dass Sie den Klischees von "homosexuellen Drehbuchschreibern" verfallen. Heißt das, dass heterosexuelle Drehbuchschreiber Frauen per se besser einschätzen können? Mir (und vielen meiner Freundinnen) ging es nicht um Botschaften, sondern wir hatten einfach Spaß an dieser Serie (und ja, wir haben alle die DVDs und schauen uns auch regelmäßig wieder die Folgen an). Es gibt m.E. nichts vergleichbares im sonst so seichten TV-Geschäft. Und deshalb freue ich mich auf den Film, die Schauspielerinnen, die Mode und last but not least auf NEW YORK. Einfach, weil es Spaß macht... und sonst nichts.
Sehr geehrte Frau Adorján, ist es auch ein Irrtum, die von heterosexuellen Drehbuchautorinnen erdachten homosexuellen Männerfiguren für realistisch zu halten? Wie verhält es bei Transsexualität? Leider schleicht sich bei mir das Gefühl ein, daß Sie selbem Irrtum verfallen wie die Serie (und vielleicht auch der Film?): Der Reduzierung des Phänomens Sexualität. Ihre aufgestellte Behauptung, von homosexuellen Drehbuchautoren erdachte Frauengestalten für realistisch zu halten, sei ein Irrtum, birgt einen noch geringeren Anspruch in sich als die Serie selbst, in der genau ähnlich oberflächliche Anschauungen wenigstens zur Diskussion gestellt werden, was bei Ihrem Artikel nicht der Fall ist: So wage ich zu mutmaßen, daß jene angezweifelten Autoren die Protagonistin Carrie Bradshow wenigstens dazu genötigt hätten, sich der Frage zu stellen, inwieweit Homosexuelle überhaupt in einer realistischen Weise über Frauen schreiben oder denken können. Welche Schlußfolgerung am Ende gezogen würde, das kann niemand sagen und spielt hier auch keinerlei Rolle. Worum es geht ist der Unterschied des Mediums. Und weiter stelle ich die Frage, ob Ihr Artikel nicht vielleicht doch eher in einer anderen Zeitung als dieser besser aufgehoben wäre?
Ich kann der Autorin nur zustimmen. Die Serie fand ich anfangs sehr unterhaltsam, doch verlor schon in der 2. Staffel das Interesse. Immer dasselbe Muster, dieselben Themen. Ein Hype auf den totalen Konsum! Ob Männer oder Schuhe, immer was Neues soll die innere Leere füllen. Kein Wunder also, dass der Film in Deutschland von vielen Werbepartnern begleitet wird. Von Görtz, bis P&C über Mercedes: Alle wollen vom Frust-Umsatz der Damen was abhaben. Trotz kritischer Stimmen wird das auch so bleiben. Dafür werden die, die davon profitieren schon sorgen. Was würden die 4 Hauptdarstellerinnen und ihre weiblichen Fans denn mit ihrer vielen freien Zeit tun, wenn sie diese nicht mehr mit Einkaufen und Männern füllen würden? Nachher würden sie noch vor lauter Langeweile Präsidentin werden wollen! Und das geht nun wirklich nicht!
1) Serie: Das Lebensziel der Frauen ist es, einen gutaussehenden reichen Mann zu heiraten. Die Handlung kennt man irgendwo her...Damit es nicht gar so langweilig ist, dürfen die Frauen explizit über Sex sprechen. Aber man beachte, nie mit ihren Partnern, sondern nur mit ihren Freund/innen. Die wahre große Liebe soll mit solchen Problemchen nicht belastet werden...das ist prüde bis zum Anschlag. Fazit: konventionelle Serie mit drastischen Sex-Sprüchen, um den Verkauf anzukurbeln. 2) Homosexuelle Drehbuchschreiber: vermutlich sind hier Klischees über Klischees am Werke...
Als erstes muss ich sagen: Sehr gut recherchiert ist dieser Artikel sicher nicht. Wer die Serie kennt, weiss, dass es nicht nur um Sex und Oberflaechlichkeiten geht, sondern um Beziehungen und die Entwicklungen der Frauen. Jede Frau erkennt sich in dieser Serie. Vielleicht nicht in einer speziellen Rolle, wohl aber in verschiedenen Situationen, welche die Frauen durchlebt haben. Ich selbst hatte das Glueck und durfte in New York als Statistin bei den Dreharbeiten dabei sein. Dort habe ich miterleben koennen wie viel Liebe in jedem Detail steckt und kann auch behaupten, dass die wahren Schauspieler sich nicht sehr von ihren Rollen unterscheiden. Sie sind Frauen wie wir und spielen Frauen wie wir. Bei Ihrer Recherche haetten sie auch feststellen muessen, dass die Macher nie die Realitaet darstellen wollten und sich auch der Sache bewusst waren, dass eine woechentliche Kolumne nicht das Geld einbringt um sich jeden Monat ein neues Paar Designerschuhe zu kaufen. Die Serie und auch der Film hat in erster Linie ein Ziel: Unterhaltung. Und das wurde erreicht. Wenn die Serie so unecht wirkt, warum findet sie so viel Anklang bei den Frauen, die Ihrer Meinung nach eigentlich wissen muessten, dass es so nicht wirklich laeuft im Leben?
denn sie wurde von allen US-TV-Anstalten abgelehnt, bis sich spät endlich die Tochter von Time-Warner, HBO, erbarmte und für kleines Publikum sendete, aus dem ein großes wurde und der Sender sehr profitabel, traf die geburtenstarken weiblichen Jahrgänge der frühen Sechziger-Jahre zur rechten Zeit ins - enttäuschte - Herz und etwas tiefer. Ja, endlich durfte Frau richtig "verrucht" und ganz offen sexistisch sein. Jedenfalls wurde ihr eingeredet, daß eine neue Zeit angebrochen ist, in der mit eigenem Geld oder dem des ( Ehe- ) Partners und ein paar Freundinnen der Teufel losgemacht werden mußte. Eine Frau in den Dreissigern ist nach den ersten Erfahrungen mit Freund, Ehe und Beruf empfänglich für derartig flache Ablenkung vom Wesentlichen; - was immer das auch sein mag, der Gegenstand der Serie war und ist es jedenfalls nicht. Was Wunder, daß dieser Weg in der Depression enden muß. Heute wird die plappernde hektische Hilflosigkeit der Vier Vierziger jedem als das deutlich, was es von Beginn an war: ein Trauerspiel.
liebe frau adorjan , sie sind klar im vorteil- sie haben den film schon gesehen. in dem land, in dem er entstanden ist, wäre ihr artikel wohl nie gedruckt worden. denn er ist leider diskriminierend . schade - ich bin homosexuell und habe heterosexuelle freundinnen, die mit mir und andren homosexuellen freunden ähnliche vertraulichkeiten ausgetauscht haben, wie die 4 grazien aus benannter serie- und dies schon lange bevor es die serie gab. vielleicht liegt es daran, das sie frustriert sind, homosexuelle ironie nicht verstehen.. oder einfach nicht aus dieser zeit kommen. aber sagen sie mir: was ist anbetungswürdig in unserer kultur, als vogue oder prada oder westwood ? der ewig grinsende dalai lama ? waren sie schon mal in NY ? da muss man sich rausputzen um aufzufallen. auch wenn die bluete auf carrie bradshaws kleid etwas gross geraten ist- das liegt aber daran, das auch im film, wie im theater, oft der kunstgriff angewandt wird, zu übertreiben. seis drum- ob die drehbuchautoren homosexuell sind/ waren, ich wünsche mir eine zeitmaschine, mit der man leute ihren schlages schnell in die steinzeit beamen kann... und das wird ja dank unserer fortschrittlichen kultur bald möglich sein. ich bin auf den film gespannt.
@ Frank Plein"Millionen von Frauen haben sich identifiziert und wiedererkannt." Millionen von Frauen (und Männer) erkennen sich z.B. auch in Horoskopen wieder. Eine Unterhaltungsserie, die Erfolg haben will, muss das nartürlich erfüllen: Identifikation für genügend Zuschauer zu bieten. Das ist sozusagen die Mindestvoraussetzung - sprich sie muss genügend Klischees bedienen - am besten so, dass es zumindestens den Anschein hat, das es kein Klischees seien oder wenigstens auf so witzige, das es eben unterhält - wenn auch solche Serien gkeichzeitig eine Art Spiegel sind die aktuelle Themen wiederspiegeln. Unterhaltung die nicht so gestrickt ist, kann es kaum geben, weil es auch nicht der Anspruch ist, sie ist höchstens besser oder schlecher gemacht. Klischees nutzen sich aber auch bei zuscheuern mehr oder weniger schnell ab. Die Aufgabe einer Rezensentin ist nicht, sich zu identifizieren, sondern aus einer gewissen distanzierten Haltung (auch als Frau) eine Sache zu betrachten. Aus dieser Warte ist eine überaus legitime Darstellung, die sich im Übrigen auch mit der Wahrnehmung Millionen anderer Frauen deckt. Das Bedürfnis sich zu unterhalten ist ja jedem - auch artikelschreibenden Frauen - zugestanden.
It gives me no pleasure to say this, Frau Adorján, aber eine gute Folge Sex and the City hat mehr Wahrheit und Relevanz als wahrscheinlich alles, was Sie jemals schreiben werden. Ach jaaa, die wer weiss wie unechten schwulen Vorstellungen, wie Frauen sind. Da Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, zu recherchieren, informiere ich sie hiermit, dass eine Vielzahl weiblicher Autoren für die Serie geschrieben haben, unter anderen Liz Tuccillo, die basierend auf einer SATC-Folge den Besteller "He's just not that into you"geschrieben hat. Millionen von Frauen haben sich identifiziert und wiedererkannt, die Dialoge waren in der Tat sehr pointiert, die Plots zu den besten Zeiten sehr clever und vielschichtig, und fast immer schwingt eine große Portion Tragik und Sarkasmus auf der Kippe zum Zynismus mit. Dieser Serie hat Millionen Menschen sehr viel bedeutet. Und das ist mehr als Sie jemals von Ihren Texten werden sagen können. Schönen Tag noch.
Sie haben sich ja selber verraten, als Sie oben schrieben "man weis es ja eh wenn man die Serie kennt" Ach ? Wieso kennen Sie denn die Serie ? Sie haben wohl kaum jahrelang nur deshalb geschaut um für diesen kleinen Artikel zu recherchieren :-) Natürlich haben die Autoren, auch wenn sie es (öffentlich) sich selber nicht zugeben wollen, all die Jahre auch IHRE(!) kleinen und großen Träume, Phantasien, Sehnsüchte und auch ihren Humor ganz gut getroffen, sonst hätten sie es wohl kaum angeschaut. "Sex and the City" ist eine ziemlich 'geniale' Sache, das muss man einfach zugeben. Um umso größer die (schlecht gespielte) Verachtung der vielen heimlichen Zuschauer ist, umso mehr wächst mein Respekt vor den Machern dieser Produktion. Es ist die perfekte Inszenierung der modernen Frau im Zeitalter des Kapitalismus. Und dazu noch ein hochwertiges Medienprodukt für die Vermarktung auf dem Milliardenmarkt für zahlungskräftige Frauen , von denen es ja immer mehr gibt. Ein bewundernswertes Kapitalismus-Produkt . Einfach Toll !!
aber diese Kritik kann nur eine Frau geschrieben haben, die sich noch nie ein Paar Monolos, Prada oder Luis Vuitton gekauft hat, geschweige denn in ihnen laufen könnte. Verzeihen Sie mir, aber die Serie wurde von den Frauen gemocht, die sich auf eine lustige Art und Weise in einer der Darstellerin wiedergefunden haben. Z.B. Miranda: zu Staffelbeginn erfolgreiche Anwältin in einer Großkanzlei, deren sehnsüchtigster Wunsch es war Partnerin zu werden -Nur bei den Arbeitszeiten, blieb der Lebenspartner leider aus. Ist es in unserer Gesellschaft nicht mittlerweile auch so, dass Frauen so emanzipiert sind, dass sie eine ebenso steile Karriere machen wie die Herren der Schöpfung -nur sehnen wir uns doch nach dem "Mr. Right / Mr. Big". Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Und weil wir diesen nicht finden, kaufen uns eben ein paar neue Schuhe, bestellen uns die neuste It-Bag und hoffen weiter .... Oder man nehme die Frauen ab 50. Die plötzlich denken dem Schönheitswahn hinterher jagen zu müssen, weil ihr Mr. Big plötzlich eine Sekretärin hat, die in Pumps daher gestöckelt kommt ... Aber da sind noch die anderen, die die eben nicht in Manolos laufen können, deren Zielpublikum ist Sex and the city sicherlich nicht.
