Es fehlt zu erwähnen dass auch die Gespräche der freien Westler oftmals voll von Vorurteilen sind und auf äußerst vagen Informationen beruhen, es fehlt ebenfalls die Erwähnung dass auch die westlichen Chatrooms und Internetforen voller Beleidigungen und Stammtischparolen sind. Es fehlt ebenso eine kritische Auseinandersetzung mit dem "Einzelfall" des gefälschten Bildes. Es fehlt insgesamt eine ebenso kritische Auseinandersetzung mit dem Chinabild des Westens wie hier dem Westbild der Chinesen zu Teil wurde. Das soll keineswegs die Verhaltensweisen der Chinesischen Medien relativieren, aber wie es so schön heißt: Richtet man dem Zeigefinger auf andere, zeigen drei Finger auf einen selbst. Es würde nicht nur zur Verbesserung der Berichterstattung beitragen, es würde auch der chinesischen Propaganda den Wind aus den Segeln nehmen und die Glaubwürdigkeit erhöhen, wenn sich die westlichen Medien stärker in Selbstkritik üben würden. So aber bleibt ein unter den Tisch kehren der eigenen Fehler gepaart mit einem betonen der eigenen Stärken - zusammen mit den Fokussieren der Fehler des Gegners nennt man das umgangssprachlich Propaganda. Erscheint sie zeitlich geballt, so wie jetzt, ist es eine Propagandakampagne.
Nach Tibet-Unruhe glauben die meisten Chinesen nicht mehr an westlichen Medien wie vorher. Ich studiere in Deutschland und kann alle Infos mitkriegen, aber ich schenke den westlichen Medien gar kein Vertrauen mehr, wenn die Beweise nicht vorliegen. Warum ist es so schwer, die einseitige Berichterstattung anzuerkennen?Tja, natuerlich schwer, sonst wie kann man noch den Leute im eigenen Land weiter betruegen? Einerseits weil wir jetzt unter einer grossen Katastrophe leiden, andererseits aber weil es uns heute egal ist, was auch immer die westlichen Medien sagen, ueben wir nicht so viel Kritik aus. Sie koennen uns sowieso nicht mehr anluegen, es reicht fuer uns. Wer angelogen wird, brauchen wir nicht Sorge zu haben. Ein sehr schlechter Artikel. Stil von CNN. Hab nicht gedacht, dass es von FAZ kommt.
"Auf die Frage, wie man sich dessen so sicher sein könne, kam in der Regel der Hinweis, man habe es doch in der Zeitung gelesen oder im Internet gesehen. Und bei Nachfrage stellt sich dann heraus, dass damit nur chinesische Zeitungen und das chinesische Internet gemeint sind." Naja vielleicht berichten die Chinesischen Medien davon ja durchaus wahrheitsgetreu. Die von der FAZ verlinkte anti-cnn-Seite dokumentiert doch eindrucksvoll diese Propaganda. Und es ist ja nicht so, als ob nur in einem EInzelfall ein falsch benanntes Foto aus Versehen in die Zeitung gerutscht wäre. Die Argumentation geht so: Die FAZ wundert sich, dass Chinesen chinesischen Medien glauben und keinen Zugang zu westlichen Medien haben. Chinesische Medien verbreiten per se die Unwahrheit und Propaganda, während westliche Medien das per se nicht tun. Und deshalb spielen die Fakten (nämliche die tatsächliche Propaganda in den westlichen Medien) keine Rolle. Denn wenn chinesische Medien dies behaupten, kann es per se nicht stimmen. :-D
In China herrscht Zensur. Diese Erkenntnis gibts umsonst. Aber in Deutschland, Frankreich, den USA wird Propaganda (wie auf der anti-cnn-Seite dokumentiert) ganz ohne Zensur und basisdemokratisch von den einzelnen Sendern und Zeitungen verbreitet. Das wäre doch mal ein Aufreger.
tja, das ist schon interessant. Ein Freund, der in Japan lebt, erzählte mir, dort hätte man das Erdbeben auch gespürt, allerdings wären auch alle Menschen lange vorher gewarnt worden und hätten sich angesichts der lauen Sommernacht nach draußen begeben, um das Spiel der Naturgewalten mitzuerleben. Warum bloß ist das in China nicht passiert?
Wenn die Autorin tatsächlich der chinesischen Sprache mächtig wäre, so müsste sie doch auch wissen, dass die chinesischen Medien sich vom Stil her nicht geändert haben. Auch wenn es mir jetzt niemand glauben würde....Trotz Zensur und staatlichen Vorgaben ist die Qualität der chinesischen Medien gar nicht mal so schlecht. Wenn man betrachtet, wie sie über das Ausland, auch Deutschland, berichten, dann merkt man, wie viel Mühe man sich um Objektivität gibt. Selbst Berichte über China können da auch schon mal kritischer sein, auch wenn das selten ist. Zudem setzt man junge, hochgebildete Menschen ein, die meistens im Ausland studiert haben oder selbst nicht-chinesen sind bzw Ausländer. Es findet schon eine starke Verbesserung statt, die man ohne weiteres nicht ignorieren sollte.
Dass die Kommentare über Tibet in den chinesischen Foren weniger werden, hat nichts zu sagen und bedeutet nicht, dass Chinesen nun anders über die Situation und die Berichterstattung hier denken. Momentan sind viele einfach zu sehr mit einem anderen Thema beschäftigt. Denn sollte man doch auch hier mitbekommen haben, dass es ein großes Erdbeben in China gab, welches viele Opfer forderte. Ich denke mal, dass man in so einer Situation einfach kein Interesse für falsche Berichterstattung zeigen kann.
Naja, ich bin ehrlichgesagt sehr enttäuscht von diesem Artikel. Es entsteht der Eindruck, als wäre die Reaktion der Chinesen auf die westliche Berichterstattung eine Kampagne. Außerdem wird hier versucht die westliche Berichterstattung wieder ins gute Licht zu rücken. Dass wirklich viele, nicht alle, westliche Medien hier nun wirklich sehr sehr sehr einseitig berichtet hatten, dass müsste auch jedem nicht-chinesen nach kurzer Zeit aufgefallen sein, sofern er nicht von Bild-parolen verblendet war. Was mich persönlich sehr interessiert ist die tatsache, dass die Autorin dieses Artikels offenbar chinesisch kann oder Kontakte zu Personen hat, die chinesisch können und ihr einiges übersetzt haben....muss sie ja, wenn sie über die chinesische internet community, die chinesische Medienwelt usw berichtet. Da frag ich mich doch, warum man nur so selektiv übersetzt und warum man erst passend zu diesem Artikel mehr bezug auf die Stimmung der Chinesen nimmt (also auch tatsächlich an die Wurzeln geht). Denn wüssten viele, wie die Atmosphäre auf der anderen Seite der Welt in letzter Zeit war, könnte man dieses Gefühl auch nur ansatzweise nachfühle, wüsste man, wie extrem enttäuscht viele vom Westen war und das berechtigt.
