darauf reagiert. Für Enke kommt das Reagieren seiner Umwelt zu spät, er wird durch Tränen und medienwirksame Bekenntnisse zur Besserung nicht mehr lebendig.

Mir tut Herr Enke leid. Aber der Medienrummel um ihn muss jeden vernünftig Denkenden mittlerweile abstoßen. Enke hat einen massiven Eingriff in den Schienenverkehr vorgenommen, um sich selbst das Leben zu nehmen. Er hat keinerlei Rücksicht auf den Zugführer genommen. Und die Zug-Passagiere waren ihm egal. Darüber redet niemand. Für deren Trauer und deren Traumata interessiert sich niemand. Käßmann und Co. kommen ja auch nur, wenn jemand bekannt und möglichst tot ist. Da kann man schöne Trauerreden halten. Die Leute, die der depressive Enke selbst in die Depression geschickt hat oder an Leib und Leben verletzt hat, interessieren weder Käßmann noch die Medien. Interessant sind allein Enke, seine arme Frau, die mit seinem Arzt vor die Kamera tritt und deutlich machte, dass niemand die ihr bekannten Probleme ihres Mannes bemerkte. Hätte sie das Unglück des Zugführers etwa verhindern können? Über den Zugführer und die Zugopfer, die Enke zu seinem tödlichen Unfall mit Hilfe eines gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr genötigt hat stillzuhalten, redet niemand. Es wird Zeit, dass Enke unter die Erde kommt - und sich die Medien vielleicht auch einmal einigen seiner Opfer - zumindest des traumatisierten - Zugführeres annehmen.

Wer wie Hr. Wagner weder Fußballfan noch weiter Interessierter ist, ist natürlich abgestoßen. Alles, bis hin zur Aufbahrung des Sarges in einem weiträumigen Trauerhaus, hier dem Stadion in Hannover, muss ihm als Nicht-Betroffenen überdimensioniert erscheinen. Er möchte ja auch keinen Abschied nehmen, ja, dieses Wort ist ihm wahrscheinlich bei sowas Überflüssigem wie einem Torwart gar nicht geheuer. Lieber sind ihm da offenbar vaterländisch-saubere Trauerbekundungen an vorbeiziehenden Soldatensärgen. Also unbekannten Soldaten darf man in Stille huldigen, einer Person einer Teilöffentlichkeit von nicht unwesentlichen Ausmaßes in Deutschland nicht, weil es sich nicht um den elitären Tennis, sondern um proletigen Fußball handelt?
Wirklich abstoßend an dem ganzen Tam-Tam war aus meiner Sicht nur eines: der Medienhubschrauber, der minutenlang mit ohrenbetäubenden Lärm den Beginn der Trauerfeier verzögerte, um Mittelkreisfotos mit dem aufgebahren Sarg aus Vogelperspektive zu schießen. So ein Foto, wie hier auf faz.net zu sehen.

Man könnte und sollte über Ursachen und Prävention reden, allein um das eigene Leben und das anderer zu erleichtern. Wenn der Rummel um ausgerechnet einen Fußballer denn hilft, sei`s drum. Ansonsten hat Wagner schon Recht.

Ich stimme Herrn Wagner zu,der versucht,den tragischen Tod eines Profisportlers auf das zu reduzieren,was er bedeutet:eine Katastrophe für die Familie Enke,ein lebenslanger Albtraum für den ungewollt zum Helfer gemachten Lokomotivführer,eine Mahnung an die Öffentlichkeit,die regelmäßig Spitzenleistungen von hoch bezahlten Protagonisten sehen will und die das Befinden derer nicht interessiert sowie eine Ohrfeige für die Medien,die auf den erklärten Willen des Menschen Enke,sein Seelenleben vor eben dieser Öffentlichkeit zu verbergen,nach allen Regeln der Kunst pfeifen und nichts unversucht lassen,jetzt im Leben eines Menschen die tiefsten Abgründe zu offenbaren!Sicher müssen sich die Vereine fragen,wie sie ihre Angestellten bei Lebenskrisen besser unterstützen, Öffentlichkeit und Medien sind gefordert,Spitzensportler als normale Menschen zu sehen,auch wenn das für den Kommerz deutlich weniger attraktiv ist,als wenn diese als Helden der Projektion der unerfüllten Wünsche ihrer Fans dienen.Die Allianz zwischen Sport,Medien und Geld wird in Enke´s Tod deutlich,woran sich aber auch durch das jetzt gezeigte kollektive schlechte Gewissen nichts ändern wird.Gewiss kann man das anders sehen,dann wäre ich aber gespannt,wie die Kritiker denken,wenn Deutschland bei der nächsten WM in der Vorrunde ausscheidet,weil der Betreuerstab die psychischen Probleme innerhalb der Mannschaft nicht in den Griff bekommen hat.

Robert Enkes Selbstmord und die dahinter stehende Geschichte seiner Krankheit bieten absolut keinen Anlass zu Sarkamus und Überheblichkeit, wie sie Herr Wagner in seinem Kommentar an den Tag legt. Einen derartigen Mangel an Empathie habe ich selten in einem Beitrag festgestellt. Den Enkes am Tag der Beerdigung den Vorwurf zu machen, die Adoption ihrer Tochter sei verantwortungslos gewesen, verschlägt einem den Atem. Wenn er außerdem die aufrichtige Trauer vieler Menschen innerhalb und außerhalb Deutschlands nicht nachvollziehen kann, sollte er sie wenigstens respektieren. Herr Wagner gehört offensichtlich zu den Menschen, die sich aufgrund einer eingebildeten moralischen Überlegenheit einiges anmaßen. Diese Anmaßung ist beschämend!

Enke wäre seiner Veratwortung für seine Ehefrau, seine Adoptivtochter, seine Leidensgenossen nachgekommen und hätte sich als Kranker geoutet, sich in klinische Behandlung begeben. Was hätte dann die Presse aus ihm gemacht ? Wie hätten die Verantwortlichen im DFB, im eigenen Verein, die Fans, die Öffentlickeit reagiert, die heute eine pietätlose Schau inzenieren ? Hätten sie ihn fallen lassen, als Weichei, das Opfer einer Krankheit ist, das mit Kränkungen und Verletzungen persönlicher Eitelkeiten nicht zurecht gekommen ist, das eben - wie viele andere in unserer gnadenlosen Leistungsgesellschaft auch - unter dem 'Burn-Out-Syndrom' leidet ?
Oder hätten sie die Chance genutzt, gnadenlose Gier und verbotene persönliche Meinung als menschenunwürdig, als inhuman, zu geißeln. Angesichts der Sensationslust der Schaulustigen wäre dies wohl ein undankbareres Thema gewesen, als es die peinliche Inszenierung um den Tod Enkes ist. Der Mut von Enkes Ehefrau ist insofern lobenswert, als sie öffentlich gemacht hat, wie in vielen Chefetagen, auch im Sport, mit Menschen umgegangen wird: was bringt dieser Sportler, dieser Angestellte für das Image der Firma (hier auch Verein), steigert er den Profit, ist sein Verkauf profitabel ?

Herrn Wagner kann ich nur zustimmen.- Übrigens, es gibt auch noch lebende Depressive, denen zu helfen wäre, z.B. in Strafanstalten, wo man ihnen aus Personalmangel eine Therapie verweigert, oder in den Szenen hinter den Hauptbahnhöfen der Großstädte, wo sie, allein gelassen, sich zu Tode leben. Also, Gefühle jaben ein weites Betätigungsfald das ganze Jahr über, unspektakulär und vielleicht hilfreich.

Ich muss dem Kommentator Recht geben. Als Fußballfan war ich irgendwie berührt aber eigentlich eher wg der offiziell bekannten Geschichte von Herrn Enke. Und das nun seine Frau und sein Kind damit zurechtkommen müssen. All das Geseier der Leute von offizieller Seite soll doch nur darüber hinwegtäuschen, dass es keinem gelungen war hinter die Fassade zu blicken. Warum man aber jetzt so ein Gewese macht ist mir unverständlich, peinlich und auch tatsächlich regt sich Widerstand. Es wird sich auch nichts ändern im Profisport und wenn es ungezeigte Bilder gibt werden wir in den kommenden 14 Tagen sicherlich einen Bildband kaufen können.

Einige meiner Vorkommentatoren haben es offensichtlich noch nicht wirklich verstanden. Der tragische Tod von R. Enke gibt zum ersten Mal Anlass, dass die breite Öffentlichkeit sich abseits einiger weniger Fachartikel und Veröffentlichungen in der sog. "Rentnerbravo" (gemeint ist die Apothekenrundschau) mit der Volkskrankheit "Depressionen" ernsthaft auseinandersetzt. Damit sie nicht mehr als Menetekel erscheint. Damit Betroffene nicht mehr als Luschen, Looser, Simulanten oder eingebildete Kranke angesehen werden. Damit diese Erkrankung nicht mehr hinter leistungsbetonten Kunstbegriffen wie z.B. Burn-out-Syndrom versteckt werden muss. Damit Betroffene sich zukünftig leichter öffnen und zu ihrer Erkrankung stehen können und last not least, damit Depressionen endlich wirklich als schwere seelische Erkrankung anerkannt wird (viele Versicherungsträger tun dies nämlich noch nicht oder nur nach verlorenen Prozessen). Von einem Umdenken unserer Leistungsgesellschaft (einschliesslich des Berufssports als Teil der selben mit höchster öffentlichkeitswirksamer Ausprägung) insgesamt einmal ganz abgesehen, wobei dies allein schon dringender Grund ist. Um diese Ziele zu erreichen bedurfte es wohl erst eines Fanals wie dem Suizid des R. Enke.

Die Depression ist eine schwere Krankheit, ebenso wie der Krebs, nichts weiter. An beiden Krankheiten sterben jedes Jahr viele Menschen. Der DFB, die Vereine, die Medien und Teile der Öffentlichkeit hätten sicher nicht so überreagiert, wäre Enke an Krebs gestorben.
U.Amann

Die Depression ist eine schwere Krankheit, ebenso wie der Krebs, nichts weiter. An beiden Krankheiten sterben jedes Jahr viele Menschen. Der DFB, die Vereine, die Medien und Teile der Öffentlichkeit hätten sicher nicht so überreagiert, wäre Enke an Krebs gestorben.
U.Amann

Jedermann soll sein Leben verantwortbar gestalten. Wenn er Familie hat, ist die Verantwortung noch ausgeprägter. Dazu zählt auch die Verantwortung gegenüber Mitmenschen, die man nicht kennt und dennoch in deren Verantwortungsbereich schicksalhaft eingreift. Diese grundsätzliche Verantwortung des Menschen muss ggf auch eingefordert werden und nicht dem Zufall überlassen bleiben. Das heißt auch das Recht der Familie auf Erhalt, wenn dies aus anderen Gründen nicht unmöglich geworden ist. Ich bin sicher, wenn diese Frage zu Entscheidung angestanden hätte, dass sie akzeptiert, d.h. positiv entschieden worden wäre.

Ich finde die Massenveranstaltung übertrieben. Als Mutter Theresa starb, gab es einen langen Trauerzug in Kalkutta, ich erinnere mich noch dumpf an die Bilder im Fernsehen. Warum? Weil sie vielen Menschen wohlgetan hatte. Und jetzt Enke, der nicht den Platz bekommen hatte, den er sich erwünschte, und da soll ich eine Träne vergießen? Das soll heldenhaftes Verhalten sein? Nee, das ist Egoismus pur. Enke mag sicherlich ein netter Mensch gewesen sein, aber mit Schwierigkeiten muss man anders fertig werden, wenn man als Held verehrt werden will. Und dass sich zigtausende Leute versammeln, auf den Weg machen und eine Großstadt lahmlegen wegen sowas, ist doch unglaublich.

das es den Angehörigen schwer fällt angesichts der geballten Medienmaschine die richtigen Endscheidungen im Sinne von Robert Enke zu treffen ist allemal einleuchtend, sie haben sicher unser aller Mitgefühl. Das sich die Medien wie z.B. Bild die diverse öffentliche Hinrichtungen, gerade im Bereich Profisport auf dem Kerbholz haben dann als Zeremonienmeister der Trauer aufspielen ist einfach nur geschmacklos, die öffentlich rechtlichen machen selbstverständlich auch mit. Zwanziger äussert sich natürlich im Kampfblatt des Stammtisches der Bild-Zeitung über das Befinden der Sportler im Allgemeinen. Es fehlt nur noch Pocher, schluchzend, Arm in Arm mit Bierhoff, Klinsi den Sportfreunden Stiller etc....Wer hilft dem Lokführer???

Auch ich trauere mit der Familie Enke.
Was ich aber wissen will: Eine Behandlung dieser Krankheit erfolgt doch nicht nur durch Handauflegen, es werden Medikamente (sog. starke Hämmer) eingesetzt. Siehe auch Beitrag der FAZ vom 17.12.2006:"Für mich ist das Doping"
Der Biochemiker Hans Geyer über Schmerzmitteleinsatz im Leistungssport.
Es gibt doch für die Spieler einen Gesundheitspass in dem die Medikationen des Hausarztes eingetragen sind, oder bin ich nicht richtig informiert? Warum wird dann behauptet, dass NIEMAND, kein Verantwortlicher im Sportumfeld, von seiner Krankheit wusste? Es gibt vieles in der Trauerarbeit der ich zustimme - aber soll da eventuell etwas aus dem Spielerbetrieb nicht öffentlich werden?

Tiefes Trauer hat das Land erfasst. Ein guter Torwart und stiller Mensch ist nicht mehr unter uns.
Andacht und Respekt sind angebracht. Medienrummel und Meggaevents sind aber unverschämt deplaziert.
Ein kranker Mensch hat seine Sellenqualen nicht mehr ertragen und hat sich von seiner Familie und Gesellschaft gewaltsam verabschiedet. Deshalb soll in Hannover ein Platz nach ihm nominiert werden? Warum denn? Damit dort ein Treffpunkt der Selbstmörder entsteht? Sollte man ab jetzt die Fanshops mit Enke- Kaffee Tassen, Schlüsselanhänger und Fanschals bestücken? Vielleicht sollte auch den Volkstrauertag nach ihm umbenannt werden?
Leute ich will nicht seine Verdienste und seine Erinnerung als Mensch verschmutzen, lediglich den Wahsinn stoppen. Es ist bestimmt auch im Sinne seiner Familie, die ihn in Erinnerung behalten möchte so wie er war.
Mein Respekt gilt seiner Frau, die bestimmt grosse Qualen erleben musste und ein Leben zwischen Hoffen und Bangen geführt hat. Ihr soll auch ein Privatleben nach Enke's Tod gewährt bleiben, unter Ausschuss der Öffentlichkeit.
Sie hätte bestimmt nichts dagegen eine nach Enke genannten Stiftung, die sich um anonyme schwer depressive kranke Sporler kümmert, zu gründen oder zu unterstützen.

Hut ab vor Teresa Enke! Es war gut an die Öffentlichkeit zu gehen, es war gut, dass es eine öffentliche Trauerfeier gab! Es bleibt zu wünschen, dass die Politiker, die ja auch Vorgesetzte sind und vor allen Dingen auf das Wohl der Menschen für die sie politisch Verantwortlich sind, als Oberbürgermeister oder Ministerpräsident, nicht nur Fensterreden gehalten haben. Auch für den Fußball bleibt zu hoffen, dass bei Transfers oder nicht Berücksichtigung im Aufgebot die menschliche Seite mehr Beachtung findet. Vor allen Dingen sollte sich Theo Zwanziger dafür einsetzen, dass die Terminhatz ein Ende hat.

Das Ereignis ist zweifellos sehr traurig. Allerdings ist sowohl das Thema Depression, als auch Selbstmord in Deutschland nicht ganz neu, obwohl man bei der Masse und Intensität der Berichterstattung den Eindruck bekommen muß. Hier wird der Suizid eines Sportlers in einer Weise hochstilisiert, als ob dieses Leiden und auch die Tat selbst geradezu eine Auszeichnung wäre (für manchen Suizidgefährdeten muß das - wie einst nach Werthers Erscheinen - geradezu "motivierend" wirken). Dabei wird die große Betroffenheitsmaschinerie mal wieder angeschmissen, mit Hilfe derer sich eine Reihe von Leuten ins Rampenlicht rücken - jeder kannte "den Robert" irgendwie oder jemanden, der Depressionen hatte oder der Selbstmord beging oder begehen wollte etc.. Was zum Schluß irritiert, ist, dass das Begräbnis von Jemandem, der gut Fußbälle fangen kann, in jeder Hinsicht erheblich größer angelegt ist, als das eines jeden Künstlers, Dichters, Philosophen, Wissenschaftlers etc.. Auch wenn man mittlerweile das Gefühl hat, daß Fußball die neue Staatsreligion (inkl. Hohe Priestern) in Deutschland ist, sollte sowohl hinsichtlich der Person, als auch dessen Tat und der Krankheit dringend mal wieder der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit einkehren.

Es mag sein, daß es genug Anlässe zur Trauer gibt, aber hier war eine große Menschenmenge in Trauer vereint und wollte einfach nur ihr (Mit-)Gefühl zeigen.
Dies ist nicht der Ort und Zeitpunkt für eine Gegendarstellung, liebe FAZ! Das hätte man auch in zeitlichem Abstand machen können!
Und Sie, Richard Wagner, haben aufgrund fehlender Sensibilität eine Gelegenheit zum Schweigen verpasst. Man könnte es auch Geschmacklosigkeit nennen!

Einige hier finden kaum die passenden Worte, ist schon peinlich manchmal.. ...Aber trotzdem kann auch ich nicht diese Rieseninszenierung verstehen. Soll da ein Unbehagen an der Fussballheldenverehrung durch eine grossartige Masseninszenierung weggezaubert werden ? Die eine Show wird durch die Trauershow gerettet.
Egal, in welcher Branche jemand in der Öffentlichkeit steht und nach einem Ideal fixiert ist , perfekt zu funktionieren, es bleibt eine gesellschaftliche Mahnung für uns, auch letzlich die Verletzlichkeit jedes Menschen für sich allein zu begreifen.
Eine Gedenkminute und eine kurze Ansprache eines Geistlichen und eines Mitspielers vor dem geplanten Länderspiel gegen Chile hätte es aber auch getan.
Grundsätzlich stellt sich mir ganz ohne Medienpräsentation die Frage, ob die Sportleistungen im Spitzensport nicht immer zweischneidiger werden. Ob Basketball, Tour de France, Formel 1 oder Leichtathletik, die Menschen hinter den Leistungen wirken immer deformierter durch Doping, dauernde Medienbeobachtung und Psychotraining.

Mir scheinen 3 Aspekte erwähnenswert:
1) Wie es die Medien schaffen, einen doch an sich recht blassen, unauffälligen und keineswegs spektkulären Sportler post mortem zum Star zu erklären. Ein Star war er nie und ihn nach einem Tod, der gewiss nichts vom Abgang eines Helden an sich hat, sondern unnötig andere in Mitleidenschaft zog, ist abstoßend. Man wird nicht lange warten müssen, bis sich bald"Trittbrettfahrer" ebenfalls auf die Gleise begeben.
2) Bemerkenswert erscheint mir die große Anteilnahme nach einem Suizid. Das wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen und zeigt die Bereitschaft großer Teile der Bevölkerung, ihr Leben und dessen Ende selbst "in die Hand zu nehmen" und sich von keinen kirchlichen, moralischen oder gar politischen Institutionen bevormunden lassen.
3) Damit verbunden ist Enke's Tod auch Anlass, die eigene Suizidanfälligkeit oder-Bereitschaft zu überprüfen. In meinem Freundes-und Bekanntenkreis sind weitaus die meisten (incl. mir) fest davon überzeugt, dereinst durch eigene Hand sterben zu wollen. Mein erster Gedanke nach der Berichterstattung darüber war: "Schau mal, so schnell geht das - und alles ist vorbei..."
Vielleicht sollten wir es wagen, uns spirituell neu zu orientieren.
Chris Hauser

Sorry F.A.S., schlechteste unpassendste Seite1-Headline (& Grafik) aller Zeiten: "Enkes Tod - Spektakel oder Trauer?" -- Muss das wirklich sein?! Ich finde das pietätlos, respektlos, unsensibel, herabwürdigend, arrogant, peinlich, beleidigend, von oben herab... Manche Meinungen könnte man einfach auch mal für sich behalten; nicht jeder intellektuell mögliche Gedanke, nicht jede solche intelligente dialektisch denkbare Relativierung muss gleich in die Welt hinaus...?! In diesem Fall, bei allem Respekt, sorry: Eggheads please stay at home. (Ich hab's mir übrigens auch nicht angeschaut, aber die denen es ein Bedürfnis ist könnte man einfach in Ruhe (!) lassen, weil jede/r anders mit so etwas umgeht, Trauer und der Umgang mit ihr, ihre Verarbeitung eben unterschiedlich sein kann -- gerade in diesem Fall, in diesem Kontext, vor diesem Hintergrund...? Das damit verbundene Thema, Enkes tragisches Schicksal nämlich hat jede 'Aufmerksamkeit' verdient: Damit sich was ändert, gesellschaftlich, in der Wahrnehmung, 'im Betrieb'... Mal drüber nachdenken?