Trennung der Eltern

Ein Ende mit Schrecken für die Kinder

Wenn Eltern auseinandergehen, haben es die Kinder nicht leicht. Für viele bricht eine Welt zusammen. Und das tut weh. Noch mehr als alle Streitereien zuvor. Nicht jeder hat die Kraft zu sagen: „Das ist eine Sache, die die unter sich ausmachen müssen.“ Von Stefanie von Stechow

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juli 2008 11:39

Stattdessen Anwaltspflicht

Kevin Müller (zahlpapa)

Anstatt die Eltern zu verpflichten, sich in Beratung zu begeben und strittige Fragen in einer Mediation zu klären, sie dazu zu bringen das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder im Blick zu halten, wird in Deutschland eine ganz andere Richtung von Staats wegen befohlen: Man hat sich Anwälte zu nehmen und sich vor einem Richter zu streiten. Anwälte, deren Einkommen sich kräftig erhöht wenn der Streit länger und die Streitwerte höher sind. Die Anwalts- und Richterpflicht bei Scheidungen wurde nicht nur beibehalten, Zypries (selber Anwältin) baut sie in der aktuellen FGG-Reform still und leise sogar noch massiv aus: Künftig werden ALLE familienrechtlichen Verfahren, auch Umgangs- und Sorgerecht einer Anwaltspflicht unterliegen. Die Profiteurinnen der Rechtspflege haben natürlich nichts dagegen. Was in anderen Ländern als undenkbarer Schwachsinn gilt, wird hierzulande noch ausgebaut. Die Kosten für Eltern und Umsätze der Rechtsindustrie sollen fett gesteigert werden, die Kinder sind hingegen völlig schnuppe. Anwaltschaft statt Elternschaft, Rechnungen statt Geld für die Kinder, Richterhammer statt Einigung, in diesen Weg zwingt uns der Staat.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 13:28

Eltern zur Beratung, Kinder zum Therapeuten - grundsätzlich!

Moritz Liedtke (Folko)

Es gibt da nur eine sinnvolle 2-teilige Reglung: Wer sich trennt und Kinder hat, muss verpflichtet werden (auf eigene Kosten) an einer "Ex-Paar-Therapie" teilzunehmen, um wenn nötig zu lernen miteinander wichitge Entscheidungen für die Kinder zu treffen und wie sie als die Erwachsenen(!) den Kindern gegenüber damit umgehen sollen. Zweitens sollten die Kinder grundsätzlich zu einem Therapeuten geschickt werden, der dafür geschult ist mit den Kindern zu reden, deren Situation einzuschätzen und die nötige Hilfestellung bei der Situation und dem Begreifen zu gewähren. Es ist schließlich etwas blauäugig anzunehmen, dass unter 11-jährige von selber zu einem Therapeuten gehen wenn dies nötig ist. Und diese Ansicht entstammt der eigenen Erfahrung als Kind aus einer sehr gütlichen Scheidung. Wie soll schließlich ein Kind allein damit fertig werden wenn schon viele Erwachsene, die mitverantwortlich sind, danach in Therapien gehen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 2 von 2 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche