Politiker neben dem Mangel an fachlicher Kenntnis auch noch der Mangel an Benehmen auffällt, spricht man halt weltweit über ihn. Politiker anderswo können sich wenigstens benehmen - einigermaßen.
Ich stimme allen meinen vorherigen Kommentatoren zu. Herr Chavez, der so sehr Herr Bush kritisiert, ähnelt ihm in einem Punkt sehr: Beide sind das Vorzeigemodel des typischen Stereotyps. Herr Bush des selbstzentrierten kriegslustigen Amerikaners und Herr Chavez des korrupten, großmauligen südamerikanischen Guerrila-Präsident. Ich kann Frau Merkel nur empfehlen dieses Kritiken einfach zu ignorieren und für den nächsten Gipfel schon mal den so berühmten Satz des spanische Königs einzustudieren: Porque no te callas? (Warum hälst du nicht den Mund?).
Präsident Chávez wird mit seinen Äußerungen nur erreichen, dass (a) Regierungen ihm wohlgesonnener lateinamerikanischer Staaten sich zurückziehen werden, denn diese möchten die Intensivierung ihrer Bindung zur EU und damit auch zu Deutschland und (b) die Gegnerschaft innerhalb Venezuelas gegenüber Chávez sich verstärkt, da die Bevölkerung schon in jüngster Zeit ( z.B. beim Plebiszit) ihr Misstrauen gegenüber Chávez zum Ausdruck gebracht hat.
Es ist schon schlimm wenn sich linke und rechte Parteien gegenseitig aufhetzen. Es ist niemanden geholfen, wenn man nur eine linke oder nur eine rechte Linie verfolgt, das dies immer nur zu einer Isolierung der jeweils anderen Politik führt. Wir, egal ob Deutschland, Venezuela oder andere Länder brauchen eine Politik der Mitte, in der Linke und "rechten" ("Rechts" im Sinne von Parteien rechts der Linken) Interessen vertreten werden, d.h. die Interessen von Arbeitern und auch der Wirtschaft, da jede Seite die andere braucht. Es hilft nicht, wenn die "Linke" die Wirtschaftspolitik von rechten und konservativen dämonisiert oder, wie momentan in Deutschland eine Wirtschaftspolitik für Unternehmen gemacht wird und alles Linke dämonisiert wird. Den Wirtschaft ist alles, das sind die Unternehmen, die Arbeiter, Gesellschaft, soziale Einrichten sowie Kultur und Sport. Eine ortdentliche Wirtschaftspolitik vereint alles, ohne das man zusätzlich noch eine Sozialpolitik machen muss. Aber das scheint niemand zu begreifen, weder Herr Chavez noch Frau Merkel.
Als Chavez den Bush als Teufel beschimpft hatte, hatten sich viele Menschen in Westeuropa darüber gefreut. Als die Terroristen die USA angegriffen hatten, dann gab es viel Genugtuung und Verständnis dafür. Jetzt beschimpft Chavez die Westeuropäer, und die Terroristen sind auch nicht weit weg...
Wieder einmal genial, wie sich ein an sich Rohstoffreiches Land aufgrund ideologischer Verblendung in den Ruin stürzt. Aber das ist - nach Douglas Adams - ein P.A.L (Problem anderer Leute). Merke(l): "Was stört sich die Deutsche Eiche, wenn sich ein Eber an ihr kratzt?"
Mir scheint, Chávez hat viel Ähnlichkeit mit dem italienischen Duce der Zwischenkriegszeit. Sowohl von der Sprache und vom Auftreten her, wie auch von der Art, sich künstlich aufplustern (= aufblasen) zu können.
Lateinamerika hätte eine vernünftige linke Politik bitter nötig, vor allem, um sich von der Herrschaft einiger wenigen Familien zu befreien, die, wie man vermutet, s. J. Stiglitz, mit gewissen Lobbies aus dem nördlichen Teil des Kontinents gemeinsame Vorhaben verfolgen, um sich selbst auf Kosten des Volkes zu bereichern. In erster Linie Lula, aber auch bis zu einem Gewissen Grad Chavez, hatten m.E. den richtigen Weg eingeschlagen. Schade, dass Chavez viel zu oft nach Kuba reiste, um sich dort ewiggestrige Ratschläge zu holen. Jetzt haben wir den Mist: Ein anfangs mutiger und kreativer Politiker ist erstens selbst in den Sumpf der einheimischen Korruption eingetaucht und zweitens fängt an, mit wüsten, jeder Grundlage entbehrenden Beschimpfungen um sich zu werfen. Dabei greift er genüsslich gerade in die nordamerikanische Mottenkiste der tradierten Ignoranz, die Deutschland kurzerhand mit "Nazi" und "no speed limits" definiert. Ich bin kein Merkel-Fan, fühle mich aber gekränkt, wenn eine zwar streitbare, aber demokratische, ehrliche und weltoffene Politikerin mit dem Archetyp des deutschen Verbrechers verglichen wird, so wie auch in der Türkei passiert. "Kamerad" Lula wird sich auch von der Anrede kaum geschmeichelt fühlen.
Chavez ( und damit leider auch Venezuela ) hat nicht mehr so viele Freunde. In den USA, Spanien, Kolumbien und Brasilien ist er ein milde belaechelter Spinner. Das eigene Volk merkt schon laenger wo der Weg hinfuehrt und das dies langfristig fuer Venezuela Probleme bringt. Das Versagen ist, dass die Opposition nicht in der Lage ist, einen glaubhaften Gegenkandidaten aufzubauen, der die sozialistischen Spinnereien laesst, aber auch nicht in den Yankee- Turbokapitalismus mit dazugehoeriger grassierender Korruption verfaellt. Die Bundesregierung reagiert angemessen, das Ganze mit Schweigen zu zieren; Chavez lebt von der Reaktion auf seine Provokationen. Ohne Reaktionen ist er ein hilfloser Demagoge.
Schlimmer als die dummen und beleidigenden Redensarten ist die Tatsache, daß solche Hohlköpfe überhaupt Zugang zu solchen Ämtern finden. Vielleicht ist gerade das eine Gemeinsamkeit zwischen Chavez und Hitler!
Der gute Chavez hat Geschichte nie studiert, kennt Europa wenig. Die beiden gigantischen Mordmaschinen der Geschichte, Komunismus und National-Sozialismus begannen und nährten sich von Links. Chavez ist gleichgalls eine Mischung, der Typ des Komuno-Faschisten, wie wir ihn von Südamerika kennen.
