
....das Ergebnis seiner Gespräche mit GM. Ziemlich naiv, sein Vorgehen. Grosser Auftritt im Wahljahr aller Wahljahre war wohl eher das Motiv seiner Reise. Die Unsitte derartiger Auftritte, die lediglich mit dem Kalkül nach mehr Aufmerksamkeit inszeniert werden, greift um sich. Das, was Merkel zu wenig macht, glauben Seehofer, Koch, Rüttgers und Co. kompensieren zu müssen. Jeder proviliert sich so gut er kann, als möglicher Kanzlerkandidat. Frau Schavan und Frau von der Leyen suchen verzweifelt nach griffigen Themen, damit die Bürger glauben sollen, sie seien aktiv. Politik ist fast nur noch eine einzige Show.

Sie sprechen mir aus der Seele. Gibt es nicht irgendein Provinzorchester das Tiefensee gebrauchen kann?

Herr Liepold, gilt nur im FAZ-Land. Vielleicht kluge Köpfe, statistisch gesehen, aber eben nicht vox populi. In der Politik liest man BILD oder BAMS zuerst.

Man kann wohl sagen, daß die Reise von Rüttgers nach Detroit leider ergebnislos war, aber GM hat sich ja auch nicht geäußert, bezüglich seiner Pläne und der neue Wirtschaftsminister hatte als stereotypre Antwort auf Hilfsersuchen von Opel immer nur die Forderung "nach einem Konzept" als Antwort. Daß Rüttgers mit GM gesprochen hat, stellt sich im Nachhinein als ergebnislos dar. Aber er hat wenigstens versucht, von GM eine Antwort erhalten. Miesepetrig herum giften kann jeder, dem es nicht um Opel, sondern um Parteipolitik geht. Rüttgers Versuch hat zumindest überhauupt nichts verschlimmert, was ohnehin früher oder später seinen mehr oder weniger dramatischen Gang gehen wird. Und die Demos heute, erinnern fatal an die Aktion der Stahlarbeiter in Rheinhausen 1983 und die beschwichtigenden Versprechungen von Rau und die Sinnlosogkeit der Aktion.

Da ist auf der einen Seite der grausame Dilletantismus, mit dem 4 Bundesländer und alle möglichen Berliner Großschnauzen an Opel herumreden - ein Unternehmen durch die Insolvenz zu führen, geht so jedenfalls nicht. Wenn man es richtig anpacken würde, ergäben sich positive Effekte, die die Probleme von Opel möglicherweise überwinden liessen. Und auf der anderen Seite gähnt der Moloch eines völlig überflüssigen Unternehmens, daß sich seit Jahrzehnten nur noch im "subprime"-Segment schlechter Autos für Schlechterverdienende bewegt. Es leuchtet grell die Warnung vor einem Dammbruch, der dutzende, hunderte von Unternehmen unter dann eilig aufgespannte staatliche Rettungsschirme drängen lässt. Es ist bitter zu sehen, wie 20 Jahre nach dem Ende der dreckig-grauen sozialistischen Mangelverwaltung in der DDR dieselbe sozialistische Planwirtschaft sich auf fröhliche Urständ vorbereitet - garniert diesmal noch mit einer Hyperinflation, aber ohne sowjetische Panzer und Gefängnismauern, die ein solch marodes System zu seiner Aufrechterhaltung eben benötigen würde.

Der heutige - und bis dato gewonnene - Sachstand lässt nur den Schluss zu: keine Staatshilfen für General Motors, beziehungsweise Opel. Nicht nur die Aktion von Herrn Rüttgers war schädlich, sondern das ganze bisherige Szenario der Beteiligten, sei es von politischer oder unternehmerischer Seite. Nur eine Insolvenz kann den Rechtsraum zur Lösung schaffen. Alles andere ist die Fortsetzung des Desasters. Warum warten auf ein Finanzierungs- und Geschäftsmodell ? Der umgekehrte Weg wäre zielorientierter: es fehlt ein Forderungskatalog, in dem die Bedingungen festgeschrieben sind, unter welchen Voraussetzungen Hilfen überhaupt gewährt werden können. Übersehen wird wieder einmal, die Politiker handeln nur stellvertretend für den Souverän, nehmen Steuergelder in die Hand, verzerren den Wettbewerb. Die Umfrage der FAZ.NET spricht eine deutliche Sprache. Jetzt sind es schon 81 %, die eine Staatsbeteiligung ablehnen, bei circa 10.000 Teilnehmern. Der ablehnende Trend hat in den letzten Tagen zugenommen, was ein weiteres schwerwiegendes Indiz ist, wie dilettantisch reagiert wurde und wird. Das Fehlen klarer Mitteilungen, sagt auch, es fehlt am klaren Denken.

Es ist ein furchtbares Unglück, dass diese Autokrise mitten in den Wahlkampf fällt. Auf der anderen Seite: wie viele Wahlkämpfe müssten denn ausfallen, damit diese Krise davon nicht beeinflusst wäre? Für die Opelianer dürfte es aber vorbei sein, es geht hier und dort nur noch darum, dass sie bei der nächsten Wahl ihr Kreuzchen brav wie gewohnt setzen. Und es ist ein besonderes Drama, dass sie nun für ein Konzept marschieren, das weder eine Zukunft hat, noch ihnen Arbeit und Brot sichern wird. Opel als deutsches Kleinstunternehmen - das hat fast was Rührendes! Es ist durchaus möglich, dass der Untergang der Autoindustrie zum Metapher für die Götterdämmerung des Kapitals selbst werden wird. Aber aus der Perspektive im „Innenraum eines Autos“ (um mal hier auf Sloterdijks "Innenraum des Kapitals" anzuspielen) lässt sich das wohl schwer begreifen. Aussteigen, tief Luft holen, vielleicht sich auf das mitgebrachte Fahrrad setzen und durch die Landschaft fahren – weg von Opel -, die Panik überwinden und zu kühlen (kühnen!) Gedanken kommen, das wäre zu empfehlen.

Wer immer in Deutschland Opel retten möchte, meint zwangsläufif & realiter nur GM zu retten, denn einen Unterschied oder eine Trennung zwischen beiden ist nicht möglich! Weder Che-ge-Rütgers noch Schwabbel-Beck noch Merkel oder Steini können das irgendwie beeinflussen oder ändern! Nach deutschem Politiksprech würden aber die Milliarden fließen, wenn Opel ein "überzeugendes Konzept" vorlegte. Wie soll das denn prinzipiell gehen? Ich befürchte allerdings, dass es ein "Konzept für Opel" geben wird und populistische Geldverbrennung wie gewöhnlich stattfindet. Was mich daneben denn dann doch wundert, ist, wieso es keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gibt, der die Verflechtungen zwischen Politik und 100 Milliarden als Zuschüsse und Bürgschaften von Steuergeldern für die Landesbanken gibt. Sollten diese Banken nicht eigentlich dem Bürger dienen, zu seinem Nutzen sein? Ist das kein Fall für die Staatsanwaltschaft? ... Opel angeblich und vergeblich retten zu wollen, scheint mir da nur noch als Ablenkungsmanöver, zumal da der deutsche Finanzminister nicht einmal in der Lage ist, richtiges Deutsch zu sprechen; wie soll er da rechnen können, den Überblick haben? Langsam verzweifle ich und verliere das Vertrauen in Deutschland!

Man kann sagen, was man will, aber Kurt Beck hat eben immer noch Durchblick. Dass seine Karriere in Rheinland-Pfalz endet, steht nämlich keineswegs fest. Vielleicht wäre er ein guter Wirtschaftsminister in einer sozialdemokratisch geführten Bundesregierung. Denn spätestens nach dem G20 Gipfel wird sich herausstellen, dass die USA sehr sozialdemokratische Wege einschlagen und der Spuk der Elitenförderung in Amerika endlich ein Ende hat.

Als MinPräs des Landes oder als Nabel der Welt sieht er sich besonders gern in der Rolle des guten Landesvaters, dem es nur um das Wohl seiner Landeskinder einschließlich der Unternehmungen im Lande geht. Geht es denen gut, ist er voll zufrieden. Er hat alles im Blick und greift ein, wo er das für richtig hält. Allerdings hat er dabei eine größere Verschuldung des Landes in Kauf genommen, aber das ist für ihn unwichtig. Mit solchen Kleinigkeiten gibt er sich erst gar nicht ab. Dafür ist Geld schließlich da, um es großzügig auszugeben. So geht sein Land unsicheren Zeiten entgegen und trägt kräftig zur Inflation bei. Seine Ausflüge in die große Welt sind mittlerweile gefürchtet und erweisen sich - wie in der Vergangenheit oft unter Beweis gestellt - als schädlich, weil nicht durchdacht und als Alleingang unternommen. Deswegen ist seine Meinung gar nicht gefragt, nur hat er das noch nicht mitbekommen. Typisch Beck.....

ist ja auch noch da. Und die Fastnacht hat seine Zunge locker gemacht. Aber gerade er hat ja Ypsi von Hessen auf den Wortbruch angeheizt...... Opel geht sowieso unter!

Wenn Rüttgers bei seinem lang geplanten Jahresbesuch in den USA nicht bei GM UND Ford aufgetaucht wäre, wären ihm entsprechende hämisch nachtragende Kommentare von deutschen Topleitartiklern sicher gewesen. Wäre Pleiten-Kurt dort aufgetaucht, hätte man umgehend GM Europe dichtgemacht. Aber im Ernst: Wieder erweist sich Becks Kurt als der schlecht informierteste Politiker der westlichen Hemisphäre. Warum sich die FAZ wieder einmal zu einem Hofberichterstatter vom Mainzer Narrenthron herablässt, das ist hier die Frage?

Firmengünder erhalten heute in der Regel einen Laufzettel zur Gewissenserforschung, um ihre Position im Markt finden zu können. Bei unseren Steuergeld-Firmen hat sich dies seit den 70er Jahren erübrigt. Denn da kann kommen, was will. Für eine ABM-Maßnahme sind sie im Notfall immer noch zu gebrauchen, damit Parteifunktionäre nicht von Mitgliedsbeiträgen bezahlt werden müssen. Wenn sich Händler auch noch für diese Ziele mißbrauchen lassen wollen, dann muß ihnen heute bereits das Wasser bis zum Hals stehen. Hat sich eigentlich schon mal jemand darüber Gedanken gemacht, von wem die zukünftig hergestellten Autos gekauft werden sollen? Hat jemand schon mal ausgerechnet, wie hoch die Fixkosten im Verhältnis zum Fahrzeugwert werden, wenn künftige Fahrzeuge nicht mehr 30.000 € kosten, sondern nur noch 10.000 € ? Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, mit welchen anderen Fahrzeugen weltweit diese Billigautos konkurrenzfähig sein müssen? Da wird zukünftig sicher nicht mehr der elektrische Fensterheber im Vordergrund stehen, sondern die altbewährte Handkurbel, die in Deutschland schon Keiner mehr konstruieren kann. Liebe Politiker und Autobauer, mit den in Deutschland hergestellten Luxuslimousinen als Massenprodukt ist es vorbei!

da haben sie recht Kurt. Vor allem ihre Beiträge verbieten sich. Wer mit Kommunisten und Stalinisten zusammen regieren möchte, sollte sich mit Äusserungen zu wirtschaftspolitischen Zusammenhängen besser zurückhalten. Und da hat Rüttgers recht, wenn er sagt, dass sich der Staat nicht an Opel beteiligen sollte. Auch wenn ich seine Reise in die USA ebenfalls für unnütz und Verschleuderung von Steuergeldern halte. Aber sie treten mit einer staatlichen Beteiligung für eine deutlich grössere Verschwendung der Steuergelder ein. Pfui Teufel, kann ich da als Ordnungspolitiker nur sagen.