
Die Vertreter der staatlichen Konjunkturprogramme übersehen, dass das Geld, das sie in die breite Bevölkerung zu streuen gedenken, schon am nächsten Tag in den Kassen unserer Superreichen landet und von dort eben nicht wieder in die breite Volkswirtschaft zurück gelangt. 2008 wurde das Jahr des Konjunkturprogramms. Politiker fast jeder Partei - von der weltweiten Finanzkrise überrascht und überfordert - greifen auf ein Mittel zurück, das sie selbst jahrzehntelang bekämpft hatten. Ich bleibe dabei: Wer die ein falsches Bild vom Zustand unserer Volkswirtswirtschaft hat und die Finanzkrise nicht versteht, der greift leider zu untauglichen Scheinlösungen. Der betreibt weiter Nilpolitik, senkt Steuern vor allem zum Vorteil der Meudalherren und dreht Schraube der Staatsverschuldung noch eine Umdrehung tiefer in den Morast. An der langfristigen Entwicklung wird sich also nichts ändern. Als ich vor zehn Jahren das Problem Meudalismus entdeckte und die Folgen für unsere Volkswirtschaft sah, sagte ich, es wird noch 5 bis 15 Jahre gehen, bis es kracht. Die Mehrheit glaubt ja heute, Anfang 2009, mit den Konjunkturprogrammen die Weltwirtschaftskrise abgewendet zu haben. Ein Irrtum. Die Weltwirtschaftskrise kommt unbeirrt!

Die Lehre der Volkswirtschaft befasst sich kaum mit Geld. Ein Blick in die Lehrbücher zur Volkswirtschaft offenbart dies deutlich. Wenn man das Stichwort Geld in den Inhaltsverzeichnissen als Unterpunkt findet, so ist das schon ein Glücksfall. Die Wörter Geldfuss und Geldverteilung findet man weder in den Inhalts- noch in den Stichwortverzeichnissen. Gerne wird das Thema Geld in der Volkswirtschaft als unwichtig abgetan. Es ist ja “nur eine Art Schmiermittel, das die Tauschvorgänge erleichtert”. Manche sprechen denn auch von einem “Geldschleier”, der über den als einzig relevant angesehenen realen Tauschvorgängen liege. Und selbst Monetarismus und Keynesianismus beschränken sich auf Fragen, wie Geld und Geldmenge sich insgesamt in einer Volkswirtschaft auswirken; die Geldmenge in den Händen der einzelnen Menschen ist kein Thema. So stiefmütterlich das Geld und der Geldfluss in der Volkswirtschaftslehre behandelt werden, so mangelhaft und irrig ist auch die Vorstellung der meisten Volkswirte davon. Mehr dazu unter "Geldfluss: Die falsche Vorstellung der Volkswirte vom Geldfluss in unserer Volkswirtschaft".

Keynes Theorie ist im Grunde genommen richtig sie ist jedoch nur unter Schwierigkeiten auf unsere Realität in Deutschland anwendbar. Der Staat pummt Geld wie von Keynes gedacht in den Markt und trotzdem passiert nichts, warum? Die Banken bekommen derzeit Kredite für 2% das soll bewirken, dass die Verbraucherkredite billiger werden und durch den Konsum die Wirtschaft angekurbelt wird. Tatsächlich aber bleiben die Zinsen hoch, damit die Banken ihre Defizite ausgleichen können. Es werden sogar Kredite und Kreditlinien von Unternehmern und Verbrauchern gekündigt. Diese werden damit statt zu konsumieren ihre Kredite verstärkt zurückzahlen. Erst wenn dieses geschehen ist kann über Investitionen nachgedacht werden. Das hat aber zur Folge dass Arbeitsplätze, mangels Konsum, abgebaut werden und schon dreht sich die Abwärtsspirale immer schneller. Keynes Theorie funktioniert nur, wenn der Verbraucher direkt von den Maßnahmen des Staates profitieren kann, ohne dass Marktplayer dazwischengeschaltet sind. Das würde bedeuten, dass über die Landesbanken oder Sparkassen billiges Geld an die Verbraucher weitergegeben wird, die Privatbanken zu 100% sozialisiert werden und nicht Vermögen zu Lasten der nachfolgenden Generationen vernichtet werden.

@Sönke Peters: Danke für den Hinweis, werde bei Gelegenheit darauf zurückkommen. Bis dahin seien Sie doch bitte so freundlich und benennen mir den Text, wo ich Werbung für Kuba oder gar Nordkorea gemacht habe. Sie finden in den mehr als 600 Beiträgen in der FAZ und auch in den mehr 1000 in der Zeit (Devin, Devin08) mit Sicherheit keinen einzigen. Außerdem können Sie auch noch in meinem Weblog stöbern. Ich bin mir eigentlich ganz sicher, dass meine Beiträge nicht ideologischer geprägt sind, als der Ihrige hier zum Beispiel. Der marxistische Begriff von der „Diktatur einer Klasse“ ist nicht deckungsgleich mit dem bürgerlichen. Ich denke, zunächst müssen wir wissen, worüber wir eigentlich reden. Ich verweise daher auf Karl Marx „Klassenkämpfe in Frankreich“. Nur so viel: eine sozialistische Demokratie ist unbestritten eine Klassendiktatur, so wie die bürgerliche Demokratie das eben auch ist (vom Bürgertum aber bestritten wird). Beurteilen Sie Mal ganz unvoreingekommen Ihre Möglichkeiten der Teilhabe an der Macht, gerade im Zusammenhang mit der jetzigen Finanzkrise, und Sie verstehen vielleicht, warum Marxisten das eine (Klassen-)Diktatur nennen, obwohl die Staatsmacht (zur Zeit) demokratisch (parlamentarisch) organisiert ist.

JM Keyner war ein sehr interessanter Mensch, wirkte in spannnenden Zeiten und war ein fantastischer Ökonom - mit Sicherheit einer der bedeutensten jemals. Seine Theorien waren die Grundlagen zur Entwicklung der heutigen Wirtschaftspolitischen Theorien. Seine Arbeiten selbst sind jedoch leider nicht mehr anwendbar und überholt. Keyner Theorien pur zu diskutieren - ob nun generell oder in Zeiten der Wirtschaftskrise - käme der Diskussion gleich, in unserem Häusern 80 Jahre alten Stromkreise zu verlegen...

Ob ein Konjunkturprogram a là Keynes funktioniert oder nicht entscheidet sich letztendlich an den vorhandenen, kurzfristig verfügbaren Kapazitäten und deren Auslastung. Wenn eine Volkswirtschaft die aktuelle Kapazität hat 100 Autos zu bauen, aber (warum auch immer) trotzdem nur 50 Autos baut, so ist das eine klare Verschwendung (und eine Chance!). Es ist im Ergebnis nicht viel anders als würde man die 100 Autos bauen und gleich wieder 50 anzünden. In dieser Situation hilft ein Konjunkturprogramm, denn wenn der Staat (im einfachsten Fall) 50 Autos kauft, so werden und KÖNNEN(!) diese auch gebaut werden. Keine Inflation würde den Preis für Autos hochtreiben, die Bilanz des Staates wäre in Ordnung (auf der Habenseite stehen ja die Autos) am Ende stehen der Gesellschaft 50 Autos mehr zur Verfügung die ohne staatlichen Eingriff nicht gebaut würden. Erst wenn der Staat probiert Kapazitäten auszuschöpfen die in Wirklichkeit gar nicht mehr vorhanden sind (z.B. wenn ein übermäßiger, staatlicher Bauboom ausgelöst wird ) wird es kritisch, dann droht Inflation und Konjunkturprogramme führen nicht zu kurzfristigem Wachstum.

"Zu Recht sagt Vaclav Klaus: das Scheitern von Regierungen ist teurer als ein Scheitern des Marktes. Keynes ist der erste Schritt zum Scheitern." Die Interessenlogik ist aber: Es soll, nach den Interessen der Macht-/Wirtschafts-Spitzen im Staat, immer 'teuerer' werden, denn die Kosten werden auf der Gegenseite zu Einnahmen und fließen im in die richtigen Taschen der geheimen, gewitztesten Akteure rund um die Macht-Nr.1-Spitzen. Denen kann es nicht teuer genug werden. Wir erleben hier einen zur Vorherrschaft gelangten Rumpelstilzchen-Wiedergänger, d.h. einer zur Macht gelangenen, geheimen Wissensherrschaft. Mittels seiner Steuerungssystem-Genialität maximiert der Rumpelstilzchenclan stets seinen Gewinn auf Kosten aller anderen. Was in den USA/Wallstreet und in der Londoner City lief, war politisch abgesichert - wobei die Politikspitzengremien wie Bush, Greenspan, Blaire, Brown und Co überhaupt nicht wußten, dass das alles im Absturz enden muß. Diesen wurde das Crashgebilde als Wirtschaftswachstumsprojekt für die USA, für England usf. verkauft. Und die Tatsache, dass die Keynes'sche Theorie zur Grundlage der staatlichen Wirtschaftspolitik wurde, entstammt den Interessen der gleichen Macht- und Hightech-Wachstumsbranchen-Clans.

Keynes hätte unser System für seine Theorien als suboptimal angesehen. Er erklärte, diese könnten besser einem totalen Staat angepaßt werden: "(D)ie Theorie der Produktion als Ganzes, die den Zweck des folgenden Buches bildet, (kann) viel leichter den Verhältnissen eines totalen Staates angepaßt werden als die Theorie der Erzeugung und Verteilung einer gegebenen, unter Bedingungen des freien Wettbewerbes (...) erstellten Produktion." Keynes drückte sich selten klar aus. Tat er es doch, dann zur Verlegenheit seiner Anhänger: "Wenn das Schatzamt alte Flaschen mit Banknoten füllen und sie in geeignete Tiefen in verlassenen Kohlebergwerken vergraben würde, sie dann bis zur Oberfläche mit städtischem Kehricht füllen würde und es dem privaten Unternehmergeist nach den erprobten Grundsätzen des Laissez-faire überlassen würde, die Noten wieder auszugraben, brauchte es keine Arbeitslosigkeit zu geben." Oder das: "Das Bauen von Pyramiden, Erdbeben, selbst Kriege mögen dazu dienen, den Reichtum zu vermehren, wenn die Erziehung unserer Staatsmänner in den Grundsätzen der klassischen Wirtschaftslehre etwas Besserem im Wege steht." Eine gute Analyse der Fehler in Keynes' Magnum Opus findet man bei Henry Hazlitt, "The Failure of the 'New E

Mieses hat natürlich Recht. Alles staatliche ist des Teufels. Fatal ist, daß diese Erkenntnisse gegenwärtig in den Wind geschrieben werden, weil Politiker nebst ihren kaum intelligenteren Wählern die Hose voll haben vor dem, was kommen mag, das sie jedoch überhaupt nicht zu verstehen vermögen. Da greift man zu dem, wozu die Banken griffen: Risikoverteilung auf möglichst viele, in diesem Falle Steuerzahler. Man meint, dann wird es nicht so schlimm werden. Das Gegenteil ist der Fall. Wie bei den Banken kann dieses Verhalten zum Systemversagen führen. Um so mehr, als der Staat Regie führt. Nur diesmal handelt es sich nicht allein um ein Bankensystem, dessen Schaden - gar der schwerste - Grenzen hat, sondern um den Kapitalismus insgesamt. Ob der sich national eingrenzen läßt? Zu Recht sagt Vaclav Klaus: das Scheitern von Regierungen ist teurer als ein Scheitern des Marktes. Keynes ist der erste Schritt zum Scheitern.

und kommt auch ohne Fremdwörter aus. So lange Staat, EU Krankenkassen, Arbeitsagenturen und die schier endlose Reihe an sonstigen Institutionen einen derart großen Teil des Erwirtschafteten für sich verbrauchen kann es keinen volkswirtschaftlichen Überschuss und damit breite Wohlstandsmehrung geben. Da können die schlauen Theoretiker noch so viele Bücher studieren, die simple Tatsache das der größte Teilnehmer der Volkswirtschaft sich immer weiter ausdehnt und durch immer größere Kreditaufnahme von der Substanz lebt (nennt sich dann in Zeitungsdeutsch stark geschönt "Nettokreditaufnahme") ist die Ursache für den Niedergang. Das wesentliche steht bei Mises in einem Satz. Der Sozialismus muss scheitern weil in ihm keine Marktpreise ermittelt werden können. Hinzufügen lässt sich hierzu nur, das dies auch und gerade für die deutsche Stamokap Version gilt. Die völlig überteuerte CoBa Beteiligung ist hier nur ein Tropfen in das Faß ohne Boden.

Zitat: "Gewöhnliche Menschen tun das allerdings lieber nicht, indem sie sein Werk lesen, das teils rhetorisch brillant und teils theoretisch hochkomplex ist. Nein, die Nachfolger von Keynes - allen voran John R. Hicks - haben es den Laien leichter gemacht. Sie haben Keynes' Ideen in ein Schema gepresst, das sich grafisch abbilden lässt […]." / Es ist immer besser das Original zu lesen. Hicks hat Keynes Ideen nur interpretiert, und dies vor dem Hintergrund seiner eigenen steng neoklassischen Ausrichtung. Dabei tauchen wesentliche Aspekte von Keynes' Ideen gar nicht auf. Dies hat Hicks in einem Aufsatz aus dem Jahre 1980 selbst zugegeben (Hicks, J. R.: "IS-LM: an explanation", Journal of Post Keynesian Economics 1980, S. 139 ff.). Merke: Immer das Original lesen!

In hochkomplexen Kultursystemen sind Orientierung und nachhaltige Entwicklung n u r auf einer evolutionsprozess-theoretischen Grundlage zu erreichen. Ohne eine solche - und das ist die aktuelle Realität - haben Machtstrategen an der Spitze der Macht-Nr.1 in der Gesellschaft früher oder später alles im Griff. Sachpolitik für die Gemeinschaft und gegen den Systemcrash hat ohne E-Theorie keine Chance. Besonders die Wirtschaftswissenschaften stehen unter dem Diktat der Machtsteigerungs- und Machterhalt-Strategen, die in der Form einer geheimen Wissensherrschaft (= Rumpelstilzchen) die Machtspitze erobert haben. In diesen Kontext sollte man alle Überlegungen zur gegenwärtigen Wachstumsabsturz-Krise stellen. Wer die Systemkrise der entwickelten Industriestaaten zu Ende denkt, der weiß: es muß die evolutionsprozess-logische Systemalternative in die Diskussion kommen, d.h. die nächste Ordnung des weltindustriellen Fortschrittsprozess in die geistige und politische Programmkonkurrenz eintreten. Nur damit entgehen wir dem Systemcrash. Der neue Gorbatschow oder Gorbatschowa muß seine Glasnost-Redebeiträge auf eine evolutionsprozess-theoriegrundlage stellen. Unter diesem Theorieniveau ist alles n u r Krisengeschwätz. Das weiß Angela Merkel.

Während Sie sich, Herr Binsack, hier auch in Ihren Leserkommentaren in der FAZ.NET bereits aufschlussreich selbst als Marxist bezeichnen haben und dadurch wohl nach der Revolution und Diktatur des Proletariats ("Prekariats"?) rufen, hat der werte Herr Rüdiger Kalupner eine ganz neue (?) Idee über das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammentun der Menschheit. Er beruft sich dabei auf Epikur und nennt das ... ich weiß jetzt auch nicht wie genau ... und schreibt hier stets für „die evolutionistische Partei“, die nach meinem Ermessen wohl seine eigene ist, ... „Gucken“ Sie doch einfach mal unter „ http://www.die-kreativen-partei.de/ “ und dann werden Sie schon wissen, was ich unter Spinnerei verstehe und prinzipiell meine! Wieviel Lächerlichkeiten, Herr Binsack, nach dem Zusammenbruch Ihrer Ideologie nach nicht nur über 100 Millionen Gewaltopfern, Hungertot und Krieg für die Diktatur des Proletariats wollen sie sich eigentlich noch zugunsten ihres so tollen Sozialismus aufhäufen un d welchen noch nacheifern? Noch ein bisschen Kuba, noch ein bisschen Nord-Korea gefällig? Oder irgendeine neue Spinnerei mit der Sie neuerdings konform gehen? Mfg, Sönke Peters

dann hast Du in der Not. Man kann es natürlich auch in komplzierten Formeln packen. Aber die versteht kaum jemand und so "kommen die Menschen", trotz wissenschaftlich neu formulierter (Alt-)Erkenntnisse, "auf den Hund".

Es ist wirklich verlockend für Politiker aller Parteien die Keynestheorie für die Rechtfertigung jedweder Geldsegenprogramme auf Pump zu rechtfertigen. Tatsächlich sind die Verhältnisse heute etwas anders als in den 30gern. Zum einen gibt es keine abgeschlossene Volkswirtschaft. Konsumgüter werden zu großen Teilen aus Billigländer produziert. Damit dürfte der "Multiplikationseffekt" dürftig ausfallen. Ferner haben wir es mit strukturell defizitären Volkswirtschaften zu tun, die in 40 Jahren einen gigantischen Staatsschuldenberg aufgebaut haben. Das führt einerseits zum Ausfall der Stellschraube Zinsen da Erhöhungen unmittelbar ernsthafte Budgetschwierigkeiten auslösen dürfenten. Auch sehe ich die Gefahr einer gigantischen Anleihenblase, die wenn sie platzt den Bankrott der Staaten bedeuten würde.

@Ronald Bach:Ich habe verstanden – danke.Das Problem ist,dass die Finanzwirtschaft es sich leisten kann,unseriös zu sein,denn sie hat die Macht,die Kritik nicht.Schon Marxens Kapital begnügte sich nicht damit, die Fehler der bürgerlichen Ökonomie aufzudecken,sondern musste eine Wissenschaft begründen.Die bürgerliche (National-)Ökonomie ist niemals eine Wissenschaft geworden,sie kann es auch nicht, denn der erste Schritt dieser Wissenschaft wäre ihre ‚Selbstkritik’.So begnügt sie sich z.B. damit über Zinstheorien u.ä. ein Maximum an Mechanismen zu erfinden,die letztlich ihre Handlungen verschleiern helfen.Diese Verschleierungen – und die Gefahren daraus – aufzudecken, ist eine Sache, sie zu belegen (um sie zu bekämpfen), eine andere.Der Mastertrick des Finanzkapitals ist alles zu „Wert“ zu machen,um neue Profitmöglichkeiten zu erschließen.Dass aber „(Mehr-)Werte“ nur geschaffene Werte sein können, von Menschenhand- und kopf (Sie haben es beschrieben), verschweigt sie.Das Finanzkapital erwirbt auch Ihren Bauchnabel und lässt den patentieren,aber das ist kein „Wert“,jedenfalls nicht im ökonomischen Sinne und nicht in der Regel.Und daher ist die Frage für die Kritik so wichtig,wo Werte geschaffen werden, oder nur welche neu verteilt.

@Rüdiger Kalaupner: „Mit steigenden Zinsen gehen also die Unternehmens-Investitionen und die Konsumausgaben in die Knie, und das Sparvolumen der Reichen geht in die Höhe“. Und genau das habe ich aus dem Verhältnis von Geldgeschäft zu Produktionsgeschäft (80:20) geschlussfolgert („Eine Geldfalle“), wobei ich mir der Problematik einer linearen Funktion bewusst bin (sie dient nur der Veranschaulichung, nicht eines Beweises), denn Teile des Produktionsgeschäftes sind eigentlich Geldgeschäft (z.B. dort wo über Kredite das Produktionsgeschäft finanziert wird, bzw., was passiert, wenn der Kapitalstock einer Firma derart belastet ist, dass sie dann in Einzelteilen auf dem Markt angeboten wird, Stichwort: Hedge Fund, ist das dann nur ein Geldgeschäft?). Umgekehrt: Geldgeschäfte fließen auch in die Produktionsgeschäfte. Ich denke, dass genau dies der Grund für das Überhandnehmen von Geldgeschäften überhaupt ist. Positiv wie negativ. In einer Finanzblase machen viele Unternehmen mehr Gewinn mit den Aktien als in der Produktion (Siemens z.B.), umgekehrt aber auch: die Schuldentilgung vieler übersteigt womöglich den Gewinn aus der Produktion. – Daher Geldfalle.

Waere die Nationaloekonimie eine Wissenschaft, haetten wir kein Problem. Aber sie ist es nicht und kann es niemals sein. Ein wissenschaftliches Experiment fuehrt bei gleichen Voraussetzungen stets zum vorausberechneten Ergebnis. Nicht so in der realexistierenden Oekonomie, da hier die Zahl der Variablen(die groesste ist der Mensch selbst) unendlich ist. Krisenmanagement kann also allenfalls der Versuch einer Loesung sein. Dies beweist die maerchenhafte Zahl von unterschiedlichen Loesungsansaetzen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Keynes musste nicht damit rechnen, dass die alles entscheidende Geldindustrie sich ohne Grund selbst und damit auch die Realwirtschaft zerstoeren kann. Intransparenz, Inkompetenz, Amoralitaet, Habgier und fehlendes unabhaengiges Monitoring im Geldsystem haben zum Desaster gefuehrt, und das Vertrauen der Menschen vermutlich nachhaltig erschuettert. Warum sollte der Buerger auch Vertrauen zu Banken haben, wenn die sich untereinander am wenigsten trauen. Dass der Fall Madoff(weitere werden sicher folgen) ueberhaupt moeglich war, demaskiert in ganz besonders anschaulicher Weise den Morast im Geldsystem, das unsere Lebensverhaeltnisse bestimmt.

@ Herold Binsack: sollte ja auch eine Bestätigung sein... ...und ein Hinweis darauf, dass das Verhältnis zwischen Real- und Geldwirtschaft immer "ungesünder" wird und besonders in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Es ist doch ein Unterschied, ob ich tatsächlich reale Werte schaffe, verteile, repariere etc. oder einfach nur mit Finanztricksereien aus Geld mehr Geld mache (siehe Carry-Trades u.ä.). Diese Abkopplung der Geldflüsse vom Warenverkehr führt dann in regelmäßigen Abständen dazu, dass die Blasen etwas Luft lassen. Siehe die 7 Billionen Dollar, die in den USA in der aktuellen Finanzkrise einfach so verpufft sind. Welch ein Gegenwert... - oder gab es den überhaupt nicht? Scheint ja nur virtuelles Geld gewesen zu sein. Oder die aktuelle Übernahme der Sperrminorität des Bundes bei der Commerzbank. Wo lag denn das Geld dafür? Oder hat man sich das direkt bei der Konkurrenz geliehen? Fragen über Fragen :-)

Nachtrag: Die Reaktionszeit von Zinsveränderungen zu Investitiones-/Konsumausgabe-/Zinseinkommens-/Sparvolumens-Änderungen ist für den Konjunkturverlauf entscheidend, d.h. von der Festzins- und Variabelzins-Festlegung bei den Krediten/Anlagen. In den USA haben wir einen hohen Anteil von Variabelzins-Krediten. Sie erzwingen einen dynamischeren Konjunkturablauf. Deshalb auch die hohen Wellen bei der Zinspolitik der FED. Wenn man die Interessenlage analysiert, die für Keynes spricht, dann ist eines klar: der gut verhüllte Systemirrtum S = f(Y), der einen Megadefekt darstellt, dient in genialer Weise der Installierung eines kapitalstockmaximierenden Wachstumszwang-Regimes. BIP-Wachstum und ein stabiles Kapitalisten-/Kapitaleinkommens-Paradies wird mit Keynes nur über Investitionen erreichbar. Wegen dieses Effektes hatte Joseph Schumpeter keine Chance. Ein weiterer Defekt des Keynes'schen Modells ist die Annahme, dass die Bruttoarbeitskosten nicht sinken (können), d.h. dass die Schere zwischen steigenden Faktorkosten für Arbeit zu nichtsteigenden Energie-/Sachkapital nicht umgekehrt werden kann. Im Rahmen der ökosozialen Umfinanzierung ist dies aber möglich und zum Sturz des Wachstumszwang-Regimes auch existenziell notwendig.

Der Defekt im Keynes'schen S = f(Y) = I = f(r) -Modell ist offensichtlich - aber von keinem Ökonomen offengelegt, weil er den Mächtigen dient. Nachvollziehbar ist doch, dass in den (früh-)entwickelten Industrienationen (= mit hochverschuldeten Konsumenten und kapitalstockintensiver Wirtschaft) die Zinsveränderung massiv sowohl auf die Konsumausgaben der zinszahlenden, verschuldeten Konsumenten wie auf die Sparvolumen der Kapitalgeber/(Super-)Reichen einwirken. Im kurzfristigen Abschnitt gilt S = f(r) - ganz einfach deshalb, weil die reichen Kapitalbesitzern/-geber hauptsächlich sparen, d.h. deren Konsumausgaben sind ja wohl unabhängig von den kurzfristig steigenden/fallenden Zinseinkommen. In Deutschland werden wohl über 20 Mrd € pro Zinsprozent zwischen Konsum und Sparen so hin oder herbewegt. Wenn wir die Seite der nicht-reichen Konsumenten und besonders die Hypothekennehmer-Haushallte betrachten, so ist K = f(r), weil diese auf die höhere Zinslast sofort mit Konsumverzicht/Zwangsparen antworten. Mit steigenden Zinsen gehen also die Unternehmens-Investitionen und die Konsumausgaben in die Knie, und das Sparvolumen der Reichen geht in die Höhe. Es kommt zum S=I-Gleichgewicht - ohne Y-Einwirkung. Fazit: Vergesst Keynes!

Grundsätzlich, eine sehr schöne Darstellung des keynesianischen Modells. Aber, ist die expansive Fiskalpolitik tatsächlich die gesuchte Lösung für die heutige Situation? Ich wage es zu bezweifeln. Die Geldpolitik mit ihren Zinssenkungen funktioniert nicht (obwohl wir ja bekanntlich ein halbes Jahr abwarten müssen). Die exp. Fiskalpolitik, wird gleichermaßen kläglich scheitern. Dies hat mit den bereits in den anderen Beiträgen geschilderten Ursachen zu tun, den außenwirtschaftlichen Faktoren und der strukturellen Unzulänglichkeit des Finanzsystems. Keynes geht 1936 (!!!) von einem durchlässigen Finanzsystem, bei einem vergleichbar sehr geringem Konsum aus. Heute (2009) ist es (durchlässiges Finanzsystem) nirgendwo mehr auf der Welt existent (auch s. in dieser Zeitung, Commerzbank). Die mangelnde Durchlässigkeit des Finanzsystems, hat die Zinssenkungen in allen Volkswirtschaften im Jahre 2008 zunichte gemacht. Das Geld kommt beim Verbraucher (Konsumverhalten unverändert) nicht an. Es können, trotz staatlicher Intervention weder Unternehmens-, noch Privatkreditte gewährleistet werden. Der Staat, müsste sich auch bei keynesianischer Fiskalpolitik des gleichen Finanzsystems bedienen. Dies hätte den gleichen "Erfolg".

@Ronald Bach: 1:180: Ich widerspreche Ihnen höchst ungern, denn damit bestätigen Sie meine Erklärung ja nur, aber ich denke, dass man den Vergleich so nicht machen kann. Zu den Gütern, die dem Geld gegenüberstehen, muss man fairerweise auch die, die nicht gerade bewegt werden - als Ware - , benennen, zum Beispiel solche, die zwecks jener ‚Bewegungen’ investiert sind (und zum Teil auch ins Geldgeschäft eingegangen sind), also die Industrieanlagen, z.B..Desweiteren muss man bei den ‚Gütern’ herausarbeiten, ob sie als ‚Tauschwerte’ generell dem Markt zur Verfügung stehen, oder eben nicht (wie ordne ich privaten Wohnungsbesitz ein?). Noch schwieriger ist das mit den Dienstleistungen. Wie bezeichne ich z.B. unbezahlte Hausarbeit (unbezahlte ‚Liebesarbeit’)? Ist sie Teil der Werterfassung oder nicht? Hochkomplexe Fragestellungen - und daher auch so schwierig zu beantworten. Aber nur so kann man den Wert des Geldes (und die Bedeutung des Geldgeschäftes) seriös messen und damit auch die Problematik erfassen, auf die ich verweise. Am Rande erkennbar natürlich auch: die unermessliche Quelle für jene Geldgeschäfte, wenn es diesen gelingt, alles zu „Wert“ zu machen, und: so schwierig ist Kapitalismuskritik.

dann sind ja alle Probleme in Kürze gelöst, warum dann die ganze Aufregung, wenn man so ein leichte Lösung der Probleme kennt.

Nun wird wieder Keynes bemüht, ohne aber dem Bürger zu verraten, worum es eigentlich geht, bzw. was sich grundlegend verändert hat - seit Keynes und durch das Finanzkapital. Dass man Geld doch nicht essen kann, ist keine rhetorische Phrase, sondern ein ganz ernst gemeinter Einwand, denn Kapital wird gegenwärtig gegessen, aber Geld ist halt kein Kapital. - Und das ist wesentlich! Kapital ist heute alles was von Wert ist, und dahinter verbergen sich reale Güter - noch! -, und die werden verfressen. Geld ist nur die Form, das Äquivalent hiervon, und das ist tatsächlich ungenießbar, da nicht wirklich. Kapital hingegen ist wirklich, aber nur in der Realisierung des Mehrwerts, also nachträglich, nach der Produktion von Gütern, auf dem Markt, und auch nur als Abstraktum. Bleibt diese Realisierung aus, ist auch das Kapital plötzlich weg, so als wäre es nie dagewesen. So unwirklich wie Geld, ja unwirklicher, denn Geld erscheint immerhin auf dem Papier, Kapital dann nicht mal mehr in den Büchern. Und dann kommt das Merkwürdigste: im Kapitalismus haben dann plötzlich auch reale Güter keinen (Gebrauchs-)Wert mehr, da keinen Tauschwert. Brot ist dann nicht mehr zum Verzehr bestimmt, sondern für den Müllhaufen. - Eine verdrehte Welt.

Was Sie meinen ist die Stagflation als Folge der keynesianischen Wirtschaftspolitik in Reaktion auf die Wirtschaftskrise der Jahre 74/75 in Deutschland. Nach Keynes soll eine Inflation nur einen Aufschwung begleiten können, tatsächlich stiegen die Preise jedoch, da die Unternehmen die steigenden Lohnkosten direkt in Preiserhöhungen umsetzten ("Lohn-Preis-Spirale"), ohne daß das BSP stieg. Ich finde den Artikel auch sehr gut, es müßte nun ein Artikel folgen, warum Keynes heute von vielen als ein Übel angesehen wird.

Ich kann mich erinnern, dass die klugen Volkswirtschafts-Sachverständigen wie Herr Keynes zu ihrer Zeit noch gar nicht so hießen, sondern damals nannte man das Fach welches wir heute als VWL kennen: Nationalökonomie Daher kann man die Lehren von damals nicht unbedingt 1:1 in die heutige Zeit übernehmen, denn wir haben keine abgeschotteten Nationalökonomien mehr. Nicht mal China, Iran oder Korea sind völlig losgelöst von der Weltwirtschaft, wir schon gar nicht! Deswegen können diese Modelle nur das sein, was alle Modelle sind: stark vereinfachte Abbilder eines angenommenen Sachverhaltes... Daher auch die Geraden in den Modellen, die tatsächlich unter der sog. ceteris-paribus-Annahme (alle anderen Parameter bleiben gleich) erstellt werden. Wir wissen aber alle, dass es unendlich viele Parameter gibt, die eben doch Auswirkungen auf das Ergebnis haben. @ devin08: ich habe gelesen, dass das Verhältnis des Wertes aller international gehandelten Waren zur Gesamtheit aller Geldflüsse im letzten Jahr in etwa bei 1:180 gelegen hat. D. h. es ist 180 mal mehr Geld im Umlauf, als man als realen Gegenwert per Container zu Luft, Land, Wasser weltweit transportiert und verkauft hat. Wo sind denn die 7.000.000.000.000 Dollar in den USA geblieben?

Schöner Artikel - aber bei allem Gerede über Konjunkturpakete und Berufen auf Keynes, es fehlt leider die entscheidende (Grund)Voraussetzung: Nach Keynes sollten Staaten in wirtschaftlichen Hoch-Zeiten Rücklagen schaffen, um in Krisenzeiten intervenieren zu können... - D. h. dass man einen Staatsüberschuss investieren sollte bzw. wenigstens eine scharze 0 vor der Intervention (so dass man nach der Krise die Schulden wieder tilgt)! Da Deutschland aber lediglich Schulden angehäuft hat, fehlen schonmal die Grundvoraussetzungen des Keynes-Modell! Über die Sinnhaftigkeit kann dann jeder selber urteilen...

Keine Frage, alles deutet auf eine Liquiditätsfalle.Und unter diesen Umständen könnte der Staat,das Geld das er zur Zeit den Banken schenkt – wobei die damit nichts bewirken – gleich dem Bürger schenken,in der Hoffnung,dass sich dadurch was bewegt.Die Frage ist aber:was soll sich bewegen?Und um das zu beurteilen, sollten wir erstmal wissen,wie viel Geld wie viel Gütern und Dienstleistungen gegenübersteht.Oder anders gefragt:welche Rolle spielt die Produktion an Gütern und die Bereitstellung von Dienstleistungen noch im Verhältnis zum reinen Geldgeschäft? Ich hörte mal 20% (Güter und Dienstleistungen) zu 80 % (Geldgeschäft).Und dann stellt sich die nächste Frage:wohin fließt das Geld? Ins Geldgeschäft gar?Und was wäre dann gewonnen?Mir scheint dies nicht nur eine Liquiditätsfalle,sondern eine Strukturkrise unbekannten Ausmaßes bzw. von hoffnungslosem Zustand!Denn es ist doch klar,dass ein solches Geldgeschäft die Produktion nicht mehr fördert,sondern belastet,da die (Kapitalmarkt-)Zinsen tendenziell immer nach oben getrieben werden,womit letztlich nur das Geldgeschäft gefördert wird. – Eine Geldfalle also!Und wie kann da noch „Wert verwertet“ (Kapital geschaffen) werden,doch wohl nur noch verzehrt.Aber Geld kann man nicht essen.

Ich bin leider nicht so wissend, was wirtschaftliche Zusammenhänge angeht. Aber ich kann mich daran erinnern in der Schule gelernt zu haben, dass es in den 70er Jahren beim Staat in Mode war, bei einer Konjunkturflaute viel zu investieren, um die Konjunktur anzukurbeln, um dann im Aufschwung das Geld wieder reinzubekommen. Wir haben auch gelernt, dass das nicht funktioniert hat und dass wir deshalb heute eine so hohe Verschuldung haben. Zwei Fragen: wieso machen die leitenden Politiker, also der Staat, immer das gleiche, obwohl man weiß, dass es nicht funktioniert und nur die Probleme auf die Zukunft abwälzen? Wie lange geht das noch gut? Manch einer behauptet auf letztere Frage, dass Staaten nicht pleite gehen können; Island und Lettland haben doch Staatsbankrott angemeldet? Außerdem eine Kritik als Physiker: Keynes Modell scheint auf einem linearen Modell zu beruhen (deshalb die Geraden in den Diagrammen). Ich glaube aber, dass diese komplexen Wirtschaftszusammenhänge nur mit einem nichtlinearen Modell korrekt beschrieben werden kann, was natürlich dann wesentlich komplexer ist (anschaulich: aus den Geraden würden Schlangenlinien). Hab ich da irgendwo einen Denkfehler? Kann das mal jemand aufklären?

... kann man sich anhand des Beispiels von Großbritannien, Ende der 70er Jahre anschauen. Viel Vergnügen!

Ich hatte den Wirtschafts LK meiner Schulte in der k12 und 13 belegt. Also war ich einigermaßen mit dem Thema vertraut (wobei ich in 7 Jahren schon wieder viel vergessen hatte) und konnte mein Wissen wieder auffrischen. Ich muss sagen dass mich dieser Artikel wirklich sehr freut, da er genau das macht, was eine Zeitung in meinen Augen gewährleisten sollte. Basisinformationen, damit es dem Leser möglich ist sinnvolle Schlussfolgerungen zu ziehen und so aktiv am Geschehen teilzunehmen und nciht von einer Informations- und Propagandalawine überrollt zu werden. Mehr davon!

Leider denken die politischen Praktiker nur in der Krise an die keynesche Theorie und vergessen die angehäuften Schulden im wirtschaftlichen Aufschwung wieder abzubauen.