Karadzic - ein Opfer?

Dieser Prozess macht nichts wieder gut

Der bosnische Muslim Dzevad Karahasan floh 1993 aus dem belagerten Sarajevo, wo er heute wieder lebt. Trotzdem plädiert für einen differenzierten Umgang mit dem Serbenführer Radovan Karadzic. Karadzic sei ein Opfer der Geschichte und nicht das Monster, zu dem er jetzt stilisiert werde.

Lesermeinungen zum Beitrag

24. Juli 2008 10:37

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Klaus Hamann (Boombay)

Es ist schon sehr befremdlich, nach so langer Zeit noch sehen zu müssen wie sehr die eigene ethnische Zugehörigkeit das Denken der Betroffenen einfärbt. Schade, dass Herr Karahasan das Interview dazu nutzt bosniakische Propagandahalluzinationen zu verbreiten. Bosnien (typischerweise unterschlägt er die Herzegowina) war während seiner Geschichte immer nur dann "friedlich" wenn eine Gewaltherrschaft für "Frieden" gesorgt hat. Mag die Zukunft auch anders aussehen, bisher war dem jedoch nicht so. Moslemische Extremisten verherrlichen die Zeit der Türkenherrschaft in BuH, da sie zu dieser Zeit die Feudalherren und die Christen die unterworfenen Tributzahler waren - obwohl auch Herr Karahasans Aussagen eigentlich anders nicht zu verstehen sind, mag ich ihm eine derartige Wunschvorstellung eigentlich nicht unterstellen. Einen zentralistischen Staat wie ihn die Bosniaken gerne hätten, wollen weder Serben noch Kroaten. Die, nebenbei bemerkt, die Mehrheit der Bevölkerung in BuH stellen. Sie wollen ihn sowenig, wie die Bosniaken ein zentralistisches Jugoslawien wollten, was das Ziel der Serben war. Die jeweiligen Interessen der Ethnien sind bekannt und es wäre wohl an der Zeit sich damit auseinanderzusetzen anstatt propaganda zu verbreiten.

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24. Juli 2008 05:00

Recht hat er

heinz peter (pitiplatsch)

aber nur teilweise, er ist das kleinere Monster das größere heißt Bush und sitzt feige in der USA, aber das darf unsere ehemalige Probagandistin nicht sagen, dazu fehlt ihr das Rückrat und der Mut. Bush hat zigtausende in den Tod Bomben lassen und abertausenden Familien ihre Existenz beraubt, und unsere Merkel hilft in Afghanistan dabei die Christliche Lehre Ad absurdum zu führen. Dieser Verbrecher Bush gehört schon lange nach Den Haag aber das darf man ja nicht sagen er der von Gott gesandte. Halleluja.

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23. Juli 2008 23:32

Karadzic - ein Opfer?

Emanuel Kupper (ek110483)

Was bekommt Herr Karahasan dafür, so etwas über seine Lippen zu bringen?! Völlig egal, in welchen Strukturen sich Karadzic bewegt hat, welchem Druck er ausgesetzt war, wer über ihm stand... Er ist ein Individuum wie wir und verfügt über die selben geistigen Fähigkeiten. Die Folgen seiner Befehlsgewalt sind durch NICHTS zu rechtfertigen!

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23. Juli 2008 20:38

Dieser Prozess soll nichts wieder gut machen

Michael Krause (KanzleiKrause)

Strafjustiz hat nicht nur den alleinigen Zweck der Wiedergutmachung von begangenem Unrecht sondern auch den Zweck der Generalprävention. Insofern ist die Überschrift des Beitrages irreführend. Karadzic mag in der Tat kein "übelwollender Mensch" gewesen sein. Dieses festzustellen ist auch nicht der Zweck eines Strafverfahrens. Wichtig wird es sein, keinen "Schauprozess" durchzuführen, sondern einen rechtsstaatlichen Vorgaben genügenden, transparenten Prozeß. Insofern gibt es keinen "differenzierten Umgang" mit Karazic, sondern nur einen rechtssaatlichen Anforderungen genügenden oder eben nicht. Die wirklichen Opfer mögen verzeichen und vergeben, der Rechtsstaat hat diese Recht nicht.

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